Überfüllte Schulbusse sorgen für Unmut

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Jeden Mor­gen haben Katha­ri­na (11), Eli­sa­beth (15) und Vik­to­ria Barz (14) Stress. Die Geschwis­ter fah­ren mor­gens zusam­men nach Schloss Hol­te-Stu­ken­b­rock. Dabei stei­gen sie an der Hal­te­stel­le „Alte Post” ein. „Von da neh­men wir die Linie 8, die um fünf Minu­ten nach sie­ben dort hält”, erklä­ren die drei, die in Schloss Hol­te-Stu­ken­b­rock das Gym­na­si­um, bezie­hungs­wei­se die Gesamt­schu­le besu­chen. Der Stress beginnt in dem Augen­blick, in dem die Schü­le­rin­nen in den Bus stei­gen. „Der Bus ist immer viel zu voll, so dass ich Angst habe, dass etwas pas­siert, wenn er mal eine Voll­brem­sung macht”, erklärt Vik­to­ria.

Dabei sei­en nicht nur die Sitz‑, son­dern auch die Steh­plät­ze kom­plett aus­ge­las­tet. „Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ste­hen bis vor­ne zur Tür”, erläu­tert Katha­ri­na den mor­gend­li­chen Stress im Bus. Dabei stün­den die Schü­ler auch in dem Bereich zwi­schen Sper­re und Vor­der­tür, wo sich wäh­rend der Fahrt eigent­lich kein Fahr­gast auf­hal­ten darf.

Nach Aus­sa­gen der drei Schü­le­rin­nen scheint das trau­ri­ger All­tag zu sein. „Manch­mal ste­hen wäh­rend der Fahrt die Kin­der und Jugend­li­chen bis zur Tür”, erzählt Eli­sa­beth. Es sei sogar schon mal vor­ge­kom­men, dass sie selbst drau­ßen ste­hen blei­ben muss­ten, weil in dem Bus ein­fach kein Platz mehr war.

Alter­na­ti­ven gibt es weni­ge. Denn der Bus, der um vier­tel vor sie­ben kommt, sei mitt­ler­wei­le auch schon häu­fig über­füllt. Der nächs­te kommt erst um 7.49 — zu spät für die Schü­le­rin­nen.

Mitt­ler­wei­le über­le­gen sich die drei, schon eini­ge Hal­te­stel­len vor­her ein­zu­stei­gen, um wenigs­tens noch einen Steh­platz in der Mit­te des Bus­ses zu ergat­tern. Vor allem wäh­rend der dunk­len Jah­res­zeit kei­ne beru­hi­gen­de Vor­stel­lung für die Eltern

Katha­ri­na Barz hat­te sich bereits an Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf gewandt und ihm ihr Pro­blem geschil­dert. Die­ser reagier­te und lud sie zur Ver­an­stal­tung des Jugend­fo­rums ein, das sich am 19.9. im Bür­ger­zen­trum traf. Wäh­rend ihres Besu­ches fühl­te sich Katha­ri­na aller­dings nicht rich­tig auf­ge­ho­ben. „Lei­der stell­ten wir im Lau­fe der Ver­an­stal­tung fest, dass über­wie­gend die Bus­ver­bin­dung nach Det­mold the­ma­ti­siert und nicht über die Schul­bus­si­tua­ti­on nach SHS gespro­chen wur­de”, schrieb sie Ende Sep­tem­ber an Wulf. Sie sei sogar schon ein­mal ein­ge­quetscht wor­den, fährt sie in ihrem Schrei­ben vor und bit­tet um einen wei­te­ren Schul­bus.

Auf die­sen Brief erhielt sie nach eige­nen Anga­ben aber kei­ne Ant­wort vom Bür­ger­meis­ter oder einem ande­ren Mit­ar­bei­ter der Ver­wal­tung mehr. Katha­ri­na zeigt sich ent­täuscht: „Es ist scha­de, dass man so hän­gen gelas­sen wird”,  erklärt sie.

Nach­dem die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN davon erfuh­ren, nahm die Redak­ti­on Kon­takt zu Simon Wip­pich auf. Die­ser ist Betriebs­lei­ter des Unter­neh­mens „TWV Teu­to­bur­ger Wald Ver­kehr”. Die­ses ist für die Linie 84 ver­ant­wort­lich, hat aber für den Betrieb einen Sub­un­ter­neh­mer beauf­tragt.

Wip­pich erklär­te im Gespräch, dass er den Sub­un­ter­neh­mer sofort um Stel­lung­nah­me bit­ten wer­de. „In der letz­ten Zeit sind uns kei­ne Fäl­le bekannt gewor­den, in denen Schü­ler auf­grund eines zu vol­len Bus­ses nicht beför­dert wer­den konn­ten”, so Wip­pich.

