Schulleiterin warnt vor „Tik Tok“ — ein Paradies für Pädophile?

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Das Mäd­chen, das sich las­ziv auf ihrem Bett rekelt, ist für Schul­lei­te­rin Ute Krau­se kei­ne Unbe­kann­te. Sie ist Schü­le­rin der Grund­schu­le In der Sen­ne. Genau­so wie zahl­rei­che wei­te­re Kin­der, die alle­samt Nut­zer der Smart­pho­ne App Tik Tok sind.  Das sozia­le Netz­werk ist ein Dienst, auf dem Kurz­vi­de­os hoch­ge­la­den wer­den kön­nen.

Die Fil­me sind für jeden frei zugäng­lich und kön­nen wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den — ein Para­dies für Pädo­phi­le.
Denn so haben Frem­de die Mög­lich­keit, Kin­der anzu­spre­chen und kön­nen ver­su­chen, das Ver­trau­en von Kin­dern zu gewin­nen, um außer­halb der App mit ihnen in Kon­takt tre­ten zu kön­nen und sie womög­lich sogar per­sön­lich zu tref­fen. Man­che geben sich dazu als Talent­su­cher aus.

Offi­zi­ell darf Tik­Tok ab 13 Jah­ren genutzt wer­den. Laut AGB bedarf es bei unter 18-Jäh­ri­gen der Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung der Eltern. Nach Berich­ten von jugendschutz.net und mobilsicher.de nut­zen bereits Acht­jäh­ri­ge Tik­Tok.

Die­se Erfah­rung hat auch Krau­se gemacht, die von zwei Leh­re­rin­nen auf die App ange­spro­chen wur­de. Die­se hat­ten — ohne ein Kon­to zu eröff­nen — auf einen Schlag 16 Kin­der aus der Schu­le erkannt, die sich auf Vide­os prä­sen­tier­ten. „Das waren teil­wei­se ganz hef­ti­ge Vide­os, die in unse­ren Augen in den Bereich der Kin­der­por­no­gra­fie rein­gin­gen“, erklärt Krau­se erschüt­tert, als sie von den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN auf den Vor­fall ange­spro­chen wur­de.

Ute Krau­se nahm sofort Kon­takt zu den Eltern auf, deren Kin­der auf dem Por­tal zu sehen waren. „Vie­le waren dar­über erstaunt und wuss­ten gar nichts davon, dass ihre Kin­der einen Zugang hat­ten“, schil­dert die Schul­lei­te­rin ihre Erfah­rung mit den Eltern. Ande­re wie­der­um hät­ten das gar nicht als so schlimm emp­fun­den.

Bei ande­ren Kin­dern sei es jedoch klar gewor­den, dass die­se das Smart­pho­ne der Eltern genutzt hät­ten, um sich Zugang zu dem Netz­werk zu ver­schaf­fen. Denn auch, wenn der Zugang zu der App erst ab 13 Jah­ren erlaubt ist, kon­trol­liert wird das nicht, wie ein Selbst­ver­such der Redak­ti­on zeigt.

Eine Abfra­ge in den Klas­sen ergab, dass in man­chen jeder Schü­ler einen Zugang zu dem Netz­werk hat.
Krau­se nahm Kon­takt zur Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sa­rin Elke Wacht­mann auf, die für die Prä­ven­ti­ons­ar­beit zustän­dig ist. Die­se erklär­te ihr, dass zwar kein Straf­tat­be­stand vor­lie­ge, unter­stütz­te Krau­se aber dar­in, einen Brief an die Eltern zu schrei­ben (liegt der Redak­ti­on vor).

Dar­in emp­fiehlt die Schul­lei­te­rin „drin­gend, dass Sie über­prü­fen, ob und wie Ihr Kind die­se und ande­re Apps nutzt“. Krau­se unter­streicht, „dass Smart­pho­nes nicht in die Hand von Grund­schul­kin­dern gehö­ren“.

