Bereits Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res hat die Geschäfts­füh­rung des MVZ Lip­pe einen För­der­an­trag gestellt, um die Car­dio­pra­xis Det­mold mit der Tech­nik für eine Video­sprech­stun­de aus­zu­stat­ten. Wel­che zusätz­li­che Bedeu­tung die­se Ent­schei­dung ange­sichts der der­zei­ti­gen Coro­na-Pan­de­mie bekom­men wür­de, konn­te man da nur erahnen.

„Natür­lich war unse­re Haupt­mo­ti­va­ti­on für die­ses Pro­jekt, Pati­en­ten den Zugang zur Pra­xis zu ermög­li­chen, wenn sie es per­sön­lich nicht kön­nen“, erzählt Dr. Johan­nes Hüt­te, Geschäfts­füh­rer der MVZ Lip­pe GmbH, „aber wir konn­ten zum dama­li­gen Zeit­punkt nicht
wis­sen, wie schnell dies ein aku­tes Pro­blem gera­de für Risi­ko­pa­ti­en­ten, wie es unse­re kar­dio­lo­gi­sche Pati­en­ten oft­mals sind, wer­den kann. Des­halb sind wir heu­te beson­ders froh, die­sen inno­va­ti­ven Gedan­ken des vir­tu­el­len Sprech­zim­mers so kon­se­quent ver­folgt zu
haben.“ „Die Video­sprech­stun­de ermög­licht uns Ver­laufs­kon­trol­len oder Gesprä­che zur Anpas­sung der Medi­ka­ti­on“, ergänzt Dr. Gun­ter Sei­del, Ärzt­li­cher Lei­ter des MVZ, „und das eben auch für unse­re Pati­en­ten, die der­zeit den Kon­takt zu ande­ren Men­schen mög­lichst mei­den sol­len oder gar unter Qua­ran­tä­ne stehen.“

Nötig sind nur ein Smart­pho­ne, ein Tablet oder ein Lap­top oder PC mit Kame­ra und Mikro­fon und eine sta­bi­le Inter­net­ver­bin­dung, dann kann man die Video­sprech­stun­de nut­zen. Anschlie­ßend braucht man nur noch einen ent­spre­chen­den Ter­min, zu dem man das
vir­tu­el­le War­te­zim­mer betre­ten darf. Und die­sen erhal­ten die Pati­en­ten, wie auch sonst üblich, von den Mit­ar­bei­te­rin­nen der Anmel­dung der Cardiopraxis.

Über einen Inter­net­link – der Pati­ent erhält per SMS oder E‑Mail einen per­sön­li­chen Zugangs­code — kann man sich in die vir­tu­el­le Pra­xis ein­wäh­len. Die Video­sprech­stun­den sind ganz nor­mal in den Pra­xis­ab­lauf inte­griert. Über das vir­tu­el­le War­te­zim­mer sehen die Pati­en­ten, ob der Arzt online ist und umge­kehrt sieht auch der Arzt, wel­che Pati­en­ten auf die Video­sprech­stun­de warten.

Neben den logis­ti­schen Vor­tei­len für die Pati­en­ten stellt die Video­sprech­stun­de auch eine Mög­lich­keit der bes­se­ren Nut­zung der ärzt­li­chen Res­sour­cen dar. „Wir dis­ku­tie­ren heu­te den Ärz­te­man­gel gera­de im länd­li­chen Raum. Mit­hil­fe der Video­sprech­stun­de kann ich bei­spiels­wei­se den Erst­ter­min eines Pati­en­ten in der Pra­xis kon­kre­ter pla­nen“, erklärt Sei­del. „Ich kann mir so einen ers­ten Ein­druck über die Krank­heits­si­tua­ti­on ver­schaf­fen und bereits die not­wen­di­gen Unter­su­chun­gen für den Pra­xis­be­such anord­nen. Das spart wert­vol­le Zeit.“

Und Sei­del hat auch Plä­ne für die Zukunft: „Per­spek­ti­visch bie­tet die Video­sprech­stun­de die Mög­lich­keit, über Tablets auch Rou­ti­ne­kon­trol­len bei Pati­en­ten (z. B. auch in Senio­ren­hei­men durch­zu­füh­ren. Ich kann beur­tei­len, ob eine Medi­ka­ti­on funk­tio­niert oder ange­passt wer­den muss. Zum Bei­spiel kann ich über das Kör­per­ge­wicht oder Bil­der mög­li­che Was­ser­ein­la­ge­rung des Kör­pers prü­fen. Das könn­te unnö­ti­ge Anfahrts­we­ge oder auf­wen­di­ge Kran­ken­trans­por­te spa­ren und somit finan­zi­el­le Res­sour­cen schonen.

Die Video­sprech­stun­de erlaubt die tele­me­di­zi­nisch gestütz­te Betreu­ung der Pati­en­ten.“ Die Car­dio­pra­xis Det­mold nutzt den durch den TÜV und die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) zer­ti­fi­zier­ten Video­dienst­an­bie­ter CLICKDOC VIDEOSPRECHSTUNDE. Das ist eine Soft­ware für tele­me­di­zi­nisch gestütz­te Fern­kom­mu­ni­ka­ti­on, die Video- und Daten­über­tra­gun­gen in Echt­zeit ermöglicht.
Daten­über­tra­gung und –spei­che­rung erfol­gen über Ser­ver in Deutsch­land und unter­lie­gen neu­es­ten Sicher­heits­stan­dards. Die Medi­zi­ner kön­nen die Video­sprech­stun­den mit den Gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen abrechnen.

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner