„Die von Herrn Holitsch­ke geäu­ßer­ten und im Bericht der August­dor­fer Nach­rich­ten wie­der­ge­ge­be­nen Ansich­ten zu dem am ver­gan­ge­nen Mon­tag durch­ge­führ­ten Orts­ter­min kön­nen wir in meh­re­ren Punk­ten nicht unwi­der­spro­chen las­sen”, erklärt das Ehe­paar Jür­gen und Ange­li­ka Gerdt. Die August­dor­fer Nach­rich­ten hat­ten in die­ser Woche von dem Orts­ter­min, der an der Real­schu­le statt­ge­fun­den hat­te. (Den Arti­kel kön­nen Sie hier nachlesen)

In dem ange­spro­che­nen Orts­ter­min hät­ten Gerdts zwar bekun­det, dass ihrer Mei­nung nach eine „leben­de Ein­frie­dung” kein geeig­ne­tes Mit­tel dar­stellt, die Per­so­nen vom Schul­ge­län­de fern­zu­hal­ten, die außer­halb der Schul­zei­ten – manch­mal schon ab den Nach­mit­tags­stun­den — das Schul­ge­län­de zum „Par­ty machen“ miss­brau­chen. „Wir haben aber zu kei­nem Zeit­punkt geäu­ßert, dass unse­rer Ansicht nach „alles mit einem zwei Meter hohen Zaun” ein­ge­zäunt wer­den muss”, stel­len die bei­den in einem Brief fest, den sie an die Redak­ti­on der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN geschrie­ben haben.

„Hät­te Herr Holitsch­ke vor dem Orts­ter­min das letz­te Schrei­ben unse­res Rechts­an­walts im Ein­zel­nen gele­sen, hät­te er fest­stel­len kön­nen, dass wir zum Bei­spiel eine Ein­zäu­nung an der Nord­sei­te zu unse­rer Zufahrt hin gar nicht zur Dis­kus­si­on gestellt haben, son­dern uns dort durch­aus zunächst ein­mal eine Hecke als Abgren­zung vor­stel­len kön­nen”, machen Gerdts deut­lich und fügen hin­zu: „Wir emp­feh­len, das Schrei­ben unse­res Anwalts noch ein­mal zu lesen, dem auch eine ent­spre­chen­de von uns gefer­tig­te Skiz­ze bei­gefügt war.”

Eine Zaun­hö­he von einem Meter, wie sie vom Bebau­ungs­plan her vor­ge­ge­ben sei, kön­ne aller­dings auch sicher nicht das Mit­tel der Wahl sein, da ein sol­cher Zaun mühe­los über­wun­den wer­den kön­ne und des­halb kei­ner­lei Abhil­fe bezüg­lich der Ruhe­stö­run­gen und Van­da­lis­mus­schä­den dar­stel­le, die sich regel­mä­ßig erge­ben, sobald die Außen­tem­pe­ra­tu­ren eine bestimm­te Grad­zahl erreicht haben, sind sie die Gerdts sicher.

Des­halb sei im Rah­men des Orts­ter­mins von meh­re­ren Teil­neh­mern der Grund­stücks­be­ge­hung ein Zaun in Erwä­gung gezo­gen, der an eini­gen Stel­len ein paar Meter zurück­ver­setzt sei und den Vor­ga­ben des aktu­ell gül­ti­gen Bebau­ungs­plan damit Rech­nung tra­gen würde.

Jür­gen und Ange­li­ka Gerdt ärgern sich beson­ders über die For­mu­lie­rung von Wolf­gang Holitsch­ke, der der Redak­ti­on gegen­über sag­te: „Es macht ein­fach kei­nen Sinn, eine Park­an­la­ge zu errich­ten und die­se dann zu umzäunen“.

