Laut einer aktu­el­len Aus­wer­tung der Deut­schen Pres­se-Agen­tur, die die gemel­de­ten Zah­len der Bun­des­län­der berück­sich­tigt, sind in Deutsch­land bis Sonn­tag­nach­mit­tag rund 57.000 Infek­tio­nen mit dem neu­en Coro­na­vi­rus regis­triert wor­den. Beson­ders hohe Zah­len haben die­ser Aus­wer­tung zufol­ge Nord­rhein-West­fa­len mit 13.630 nach­ge­wie­se­nen Fäl­len und 110 Todes­op­fern sowie Bay­ern mit 13.263 Fäl­len und eben­falls 110 Toten. Ande­ren Zah­len zufol­ge ist Bay­ern mitt­ler­wei­le aber bereits Coro­na-Brenn­punkt Num­mer eins in Deutschland. 

Auf 100.000 Ein­woh­ner gerech­net ver­zeich­net Ham­burg mit einem Wert von 112,9 die meis­ten Infek­tio­nen, gefolgt von Bay­ern (101,4). Im bun­des­wei­ten Durch­schnitt waren es 68,5 Infek­tio­nen pro 100.000 Ein­woh­ner. Den aktu­el­len Anga­ben zufol­ge sind bis­lang bun­des­weit min­des­tens 430 mit Sars-CoV-2-Infi­zier­te gestorben.

Auch im Aus­land star­ben meh­re­re Deut­sche im Zusam­men­hang mit einer Coro­na-Infek­ti­on. Dar­un­ter waren zwei Tou­ris­ten wäh­rend einer Ägyp­ten-Rei­se und ein 67-jäh­ri­ger Urlau­ber auf Zypern. Zudem starb auf der grie­chi­schen Insel Kre­ta ein 42 Jah­re alter Deut­scher. Auch in Deutsch­land selbst rech­nen Exper­ten mit einer hohen Dunkelziffer. 

Wie am Wochen­en­de bekannt wur­de, sind sich die Spit­zen der gro­ßen Koali­ti­on nun dar­in einig, dass es für eine Locke­rung der Coro­na-Schutz­maß­nah­men in Deutsch­land zu früh ist. Sowohl Vize­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) als auch Kanz­ler­amts­chef Hel­ge Braun (CDU) nann­ten den 20. April als Ter­min, bis zu dem gel­ten­de Ein­schrän­kun­gen auf jeden Fall bei­be­hal­ten wer­den soll­ten. Es gab aller­dings aus den Rei­hen der Bun­des­po­li­ti­ker auch Mah­nun­gen, die Ein­schrän­kun­gen bald­mög­lichst zu beenden. 

Ans­gar Loh­se, Kli­nik­di­rek­tor des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Ham­burg-Eppen­dorf sag­te nun: „Ohne eine Imp­fung, die vor 2021 nicht kom­men wird, kann die unkon­trol­lier­te Aus­brei­tung des Virus nur gestoppt wer­den, wenn eine aus­rei­chen­de Zahl von Men­schen eine Immu­ni­tät ent­wi­ckelt.“ Sobald man die Beschrän­kun­gen nun locke­re wür­den die Infek­ti­ons­zah­len ansons­ten sehr schnell wie­der nach oben schie­ßen. „Wir müs­sen zulas­sen, dass sich die­je­ni­gen, für die das Virus am unge­fähr­lichs­ten ist, zuerst durch eine Anste­ckung immu­ni­sie­ren“, so Lohse.

Um den Man­gel an Schutz­mas­ken und ‑kit­teln in der Coro­na-Kri­se ein­zu­däm­men, ver­sucht die Bun­des­re­gie­rung den Ankauf zu beschleu­ni­gen. Dafür hat sie ein beson­de­res Ver­fah­ren gestar­tet, in dem Lie­fer­ver­trä­ge ohne wei­te­re Ver­hand­lun­gen über den Kauf­preis zustan­de kom­men. Das soge­nann­te Open-House-Ver­fah­ren sieht vor, dass Anbie­ter min­des­tens 25 000 OP-Mas­ken, Schutz­kit­tel oder FFP2-Mund­schut­ze anbie­ten kön­nen und der Bund die­se zu einem von ihm selbst fest­ge­leg­ten Preis kauft — das ist ein­fa­cher und schnel­ler als das sonst gel­ten­de Ver­ga­be­recht mit Ausschreibungen.

 

Von Redaktion

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