Wulf hält sich alle Optionen offen

Wolfgang Huppke erklärt: „Es bleibt die Hoffnung, dass der Scherbenhaufen im Anschluss nicht zu groß ist.”

Am Frei­tag die­ser Woche wird es span­nend; dann trifft sich der CDU-Gemein­de­ver­band, um sei­nen Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl zu nomi­nie­ren. Nach Ansicht von meh­re­ren Betei­lig­ten, könn­te es dort zum — erneu­ten Show­down zwi­schen Ver­band und dem jet­zi­gen Bür­ger­meis­ter kom­men.

Ob Wulf nomi­niert wird, steht zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht fest; zu viel ist aus Sicht von vie­len Mit­glie­dern in den letz­ten Jah­ren, aber vor allem in den letz­ten Mona­ten vor­ge­fal­len, wes­we­gen ihn die­se nicht mehr unter­stüt­zen wol­len. Es gibt aber auch nach wie vor die­je­ni­gen, die treu an sei­ner Sei­te ste­hen.

Was macht Wulf also nun, soll­te er Frei­tag nicht von der CDU nomi­niert wer­den? Dar­über herrsch­te bis­lang Rät­sel­ra­ten. Immer wie­der kur­sie­ren die Gerüch­te, dass sich Wulf dann mit Hil­fe der Par­tei „Auf­bruch C” als Kan­di­dat auf­stel­len las­sen wer­de. Auch hieß es, dass sich Wulf und der Vor­stand schon zu Gesprä­chen getrof­fen hät­ten. Aber was ist an dem Gerücht dran?

Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hat­ten Dr. Andre­as Wulf am ver­gan­ge­nen Sams­tag fol­gen­de Fra­ge gestellt: „Schlie­ßen Sie aus, dass Sie, falls Sie am 5.6. nicht von der CDU nomi­niert wer­den, mit Hil­fe von Auf­bruch C ver­su­chen wer­den, als Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat anzu­tre­ten?”

Direkt nach Erhalt der E‑Mail such­te Wulf den tele­fo­ni­schen Kon­takt zum Vor­stand von Auf­bruch C. Den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gegen­über ant­wor­tet er am Mon­tag: „Ich stel­le mich zunächst den Mit­glie­dern der CDU und nach­fol­gend den August­dor­fer Bür­gern zur Wahl. An Spe­ku­la­tio­nen betei­li­ge ich mich nicht.”

Um es noch­mal deut­lich zu machen, der Bür­ger­meis­ter wur­de nicht gebe­ten zu spe­ku­lie­ren, son­dern er wur­de gefragt, ob er aus­schlie­ßen kann, mit Hil­fe von Auf­bruch C als Kan­di­dat anzu­tre­ten. Die Fra­ge lässt er bewusst unbe­ant­wor­tet und bie­tet damit Raum für alle Spe­ku­la­tio­nen, an denen er sich selbst ja nach eige­nen Anga­ben nicht betei­li­gen will.

Aus sei­ner Ant­wort wird deut­lich, dass Wulf, egal wie das Votum für ihn am Frei­tag aus­ge­hen wird, als Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat antre­ten wird; ob er das dann als unab­hän­gi­ger Kan­di­dat oder doch auf dem Ticket von „Auf­bruch C”, machen möch­te, lässt Wulf, der sei­ne Wor­te immer genau abwägt, bewusst offen. Ob sich der amtie­ren­de Bür­ger­meis­ter mit die­ser Aus­sa­ge einen Gefal­len tut, darf, wenn man die Reak­tio­nen auf sei­ne Ant­wort liest, zumin­dest bezwei­felt wer­den.

Auf völ­li­ges Unver­ständ­nis trifft Wul­fs Aus­sa­ge bei Peter Kaup, dem FWG-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den. „Herr Dr. Wulf will auf Bie­gen und Bre­chen Kan­di­dat sein. Das ist eines Bür­ger­meis­ters sei­ner eige­nen Par­tei gegen­über unwür­dig”, urteilt die­ser.

