Land­rat Dr. Axel Leh­mann hat in einer fei­er­li­chen Ver­an­stal­tung im Gast­hof „Mar­pe­tal“ in Blom­berg nun zum elf­ten Mal den Lip­pi­schen Ehren­ring ver­lie­hen. „Das Ehren­amt ist unver­zicht­bar für lebens­wer­te Dör­fer und Städ­te in Lip­pe. Ich bin stolz auf unse­re enga­gier­te Gesell­schaft, und die Trä­ger des Lip­pi­schen Ehren­rings gehen als Vor­bil­der für den Kreis Lip­pe vor­an“, hob Leh­mann in sei­ner Begrü­ßung hervor.

Der ers­te Lip­pi­sche Ehren­ring ging an Han­ne­lo­re Bud­de. Ihr umfang­rei­ches Enga­ge­ment gilt vor allem ihrer Hei­mat­stadt Blom­berg. Sie setzt sich maß­geb­lich für die Erhal­tung des tra­di­ti­ons­rei­chen Dia­lekts „Lip­pisch Platt“ ein. Bud­de hat zahl­rei­che Pro­jek­te zur Erhal­tung der Spra­che initi­iert. Die ehe­ma­li­ge Leh­re­rin lei­tet bei­spiels­wei­se platt­deut­sche Unter­richts­stun­den für Grund­schü­ler aus Blom­berg. Mit einer Rei­he von Lie­dern, Gedich­ten und Rei­men sowie einem platt­deut­schen Lexi­kon ler­nen bereits die Kleins­ten das fast ver­ges­se­ne Kul­tur­gut ken­nen. Seit 2005 ist sie zudem als Mit­glied der Fach­stel­le Schu­len im Lip­pi­schen Hei­mat­bund aktiv. 2008 wur­de Bud­de Bei­sit­ze­rin im Hei­mat­ver­ein Blom­berg und unter ihrer Feder­füh­rung konn­te das Schuh­ma­cher­mu­se­um ein­ge­rich­tet wer­den. Wei­ter­hin ver­an­stal­tet sie bis heu­te die „Blom­ber­ger Hei­mat­me­nüs“. Seit 2012 hat die Kul­tur­be­geis­ter­te meh­re­re Bücher zur Blom­ber­ger Stadt­ge­schich­te ver­öf­fent­licht. Auch das Kochen mit Asyl­be­wer­bern orga­ni­siert sie ehren­amt­lich, eben­so wie die Besu­che aus der fran­zö­si­schen Part­ner­stadt Lieusaint.

Karim Sulei­man aus Bad Sal­zu­flen hat den Lip­pi­schen Ehren­ring für sein beson­de­res Enga­ge­ment in den Berei­chen Sport und Inte­gra­ti­on erhal­ten. Er leis­tet aner­ken­nens­wer­te Arbeit, wenn es dar­um geht, Migran­ten in die Gesell­schaft zu inte­grie­ren und ihnen die lip­pi­sche Kul­tur näher­zu­brin­gen. Dank sei­nes umfang­rei­chen Ein­sat­zes konn­te ein brei­tes Spek­trum von Sport­an­ge­bo­ten für Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne unter­schied­li­cher Her­kunft geschaf­fen wer­den. Meh­re­re Jah­re war er Übungs­lei­ter der LG Bad Sal­zu­flen und zuver­läs­si­ger Hel­fer bei der bekann­ten Ver­an­stal­tung „Mid­ni­ght-Sports“. Karim Sulei­man för­dert außer­dem aktiv den Aus­tausch zwi­schen den Men­schen. Im Rah­men sei­nes ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments als Dol­met­scher beglei­tet er vie­le Geflüch­te­te zu Behör­den­gän­gen. Er hilft bei der Ver­mitt­lung von Sprach­kur­sen und ande­ren Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten und ist für die Migran­ten­fa­mi­li­en eine wich­ti­ge Bezugs­per­son. Dar­über hin­aus ist Karim Sulei­man als Fami­li­en­pa­te beim Deut­schen Kin­der­schutz­bund, als Men­tor beim Netz­werk Lip­pe, als ehren­amt­li­cher Mit­ar­bei­ter bei der „Frei­en Agen­tur Lip­pe“ sowie im Bür­ger­ver­ein Wülfer-Bex­ten aktiv.

