Wulf will Soldaten als Mitglieder — viele reagieren ablehnend

Der Presseoffizier erklärt: „Bundeswehrangehörige gezielt anzusprechen und um politische Unterstützung zu werben, bringt für die Betroffenen mehr Schwierigkeiten als Nutzen.”

Dr. Andreas Wulf scheint um seine Nominierung als Bürg­er­meis­terkan­di­dat der CDU zu fürcht­en. Jeden­falls leg­en das seine Aktiv­itäten nahe, die er im Augen­blick in August­dorf durch­führt.

Einige Sol­dat­en haben in den let­zten Tagen einen ungewöhn­lichen Anruf erhal­ten. Dr. Wulf meldete sich bei ihnen und ver­suchte sie nach eige­nen Angaben dazu zu bewe­gen, in die CDU einzutreten. Das haben mehrere Sol­dat­en gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN bestätigt.

Dem­nach erk­lärte Wulf den Kam­er­aden, dass er Hil­fe benötige, da er keinen Rück­halt inner­halb der CDU habe. Indi­rekt habe der Bürg­er­meis­ter in den Gesprächen angedeutet, dass er sich von ein­er Mit­glied­schaft der Angerufe­nen, Unter­stützung bei ein­er Nominierung sein­er Per­son bei der Mit­gliederver­samm­lung der CDU Anfang Juni erhoffe.

Bei den Sol­dat­en stößt das Vorge­hen nach eige­nen Angaben größ­ten­teils auf Ver­wun­derung. Diejeni­gen, die sich an die Redak­tion wandten, möcht­en anonym bleiben. Zu groß ist die Sorge, sich Ärg­er einz­u­fan­gen. „Ich finde es schon ungewöhn­lich, dass ein Bürg­er­meis­ter Unter­stützung bei den Sol­dat­en der Bun­deswehr für seine Nominierung sucht”, erk­lärten die Sol­dat­en. „Das ist doch eines Bürg­er­meis­ters unwürdig, sich so anzu­biedern”, lässt sich ein ander­er Sol­dat zitieren. Wieder ein ander­er machte deut­lich: „Ich werde ihm nicht direkt sagen, dass ich das nicht mache; Unter­stützung wird er von mir aber nicht bekom­men.”

Wulf kämpft aber nicht nur tele­fonisch in der Kaserne um Unter­stützung, er besuchte auch mehrere Ein­wohn­er zu Hause, mit dem Ziel, diese als Mit­glieder zu gewin­nen. Mehrere August­dor­fer bestätigten, dass er sie anwer­ben wollte, um ihn bei der Nominierung zu unter­stützen. „Wenn ich doch merke, dass ich keinen Rück­halt habe, warum tue ich mir das an”, fragt sich ein August­dor­fer, der nach eige­nen Angaben fast Mitleid mit ihm hat. Wählen will er ihn trotz der Anwer­bung aber nicht.

Dass sein Vorge­hen eine Grat­wan­derung ist, weiß auch Wulf. So bericht­en Bürg­er, dass dieser immer her­vorhebe, dass er als Pri­vat­per­son und nicht als Bürg­er­meis­ter spreche. Das ist wichtig, denn schon vor Jahren stellte das Bun­desver­fas­sungs­gericht fest, dass der­jenige, der aus dem Amt her­aus wiedergewählt wer­den will, beson­ders umsichtig agieren muss, denn es gilt das „Gebot der Neu­tral­ität und äußer­ster Zurück­hal­tung im Vor­feld der Wahl”. Eine Tren­nung von Amt­shand­lun­gen und Werbe­maß­nah­men ist also essen­ziell.

