Oberst­leut­nant Mat­thi­as Greu­ne ist seit drei Tagen neu­er Kom­man­deur des Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lons 212. Im Inter­view mit den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN erklärt er sei­ne Ziel und stellt sich natür­lich auch vor.

AUGUSTDORFER NACHRICHTEN: Herr Greu­ne, für alle, die Sie noch nicht ken­nen, wer sind Sie?

Mat­thi­as Greu­ne: Mei­ne Name ist Mat­thi­as Greu­ne, ich bin 42 Jah­re alt, kom­me gebür­ti­ge aus Ostero­de am Harz, bin ver­hei­ra­tet, habe zwei Kin­der und kann in weni­gen Tagen auf 23 Jah­re Dienst­zeit bei der Bun­des­wehr zurückblicken.

AN: Wo woh­nen Sie?

Greu­ne: Ich bin im Augen­blick mit mei­ner Fami­lie in Dor­ma­gen wohnhaft.

AN: Das heißt, Sie pendeln?

Greu­ne: In der Tat. Frei­tag nach­mit­tags fah­re ich in der Regel dann nach Hau­se und kom­me Mon­tag früh wie­der nach Augustdorf.

AN: Wie ver­brin­gen Sie Ihre Wochenenden?

Greu­ne: Ich ver­su­che natür­lich mög­lichst viel mit der Fami­lie zu machen. Mei­ne Kin­der sind jetzt neun und sie­ben Jah­re alt. Mit denen neh­me ich mir immer vor, viel zu spie­len und als Fami­lie etwas zu erle­ben, aber wie die meis­ten das ken­nen: Das Wochen­en­de ist schnell wie­der vorbei.

AN: Seit wann wis­sen Sie, dass Sie nach August­dorf ver­setzt wurden?

Greu­ne: Infor­miert wur­de ich im Herbst 2018, wobei das noch nichts hei­ßen muss. Mit­te 2019 stand es dann aber fest.

AN: Wie war die Woche vor der Über­ga­be für Sie hier?

Greu­ne: Ich wur­de herz­lich und freund­lich auf­ge­nom­men und konn­te mich gut in vie­le Din­ge einarbeiten.

AN: Gibt es etwas, was Sie sofort ver­än­dern wollen?

Greu­ne: Nein, in kei­nem Fall. Mein Vor­gän­ger hat sei­ne Auf­ga­be sehr gut gemeis­tert. So etwas muss man auch erst ein­mal nachmachen.

AN: Gehen Sie mit Sor­gen an die Auf­ga­ben heran?

Greu­ne: Sor­gen nein, Respekt ja. Ich ver­su­che auch mei­nen Kin­dern immer wie­der bei­zu­brin­gen, dass man vor nichts Angst haben soll­te, aber Respekt.

AN: Was wün­schen sich Ihre Sol­da­ten von Ihnen?

Greu­ne: Der Wunsch, der an mich her­an­ge­tra­gen wur­de, ist stark mit ein­ge­bun­den zu wer­den. Das kommt auch mei­nem Ziel ent­ge­gen, Ver­ant­wor­tung auf die rich­ti­ge Ebe­ne zu geben.

AN: Kön­nen Sie das näher erläutern?

Greu­ne: Mir ist es wich­tig, dass Ent­schei­dungs­trä­ger in Situa­tio­nen — der Idee der Auf­trags­tak­tik fol­gend — auch ent­schei­den. Das gilt für mich, genau­so wie für ande­re. Ich möch­te den Sol­da­ten dabei hel­fen, eigen­ver­ant­wort­lich in ihrem Bereich Ent­schei­dun­gen zu treffen.

AN: Mit was für einem Gefühl sind Sie nach August­dorf gekommen?

Greu­ne: Für mich hat­te es etwas von „nach Hau­se” zu kommen.
AN: Warum?

Greu­ne:  Als Kom­pa­nie­chef habe ich vor vier­zehn Jah­ren für drei Jah­re die drit­te Kom­pa­nie des Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lons 212 geführt.

AN: Was haben Sie danach gemacht?

Greu­ne: Neben der Aus­bil­dungs­tä­tig­keit habe ich die Gene­ral­stabs­aus­bil­dung an der Füh­rungs­aka­de­mie der Bun­des­wehr in Ham­burg absol­viert sowie Stabs­ver­wen­dun­gen u.a. auch im BMVg gehabt. Neben drei Aus­lands­ein­sät­zen in Bos­ni­en und Afgha­ni­stan nahm ich auch an einem Stu­di­en­pro­gramm an einer höhe­ren Bil­dungs­ein­rich­tung der US-Streit­kräf­te in Kan­sas teil.

AN: Wel­che Auf­ga­ben kom­men auf Sie in den kom­men­den Tagen, Wochen und Mona­ten zu?

Greu­ne: Wir sind in der Ein­satz­vor­be­rei­tung für das kom­men­de Jahr. Das heißt, wir wer­den unter ande­rem pla­nen, wer in den Ein­satz geht, wel­che Logis­tik not­wen­dig ist und vie­les mehr. Aber auch die vie­len Sol­da­ten, die am Stand­ort dienst leis­ten wer­den, dür­fen nicht ver­ges­sen werden.

AN: Und kurzfristig?

Greu­ne: Ganz aktu­ell wer­den wir ab Anfang Juli knapp 140 geor­gi­sche Sol­da­ten bei uns in der Kaser­ne haben, die hier aus­ge­bil­det werden.

AN: Wo wer­den die­se dann untergebracht?

Greu­ne: In Zei­ten von Covid-19 ist das nicht ganz ein­fach. Aus die­sem Grund sind wir unse­ren eng­li­schen Kame­ra­den dank­bar, dass eini­ge unse­rer Sol­da­ten in der Zeit in die Ath­lo­ne Bar­racks nach Pader­born zie­hen kön­nen, so dass die geor­gi­schen Kräf­te hier unter Berück­sich­ti­gung der Hygie­ne­be­stim­mun­gen unter­ge­bracht wer­den können.

AN: Wie lan­ge wer­den die Geor­gi­er hier sein?

Greu­ne: Bis Dezem­ber 2020.

AN: Wenn Ihre ehe­ma­li­gen Kame­ra­den Sie beschrei­ben wür­den, wie wür­den die Sie charakterisieren?

Greu­ne (lacht): Hof­fent­lich posi­tiv. Im Ernst. ich glau­be, dass ich ein kom­mu­ni­ka­ti­ver Mensch bin. Dar­um ist es mir auch wich­tig, dass jeder weiß, dass er zu mir kom­men kann. Natür­lich erwar­te ich, dass auch der Dienst­weg ein­ge­hal­ten wird.

AN: Wie sehen Sie sich?

Greu­ne: Ich sehe unser Batail­lon als ein Schiff, was eben aus dem Hafen in Ham­burg aus­läuft, die Elbe hin­un­ter ins offe­ne Meer. Der ein­zi­ge der auf dem Schiff neu ist, bin ich. Alles ande­re ist gleich geblieben.

AN: Was bedeu­tet das?

Greu­ne: Dass ich mich auf die Män­ner und Frau­en ver­las­se, mir im Augen­blick die Fahr­rin­ne zu erklä­ren. Wenn wir aufs offe­ne Meer schip­pern, wer­de ich die Mög­lich­keit haben, auch mei­nen eige­nen Akti­ons­raum aus­zu­deh­nen, falls das not­wen­dig ist.

AN: Dann wün­schen wir Ihnen viel Erfolg.

Greu­ne: Herz­li­chen Dank.

Von Redaktion

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