„Ich würde mich freuen, die Praxis zu übernehmen.”

Im Gespräch mit der Ärztin Marija Kokeza, die als Praktikantin bei Dr. Werner Raschke arbeitet.

Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN berich­te­ten vor eini­gen Mona­ten vom dro­hen­den Ärz­te­man­gel und wie Wolf­gang Hupp­ke gemein­sam mit Maria Rasch­ke dem ent­ge­gen wir­ken will. Nun gibt es posi­ti­ve Neu­ig­kei­ten, denn seit eini­ger Zeit arbei­tet die Ärz­tin Mari­ja Koke­za als Prak­ti­kan­tin mit in der Pra­xis von Dr. Wer­ner Rasch­ke. Grund genug für die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, ein Inter­view mit der 29-Jäh­ri­gen zu füh­ren.

AN: Frau Koke­za, wo haben Sie stu­diert?

Mari­ja Koke­za: Ich habe in Kroa­ti­en stu­diert und dort auch mei­ne Aus­bil­dung absol­viert.

AN: Wo waren Sie dann tätig?

Koke­za: Ich habe danach drei Jah­re als Ärz­tin bei der kroa­ti­schen Armee gear­bei­tet und war dort auch mit im Afgha­ni­stan-Ein­satz.

AN: Was hat Sie denn nach Deutsch­land gebracht?

Koke­za (lacht): Die Lie­be. Ich habe wäh­rend des Ein­sat­zes mei­nen jet­zi­gen Ver­lob­ten ken­nen gelernt und bin mit ihm dann nach August­dorf gezo­gen.

AN: Wo ist er beschäf­tigt?

Koke­za: Mein Ver­lob­ter arbei­tet als Bun­des­wehr­sol­dat im Bri­ga­de­stab.

AN: Wie kam es denn dazu, dass Sie jetzt hier in der Pra­xis als Prak­ti­kan­tin arbei­ten?

Koke­za: Herr Wolf­gang Hupp­ke war an mich her­an­ge­tre­ten und hat­te berich­tet, dass hier in August­dorf zukünf­tig ein Ärz­te­man­gel herr­schen könn­te. Er frag­te mich, ob ich mir vor­stel­len könn­te, als Ärz­tin zu arbei­ten. Zeit­gleich hat­te er auch mit Frau Rasch­ke gespro­chen und sie gefragt, ob sie sich vor­stel­len kön­ne, mich als Prak­ti­kan­tin auf­zu­neh­men.

AN: Wie­so als Prak­ti­kan­tin?

Koke­za: Ich erhal­te mei­ne Appro­ba­ti­on in den nächs­ten Wochen. Danach arbei­te ich für zwei Jah­re in einem Kran­ken­haus und dann noch ein­mal zwei Jah­re in einer Pra­xis. Erst dann darf ich als nie­der­ge­las­se­ne All­ge­mein­me­di­zi­ne­rin in Deutsch­land arbei­ten.

AN: Haben Sie denn in Kroa­ti­en Pati­en­ten anders behan­delt, oder war­um benö­ti­gen Sie die­se zusätz­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen jetzt in Deutsch­land noch ein­mal?

Koke­za (schmun­zelt): Ich habe mich damit abge­fun­den, dass es in Deutsch­land sehr büro­kra­tisch läuft, denn in Kroa­ti­en habe ich nicht anders behan­delt als hier auch. Aber ich fin­de es gut, jetzt noch ein­mal in allen Berei­chen unter­wie­sen zu wer­den.

AN: Was sind Ihre Auf­ga­ben hier als Prak­ti­kan­tin?

Koke­za: Ich mes­se Blut­druck, gebe Sprit­zen und ansons­ten höre ich auf­merk­sam zu, wenn Herr Dr. Rasch­ke mit sei­nen Pati­en­ten spricht.

AN: Wie wur­den Sie denn von die­sen auf­ge­nom­men?

Koke­za: Sehr herz­lich.

AN: Nun steht Herr Rasch­ke auch kurz vor sei­ner Pen­sio­nie­rung. Könn­ten Sie sich denn vor­stel­len, eines Tages die Pra­xis zu über­neh­men?

Koke­za: Das wür­de mich sehr freu­en.

An die­ser Stel­le schal­tet sich Maria Rasch­ke ein, die bei dem Gespräch mit im Raum sitzt.

Rasch­ke: Wir freu­en uns sehr, dass Frau Koke­za hier bei uns ist, und wir wür­den uns freu­en, wenn sie die Pra­xis eines Tages über­nimmt. Man muss aber auch sehen, dass mein Mann dann 69 Jah­re alt wäre.

AN: Das heißt, Sie suchen in der Zwi­schen­zeit wei­ter nach einem Nach­fol­ger?

Rasch­ke: Ja, wir suchen wei­ter.

AN: Frau Koke­za, in wel­cher Kli­nik wer­den Sie tätig?

Koke­za: Ent­we­der Lem­go oder Det­mold.

