Sel­ten hat ein Rats­be­schluss im Vor­hin­ein und im Anschluss so vie­le Dis­kus­sio­nen aus­ge­löst, wie der Beschluss­vor­schlag zum Aus­bau des Schlingsbruchs.

Die Ver­wal­tung hat­te die­sen for­mu­liert und erklärt, dass der Rat der Gemein­de August­dorf den von dem FC August­dorf ent­wi­ckel­ten und vom Gemein­de­sport­ver­band August­dorf unter­stütz­ten Alter­na­tiv­vor­schlag zum Umbau des Sport- und Frei­zeit­ge­län­des Schlings­bruch in einen Sport- und Begeg­nungs­park begrü­ße. Wei­ter­hin wer­de die Ver­wal­tung damit beauf­tragt, auf die­ser Grund­la­ge die Pla­nun­gen vor­an zu trei­ben und die Koor­di­nie­rungs­ge­sprä­che mit dem Pro­jekt­trä­ger zu führen.

Die­ser Vor­schlag war aller­dings schon vor Sit­zungs­be­ginn Maku­la­tur, hat­ten sich doch alle Frak­tio­nen im Vor­feld dar­auf ver­stän­digt, die­sem Beschluss nicht zuzu­stim­men, son­dern einen gemein­sa­men Beschluss zu prä­sen­tie­ren. Zuvor ergriff aber Rats­mit­glied Gott­fried Den­ne­bier das Wort und mach­te sei­nem Unmut Luft. „Vie­le Ver­ei­ne wür­den sich freu­en, wenn sie von einer Kom­mu­ne so geför­dert wür­den. „Nicht so in August­dorf”, so Den­ne­bier. Hier wol­le der Vor­sit­zen­de des FC und der Gemein­de­sport­ver­band den Rasen­platz gegen einen Kunst­ra­sen­platz ersetzt haben und dahin­ter noch einen „Jugend­kunst­ra­sen­platz”.

Der der­zei­ti­ge Rasen­platz sei einer der bes­ten Rasen­plät­ze im Kreis Lip­pe. „Die­se Argu­men­ta­ti­on des FC kann kei­ner im Kreis, mit dem ich gespro­chen habe, ver­ste­hen, auch ich habe dafür kein Ver­ständ­nis”, so Dennebier.

Auch der FWG-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Peter Kaup teil­te in der gemein­sam ver­fass­ten Erklä­rung aller Frak­tio­nen hef­tig aus. „Wir sind in der glück­li­chen Situa­ti­on, dass wir vom Bund 1,8 Mil­lio­nen Euro für den Aus­bau des Schlings­bru­ches zu einem moder­nen Sport- und Frei­zeit­ge­län­de erhal­ten. Mit die­sen Zuschüs­sen sowie 200.000,- vor­ge­ge­be­ner Eigen­be­tei­li­gung wird es uns mög­lich sein, die­se Sport- und Frei­zeit­flä­che mit einem Ange­bot für alle August­dor­fer Bür­ger auf­zu­wer­ten und Pro­vi­so­ri­en, wie zum Bei­spiel den Toi­let­ten­wa­gen, im Sin­ne moder­ner Stan­dards aus­zu­bau­en”, so Kaup.

Nach­denk­lich stim­me jedoch, dass die Pla­nun­gen nicht in den dafür vor­ge­se­hen Aus­schüs­sen bera­ten wor­den sei­en und „augen­schein­lich auch nicht bera­ten wer­den sol­len.” „Viel­mehr sol­len hier und heu­te ohne wei­te­re Bera­tun­gen die Pla­nun­gen in Höhe von zwei Mil­lio­nen Euro abschlie­ßend beschlos­sen wer­den, die im Sep­tem­ber in einem Koor­di­nie­rungs­ge­spräch mit dem feder­füh­ren­den Pro­jekt­trä­ger abge­stimmt wer­den sol­len”, erläu­ter­te Peter Kaup für alle Fraktionen.