Aus die­sem Anlass hat Ute Krau­se nun die Medi­en­päd­ago­gin des Krei­ses Lip­pe, Sabi­ne Schat­ten­froh, zu einem Eltern­abend ein­ge­la­den, um noch ein­mal das Bewusst­sein für die­se The­ma­tik zu schär­fen. Außer­dem fin­det am 16.3. ein wei­te­rer Eltern­abend zum The­ma Miss­brauch mit Elke Wacht­mann statt.

„Es ist wich­tig, dass die Eltern, aber auch die Kin­der ein Bewusst­sein für die Gefah­ren ent­wi­ckeln, die von Apps wie Tik Tok aus­ge­hen“, erklärt Ute Krau­se.

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Das Mädchen, das sich lasziv auf ihrem Bett rekelt, ist für Schulleiterin Ute Krause keine Unbekannte. Sie ist Schülerin der Grundschule In der Senne. Genauso wie zahlreiche weitere Kinder, die allesamt Nutzer der Smartphone App Tik Tok sind.  Das soziale Netzwerk ist ein Dienst, auf dem Kurzvideos hochgeladen werden können. Die Filme sind für jeden frei zugänglich und können weiterverarbeitet werden - ein Paradies für Pädophile. Denn so haben Fremde die Möglichkeit, Kinder anzusprechen und können versuchen, das Vertrauen von Kindern zu gewinnen, um außerhalb der App mit ihnen in Kontakt treten zu können und sie womöglich sogar persönlich zu treffen. Manche geben sich dazu als Talentsucher aus. Offiziell darf TikTok ab 13 Jahren genutzt werden. Laut AGB bedarf es bei unter 18-Jährigen der Einverständniserklärung der Eltern. Nach Berichten von jugendschutz.net und mobilsicher.de nutzen bereits Achtjährige TikTok. Diese Erfahrung hat auch Krause gemacht, die von zwei Lehrerinnen auf die App angesprochen wurde. Diese hatten - ohne ein Konto zu eröffnen - auf einen Schlag 16 Kinder aus der Schule erkannt, die sich auf Videos präsentierten. „Das waren teilweise ganz heftige Videos, die in unseren Augen in den Bereich der Kinderpornografie reingingen“, erklärt Krause erschüttert, als sie von den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN auf den Vorfall angesprochen wurde. Ute Krause nahm sofort Kontakt zu den Eltern auf, deren Kinder auf dem Portal zu sehen waren. „Viele waren darüber erstaunt und wussten gar nichts davon, dass ihre Kinder einen Zugang hatten“, schildert die Schulleiterin ihre Erfahrung mit den Eltern. Andere wiederum hätten das gar nicht als so schlimm empfunden. Bei anderen Kindern sei es jedoch klar geworden, dass diese das Smartphone der Eltern genutzt hätten, um sich Zugang zu dem Netzwerk zu verschaffen. Denn auch, wenn der Zugang zu der App erst ab 13 Jahren erlaubt ist, kontrolliert wird das nicht, wie ein Selbstversuch der Redaktion zeigt. Eine Abfrage in den Klassen ergab, dass in manchen jeder Schüler einen Zugang zu dem Netzwerk hat. Krause nahm Kontakt zur Kriminalhauptkommissarin Elke Wachtmann auf, die für die Präventionsarbeit zuständig ist. Diese erklärte ihr, dass zwar kein Straftatbestand vorliege, unterstützte Krause aber darin, einen Brief an die Eltern zu schreiben (liegt der Redaktion vor). Darin empfiehlt die Schulleiterin „dringend, dass Sie überprüfen, ob und wie Ihr Kind diese und andere Apps nutzt“. Krause unterstreicht, "dass Smartphones nicht in die Hand von Grundschulkindern gehören“. Aus diesem Anlass hat Ute Krause nun die Medienpädagogin des Kreises Lippe, Sabine Schattenfroh, zu einem Elternabend eingeladen, um noch einmal das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen. Außerdem findet am 16.3. ein weiterer Elternabend zum Thema Missbrauch mit Elke Wachtmann statt. „Es ist wichtig, dass die Eltern, aber auch die Kinder ein Bewusstsein für die Gefahren entwickeln, die von Apps wie Tik Tok ausgehen“, erklärt Ute Krause.

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