Der Betriebs­lei­ter betont, „dass es unser Haupt­an­lie­gen ist, alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler zuver­läs­sig und sicher zur Schu­le und nach Hau­se zu beför­dern. Sobald uns ein Kapa­zi­täts­pro­blem bekannt wird, gehen wir mit dem von uns ein­ge­setz­ten Sub­un­ter­neh­men und unse­rem Auf­ga­ben­trä­ger ins Gespräch, um schnel­le Lösun­gen her­bei­zu­füh­ren. Dies kann eine Ver­schie­bung der Fahr­zei­ten, der Ein­satz eines grö­ße­ren Bus­ses oder aber auch der Ein­satz eines zusätz­li­chen Fahr­zeugs sein”, ver­spricht er.

Wip­pich betont: „Wir küm­mern uns auch in die­sem Fall um eine schnel­le Lösung, um eine Ver­bes­se­rung her­bei­füh­ren.”

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Jeden Morgen haben Katharina (11), Elisabeth (15) und Viktoria Barz (14) Stress. Die Geschwister fahren morgens zusammen nach Schloss Holte-Stukenbrock. Dabei steigen sie an der Haltestelle "Alte Post" ein. "Von da nehmen wir die Linie 8, die um fünf Minuten nach sieben dort hält", erklären die drei, die in Schloss Holte-Stukenbrock das Gymnasium, beziehungsweise die Gesamtschule besuchen. Der Stress beginnt in dem Augenblick, in dem die Schülerinnen in den Bus steigen. "Der Bus ist immer viel zu voll, so dass ich Angst habe, dass etwas passiert, wenn er mal eine Vollbremsung macht", erklärt Viktoria. Dabei seien nicht nur die Sitz-, sondern auch die Stehplätze komplett ausgelastet. "Die Schülerinnen und Schüler stehen bis vorne zur Tür", erläutert Katharina den morgendlichen Stress im Bus. Dabei stünden die Schüler auch in dem Bereich zwischen Sperre und Vordertür, wo sich während der Fahrt eigentlich kein Fahrgast aufhalten darf. Nach Aussagen der drei Schülerinnen scheint das trauriger Alltag zu sein. "Manchmal stehen während der Fahrt die Kinder und Jugendlichen bis zur Tür", erzählt Elisabeth. Es sei sogar schon mal vorgekommen, dass sie selbst draußen stehen bleiben mussten, weil in dem Bus einfach kein Platz mehr war. Alternativen gibt es wenige. Denn der Bus, der um viertel vor sieben kommt, sei mittlerweile auch schon häufig überfüllt. Der nächste kommt erst um 7.49 - zu spät für die Schülerinnen. Mittlerweile überlegen sich die drei, schon einige Haltestellen vorher einzusteigen, um wenigstens noch einen Stehplatz in der Mitte des Busses zu ergattern. Vor allem während der dunklen Jahreszeit keine beruhigende Vorstellung für die Eltern Katharina Barz hatte sich bereits an Bürgermeister Dr. Andreas Wulf gewandt und ihm ihr Problem geschildert. Dieser reagierte und lud sie zur Veranstaltung des Jugendforums ein, das sich am 19.9. im Bürgerzentrum traf. Während ihres Besuches fühlte sich Katharina allerdings nicht richtig aufgehoben. "Leider stellten wir im Laufe der Veranstaltung fest, dass überwiegend die Busverbindung nach Detmold thematisiert und nicht über die Schulbussituation nach SHS gesprochen wurde", schrieb sie Ende September an Wulf. Sie sei sogar schon einmal eingequetscht worden, fährt sie in ihrem Schreiben vor und bittet um einen weiteren Schulbus. Auf diesen Brief erhielt sie nach eigenen Angaben aber keine Antwort vom Bürgermeister oder einem anderen Mitarbeiter der Verwaltung mehr. Katharina zeigt sich enttäuscht: "Es ist schade, dass man so hängen gelassen wird",  erklärt sie. Nachdem die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN davon erfuhren, nahm die Redaktion Kontakt zu Simon Wippich auf. Dieser ist Betriebsleiter des Unternehmens "TWV Teutoburger Wald Verkehr". Dieses ist für die Linie 84 verantwortlich, hat aber für den Betrieb einen Subunternehmer beauftragt. Wippich erklärte im Gespräch, dass er den Subunternehmer sofort um Stellungnahme bitten werde. "In der letzten Zeit sind uns keine Fälle bekannt geworden, in denen Schüler aufgrund eines zu vollen Busses nicht befördert werden konnten", so Wippich. Der Betriebsleiter betont, "dass es unser Hauptanliegen ist, alle Schülerinnen und Schüler zuverlässig und sicher zur Schule und nach Hause zu befördern. Sobald uns ein Kapazitätsproblem bekannt wird, gehen wir mit dem von uns eingesetzten Subunternehmen und unserem Aufgabenträger ins Gespräch, um schnelle Lösungen herbeizuführen. Dies kann eine Verschiebung der Fahrzeiten, der Einsatz eines größeren Busses oder aber auch der Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs sein", verspricht er. Wippich betont: "Wir kümmern uns auch in diesem Fall um eine schnelle Lösung, um eine Verbesserung herbeiführen."

