Am Frei­tag die­ser Woche wird es span­nend; dann trifft sich der CDU-Gemein­de­ver­band, um sei­nen Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl zu nomi­nie­ren. Nach Ansicht von meh­re­ren Betei­lig­ten, könn­te es dort zum — erneu­ten Show­down zwi­schen Ver­band und dem jet­zi­gen Bür­ger­meis­ter kommen.

Ob Wulf nomi­niert wird, steht zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht fest; zu viel ist aus Sicht von vie­len Mit­glie­dern in den letz­ten Jah­ren, aber vor allem in den letz­ten Mona­ten vor­ge­fal­len, wes­we­gen ihn die­se nicht mehr unter­stüt­zen wol­len. Es gibt aber auch nach wie vor die­je­ni­gen, die treu an sei­ner Sei­te stehen.

Was macht Wulf also nun, soll­te er Frei­tag nicht von der CDU nomi­niert wer­den? Dar­über herrsch­te bis­lang Rät­sel­ra­ten. Immer wie­der kur­sie­ren die Gerüch­te, dass sich Wulf dann mit Hil­fe der Par­tei „Auf­bruch C” als Kan­di­dat auf­stel­len las­sen wer­de. Auch hieß es, dass sich Wulf und der Vor­stand schon zu Gesprä­chen getrof­fen hät­ten. Aber was ist an dem Gerücht dran?

Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hat­ten Dr. Andre­as Wulf am ver­gan­ge­nen Sams­tag fol­gen­de Fra­ge gestellt: „Schlie­ßen Sie aus, dass Sie, falls Sie am 5.6. nicht von der CDU nomi­niert wer­den, mit Hil­fe von Auf­bruch C ver­su­chen wer­den, als Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat anzutreten?”

Direkt nach Erhalt der E‑Mail such­te Wulf den tele­fo­ni­schen Kon­takt zum Vor­stand von Auf­bruch C. Den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gegen­über ant­wor­tet er am Mon­tag: „Ich stel­le mich zunächst den Mit­glie­dern der CDU und nach­fol­gend den August­dor­fer Bür­gern zur Wahl. An Spe­ku­la­tio­nen betei­li­ge ich mich nicht.”

Um es noch­mal deut­lich zu machen, der Bür­ger­meis­ter wur­de nicht gebe­ten zu spe­ku­lie­ren, son­dern er wur­de gefragt, ob er aus­schlie­ßen kann, mit Hil­fe von Auf­bruch C als Kan­di­dat anzu­tre­ten. Die Fra­ge lässt er bewusst unbe­ant­wor­tet und bie­tet damit Raum für alle Spe­ku­la­tio­nen, an denen er sich selbst ja nach eige­nen Anga­ben nicht betei­li­gen will.

Aus sei­ner Ant­wort wird deut­lich, dass Wulf, egal wie das Votum für ihn am Frei­tag aus­ge­hen wird, als Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat antre­ten wird; ob er das dann als unab­hän­gi­ger Kan­di­dat oder doch auf dem Ticket von „Auf­bruch C”, machen möch­te, lässt Wulf, der sei­ne Wor­te immer genau abwägt, bewusst offen. Ob sich der amtie­ren­de Bür­ger­meis­ter mit die­ser Aus­sa­ge einen Gefal­len tut, darf, wenn man die Reak­tio­nen auf sei­ne Ant­wort liest, zumin­dest bezwei­felt werden.

Auf völ­li­ges Unver­ständ­nis trifft Wul­fs Aus­sa­ge bei Peter Kaup, dem FWG-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den. „Herr Dr. Wulf will auf Bie­gen und Bre­chen Kan­di­dat sein. Das ist eines Bür­ger­meis­ters sei­ner eige­nen Par­tei gegen­über unwür­dig”, urteilt dieser.

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD, Hein­rich Georg Schnei­der, hat mitt­ler­wei­le schon Mit­leid mit der CDU: „Ins­ge­samt wird den August­dor­fern ein sehr schlech­tes Thea­ter­stück vor­ge­führt, wobei uns die CDU schon ernst­haft leid tut. Den Sozi­al­de­mo­kra­ten ist es egal, wer noch um das Amt des Bür­ger­meis­ters kan­di­diert. Wir sind von unse­rem Kan­di­da­ten über­zeugt und wer­den ihn in weni­gen Tagen vorstellen.“

Roger Rit­ter, FDP-Frak­ti­ons­chef sieht den Wäh­ler in der Pflicht: „Wir leben in einem demo­kra­ti­schen Land, solan­ge Herr Wulf sich legal zur Wahl auf­stel­len lässt, ist es sein Recht. Ob sie sich damit einen Gefal­len tun, müs­sen sich Herr Wulf und die Par­tei, die ihn auf­stellt, selbst beant­wor­ten. Im End­ef­fekt wer­den die Bür­ger ent­schei­den, ob es der rich­ti­ge Schritt ist.”