„Nach­denk­lich stimmt uns auch, dass ohne Betei­li­gung der Fach­aus­schüs­se, also ohne Mit­wir­kung der dafür vor­ge­se­hen Gre­mi­en und der dafür benann­ten Aus­schuss­mit­glie­der, abschlie­ßen­de Ent­schei­dun­gen beschlos­sen wer­den sol­len. Nach zwei kon­tro­ver­sen, nicht ein­ver­nehm­li­chen und nicht ziel­füh­ren­den Gesprä­chen soll hier und heu­te über die Ver­wen­dung von zwei Mio. Euro ent­schie­den wer­den. Mei­ne Damen und Her­ren, Herr Bür­ger­meis­ter, das kann es nicht sein, das kann nicht funk­tio­nie­ren”, äußer­te Kaup sei­nen Unmut.

Dann wand­te sich der FWG Chef direkt an Bür­ger­meis­ter Wulf. Spä­tes­tens seit dem 5. Mai sind Ihnen die Vor­stel­lun­gen aller vier Frak­tio­nen zum Aus­bau des Schlings­bru­ches bekannt. Es ist sehr bedau­er­lich, dass Sie auch die­se Chan­ce nicht für eine Zusam­men­ar­beit mit dem Gemein­de­rat genutzt haben. Viel­mehr müs­sen wir zur Kennt­nis neh­men, dass Sie wie­der­um gegen den Rat gear­bei­tet bzw. agiert haben”, been­de­te Kaup die gemein­sa­me Stel­lung­nah­me für CD, SPD, FWG und FDP.

Der Beschluss wur­de ein­stim­mig, bei drei Ent­hal­tun­gen, ange­nom­men. Die­ser lau­tet wie folgt:

Der Ver­wal­tung wird beauf­tragt, für die Vari­an­te 2 (Ide­al­lö­sung nach dem Sport­stät­ten­kon­zept, Rasen­sport­platz bleibt erhal­ten, Neu­bau eines Kunst­ra­sen­platz wie im Sep­tem­ber 2019 ein­stim­mig beschlos­sen und vom FC unter­stützt), Natur­na­her Aben­teu­er­spiel­platz, zwei Beach­vol­ley­ball­an­la­gen mit Beleuch­tung, Auf­wer­tung und Her­rich­tung des bestehen­den Grill­plat­zes mit Über­da­chung, Ersatz des Toi­let­ten­wa­gens durch ein Sani­tär­ge­bäu­de sowie Umset­zung von ener­ge­ti­schen Maß­nah­men im Sin­ne der Kli­ma­schutz­zie­le, auch im Sport­haus, die Kos­ten zu ermitteln.

Die ermit­tel­ten Kos­ten sowie die detail­lier­te zeich­ne­ri­sche Dar­stel­lung der Vari­an­te 2 wird von der Ver­wal­tung vor dem Koor­di­nie­rungs­ge­spräch mit dem feder­füh­ren­den Pro­jekt­trä­ger im Aus­schuss Bau, Pla­nung und Umwelt sowie im Aus­schuss Jugend, Sport, Sozia­les (ggf. in einer gemein­sa­men Sit­zung) vor­ge­stellt, bera­ten und beschlossen.