Der Det­mol­der Dr. Dirk Här­tel enga­giert sich in beson­de­rem Umfang für die Pfad­fin­der- Bewe­gung. Seit 1980 lei­tet er eine Pfad­fin­der­grup­pe in Det­mold. 1997 hat er als ers­ter Vor­sit­zen­der des Pfad­fin­der­bun­des „Theot­malli“ die Füh­rung der Jun­gen­schaft „Theot­malli“ sowie der Mädel­schaft „Wei­ße Tau­be“ über­nom­men. Für sie plant er zahl­rei­che Akti­vi­tä­ten und Umwelt­schutz­pro­jek­te. Für den Hor­ner Wald wur­den bei­spiels­wei­se mehr als 400 Nist­käs­ten für Sing­vö­gel selbst her­ge­stellt. Mit den Pfad­fin­dern stellt Här­tel zu Weih­nach­ten den Floh­markt ent­lang der Det­mol­der Amei­de auf die Bei­ne. Der Erlös des Floh­mark­tes kommt dem Kreis­se­nio­ren­heim „Hohen­ei­chen“ zugu­te, für das Dr. Här­tel auch die jähr­li­che Weih­nachts­fei­er plant. Für die Pfad­fin­der orga­ni­siert der Det­mol­der Groß­fahr­ten nach Ita­li­en, Finn­land, Nor­we­gen, Kana­da oder Nami­bia. Dank sei­nes Enga­ge­ments konn­te das Pfad­fin­der­haus in der Pau­li­nen­stra­ße gekauft sowie Inves­ti­tio­nen und Sanie­run­gen getä­tigt wer­den. Der Wür­den­trä­ger enga­giert sich dar­über hin­aus als Vor­stands­mit­glied der Sophien­ein­rich­tun­gen und als Mit­glied des Jugend­hil­fe­aus­schus­ses Det­mold für die Belan­ge der Kin­der und Jugendlichen.

Ein wei­te­rer Lip­pi­scher Ehren­ring ging an Bri­git­te Wall­baum aus Det­mold. Sie enga­giert sich seit vie­len Jahr­zehn­ten für ein echt lip­pi­sches Brauch­tum, das Schüt­zen­we­sen. Sie ist akti­ve Sport­schüt­zin im Poli­zei-Sport-Ver­ein (PSV) Lip­pe-Det­mold und hat durch kon­ti­nu­ier­li­ches Trai­ning bereits erfolg­reich an Deut­schen Meis­ter­schaf­ten und Lan­des­meis­ter­schaf­ten teil­ge­nom­men. Als Trai­ne­rin der ambi­tio­nier­ten Jung­schüt­zen im PSV Lip­pe-Det­mold sowie als Sport­lei­te­rin im Schüt­zen­ver­ein Mei­ers­feld, för­dert sie aktiv den Nach­wuchs. Zehn Jah­re lang über­nahm sie die Geschäfts­füh­rung des Schüt­zen­krei­ses. Vom Schüt­zen­be­zirk 3 des West­fä­li­schen Schüt­zen­bun­des (WSB) wur­de die Det­mol­de­rin zur Sport­schüt­zin des Jah­res 2019 gewählt. Außer­halb vom Schüt­zen­we­sen ist Bri­git­te Wall­baum unter ande­rem in zwei Senio­ren­hei­men der Dia­ko­nie als Lese­pa­tin für die Stadt­bü­che­rei Det­mold tätig. In der Kir­chen­ge­mein­de enga­giert sie sich in der Tee­stu­be und unter­stützt bei der Orga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen. Sie betei­ligt sich außer­dem maß­geb­lich an der Spen­den­ak­qui­se für die Sanie­rung der Kir­chen­fens­ter, zum Bespiel durch den Ver­kauf von selbst her­ge­stell­ten Fingerpuppen.

