Einer der gro­ßen Ver­lie­rer der Coro­na-Pan­de­mie ist das Gast­stät­ten­ge­wer­be. Und trotz Locke­run­gen, ste­hen man­che Gas­tro­no­men vor gro­ßen Schwie­rig­kei­ten. Auch der August­dor­fer Gas­tro­nom Wolf­gang Wen­zel hat sich ent­schlos­sen, sei­ne Rats­stu­ben erst ein­mal wie­der zu schlie­ßen. „Es lohnt sich ein­fach nicht, im Augen­blick zu öff­nen“, erklärt Wen­zel. Zuerst hat­te er sein Dri­ve In aus­pro­biert. „Das hat auch gut geklappt“, so der Gas­tro­nom. Nach einer Woche Öff­nung hat er sich aber nun ent­schie­den, sei­ne Gast­stät­te von Diens­tags bis Don­ners­tags zu schlie­ßen. „Es kann aber auch sein, dass wir kom­men­de Woche wie­der kom­plett öff­nen“, berich­tet er. All das hän­ge davon ab, ob sich die Bestim­mun­gen ändern wür­den. „Ich bin gezwun­gen, nichts zu tun“, klagt Wen­zel sein Leid. Er sieht die Gas­tro­no­mie auch in Zukunft gefähr­det. „Es kann gut sein, dass 30 Pro­zent der Gast­stät­ten in Zukunft weg­fal­len“, ist sich Wolf­gang Wen­zel sicher.

Die­se Ein­schät­zung teilt auch Jan Diek­jobst, Inha­ber des Det­mol­der Hofs. „Viel­leicht müs­sen sogar 50 Pro­zent der Gas­tro­no­men schlie­ßen“, schätzt der Hote­lier. Auch die Coro­na-Sofort­hil­fe sei schnell auf­ge­braucht gewe­sen. „Die war nach sie­ben Tagen weg“, erin­nert sich Diek­jobst. Auch er muss­te das Hotel für acht Wochen schlie­ßen. Einen Coro­na­auf­schlag auf Spei­sen und Geträn­ke will er trotz­dem nicht erhe­ben. „Es geht nicht dar­um, sich die Taschen voll­zu­schla­gen, son­dern zu über­le­ben“; erklärt er.

Die Gas­tro­no­mie for­dert in der Coro­na-Kri­se mehr Kulanz von den Ord­nungs­äm­tern, um ver­stärkt Außen­gas­tro­no­mie betrei­ben zu kön­nen. „Natür­lich wür­den wir es begrü­ßen, wenn die Ord­nungs­äm­ter groß­zü­gi­ger vor­ge­hen wür­den“, sag­te die Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin des Deut­schen Hotel- und Gast­stät­ten­ver­ban­des (Deho­ga).

Der Viro­lo­ge Chris­ti­an Dros­ten hat­te kürz­lich ange­regt, die Außen­flä­chen vor Cafés und Restau­rants und auch Bür­ger­stei­ge groß­flä­chi­ger für die Bestuh­lung zu nut­zen, weil die Anste­ckungs­ge­fahr mit dem Virus drau­ßen deut­lich gerin­ger sei als in geschlos­se­nen Räumen.

Hart­ges beklag­te, dass den Gas­tro­no­men bis­her kaum Spiel­räu­me zur Außen­be­stuh­lung blie­ben: „Wie sol­len wir ein­fach Tische und Stüh­le auf die Bür­ger­stei­ge stel­len und uns aus­deh­nen, wenn dann eine saf­ti­ge Stra­fe vom Ord­nungs­amt ver­hängt wird?“ Außen­be­rei­che wür­den „teil­wei­se nach Zen­ti­me­tern abgemessen“.

Die Deho­ga-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin bekräf­tig­te die For­de­rung nach einem Ret­tungs­fonds für das Gast­stät­ten­ge­wer­be. Im Febru­ar sei­en nur 173 Arbeit­neh­mer in der Bran­che in Kurz­ar­beit gewe­sen, Ende April dage­gen mehr als eine Mil­li­on. „Das ent­spricht mehr als 95 Pro­zent der Beschäf­tig­ten“, sag­te Hart­ges. „In der Pha­se der Wie­der­eröff­nung unter Ein­hal­tung der Schutz­maß­nah­men — also etwa die gebo­te­nen 1,5 Meter Abstand — rech­nen wir mit Umsatz­ver­lus­ten von 50 bis 70 Prozent.“

Von Redaktion

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