Leserbriefe zu “Überfüllte Schulbusse sorgen für Unmut

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Es ist nicht nur eine Frech­heit, dass man ver­sucht, sich mit angeb­lich fal­schem Ver­hal­ten der Schü­ler aus der Ver­ant­wor­tung zu steh­len. Es ist unver­schämt, den Schü­lern zu unter­stel­len, dass sie schein­bar nicht die Wahr­heit sagen über abso­lut fahr­läs­sig über­füll­te Bus­se und das nicht erst seit ges­tern. Es ist eine typi­sches Ver­hal­ten des Bür­ger­meis­ters, den Schü­lern kei­ne Ant­wort zu geben und sich nicht um die Gefähr­dung August­dor­fer Kin­der zu küm­mern !!!! Und das ist wohl die größ­te Unver­schämt­heit !!!! Sie sind doch vor­stel­lig gewor­den , das höchst gefähr­li­che Pro­blem ist ihm doch bekannt. Dem Bus­fah­rer den Schwar­zen Peter zuzu­schie­ben muss ins Lee­re lau­fen, der muss ein­fach nur sei­ne Arbeit tun oder um Ver­spä­tung fürch­ten und im Zwei­fels­fal­le um sei­nen Job. Ich emp­feh­le einem Eltern­teil sich mal die Zeit zur Mit­fahrt zu neh­men und dann ent­spre­chend mit ande­ren Maß­nah­men und Abhil­fe zu schaf­fen. Eine Schü­le­rin, die kol­la­biert , ist genug und auch zu viel !!!!
    Micha­el Mül­ler

  2. Ich habe gera­de in der Print­aus­ga­be den Arti­kel über die Schul­bus­se gele­sen. Ich fin­de es schon eine Frech­heit das den Fahr­gäs­ten hier die Schuld gege­ben wird das der Bus ver­meint­lich über­füllt aus­sieht nur weil man nicht nach hin­ten durch­geht. Ist da nicht der Bus­fah­rer in der Pflicht dafür zu sor­gen das so etwa nicht vor­kom­men kann?

  3. Das muss man sich mal auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen, denn in einen eini­ger­ma­ßen nor­mal funk­tio­nie­ren­den Kopf passt das nicht mehr rein :
    Da macht sich die Ver­wal­tung Sor­gen und Beden­ken , ob ein roll­ba­res von Kul­tur­bür­gern gestif­te­tes Bücher­re­gal in der Ein­gangs­hal­le des Rat­hau­ses nicht ein Sicher­heits­ri­si­ko ist (Brand­schutz ??) , und die fahr­läs­si­ge täg­li­che Gefahr für Leib und Leben der August­dor­fer Schü­ler auf dem Weg zur und von der Schu­le in Schloß Hol­te-Stu­ken­b­rock bleibt wei­ter unbe­ach­tet , bis das fast vor­pro­gram­mier­te Unglück pas­siert !!!!!
    Da ist selbst der Ver­gleich mit den Schild­bür­gern makaber.….selbst die hät­ten sowas nicht zustan­de gebracht !!!
    Micha­el Mül­ler

  4. Mit nicht gerin­ger Bestür­zung muss man zur Kennt­nis neh­men, dass seit gerau­mer Zeit offen­bar die Schü­ler höchst gefähr­lich nach SHS trans­por­tiert wer­den. Nicht aus­zu­den­ken, wie das in einer Kata­stro­phe enden kann bei so ekla­tan­ter Nicht­be­ach­tung von Sicher­heits­be­stim­mun­gen !!!!
    Eine sol­che Fahr­läs­sig­keit dürf­te nicht einen Tag län­ger gedul­det wer­den !! Und wenn auf Anfra­ge die­ser Zei­tung sich ein zustän­di­ger Mit­ar­bei­ter des Unter­neh­mens nur zu Absichts­er­klä­run­gen bereit fin­det, ist das ein wis­sent­li­ches Zulas­sen dro­hen­der fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung. Dass der Bür­ger­meis­ter in einem Mee­ting zur Sache und auf schrift­li­che Beschwer­de der Schü­ler nicht ant­wor­tet, muss bei den all­zu bekann­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stö­run­gen des Herrn Bür­ger­meis­ters nun nicht ver­wun­dern.
    Übri­gens müss­te er dann ja zuge­ben, dass so vie­le August­dor­fer Schü­ler lie­ber den beschwer­li­chen Weg nach SHS auf sich neh­men, als die Real­schu­le im Ort zu besu­chen. Die Sekun­dar­schu­le hier wäre die Lösung gewe­sen. aber das wollten/wollen die christ­li­chen Eltern ja nicht……..da wer­den lie­ber Leib und Leben der Schü­ler wei­ter ris­kiert.
    Denn die haben kei­ne Lob­by. Das ist unfass­bar !!!
    Micha­el Mül­ler

  5. Mei­ne Toch­ter fährt sel­ber jeden mor­gen mit BUs nach SHS zum Gym­na­si­um und ich kann die Schil­de­run­gen in dem Bericht voll bestä­ti­gen. Mei­ne Toch­ter berich­tet auch immer wie­der von zu vol­len Bus­sen. Teil­wei­se bekommt sie nur in dem Dreh­ge­lenk des Bus­ses Platz wo der Auf­ent­halt, so den­ke ich, ja nicht gera­de unge­fähr­lich ist.

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