Käm­me­rer Patrick Herr­mann war so etwas wie der heim­li­che Star des Abends, der alles geräusch­los und effek­tiv vor­be­rei­tet hat­te. (Foto: Wolff)

Den Haus­halt für das Jahr 2020 hat der Rat in sei­ner gest­ri­gen Sit­zung ein­stim­mig ver­ab­schie­det. Zuvor nutz­ten CDU, SPD, FWG und FDP die Zeit für eine kur­ze Rede. Dass das Gan­ze so kurz aus­fiel hat­te nach über­ein­stim­men­den Aus­sa­gen vor allem mit der Arbeit des Käm­me­rers Patrick Herr­mann zu tun, der im Vor­feld, so die Aus­sa­gen, „gan­ze Arbeit geleis­tet hat­te”. Die­ser war vor­ab in die ein­zel­nen Frak­tio­nen gegan­gen, hat­te alles bespro­chen und Fra­gen beant­wor­tet. Frak­ti­ons­über­grei­fend dank­ten alle Herr­mann für sei­ne „her­vor­ra­gen­de Arbeit”.

Der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Lutz Mül­ler erklär­te, dass der Haus­halt, genau­so wie in den letz­ten Jah­ren, kaum einen Hand­lungs­spiel­raum zulas­se. „Beson­ders ist zu beach­ten, dass der Haus­halts­aus­gleich bis spä­tes­tens 2022 erreicht wer­den muss”, so Müller.

Dabei gel­te es Pflicht­auf­ga­ben zu bewäl­ti­gen und Auf­ga­ben, die uns das Land und der Bund auf­er­le­gen, zusätz­lich finan­zi­ell abzu­de­cken. In einer Gemein­de, die sich in der Haus­halts­si­che­rung befin­de, sei es eine beson­ders schwe­re finan­zi­el­le Last.
„Wir hän­gen am Tropf der För­der­mit­tel und kön­nen nur aus die­sem Grun­de not­wen­di­ge Pro­jek­te in der kom­mu­na­len Infra­struk­tur rea­li­sie­ren”, erklär­te Mül­ler und ern­te­te für sei­ne Wor­te frak­ti­ons­über­grei­fen­des Kopfnicken.

Dem Gemein­de­rat beschei­nig­te Lutz Mül­ler „die Gemein­de mit gerings­ten eige­nen finan­zi­el­len Mit­teln posi­tiv zu ent­wi­ckeln”. Als Bei­spie­le führ­te er unter ande­rem die Jugend­ar­beit, die Schul­in­fra­struk­tur oder auch das Bil­dungs- und Medi­en­zen­trum an.

Auch Hein­rich Georg Schnei­der (SPD) hat­te sich Gedan­ken zum Haus­halt gemacht. (Foto: Wolff)

Als zwei­tes ergriff der SPD-Frak­ti­ons­chef Hein­rich Georg Schnei­der das Wort. Er lob­te neben Patrick Herr­mann auch Manu­el Brö­ker, der in der ver­gan­ge­nen Aus­schuss­sit­zung Bau, Pla­nung und Umwelt nicht nur alle aktu­el­len Pro­jek­te beschrie­ben, son­dern auch die geplan­ten Maß­nah­men erör­tert hat­te, „mit denen wir noch nicht ein­mal rich­tig begon­nen haben.”

Schnei­der ver­wies auch auf die stei­gen­den Schü­ler­zah­len und mahn­te an: „Da sind die Umbau- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men an den Schu­len noch in vol­lem Umfang in Arbeit und schon müs­sen wir uns wie­der gemein­sam Gedan­ken machen, wie wir im Schul­jahr 2021/2022 die nun pro­gnos­ti­zier­ten neu ein­zu­schu­len­den Grund­schul­kin­dern unter­brin­gen wer­den. Auch die Tak­tung für neue Kin­der­gär­ten wird gefühls­mä­ßig immer schnel­ler.” So sei ein Ende von neu­en Her­aus­for­de­run­gen für die kom­men­den Jah­re nicht in Sicht.