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD, Hein­rich Georg Schnei­der, hat mitt­ler­wei­le schon Mit­leid mit der CDU: „Ins­ge­samt wird den August­dor­fern ein sehr schlech­tes Thea­ter­stück vor­ge­führt, wobei uns die CDU schon ernst­haft leid tut. Den Sozi­al­de­mo­kra­ten ist es egal, wer noch um das Amt des Bür­ger­meis­ters kan­di­diert. Wir sind von unse­rem Kan­di­da­ten über­zeugt und wer­den ihn in weni­gen Tagen vor­stel­len.“

Roger Rit­ter, FDP-Frak­ti­ons­chef sieht den Wäh­ler in der Pflicht: „Wir leben in einem demo­kra­ti­schen Land, solan­ge Herr Wulf sich legal zur Wahl auf­stel­len lässt, ist es sein Recht. Ob sie sich damit einen Gefal­len tun, müs­sen sich Herr Wulf und die Par­tei, die ihn auf­stellt, selbst beant­wor­ten. Im End­ef­fekt wer­den die Bür­ger ent­schei­den, ob es der rich­ti­ge Schritt ist.”

Wolf­gang Hupp­ke (CDU) möch­te die seit Mona­ten andau­ern­de Dis­kus­si­on nicht wei­ter anhei­zen. „Es wur­de ein­fach schon von allen Sei­ten viel gesagt und geschrie­ben”, erklärt er gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Am 5.6. wer­de der Gemein­de­ver­band ent­schei­den, wie es wei­ter­geht. „Mit dem Ergeb­nis wer­den dann alle Sei­ten, egal wie es aus­geht, mensch­lich und poli­tisch leben müs­sen”, so Hupp­ke. Das Wohl der Par­tei hat aus sei­ner Sicht Vor­rang vor per­sön­li­chen Belan­gen, auch wenn die­se einen hohen Stel­len­wert hät­ten. Es blei­be die Hoff­nung, „dass der Scher­ben­hau­fen im Anschluss nicht zu groß ist.”

Was sagt nun die Par­tei Auf­bruch C dazu? Im Gespräch mit dem Bun­des­vor­sit­zen­den, Jens Köh­ler, hat­te die­ser erklärt, dass es kei­ne Gesprä­che zwi­schen Vor­stand und Wulf gege­ben habe.  Der zwei­te Bun­des­vor­sit­zen­de, Andre­as Epp, berich­te­te den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass Wulf ihn ein­mal im Vor­feld einer Frak­ti­ons­sit­zung vor der Coro­na-Kri­se ange­ru­fen habe, um zu wis­sen, ob die Par­tei in August­dorf antre­te. „Tie­fe­re Gesprä­che, vor allem hin­sicht­lich Bür­ger­meis­ter­wahl gab es nicht”, beton­te Epp gegen­über der Redak­ti­on.

Die Par­tei Auf­bruch C wür­de ein Enga­ge­ment Wul­fs nach eige­nen Anga­ben zum jet­zi­gen Zeit­punkt auch ver­hal­te­ner bewer­ten, als noch vor ein paar Jah­ren. „Ein  Punkt, den wir zum Bei­spiel kom­plett anders sehen, ist die Vor­ge­hens­wei­se beim Aus­bau des Hei­de­sport­plat­zes”, so Epp, der betont, dass die Par­tei ihren Schwer­punkt vor allem auf den mensch­li­chen Umgang mit­ein­an­der lege. Epp erklär­te offen, dass es am Sams­tag, nach­dem die Redak­ti­on über ein mög­li­ches Enga­ge­ment von Wulf bei bei­den nach­ge­fragt habe, ein Tele­fo­nat mit die­sem gege­ben hat­te.

Wie tief die Grä­ben zwi­schen dem CDU-Gemein­de­ver­band und dem aktu­el­len Amts­in­ha­ber sind, zeigt sich auch dar­an, dass der Ver­band ihm sogar ange­bo­ten hat­te, als unab­hän­gi­ger Kan­di­dat bei der Bür­ger­meis­ter­wahl zu kan­di­die­ren. Im Gegen­zug dafür wer­de man auch kei­nen eige­nen Kan­di­da­ten auf­stel­len. Die­ses Ange­bot hat Wulf vor eini­gen Mona­ten aus­ge­schla­gen.

