Im Kreis Lip­pe gibt es 31 bestä­tig­te Coro­na­fäl­le – damit sind 12 neue Infek­tio­nen bekannt. Zu den wei­te­ren Fäl­len zählt auch ein Schü­ler – daher bleibt ab Frei­tag, 13. März das Gym­na­si­um der Stadt Lage für 14 Tage geschlos­sen. „Die Ent­schei­dung eine Schu­le zu schlie­ßen fällt uns nicht leicht, denn uns ist auch bewusst, dass dies Aus­wir­kun­gen auf das fami­liä­re Umfeld hat“, erklärt Land­rat Dr. Axel Leh­mann. Fra­gen und Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der Schul­schlie­ßung wer­den auf der Web­sei­te des Krei­ses Lip­pe in den aktu­el­len Infor­ma­tio­nen zum Coro­na­vi­rus angeboten.

 

Das Gesund­heits­amt des Krei­ses Lip­pe wird die Schlie­ßung des Gym­na­si­ums der Stadt Lage anord­nen – der Schul­be­trieb ist ein­ge­stellt, die Schü­ler sind ab 13. März für zwei Wochen vom Unter­reicht befreit. Für die Schü­ler, das Lehr­per­so­nal und die Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter wird eine Häus­li­che Qua­ran­tä­ne anord­net. Dazu erge­ben sich vie­le Rück­fra­gen der Schü­ler, Eltern und inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit. „Das Ver­hal­ten in der Häus­li­chen Qua­ran­tä­ne ins­ge­samt und von wel­chen Per­so­nen eine Abstrich­pro­be genom­men wer­den muss, sind domi­nie­ren­de The­men der ver­gan­ge­nen Tage“, fasst Dr. Kers­tin Ahaus, Lei­te­rin des Gesund­heits­amts, zusam­men. „Jetzt resul­tie­ren aus einem Fall rund 650 Kon­takt­per­so­nen. Dies erfor­dert, dass das Ver­fah­ren für Abstri­che klar sein muss und ich rufe dazu auf, sich dar­an zu hal­ten. Der Schü­ler hat­te sicher nicht mit allen 650 Per­so­nen einen nahen Kon­takt, der für die Über­tra­gung not­wen­dig ist. Wir wer­den uns daher im ers­ten Schritt auf die Per­so­nen mit nahem Kon­takt und Sym­pto­men beschrän­ken und wei­te­re Per­so­nen nur wenn sich aus der Ermitt­lung der Kon­takt­per­so­nen neu Erkennt­nis­se zei­gen abstreichen.“ 

 

Wer bekommt einen Abstrich?

Der­zeit geht das Robert Koch-Insti­tut (RKI) noch nicht davon aus, dass das Coro­na­vi­rus breit in der Bevöl­ke­rung zir­ku­liert. Nicht jede Per­son mit grip­pear­ti­gen Sym­pto­men wird auf das Virus getestet.

Gene­rell gilt: Per­so­nen, die inner­halb der ver­gan­ge­nen 14 Tage einen nahen Kon­takt zu einer bestä­tig­ten mit dem Coro­na­vi­rus infi­zier­ten Per­son hat­ten und grip­pear­ti­ge Sym­pto­me auf­wei­sen, wer­den abge­stri­chen. Das glei­che gilt für Per­so­nen, die sich inner­halb der ver­gan­ge­nen 14 Tage in einem inter­na­tio­na­len Risi­ko­ge­biet bezie­hungs­wei­se in einer beson­ders betrof­fe­nen Regi­on in Deutsch­land, und auch die Ski­ge­bie­te rund um Ischgl, auf­ge­hal­ten haben und grip­pear­ti­ge Sym­pto­me aufweisen.

In Ein­zel­fäl­len ent­schei­den Gesund­heits­amt, Haus­ärz­te oder Kli­ni­kum dar­über hin­aus, ob Abstri­che not­wen­dig sind. „Wir wei­sen nach­drück­lich dar­auf hin, dass nie­mand ohne Anwei­sung ins Kli­ni­kum oder das Dia­gno­se­zen­trum kom­men soll, um einen Abstrich zu ver­lan­gen“, betont Land­rat Dr. Axel Leh­mann. „Beson­ders in der Not­auf­nah­me wer­den die Kapa­zi­tä­ten für aku­te Not­fäl­le benö­tigt“. Wenn ein Abstrich not­wen­dig ist, wird dies mit einem Akteur der Gesund­heits­ver­sor­gung vor­ab tele­fo­nisch bespro­chen. „Eigen­mäch­ti­ges Han­deln ist bei aller Besorg­nis der Bür­ger unan­ge­bracht“, unter­streicht er.

Weil es in den ver­gan­ge­nen Tagen immer wie­der zu Ver­un­si­che­run­gen in der Bevöl­ke­rung gekom­men ist, noch ein­mal der Hin­weis, dass bei­spiel­wei­se Kon­takt­per­so­nen von Kon­takt­per­so­nen nicht beprobt wer­den. Soll­te dies nötig sein, wer­den auch die­se Per­so­nen vom Gesund­heits­amt benach­rich­tigt. Die­ses Vor­ge­hen hilft dabei, dass die Labo­re die Pro­ben von aku­ten Fäl­len zeit­nah bear­bei­ten kön­nen und nicht über­las­tet werden.

Über die Häus­li­che Quarantäne

Im Fal­le einer nach­ge­wie­se­nen Coro­na-Infek­ti­on ord­net das Gesund­heits­amt des Krei­ses Lip­pe eine häus­li­che Qua­ran­tä­ne an. Ent­spre­chend wur­de auch mit allen bis­lang in Lip­pe nach­ge­wie­se­nen Fäl­len ver­fah­ren. Dar­über hin­aus ermit­telt das Gesund­heits­amt, wel­che Kon­tak­te die erkrank­te Per­son im Vor­feld hat­te und ord­net für die­se eben­falls eine häus­li­che Qua­ran­tä­ne an. Als Kon­takt­per­so­nen wer­den dabei die Men­schen ein­ge­stuft, die nahen Kon­takt zu Per­so­nen mit nach­ge­wie­se­ner Coro­na-Infek­ti­on hat­ten. Auch von ihnen wer­den gege­be­nen­falls Pro­ben genom­men, um sie auf eine Infek­ti­on mit dem Coro­na-Virus zu untersuchen.

Über die Ver­hal­tens­re­geln in häus­li­cher Qua­ran­tä­ne infor­miert die betrof­fe­nen Per­so­nen eben­falls das Gesund­heits­amt, hier steht den Betrof­fe­nen zudem eine E‑Mail-Adres­se zur Verfügung.

Von der häus­li­chen Qua­ran­tä­ne betrof­fe­ne Per­so­nen mit gesund­heit­li­chen Beschwer­den kön­nen sich an das Gesund­heits­amt wen­den, in einer Not­la­ge an den Not­ruf. Besor­gun­gen soll­ten durch Fami­lie oder Freun­de sicher­ge­stellt werden.

Von Redaktion

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