Wolf­gang Hupp­ke (CDU) möch­te die seit Mona­ten andau­ern­de Dis­kus­si­on nicht wei­ter anhei­zen. „Es wur­de ein­fach schon von allen Sei­ten viel gesagt und geschrie­ben”, erklärt er gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Am 5.6. wer­de der Gemein­de­ver­band ent­schei­den, wie es wei­ter­geht. „Mit dem Ergeb­nis wer­den dann alle Sei­ten, egal wie es aus­geht, mensch­lich und poli­tisch leben müs­sen”, so Hupp­ke. Das Wohl der Par­tei hat aus sei­ner Sicht Vor­rang vor per­sön­li­chen Belan­gen, auch wenn die­se einen hohen Stel­len­wert hät­ten. Es blei­be die Hoff­nung, „dass der Scher­ben­hau­fen im Anschluss nicht zu groß ist.”

Was sagt nun die Par­tei Auf­bruch C dazu? Im Gespräch mit dem Bun­des­vor­sit­zen­den, Jens Köh­ler, hat­te die­ser erklärt, dass es kei­ne Gesprä­che zwi­schen Vor­stand und Wulf gege­ben habe.  Der zwei­te Bun­des­vor­sit­zen­de, Andre­as Epp, berich­te­te den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass Wulf ihn ein­mal im Vor­feld einer Frak­ti­ons­sit­zung vor der Coro­na-Kri­se ange­ru­fen habe, um zu wis­sen, ob die Par­tei in August­dorf antre­te. „Tie­fe­re Gesprä­che, vor allem hin­sicht­lich Bür­ger­meis­ter­wahl gab es nicht”, beton­te Epp gegen­über der Redaktion.

Die Par­tei Auf­bruch C wür­de ein Enga­ge­ment Wul­fs nach eige­nen Anga­ben zum jet­zi­gen Zeit­punkt auch ver­hal­te­ner bewer­ten, als noch vor ein paar Jah­ren. „Ein  Punkt, den wir zum Bei­spiel kom­plett anders sehen, ist die Vor­ge­hens­wei­se beim Aus­bau des Hei­de­sport­plat­zes”, so Epp, der betont, dass die Par­tei ihren Schwer­punkt vor allem auf den mensch­li­chen Umgang mit­ein­an­der lege. Epp erklär­te offen, dass es am Sams­tag, nach­dem die Redak­ti­on über ein mög­li­ches Enga­ge­ment von Wulf bei bei­den nach­ge­fragt habe, ein Tele­fo­nat mit die­sem gege­ben hatte.

Wie tief die Grä­ben zwi­schen dem CDU-Gemein­de­ver­band und dem aktu­el­len Amts­in­ha­ber sind, zeigt sich auch dar­an, dass der Ver­band ihm sogar ange­bo­ten hat­te, als unab­hän­gi­ger Kan­di­dat bei der Bür­ger­meis­ter­wahl zu kan­di­die­ren. Im Gegen­zug dafür wer­de man auch kei­nen eige­nen Kan­di­da­ten auf­stel­len. Die­ses Ange­bot hat Wulf vor eini­gen Mona­ten ausgeschlagen.

Nach sei­ner jet­zi­gen Ant­wort zu urtei­len, scheint er die Mög­lich­keit einer Kan­di­da­tur, egal mit wem, nun klar ins Auge zu fassen.

Von Redaktion

Ein Gedanke zu „Wulf hält sich alle Optionen offen“
  1. Hein­rich Georg Schnei­der hat Recht : man kann der auch ver­dienst­vol­len CDU August­dorf nur wün­schen, dass sie einen gehö­ri­gen Stel­len­wert im Dor­fe behält und durch die rein ego­man moti­vier­te Spal­tung , die Herr Dr. Wulf ihr zuge­mu­tet hat , nicht den Boden unter den Füßen ver­liert. Man kann es kaum glau­ben und noch weni­ger ver­ste­hen, wie der amtie­ren­de Bür­ger­meis­ter rigo­ros mit „sei­ner” Par­tei umgeht.….macht er doch deut­lich, dass die CDU ihm völ­lig egal ist ….Haupt­sa­che ist nur sei­ne Per­son !!! Ein­fach nur beschämend !!!!

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