Nach sei­ner jet­zi­gen Ant­wort zu urtei­len, scheint er die Mög­lich­keit einer Kan­di­da­tur, egal mit wem, nun klar ins Auge zu fas­sen.

© 2020, AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Inhal­te sind urhe­ber­recht­lich geschützt. Wei­ter­ver­wen­dung nur mit schrift­li­cher Geneh­mi­gung der Redak­ti­on.

Am Freitag dieser Woche wird es spannend; dann trifft sich der CDU-Gemeindeverband, um seinen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl zu nominieren. Nach Ansicht von mehreren Beteiligten, könnte es dort zum - erneuten Showdown zwischen Verband und dem jetzigen Bürgermeister kommen. Ob Wulf nominiert wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest; zu viel ist aus Sicht von vielen Mitgliedern in den letzten Jahren, aber vor allem in den letzten Monaten vorgefallen, weswegen ihn diese nicht mehr unterstützen wollen. Es gibt aber auch nach wie vor diejenigen, die treu an seiner Seite stehen. Was macht Wulf also nun, sollte er Freitag nicht von der CDU nominiert werden? Darüber herrschte bislang Rätselraten. Immer wieder kursieren die Gerüchte, dass sich Wulf dann mit Hilfe der Partei "Aufbruch C" als Kandidat aufstellen lassen werde. Auch hieß es, dass sich Wulf und der Vorstand schon zu Gesprächen getroffen hätten. Aber was ist an dem Gerücht dran? Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hatten Dr. Andreas Wulf am vergangenen Samstag folgende Frage gestellt: "Schließen Sie aus, dass Sie, falls Sie am 5.6. nicht von der CDU nominiert werden, mit Hilfe von Aufbruch C versuchen werden, als Bürgermeisterkandidat anzutreten?" Direkt nach Erhalt der E-Mail suchte Wulf den telefonischen Kontakt zum Vorstand von Aufbruch C. Den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gegenüber antwortet er am Montag: "Ich stelle mich zunächst den Mitgliedern der CDU und nachfolgend den Augustdorfer Bürgern zur Wahl. An Spekulationen beteilige ich mich nicht." Um es nochmal deutlich zu machen, der Bürgermeister wurde nicht gebeten zu spekulieren, sondern er wurde gefragt, ob er ausschließen kann, mit Hilfe von Aufbruch C als Kandidat anzutreten. Die Frage lässt er bewusst unbeantwortet und bietet damit Raum für alle Spekulationen, an denen er sich selbst ja nach eigenen Angaben nicht beteiligen will. Aus seiner Antwort wird deutlich, dass Wulf, egal wie das Votum für ihn am Freitag ausgehen wird, als Bürgermeisterkandidat antreten wird; ob er das dann als unabhängiger Kandidat oder doch auf dem Ticket von "Aufbruch C", machen möchte, lässt Wulf, der seine Worte immer genau abwägt, bewusst offen. Ob sich der amtierende Bürgermeister mit dieser Aussage einen Gefallen tut, darf, wenn man die Reaktionen auf seine Antwort liest, zumindest bezweifelt werden. Auf völliges Unverständnis trifft Wulfs Aussage bei Peter Kaup, dem FWG-Fraktionsvorsitzenden. "Herr Dr. Wulf will auf Biegen und Brechen Kandidat sein. Das ist eines Bürgermeisters seiner eigenen Partei gegenüber unwürdig", urteilt dieser. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Heinrich Georg Schneider, hat mittlerweile schon Mitleid mit der CDU: „Insgesamt wird den Augustdorfern ein sehr schlechtes Theaterstück vorgeführt, wobei uns die CDU schon ernsthaft leid tut. Den Sozialdemokraten ist es egal, wer noch um das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Wir sind von unserem Kandidaten überzeugt und werden ihn in wenigen Tagen vorstellen.