Schnei­der wag­te einen posi­ti­ven Aus­blick und erklär­te: „Der aktu­el­le Rat hat alle Wei­chen dafür gestellt, dass in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode nach lan­gen zwölf Jah­ren Rat und Ver­wal­tung wie­der ohne Haus­halts­si­che­rung arbei­ten können.”

Peter Kaup (FWG), bedank­te sich für die gute Zusam­men­ar­beit mit SPD und FDP. (Foto: Wolff)

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Frei­en Wäh­ler­ge­mein­schaft, Peter Kaup, blick­te zurück und ließ die ver­gan­ge­nen Jah­re noch ein­mal Revue pas­sie­ren: Dass die Wei­ter­ent­wick­lung der Gemein­de nach dem lan­gen Still­stand der letz­ten Jah­re über­haupt über­haupt mög­lich sei, sei der Beleg dafür, „wenn sich eine poli­ti­sche Mehr­heit sehr sach­lich, offen und das möch­te ich beson­ders her­vor­he­ben, auch sehr ver­trau­ens­voll zusam­men­ar­bei­tet”, so Kaup.

Er räum­te ein, dass jede Frak­ti­on zwangs­läu­fig bei Sach­the­men Kom­pro­mis­se im Sin­ne des Gan­zen ein­ge­hen müs­se. „Es hat sich für die Gemein­de und damit für die Bür­ger aus unse­rer Sicht etwas Posi­ti­ves zur Ent­wick­lung von August­dorf dadurch erge­ben”, so Kaup, der sich in dem Zusam­men­hang für „sehr gute Zusam­men­ar­beit” bei der SPD und FDP bedankte.

Am Anfang eini­ger Rats­ent­schei­dun­gen hät­ten teil­wei­se hef­ti­ge Angrif­fe, beson­ders von Sei­ten der CDU und auch des Bür­ger­meis­ter, „gespickt mit Halb­wahr­hei­ten”, gestan­den. „Im Lau­fe der ver­schie­de­nen Bera­tun­gen über­zeug­ten dann unse­re Argu­men­te und es wur­den schluss­end­lich auch vie­le Ent­schei­dun­gen wie­der ein­stim­mig im Rat ver­ab­schie­det”, erklär­te Peter Kaup.

FDP-Frak­ti­ons­chef Roger Rit­ter erklär­te, dass die Gemein­de vor vie­len Her­aus­for­de­run­gen ste­he. (Foto: Wolff)

FDP-Frak­ti­ons­chef Roger Rit­ter beton­te in sei­ner Rede, dass die Gemein­de genü­gend Pro­ble­me habe, die drin­gend gelöst wer­den müss­ten.  „Letz­tes Jahr waren die Erwar­tun­gen und Wün­sche der Bür­ger grö­ßer als unse­re Mög­lich­kei­ten. Die­ses Jahr wird es ver­mut­lich eben­falls so aus­se­hen, jedoch haben wir mit die­sem Haus­halt Augen­maß bewie­sen und es lässt sich Posi­ti­ves berichten:
Beim Hei­de­park und in den Schu­len wird kräf­tig inves­tiert”, so Ritter.

Auch beim Dören und auch im Bau­ge­biet 12 gehe es nach jah­re­lan­gen Still­stand und aus Initia­ti­ve der Frak­tio­nen SPD, FWG und FDP wei­te­rer, erklär­te Rit­ter der Sich eben­falls bei SPD und FWG für die Zusam­men­ar­beit bedankte.

Dem Bür­ger­meis­ter emp­fahl Rit­ter „in Zukunft mit allen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auf Augen­hö­he zu spre­chen und bei glo­ba­len Fir­men auch ein­mal ein kla­res Wort zu spre­chen. Nur so kom­men wir voran!”

 

Von Redaktion

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