Wenn es um das Schwim­men geht, dann ist Nor­bert Ende aus Oer­ling­hau­sen seit vie­len Jahr­zehn­ten vol­ler Lei­den­schaft und Hin­ga­be zur Stel­le. Seit 2004 ist er Vor­sit­zen­der der Orts­grup­pe Oer­ling­hau­sen der Deut­schen Lebens-Ret­tungs-Gesell­schaft (DLRG), mit knapp 500 Mit­glie­dern. Wei­ter­hin ist er ehren­amt­lich als Mul­ti­pli­ka­tor für die C‑Li­zenz-Aus­bil­dung im Bereich Schwimmen/ Ret­tungs­schwim­men für den DLRG Lan­des­ver­band West­fa­len tätig. Er ist Beauf­trag­ter für die Schwimm­aus­bil­dung des DLRG-Bezirks Lip­pe und lei­tet ver­schie­de­ne Trai­nings­grup­pen. Im Bereich Ret­tungs­schwim­men war er zudem vie­le Jah­re für die Aus­bil­dung von ange­hen­den Leh­rern, Erzie­hern und Poli­zis­ten ver­ant­wort­lich. Als Ein­satz­lei­ter und Ret­tungs­schwim­mer ver­brach­te Nor­bert Ende auch selbst unzäh­li­ge Tage beim Was­ser­ret­tungs­dienst und koor­di­nier­te den Ein­satz der Ver­eins­mit­glie­der im Frei­bad. 2018 war er der Ret­ter mit den meis­ten Ein­satz­stun­den am Becken­rand. 40 Jah­re lang hat der Oer­ling­hau­ser als Anfän­ger­schwimm­leh­rer jähr­lich etwa 50 Schwimm­an­fän­ger zum See­pferd­chen geführt. Unter sei­ner Feder­füh­rung ent­stan­den Aktio­nen wie die Frei­bad-Par­ty, „Spiel und Spaß im Hal­len­bad“, das 24-Stun­den-Schwim­men sowie die Feri­en­spie­le für Kinder.

Sieg­fried Haver­kamp wur­de für sein Enga­ge­ment beim TBV Lem­go-Lip­pe aus­ge­zeich­net. Ende 2010 stell­te er sich ehren­amt­lich in den Dienst des wohl bekann­tes­ten Ver­eins in Lip­pe. 2011 wur­de er von der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung in den ehren­amt­li­chen Bei­rat gewählt und wur­den kurz dar­auf zu des­sen Vor­sit­zen­den bestimmt. Grund für sei­nen ehren­amt­li­chen Ein­stieg in den TBV war sicher­lich sein Know­how aus vor­he­ri­gen Ehren­äm­tern. Von 1993 bis 2007 war er Mit­glied der IHK Voll­ver­samm­lung und von 1999 bis 2007 zudem Vize­prä­si­dent der IHK Lip­pe zu Det­mold. Sieg­fried Haver­kamp enga­gier­te sich im Vor­stand des Arbeit­ge­ber­ver­ban­des Lip­pe von 2001 bis 2006 und im Ver­wal­tungs­rat der Lip­pi­schen Lan­des-Brand­ver­si­che­rungs­an­stalt von 2002 bis 2009. Auf­grund von auf­ge­lös­ten Spon­so­ren­ver­trä­gen stand der TBV Lem­go 2012 kurz vor der Insol­venz. Um die­se abzu­wen­den, arbei­te­te Sieg­fried Haver­kamp oft mehr als 50 Stun­den pro Woche, denn inner­halb kür­zes­ter Zeit muss­te ein Mil­lio­nen­be­trag auf­ge­bracht wer­den. In die­ser schwie­ri­gen Situa­ti­on gelang es Sieg­fried Haver­kamp, den lip­pi­schen Glo­bal Play­er‚ Phoe­nix Con­ta­ct, als Haupt­spon­sor zu gewin­nen. Zudem sicher­te er dem TBV Lem­go die Spiel­be­rech­ti­gung für die Sai­son 2013/2014.

Auch in die­sem Jahr sind wie­der zwei Son­der­prei­se zum Lip­pi­schen Ehren­ring ver­lie­hen worden.