„Was will Herr Holitsch­ke damit zum Aus­druck brin­gen?”, fra­gen die Beschwer­de­füh­rer. Es sei abso­lut nicht die Rede von einer
Park­an­la­ge, die allein auf ihr Drän­gen hin umzäunt wer­den sol­le. Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Teil­neh­mer des Orts­ter­mins sei sich dar­über einig gewe­sen, dass man von einem Schul­ge­län­de sprä­che, auf dem sich außer­halb der Schul­zei­ten regel­mä­ßig nächt­li­che Ruhe­stö­run­gen, Alko­hol- und Dro­gen­miss­brauch sowie Renn­fahr­ten jugend­li­cher Motor­rol­ler-Fah­rer abspiel­ten und geeignete
Gegen­maß­nah­men zu ergrei­fen seien.

Es sei auch klar, dass sich die ange­spro­che­nen Beein­träch­ti­gun­gen nicht nur vor der Gren­ze von Gerdts Grund­stück, son­dern genau­so im öst­lich gele­ge­nen Schul­hof­be­reich abspiel­ten, „was dort wohn­haf­te Anlie­ger im Orts­ter­min genau wie wir deut­lich bekun­det haben.” „Das hät­te Herrn Holitsch­ke eigent­lich nicht ent­ge­hen kön­nen”, wer­fen die bei­den ein.

Erstaun­lich ist nach Anga­ben Gerdts auch, dass das Schul­ge­län­de der Grund­schu­le In der Sen­ne in der Ver­gan­gen­heit ohne grö­ße­re Dis­kus­sio­nen rela­tiv zügig ein­ge­zäunt wur­de. „Die Grün­de für die dor­ti­ge Ein­zäu­nung waren sicher die glei­chen, wie sie hin­sicht­lich des Real­schul­hofs gege­ben sind”, sind sich die bei­den sicher und fra­gen: „War­um wird hier offen­sicht­lich mit zwei­er­lei Maß gemes­sen? War­um legt man es, glaubt man den Aus­füh­run­gen des Herrn Holitsch­ke gegen­über den August­dor­fer Nach­rich­ten, hin­sicht­lich des Real­schul­hofs von Sei­ten der Gemein­de­ver­wal­tung auf eine gericht­li­che Kon­fron­ta­ti­on mit uns gera­de­zu an? Für uns wür­de – wie mehr­fach betont – ein lang­wie­ri­ges ver­wal­tungs­ge­richt­li­ches Ver­fah­ren nur das letz­te Mit­tel dar­stel­len”, stel­len die bei­den fest.

„Ein Rats­mit­glied soll­te aber – zumin­dest unse­rer Mei­nung nach — auch die finan­zi­el­len Aus­ga­ben einer Gemein­de im Auge behal­ten”, schrei­ben Jür­gen und Ange­li­ka Gerdt wei­ter. Gehe man ein­mal von den zwei sehr tro­cke­nen Som­mern 2018 und 2019 aus, wür­de eine leben­de Ein­frie­dung – blie­be es bei den kli­ma­ti­schen Ver­hält­nis­sen wie zuletzt – bedeu­ten, dass man hohe Bewäs­se­rungs­kos­ten habe, wür­de man eine leben­de Ein­frie­dung „über die Run­den brin­gen“ wol­len. Ein Zaun wür­de dage­gen eine ein­ma­li­ge Belas­tung dar­stel­len, in Anbe­tracht der bestehen­den Pro­ble­me in jedem Fall effek­ti­ver sein und hin­sicht­lich der regel­mä­ßig zu behe­ben­den Van­da­lis­mus­schä­den eben­falls einen Kos­ten­spar­ef­fekt beinhalten.

„Die Aus­füh­run­gen des Herrn Holitsch­ke emp­fin­den wir als pole­mi­sie­rend und dif­fa­mie­rend uns gegen­über. Wir hat­ten etwas mehr Ver­ständ­nis für unse­re Situa­ti­on erhofft”, schlie­ßen die bei­den ihren Brief.

Es scheint, als sei das letz­te Wort in der Ange­le­gen­heit noch nicht gesprochen.

Von Redaktion

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