AN: Und was steht noch in der Zwi­schen­zeit an?

Koke­za: Im Juli hei­ra­ten mein Mann und ich erst ein­mal, das hat­ten wir schon lan­ge vor­ge­habt.

AN: Frau Koke­za, herz­li­chen Dank für das Gespräch.

Zur Per­son: Die 29-jäh­ri­ge Mari­ja Koke­za ist ver­lobt und ist Mut­ter eines 15 Mona­te alten Soh­nes. Die gebür­ti­ge Kroa­tin, die flie­ßend Deutsch spricht, lebt seit andert­halb Jah­ren in Deutsch­land. Sie liebt Spa­zier­gän­ge, tan­zen und wan­dern.

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Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN berichteten vor einigen Monaten vom drohenden Ärztemangel und wie Wolfgang Huppke gemeinsam mit Maria Raschke dem entgegen wirken will. Nun gibt es positive Neuigkeiten, denn seit einiger Zeit arbeitet die Ärztin Marija Kokeza als Praktikantin mit in der Praxis von Dr. Werner Raschke. Grund genug für die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, ein Interview mit der 29-Jährigen zu führen. AN: Frau Kokeza, wo haben Sie studiert? Marija Kokeza: Ich habe in Kroatien studiert und dort auch meine Ausbildung absolviert. AN: Wo waren Sie dann tätig? Kokeza: Ich habe danach drei Jahre als Ärztin bei der kroatischen Armee gearbeitet und war dort auch mit im Afghanistan-Einsatz. AN: Was hat Sie denn nach Deutschland gebracht? Kokeza (lacht): Die Liebe. Ich habe während des Einsatzes meinen jetzigen Verlobten kennen gelernt und bin mit ihm dann nach Augustdorf gezogen. AN: Wo ist er beschäftigt? Kokeza: Mein Verlobter arbeitet als Bundeswehrsoldat im Brigadestab. AN: Wie kam es denn dazu, dass Sie jetzt hier in der Praxis als Praktikantin arbeiten? Kokeza: Herr Wolfgang Huppke war an mich herangetreten und hatte berichtet, dass hier in Augustdorf zukünftig ein Ärztemangel herrschen könnte. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, als Ärztin zu arbeiten. Zeitgleich hatte er auch mit Frau Raschke gesprochen und sie gefragt, ob sie sich vorstellen könne, mich als Praktikantin aufzunehmen. AN: Wieso als Praktikantin? Kokeza: Ich erhalte meine Approbation in den nächsten Wochen. Danach arbeite ich für zwei Jahre in einem Krankenhaus und dann noch einmal zwei Jahre in einer Praxis. Erst dann darf ich als niedergelassene Allgemeinmedizinerin in Deutschland arbeiten. AN: Haben Sie denn in Kroatien Patienten anders behandelt, oder warum benötigen Sie diese zusätzlichen Qualifikationen jetzt in Deutschland noch einmal? Kokeza (schmunzelt): Ich habe mich damit abgefunden, dass es in Deutschland sehr bürokratisch läuft, denn in Kroatien habe ich nicht anders behandelt als hier auch. Aber ich finde es gut, jetzt noch einmal in allen Bereichen unterwiesen zu werden. AN: Was sind Ihre Aufgaben hier als Praktikantin? Kokeza: Ich messe Blutdruck, gebe Spritzen und ansonsten höre ich aufmerksam zu, wenn Herr Dr. Raschke mit seinen Patienten spricht. AN: Wie wurden Sie denn von diesen aufgenommen? Kokeza: Sehr herzlich. AN: Nun steht Herr Raschke auch kurz vor seiner Pensionierung. Könnten Sie sich denn vorstellen, eines Tages die Praxis zu übernehmen? Kokeza: Das würde mich sehr freuen. An dieser Stelle schaltet sich Maria Raschke ein, die bei dem Gespräch mit im Raum sitzt. Raschke: Wir freuen uns sehr, dass Frau Kokeza hier bei uns ist, und wir würden uns freuen, wenn sie die Praxis eines Tages übernimmt. Man muss aber auch sehen, dass mein Mann dann 69 Jahre alt wäre. AN: Das heißt, Sie suchen in der Zwischenzeit weiter nach einem Nachfolger? Raschke: Ja, wir suchen weiter. AN: Frau Kokeza, in welcher Klinik werden Sie tätig? Kokeza: Entweder Lemgo oder Detmold. AN: Und was steht noch in der Zwischenzeit an? Kokeza: Im Juli heiraten mein Mann und ich erst einmal, das hatten wir schon lange vorgehabt. AN: Frau Kokeza, herzlichen Dank für das Gespräch. Zur Person: Die 29-jährige Marija Kokeza ist verlobt und ist Mutter eines 15 Monate alten Sohnes. Die gebürtige Kroatin, die fließend Deutsch spricht, lebt seit anderthalb Jahren in Deutschland. Sie liebt Spaziergänge, tanzen und wandern.

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