Auf Anfrage der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN beim Presse­of­fizier der Panzer­bri­gade 21, Haupt­mann Mar­tin Wal­temathe, erk­lärte dieser, dass die genan­nten Anrufe bish­er dien­stlich nicht gemeldet wur­den. „Es ste­ht unseren Sol­dat­en selb­stver­ständlich frei, sich poli­tisch in der Gemeinde zu engagieren“, so Wal­temathe. Zu parteipoli­tis­chen Fra­gen in der  Gar­nison­s­ge­meinde nehme die Bun­deswehr grund­sät­zlich keine Stel­lung. Sol­datin­nen und Sol­dat­en seien fes­ter Bestandteil der Sen­nerandge­meinde, betont der Sprech­er der August­dor­fer Brigade. „Bun­deswehrange­hörige gezielt anzus­prechen und um poli­tis­che Unter­stützung zu wer­ben, bringt für die Betrof­fe­nen mehr Schwierigkeit­en als Nutzen”, so Wal­temathe weit­er. Das Sol­datenge­setz ver­bi­ete näm­lich im Dienst zumin­d­est jed­wede poli­tis­che Betä­ti­gung.

In der Bevölkerung stoßen die Aktiv­itäten des amtieren­den Bürg­er­meis­ters auf geteiltes Echo. Während einige, zumeist CDU-Granden, das  Vorge­hen in Ord­nung find­en, ste­hen viele Jün­gere dieser Art von Anwer­bung skep­tisch gegenüber. „Herr Wulf macht sich selb­st lächer­lich”, erk­lärt ein Jugendlich­er. Das sei schade für ihn, für das Bürg­er­meis­ter­amt — und für August­dorf, so das Urteil.

 

 

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Dr. Andreas Wulf scheint um seine Nominierung als Bürgermeisterkandidat der CDU zu fürchten. Jedenfalls legen das seine Aktivitäten nahe, die er im Augenblick in Augustdorf durchführt.

Einige Soldaten haben in den letzten Tagen einen ungewöhnlichen Anruf erhalten. Dr. Wulf meldete sich bei ihnen und versuchte sie nach eigenen Angaben dazu zu bewegen, in die CDU einzutreten. Das haben mehrere Soldaten gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN bestätigt. Demnach erklärte Wulf den Kameraden, dass er Hilfe benötige, da er keinen Rückhalt innerhalb der CDU habe. Indirekt habe der Bürgermeister in den Gesprächen angedeutet, dass er sich von einer Mitgliedschaft der Angerufenen, Unterstützung bei einer Nominierung seiner Person bei der Mitgliederversammlung der CDU Anfang Juni erhoffe. Bei den Soldaten stößt das Vorgehen nach eigenen Angaben größtenteils auf Verwunderung. Diejenigen, die sich an die Redaktion wandten, möchten anonym bleiben. Zu groß ist die Sorge, sich Ärger einzufangen. "Ich finde es schon ungewöhnlich, dass ein Bürgermeister Unterstützung bei den Soldaten der Bundeswehr für seine Nominierung sucht", erklärten die Soldaten. "Das ist doch eines Bürgermeisters unwürdig, sich so anzubiedern", lässt sich ein anderer Soldat zitieren. Wieder ein anderer machte deutlich: "Ich werde ihm nicht direkt sagen, dass ich das nicht mache; Unterstützung wird er von mir aber nicht bekommen." Wulf kämpft aber nicht nur telefonisch in der Kaserne um Unterstützung, er besuchte auch mehrere Einwohner zu Hause, mit dem Ziel, diese als Mitglieder zu gewinnen. Mehrere Augustdorfer bestätigten, dass er sie anwerben wollte, um ihn bei der Nominierung zu unterstützen. "Wenn ich doch merke, dass ich keinen Rückhalt habe, warum tue ich mir das an", fragt sich ein Augustdorfer, der nach eigenen Angaben fast Mitleid mit ihm hat. Wählen will er ihn trotz der Anwerbung aber nicht. Dass sein Vorgehen eine Gratwanderung ist, weiß auch Wulf. So berichten Bürger, dass dieser immer hervorhebe, dass er als Privatperson und nicht als Bürgermeister spreche. Das ist wichtig, denn schon vor Jahren stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass derjenige, der aus dem Amt heraus wiedergewählt werden will, besonders umsichtig agieren muss, denn es gilt das "Gebot der Neutralität und äußerster Zurückhaltung im Vorfeld der Wahl". Eine Trennung von Amtshandlungen und Werbemaßnahmen ist also essenziell. Auf Anfrage der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN beim Presseoffizier der Panzerbrigade 21, Hauptmann Martin Waltemathe, erklärte dieser, dass die genannten Anrufe bisher dienstlich nicht gemeldet wurden. „Es steht unseren Soldaten selbstverständlich frei, sich politisch in der Gemeinde zu engagieren“, so Waltemathe. Zu parteipolitischen Fragen in der  Garnisonsgemeinde nehme die Bundeswehr grundsätzlich keine Stellung. Soldatinnen und Soldaten seien fester Bestandteil der Sennerandgemeinde, betont der Sprecher der Augustdorfer Brigade. „Bundeswehrangehörige gezielt anzusprechen und um politische Unterstützung zu werben, bringt für die Betroffenen mehr Schwierigkeiten als Nutzen", so Waltemathe weiter. Das Soldatengesetz verbiete nämlich im Dienst zumindest jedwede politische Betätigung. In der Bevölkerung stoßen die Aktivitäten des amtierenden Bürgermeisters auf geteiltes Echo. Während einige, zumeist CDU-Granden, das  Vorgehen in Ordnung finden, stehen viele Jüngere dieser Art von Anwerbung skeptisch gegenüber. "Herr Wulf macht sich selbst lächerlich", erklärt ein Jugendlicher. Das sei schade für ihn, für das Bürgermeisteramt - und für Augustdorf, so das Urteil.    