Der ers­te Son­der­preis für „Jugend­li­ches Enga­ge­ment“ ging an Chris­ti­an Klu­te aus Horn-Bad Mein­berg. Schon 2010 begann sein Enga­ge­ment im TV Horn als Übungs­lei­ter der Bad­min­ton-Abtei­lung. Bereits drei Jah­re spä­ter wur­de er in den Vor­stand des TV Horn, heu­te TV Horn-Bad Mein­berg, gewählt. Seit 2014 ist er zudem Übungs­lei­ter der Tae­kwon­do-Abtei­lung. Der 25-Jäh­ri­ge enga­giert sich beson­ders für die Nach­wuchs­ar­beit des Ver­eins, knapp die Hälf­te der etwa 1200 Ver­eins­mit­glie­der sind Jugend­li­che. Um den Ver­ein zukunfts­si­cher auf­zu­stel­len, bau­te er ein 20-köp­fi­ges, jun­ges Team auf. Die­ses „J‑Team“ nimmt an Fort­bil­dun­gen sowie Klau­sur­ta­gun­gen teil und plant Ver­an­stal­tun­gen für die Ver­eins­ju­gend. Auf Kreis­ebe­ne enga­giert sich Chris­ti­an Klu­te seit 2017. 2019 wur­de er zum Vor­sit­zen­den der Sport­ju­gend des Kreis­sport­bun­des Lip­pe gewählt und orga­ni­siert seit­her regel­mä­ßig Zusam­men­künf­te und Fort­bil­dun­gen. Schwer­punkt ist dabei, die Idee des „J‑Teams“ als „best prac­ti­ce“ auch in ande­re lip­pi­schen Ver­ei­ne zu übertragen.

Den zwei­ten Son­der­preis für „gemein­sa­mes Enga­ge­ment“ hat der Ver­ein „Schwel­en­trup-aktiv“ erhal­ten. Der Ver­ein mit rund 100 Mit­glie­dern setzt sich in ers­ter Linie für die Geschich­te und Tra­di­ti­on von Schwel­en­trup ein. Mit sei­nen Pro­jek­ten trägt der Ver­ein zur Erhal­tung einer lebens­wer­ten Umwelt für „Alt­ein­ge­ses­se­ne und Neu­bür­ger“ glei­cher­ma­ßen bei und ver­tritt die Inter­es­sen der Schwel­en­tru­per auch vor der Gemein­de. Bei­spiel­haf­te Pro­jek­te sind die Repa­ra­tu­ren der maro­den Brü­cken am Park­platz Grü­nen­tal und an der Stall­scheu­ne. Der Ver­ein über­nahm die gesam­ten Mate­ri­al­kos­ten. 2019 ver­an­stal­te­te „Schwel­en­trup-aktiv“ bereits zum 14. Mal den Senio­ren­nach­mit­tag. Seit vie­len Jah­ren lei­tet der Ver­ein zudem ehren­amt­lich die Gast­stät­te „Bür­ger­kel­ler“. Damit wird ein wich­ti­ger Dorf­mit­tel­punkt erhal­ten. In den letz­ten Jah­ren erneu­er­te der Ver­ein außer­dem Ruhe­bän­ke im Park und auf dem Fried­hof, ver­schö­ner­te Bee­te und ver­an­stal­te­te Dorfrei­ni­gungs­ak­tio­nen. Es gab einen neu­en Schau­kas­ten für die Ver­ei­ne und auch die jähr­li­che Weih­nachts­baum­ak­ti­on ist ein ech­tes High­light. Die Enga­gier­ten tra­gen maß­geb­lich zur Erhal­tung des Dorf­cha­rak­ters bei.

„Die Aus­ge­zeich­ne­ten haben auch in die­sem Jahr wie­der bewie­sen, dass Enga­ge­ment so bunt ist wie die Gesell­schaft. Und nach dem Lip­pi­schen Ehren­ring ist vor dem Lip­pi­schen Ehren­ring. Ich freue mich auch 2020 wie­der auf zahl­rei­che aus­zeich­nungs­wür­di­ge Vor­schlä­ge“, beton­te Katha­ri­na Schrö­der vom Ehren­amts­bü­ro des Krei­ses Lippe. 

 

 

Von Redaktion

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