“ Roger Ritter, FDP-Fraktionschef sieht den Wähler in der Pflicht: "Wir leben in einem demokratischen Land, solange Herr Wulf sich legal zur Wahl aufstellen lässt, ist es sein Recht. Ob sie sich damit einen Gefallen tun, müssen sich Herr Wulf und die Partei, die ihn aufstellt, selbst beantworten. Im Endeffekt werden die Bürger entscheiden, ob es der richtige Schritt ist." Wolfgang Huppke (CDU) möchte die seit Monaten andauernde Diskussion nicht weiter anheizen. "Es wurde einfach schon von allen Seiten viel gesagt und geschrieben", erklärt er gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Am 5.6. werde der Gemeindeverband entscheiden, wie es weitergeht. "Mit dem Ergebnis werden dann alle Seiten, egal wie es ausgeht, menschlich und politisch leben müssen", so Huppke. Das Wohl der Partei hat aus seiner Sicht Vorrang vor persönlichen Belangen, auch wenn diese einen hohen Stellenwert hätten. Es bleibe die Hoffnung, "dass der Scherbenhaufen im Anschluss nicht zu groß ist." Was sagt nun die Partei Aufbruch C dazu? Im Gespräch mit dem Bundesvorsitzenden, Jens Köhler, hatte dieser erklärt, dass es keine Gespräche zwischen Vorstand und Wulf gegeben habe.  Der zweite Bundesvorsitzende, Andreas Epp, berichtete den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass Wulf ihn einmal im Vorfeld einer Fraktionssitzung vor der Corona-Krise angerufen habe, um zu wissen, ob die Partei in Augustdorf antrete. "Tiefere Gespräche, vor allem hinsichtlich Bürgermeisterwahl gab es nicht", betonte Epp gegenüber der Redaktion. Die Partei Aufbruch C würde ein Engagement Wulfs nach eigenen Angaben zum jetzigen Zeitpunkt auch verhaltener bewerten, als noch vor ein paar Jahren. "Ein  Punkt, den wir zum Beispiel komplett anders sehen, ist die Vorgehensweise beim Ausbau des Heidesportplatzes", so Epp, der betont, dass die Partei ihren Schwerpunkt vor allem auf den menschlichen Umgang miteinander lege. Epp erklärte offen, dass es am Samstag, nachdem die Redaktion über ein mögliches Engagement von Wulf bei beiden nachgefragt habe, ein Telefonat mit diesem gegeben hatte. Wie tief die Gräben zwischen dem CDU-Gemeindeverband und dem aktuellen Amtsinhaber sind, zeigt sich auch daran, dass der Verband ihm sogar angeboten hatte, als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl zu kandidieren. Im Gegenzug dafür werde man auch keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Dieses Angebot hat Wulf vor einigen Monaten ausgeschlagen. Nach seiner jetzigen Antwort zu urteilen, scheint er die Möglichkeit einer Kandidatur, egal mit wem, nun klar ins Auge zu fassen.

Ein Leserbrief zu “Wulf hält sich alle Optionen offen

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Hein­rich Georg Schnei­der hat Recht : man kann der auch ver­dienst­vol­len CDU August­dorf nur wün­schen, dass sie einen gehö­ri­gen Stel­len­wert im Dor­fe behält und durch die rein ego­man moti­vier­te Spal­tung , die Herr Dr. Wulf ihr zuge­mu­tet hat , nicht den Boden unter den Füßen ver­liert. Man kann es kaum glau­ben und noch weni­ger ver­ste­hen, wie der amtie­ren­de Bür­ger­meis­ter rigo­ros mit „sei­ner” Par­tei umgeht.….macht er doch deut­lich, dass die CDU ihm völ­lig egal ist ….Haupt­sa­che ist nur sei­ne Per­son !!! Ein­fach nur beschä­mend !!!!

Schreiben Sie einen Leserbrief.

error: Der Inhalt ist geschützt!