Von Redaktion

2 Gedanken zu „Beschluss zum Schlingsbruchkonzept verabschiedet“
  1. Wie Gott­fried Den­ne­bier zutref­fend aus­führ­te, genießt der Sport in unse­rer Gemein­de einen hohen Stel­len­wert. In August­dorf wird, anders als in vie­len ande­ren Kom­mu­nen, sehr viel Geld für den Sport inves­tiert. Das ist auch gut und rich­tig so. Falsch ist aber, dass ein­ver­nehm­li­che Pla­nun­gen aller vier im Rat ver­tre­te­nen Frak­tio­nen auf­grund der Wün­sche Ein­zel­ner plötz­lich, ohne Betei­li­gung der zustän­di­gen Aus­schüs­se, über den Hau­fen gewor­fen wer­den sol­len. Die­ser Ver­such des Bür­ger­meis­ters wur­de in der Rats­sit­zung am 25.06. zum Glück verhindert.
    Mich wun­dert in die­sem Zusam­men­hang aber beson­ders Fol­gen­des: Der Bür­ger­meis­ter und Mit­ar­bei­ten­de sei­ner Ver­wal­tung inves­tier­ten offen­sicht­lich viel Zeit dar­in, die neu­en Pla­nun­gen des FC zu prü­fen, die Kos­ten neu zu kal­ku­lie­ren und die Poli­tik in einer umfas­sen­den Vor­la­ge hier­von zu über­zeu­gen. Schon beim nächs­ten Tages­ord­nungs­punkt der Rats­sit­zung, als es um die drin­gend not­wen­di­ge, von der CDU schon im Febru­ar die­sen Jah­res bean­trag­te Erwei­te­rung des Feu­er­wehr­ge­rä­te­hau­ses (Um- und Aus­bau) ging, äußer­te der Bür­ger­meis­ter dann plötz­lich, auf­grund feh­len­der Per­so­nal­ka­pa­zi­tä­ten immer noch kei­nen För­der­an­trag gestellt zu haben und die­ses bis zum Ende der Antrags­frist (30.09.2020) vor­aus­sicht­lich auch nicht mehr zu schaf­fen. Wie passt das zusam­men? War­um räum­te der Bür­ger­meis­ter den Belan­gen der August­dor­fer Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr, die ehren­amt­lich in Brand‑, Unglücks- und Kata­stro­phen­fäl­len für uns Bür­ger da ist und schon oft Leben geret­tet hat, nicht aller­höchs­te Prio­ri­tät ein?
    Offen­sicht­lich hat der Bür­ger­meis­ter als Chef der Ver­wal­tung und Ver­ant­wort­li­cher für die Feu­er­wehr hier ver­sagt. Ging es ihm viel­leicht dar­um, sich für die Wahl im Sep­tem­ber wie­der neue Wäh­ler­stim­men zu erschlie­ßen, falls er die Poli­tik von den neu­en Plä­nen des FC über­zeugt hät­te? Das möch­te ich nicht hoffen…
    Gut und beru­hi­gend ist, dass alle Rats­mit­glie­der den Auf­trag, die Pla­nun­gen für die Erwei­te­rung des Feu­er­wehr­ge­rä­te­hau­ses vor­an zu trei­ben und För­der­mit­tel zu bean­tra­gen, erneu­ert und bekräf­tigt haben. Man wird die Umset­zung die­ses Auf­trags aber wohl über­wa­chen müssen.

  2. GESPENSTISCH !!! anders kann man die Sit­zung des Gemein­de­ra­tes in der Wineoare­na nicht beschrei­ben. Den Gesich­tern der weni­gen Zuschau­er war deut­lich abzu­le­sen, dass sie fas­sungs­los Zeu­gen wur­den , wie Ver­wal­tung unter selbst­ver­ständ­li­cher feder­füh­ren­der Regie des Bür­ger­meis­ters und die Gesamt­heit Gemein­de­rats­mit­glie­der erschre­ckend aus­ein­an­der gedrif­tet sind. Gemein­sam­keit im Ver­bund guter demo­kra­ti­scher Tra­di­ti­on ??? Fehl am Plat­ze !!! Zwei Lager stan­den sich fast unver­söhn­lich gegenüber.….
    Die Einen mahn­ten längst über­fäl­li­ge Rats­be­schlüs­se vehe­ment an, die Ande­ren ver­bar­ri­ka­dier­ten sich hin­ter zu viel Arbeits­be­las­tung und Personalmangel.
    Dass der Natur­ra­sen­platz im Schlings­bruch wie­der zum Kunst­ra­sen­platz umge­baut wer­den soll­te , ist doch vor lan­ger Zeit schon längst vom Rat abge­lehnt wor­den !!! Aber das ist nur ein Sym­ptom für die Krank­heit der Spal­tung zwi­schen Rat und Ver­wal­tung. Man redet nicht mit­ein­an­der , man redet anein­an­der vor­bei ! Bau­amts­lei­ter und Käm­me­rer erklär­ten sich uni­so­no bei den vie­len zu erle­di­gen­den Pro­jek­ten für über­for­dert bzgl der anfal­len­den Arbeit und des uner­schwing­li­chen zusätz­li­chen Per­so­nals. Die Rats­mit­glie­der sind ver­är­gert über einen Stau von ein­deu­ti­gen Beschlüs­sen. Bemü­hen um Wege auf­ein­an­der zu war nicht zu erken­nen. Und als dann noch die aller­nö­tigs­ten Maß­nah­men für die Grund­schu­le in der Sen­ne damit auf­ge­scho­ben wer­den soll­ten, weil in ein paar Jah­ren das Nöti­ge wie­der zurück­ge­baut wür­de , wenn die Sanie­rung sowie­so ansteht, da ist der Zuschau­er aus der gespens­ti­schen Sze­ne geflo­hen. Es kann nur noch bes­ser werden.….

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