„Ich hätte Lust, mal wieder einen Ball in der Halle zu werfen.“

Die Sai­son 2019/2020 ist seit eini­gen Wochen abge­bro­chen. Das Team Hand­bALL been­de­te die Spiel­zeit auf Platz sie­ben in der 3. Liga Nord-West. „Scha­de, denn

Um die­sen Arti­kel und alle wei­te­ren lesen zu kön­nen, regis­trie­ren Sie sich bit­te.

Der Vor­gang dau­ert nur zwei Minu­ten. Mit einem Online­abo erhal­ten Sie unbe­grenz­ten Zugriff auf span­nen­de Repor­ta­gen, Berich­te, Por­träts und Vide­os aus August­dorf; immer aktu­ell und unpar­tei­isch.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sowie Prei­se erhal­ten Sie, indem Sie unten auf „regis­trie­ren” kli­cken.

Sie haben Ihre Zugangs­da­ten bereits? Dann nut­zen Sie ganz ein­fach das Log­in, um gleich wei­ter­zu­le­sen.

Anmel­den
   
Die Saison 2019/2020 ist seit einigen Wochen abgebrochen. Das Team HandbALL beendete die Spielzeit auf Platz sieben in der 3. Liga Nord-West. „Schade, denn vielleicht wäre es für uns noch ein wenig weiter nach oben gegangen“, so Michel Reitemann. Dennoch zeigt sich der Kreisläufer zufrieden mit seinem ersten Jahr bei den Senioren und dem Abschneiden des Team HandbALL. „Natürlich juckt es schon wieder in den Fingern“, so Reitemann weiter, der aber auch weiß, dass die Gesundheit absolute Priorität hat. „Ich würde mich unheimlich freuen, wenn wir bald wieder als Mannschaft zusammen trainieren und spielen können.“ Das Interview führte Daniel Genings. Michel, zuallererst: Wie geht es dir? Michel Reitemann: Es geht mit gut, vielen Dank. Auch körperlich geht es mir gut. Dass die Belastung durch den Handball nun etwas runtergeschraubt ist, ist momentan noch in Ordnung, auch wenn es natürlich so langsam wieder in den Fingern juckt, mal wieder einen Ball zu werfen und die anderen aus der Mannschaft wiederzusehen. Ich bin gesund und kann Sport machen, aber es ist schon etwas traurig, dass es in dieser Saison keinen Handball mehr gibt. Aber so habe ich die Möglichkeit und die Zeit, mich etwas mehr auf die Uni zu konzentrieren. Den Handball habe ich immer gerne als Ausgleich genommen. Klar, Laufen und Krafttraining ist auch mal ganz schön, aber der Handball fehlt mir schon. Derzeit herrscht für alle eine noch nie dagewesene Situation. Wie gehst Du damit um und vor allem: Was machst Du eigentlich neben dem Handball? Reitemann: Ich studiere seit Oktober 2018 an der Uni Paderborn Spanisch und Sport auf Lehramt. Seit einigen Wochen läuft der komplette Vorlesungsbetrieb online. So können wir das Studium weiter fortführen. Als ich damals angefangen habe, musste ich mich erstmal an die Uni gewöhnen, das war eine richtige Umstellung. Aber es macht mit unheimlich Spaß und ist für mich neben dem Handball eine echte Herausforderung. Wir haben sonst ja fast jeden Tag Training, hinzu kommen die Spiele am Wochenende, da bleibt manchmal nicht so viel Zeit für die Vorbereitungen auf Klausuren. Jetzt merkt man erstmal, wie viel man schafft, wenn man kein Handball hat. Für mich ist es immer wichtig, das Gleichgewicht zwischen Sport und Studium zu halten. Wenn man will, gibt es immer einen Weg, beides parallel zu machen. Ich nehme das Studium sehr ernst, denn es ist wichtig, eine Ausbildung oder ein Studium abzuschließen. Die Saison wurde aufgrund der aktuellen Situation abgebrochen. Das Team HandbALL schließt die 3. Liga Nord-West nach Anwendung der Quotientenregel auf Platz 7 ab. Wie bewertest Du die Spielzeit? Reitemann: Wir haben eine tolle Truppe, das ist top. Wir sind im Großen und Ganzen auch im gleichen Alter und haben uns echt super verstanden. Auf den langen Rückfahrten von Auswärtsspielen haben wir sehr oft Karten gespielt und auch neben dem Handball vieles zusammen unternommen. Das Mannschaftsklima ist richtig gut, die Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen.  Wir sind nicht nur Teamkollegen, sondern auch in der Freizeit gute Kumpels. Wir haben uns nahezu jeden Tag gesehen, öfter als die Familie oder andere Freunde. Das hat alles zusammengeschweißt. Natürlich geht man sich ab und an mal auf die Nerven, aber das ist ja völlig normal (grinst). Insgesamt sind wir eine klasse Mannschaft und man hat alle, besonders die Neuen, Jacques und Shawn, viel besser kennengelernt. Sportlich können wir ebenfalls sehr zufrieden sein. Wir haben in vielen Spielen eine starke Mannschaftsleistung gezeigt. In der Abwehr haben wir uns top entwickelt. Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass Linus und ich uns im Innenblock immer besser gefunden haben. Wir haben uns super ergänzt. Das gilt auch für die anderen Jungs, alle haben sich verbessert. Wir sind eine junge Truppe, sind viel gelaufen und hatten immer viel Tempo im Spiel. Das Abwehrspielen hat mir echt Spaß gemacht mit der Truppe, Angriff aber natürlich auch. Denn vorne macht es noch mehr Spaß, wenn man hinten keinen kassiert (lacht). Leider haben wir das Spiel in Minden vergeigt, denn wir haben oft bewiesen, dass wir es besser können. Platz sieben geht in Ordnung. Schade, dass wir nicht mehr weiterspielen konnten. Wenn die Saison regulär zu Ende gegangen wäre, wäre vielleicht noch etwas gegangen und vielleicht hätten wir uns noch verbessern können. Es war dein erstes komplettes Jahr im Seniorenbereich. Wie siehst du persönlich deine Entwicklung? Reitemann: Das Jahr hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte keine Probleme, reinzukommen. Mein Ziel war es, Fehler zu vermeiden und mich stetig zu verbessern. Viele Sachen haben geklappt, aber gegen erfahrenere Teams konnte ich leider nicht immer alles abrufen. Ich persönlich habe schon gemerkt, dass es mein erstes komplettes Jahr bei den Senioren war. Körperlich war das nicht so das Problem, aber spieltaktisch kann ich natürlich noch sehr, sehr vieles lernen. Ich versuche, mich auch im nächsten Jahr wieder zu verbessern und die Fehleranzahl weiter zu minimieren. Alexander Engelhardt wechselte im Januar nach Bregenz, im Sommer ergänzt Christoph Theuerkauf den Kader des Team HandbALL… Reitemann: Ich kann ‚Engels‘ Entscheidung, dass er sich für den Schritt nach Österreich entschieden hat, absolut nachvollziehen. Wir kamen immer sehr gut miteinander aus. Die Beziehung zwischen uns war echt gut und wir haben uns nicht als Konkurrenten gesehen. Wir hatten immer viel Spaß miteinander. Alex und ich haben uns auch ein wenig in der Spielweise geähnelt, wir waren beide eher kleine Terrier (grinst). Freundschaftlich passte es zwischen uns, menschlich ist es schade, aber ich kann seine Entscheidung natürlich absolut nachvollziehen. Ich durfte schon mal bei der Bundesligamannschaft mittrainieren und mit ‚Theuer‘ zusammen vom Kreis werfen. Es kann nur von Vorteil sein, dass er uns in der nächsten Saison unterstützt. Er kann nicht nur mir viele Tipps geben. Er ist ein abgezockter Kerl, der sehr viele Jahre in der Bundesliga gespielt hat. Die ganze Truppe kann davon nur profitieren. Ich habe mich mit ihm immer gut verstanden. Ich mag es, mir Dinge abzuschauen, weil mir sein Spielstil gefällt. Mit seiner Erfahrung kann er sicherlich in brenzligen Situation auch ein bisschen Ruhe in unser Spiel bringen. Worauf freust Du dich am meisten in der Saison 2020/2021, wann auch immer sie losgehen kann? Reitemann: Man hätte schon mal Lust, wieder einen Ball in der Halle zu werfen. Es würde mich freuen, wenn wir nach dieser langen handballfreien Zeit wieder schnell als Mannschaft zusammenfinden, aber da mache ich mir eigentlich keine Sorgen. Ich freue mich auf diese Momente, wenn wir als Mannschaft gewonnen haben. Wir wollen wieder so viel Spaß haben und uns untereinander gut verstehen, dann macht das Spiel noch mehr Bock. Das ‚Wir‘ hat uns als junge Truppe viel geholfen. Das wünsche ich mir, dass es in der neuen Saison auch wieder so ist. Ich freue mich, dass wir dann auch zwei, drei jüngere im Spieler im Team haben werden, denen wir dann vielleicht schon den ein oder anderen Tipp weitergeben können. Ansonsten möchte ich endlich wieder trainieren, mich auspowern. Laufen und Krafttraining sind natürlich nicht das gleiche wie das Handballtraining in der Halle. Es ist der Wettkampfmodus, der einen anheizt und nun fehlt. Es wäre schon ganz schön, wenn wir jetzt bald mal wieder einen Ball in die Hand nehmen dürfen.
error: Der Inhalt ist geschützt!