Am Diens­tag ist August­dorfs ehe­ma­li­ger Bür­ger­meis­ter Kurt Wis­ting­hau­sen ver­stor­ben. Wis­ting­hau­sen war von 1975 bis 1994 Bür­ger­meis­ter der Sen­ner­an­d­ge­mein­de. Sowohl Weg­ge­fähr­ten als auch Polit­ker aller Par­tei­en wür­di­gen Kurt Wis­ting­hau­sen als jeman­den, der „über Par­tei­gren­zen hin­weg ver­ei­nen konnte”.

Aus August­dorf trau­ert natür­lich auch der Hei­mat­ver­ein, des­sen Grün­dungs­mit­glied, lang­jäh­ri­ger Vor­sit­zen­der und Ehren­vor­sit­zen­der Kurt Wis­ting­hau­sen war.

„Er hat nach einem Leben für sei­ne Hei­mat und sein August­dorf sei­ne letz­te Rei­se ange­tre­ten. Sein Fuß­ab­druck, den er im Hei­mat­ver­ein August­dorf hin­ter­lässt, ist gefüllt mit Erleb­nis­sen, Begeg­nun­gen und Gesprä­chen mit einem wun­der­ba­ren Men­schen, immer gerecht, nie­mals ver­zagt, nach vorn bli­ckend, immer hilf­reich auch unge­fragt, immer gütig und sor­gend bereit, für sei­ne Hei­mat­freun­de — welch´ schö­ne Erin­ne­rung an ihn bleibt.”, erklärt der Hei­mat­ver­ein in einem Nachruf.

Der Hei­mat­ver­ein ver­lie­re einen stol­zen August­dor­fer, „einen Hei­mat­freund, der immer an die Zukunft glaub­te, der jedem das Gefühl von Hei­mat gab, aber auch ein Bewah­rer von alten Bräu­chen und Erin­ne­run­gen an eine längst ver­gan­ge­ne Zeit war. Die herr­li­chen Gesprä­che und Erzäh­lun­gen von Anek­do­ten, oft in platt­deut­scher Spra­che, oft bei Ver­an­stal­tun­gen im Hei­mat­kel­ler, wer­den nie ver­ges­sen sein und alle Hei­mat­freun­de sind dank­bar, dass sie mit Kurt Wis­ting­hau­sen einen lan­gen Lebens­ab­schnitt zusam­men gehen durf­ten”, erklärt der Heimatverein.

Die Redak­ti­on hat­te den Nach­mit­tag über mehr­fach Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf per E‑Mail und tele­fo­nisch ver­geb­lich ver­sucht zu errei­chen. Nach­dem kein Kon­takt her­ge­stellt wer­den konn­te, hat die Redak­ti­on sei­nen ers­ten Stell­ver­tre­ter, Wolf­gang Hol­tisch­ke gebe­ten, ein paar Gedan­ken zu äußern.

„Kurt Wis­ting­hau­sen war von 1975 bis 1994 Bür­ger­meis­ter der Gemein­de August­dorf, damals noch als Ehren­amt­li­cher Bür­ger­meis­ter. Lei­ter der Ver­wal­tung war Herr Stef­fen als Gemein­de­di­rek­tor. Von 1979 bis zu sei­nem Aus­schei­den im Jahr 1994 durf­te ich ihn im Rat beglei­ten”, so Holitsch­ke. Wis­ting­hau­sen sei stets für alle Men­schen ansprech­bar gewe­sen und habe für Jung und Alt immer ein offe­nes Ohr gehabt. So sei die ehe­ma­li­ge Volks­schu­le an der Pivits­hei­der Stra­ße in sei­ner Amts­zeit 1981 zum Jugend­treff gewor­den, bevor 1992 die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de die Trä­ger­schaft übernahm.

„Gemein­sam mit dem dama­li­gen August­dor­fer Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Man­fred Böcker bemüh­te sich Wis­ting­hau­sen erfolg­reich um För­der­geld aus Düs­sel­dorf für den Aus­bau der Pivits­hei­der Stra­ße und den Bau des Bür­ger­zen­trums, sowie der Erwei­te­rung des Rat­hau­ses”, beschreibt der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter die Akti­vi­tä­ten Wis­ting­hau­sens. Er unter­streicht, was auch alle ande­ren über ihn sagen: „Über alle Par­tei­gren­zen hin­weg war er durch sein aus­glei­chen­den Wesens sehr beliebt.” Er fügt hin­zu: „Er hat in sei­ner Zeit die­se Gemein­de stark geprägt.”

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD, Hein­rich Georg Schnei­der, hat­te als neu­es Mit­glied des Gemein­de­ra­tes nur noch vier Jah­re bis 1994 mit Kurt Wis­ting­hau­sen als Bür­ger­meis­ter erlebt. „Für mich war Kurt Wis­ting­hau­sen der gebo­re­ne Bür­ger­meis­ter”, erklärt auch er. Die­ser habe alle Tugen­den eines Gemein­de­ober­haup­tes ver­kör­per­te . „Er konn­te über Par­tei­gren­zen hin­weg zusam­men­füh­ren, ver­bin­den und ver­mit­teln. Kurt Wis­ting­hau­sen war fast zwei Jahr­zehn­te die poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Kraft in unse­rer Gemein­de”, so Schnei­der in einem Nachruf. 

Mit sei­nem Ehr­geiz und Mut habe sich in August­dorf vie­les ver­än­dert. So sei wäh­rend sei­ner Amts­zeit das Gebiet am Nord­west­ring mit der erfor­der­li­chen Infra­struk­tur zu einem moder­nen Gewer­be­ge­biet aus­ge­baut wor­den. Die Pivits­hei­der Stra­ße wur­de zeit­ge­mäß erneu­ert und gestal­tet. Hier­zu gehör­te auch der Neu­bau des Rat­hau­ses und des Bür­ger­zen­trums. Der Schlings­bruch wur­de zur Sport- und Frei­zeit­stät­te, die Real­schu­le wur­de ein­ge­rich­tet und August­dorf bekam eine zwei­te Grundschule.

Das Alten­zen­trum am Pas­to­ren­weg ent­stand und die Feu­er­wehr erhielt ein moder­nes Gerä­te­haus. Als das bri­ti­sche Mili­tär direkt angren­zend an die Wohn­ge­bie­te süd­lich der Gemein­de ein Häu­ser-Kampf­dorf bau­en woll­te, stell­te sich Kurt Wis­ting­hau­sen an die Spit­ze der Bür­ger­initia­ti­ve „Kein Kampf­dorf in August­dorf“. „Kurt Wis­ting­hau­sens cou­ra­gier­ter, immer mensch­li­cher und aus­glei­chen­der Cha­rak­ter wird mir und sehr vie­len August­dor­fern immer in Erin­ne­rung blei­ben”, zeigt sich Schnei­der betroffen.

Peter Huven­diek, der vier Jah­re nach Wis­ting­hau­sen Bür­ger­meis­ter wur­de, erklär­te gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass die­ser ein „unglaub­li­cher Bür­ger­meis­ter” gewe­sen sei. „So einen wie ihn gibt es nur ganz sel­ten”, so Huven­diek. Er beschei­nig­te ihm, immer ein Herz für August­dorf gehabt zu haben. „Mein Herz ist tief betrof­fen, dass er von uns gegan­gen ist”, erklär­te er gegen­über der Redak­ti­on. Beson­ders der Bau der Real­schu­le sei ihm ein Her­zen­an­lie­gen gewe­sen. „Jeder, der mit ihm zu tun hat­te, konn­te sich glück­lich schät­zen”, so Huvendiek.

Am Sams­tag, dem Tag der Trau­er­fei­er, ver­öf­fent­li­chen die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN ein Por­trät über Kurt Wis­ting­hau­sen, nach einem Gespräch mit sei­ner Frau.

 

 

 

Von Redaktion

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