Ein Kommentar zu “Wulf will Soldaten als Mitglieder — viele reagieren ablehnend

  1. Man kann gar nicht so schnell von ein­er Verblüf­fung in die andere fallen.….da bet­telt jet­zt der Bürg­er­meis­ter sog­ar bei „seinen Kam­er­aden” in der Kaserne um Unterstützung…man fasst es nicht, wie weit diese ver­mut­lich gestörte Per­sön­lichkeit noch gehen wird . Ein Bittgottes­di­enst bei den Bap­tis­ten wäre doch auch ein Stro­hhalm , oder??
    Inzwis­chen hat sich her­aus­gestellt, dass die Ini­tia­tive zu höchst dringlichen Beschlüssen im Haup­tauss­chuss statt im Gemein­der­at gestützt auf das NRW Pan­demie-Gesetz ja wohl auch aus der Fed­er des Her­rn Dr. Wulf stammt, wom­it er die braven arglosen Gemein­deräte über­rumpelt hat. Damit er sein Denkmal Hei­de­park noch schnell nach­fi­nanziert bekam, denn das war das einzig wirk­lich Drin­gende …FÜR IHN ! Alle weit­eren Beschlüsse der ominösen Sitzung waren Selb­stver­ständlichkeit­en, und man fragt sich, wie bish­er aufrechte , mutige, kampfer­probte , sachkundi­ge Frak­tionsvor­sitzende sich so haben über­fahren lassen. Es war ein schwarz­er Tag für die Demokratie , meine Her­ren Gemein­deräte !!! Und ich werde weit­er mah­nen , dass unser August­dorf einen amok­laufend­en offen­sichtlich Gestörten nicht ver­di­ent hat !
    In den antiken Stadt­staat­en Griechen­lands , da wo die Demokratie herkommt, gab es vor unge­fähr 2.500 Jahren das „Scher­ben­gericht” mit dem zu mächtige selb­s­ther­rliche Per­so­n­en als nicht mehr trag­bar ver­ban­nt wur­den von Amt und Würde.…..es wäre an der Zeit, dass das in August­dorf mal wieder prak­tiziert würde.…und das ist wirk­lich drin­gend !!!

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