Das ers­te Jahr der Fach­stel­le Kin­der­schutz: Seit einem Jahr ver­netzt die Koor­di­na­to­rin Kers­tin Alex­an­dra Plisch­ka die Akteu­re im Kin­der­schutz und hat dabei in Lip­pe vie­le prä­ven­ti­ve Ange­bo­te mit auf den Weg gebracht.

„Prä­ven­ti­on stärkt eine Kul­tur der Acht­sam­keit und daher haben wir die Prä­ven­ti­ons­ar­beit im Kin­der­schutz durch die Fach­stel­le erwei­tert. Für einen akti­ven Kin­der­schutz müs­sen alle Akteu­re, die mit Kin­dern und Jugend­li­chen arbei­ten, ver­netzt wer­den. Der ein­ge­rich­te­te Prä­ven­ti­ons­fonds mit jähr­lich 25.000 Euro Bud­get schafft die Grund­la­ge dafür, aus der Fach­stel­le Pro­jek­te zu koor­di­nie­ren und zu finan­zie­ren. Zudem ent­wi­ckelt Frau Plisch­ka Schutz­kon­zep­te, die bei einem Ver­dacht auf Kin­des­wohl­ge­fähr­dung sehr hilf­reich sein wer­den“, erklärt Land­rat Dr. Axel Lehmann.

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten hat die Koor­di­na­to­rin der Fach­stel­le vie­le Kin­der­ta­ges­stät­ten, Fami­li­en­zen­tren und Schu­len besucht, um die Arbeit der Fach­stel­le Kin­der­schutz vor­zu­stel­len. Die Fach­stel­le vor Ort in den Ein­rich­tun­gen, bei Ver­an­stal­tun­gen zum Kin­der­schutz oder über die Medi­en bekannt zu machen, dafür hat sich Plisch­ka inten­siv ein­ge­setzt. Ins­be­son­de­re um den prä­ven­ti­ven Kin­der­schutz im Kreis Lip­pe zu gestal­ten und gemein­sam mit Part­nern weiterzuentwickeln.

Ein wich­ti­ges Instru­ment ist der zeit­gleich mit der Fach­stel­le ein­ge­rich­te­te Prä­ven­ti­ons­fonds. So konn­ten aus dem Fonds im ver­gan­ge­nen Jahr fünf Pro­jek­te in Lüg­de, Horn-Bad Mein­berg, August­dorf, Dören­trup und ein Mul­ti­pli­ka­to­ren­pro­jekt für das gesam­te Kreis­ge­biet geför­dert wer­den. Die Pro­jek­te haben Kin­der und Jugend­li­che im Alter von 4 bis 18 Jah­ren mit den Maß­nah­men gegen sexu­el­le Gewalt erreicht.

Und im kom­men­den Jahr geht es wei­ter: Zu Anfra­gen für das Jahr 2021 wer­den zur­zeit Kitas und Schu­le bera­ten, wie sich die Pro­jek­te aus­ge­stal­ten kön­nen. Zu jedem Pro­jekt gehört eine Infor­ma­ti­on für die Eltern über das gesam­te Prä­ven­ti­ons­vor­ha­ben. Denn auch Eltern sol­len ihre Fra­gen und Wün­sche äußern und Bera­tung erfah­ren. Im Anschluss an die geför­der­ten Pro­jek­te fin­det eine Kin­der- und Erwach­se­nen­sprech­stun­de statt. Vor Ort wird mit den Fach­kräf­ten in den Ein­rich­tun­gen, den Bera­tungs­stel­len, der Schul­so­zi­al­ar­beit sowie der Schul­psy­cho­lo­gie eng zusam­men­ge­ar­bei­tet. Lang­fris­tig baut sich dar­aus ein sta­bi­les Bera­tungs- und Prä­ven­ti­ons­netz in Lip­pe auf.

Aber nicht nur in Zusam­men­ar­beit mit exter­nen Part­nern ist die Fach­stel­le aktiv. In zwei Arbeits­krei­sen wur­den für alle Ver­wal­tungs­be­rei­che des Krei­ses Lip­pe inter­ne Ver­fah­rens­ab­läu­fe bei einem Ver­dacht auf Kin­des­wohl­ge­fähr­dung erar­bei­tet. Kers­tin Alex­an­dra Plisch­ka berät jetzt mit den Lei­tun­gen der Fach­be­rei­che die wei­te­re Ent­wick­lung und Umset­zung. Bei der Ein­schät­zung von Ver­dachts­fäl­len unter­stützt eine Kin­der­schutz­fach­kraft aus der Fach­stel­le Kin­der­schutz oder die dafür aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­te im Kreis Lip­pe. Sie bera­ten und geben den Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ten­den Ori­en­tie­rung und mehr Sicher­heit, wie sie bei Ver­dachts­fäl­len han­deln können.

Im ers­ten Jahr gelang der Fach­stel­le ein wei­te­rer Erfolg, denn Lip­pe nimmt seit Janu­ar 2020 am Bun­des­mo­dell­pro­jekt „Wir vor Ort gegen sexu­el­le Gewalt“ (WvO) teil. Zwei päd­ago­gi­sche Fach­be­ra­te­rin­nen bie­ten in einer Fach­be­ra­tungs­stel­le im Inte­gra­ti­ons­zen­trum in Blom­berg Bera­tung und Prä­ven­ti­on an. Der Stand­ort ist opti­mal für den lip­pi­schen Süd­os­ten. Hier liegt auch der Pro­jekt­schwer­punkt und dank „Wir vor Ort gegen sexu­el­le Gewalt“ gibt es für die Städ­te Blom­berg, Horn-Bad Mein­berg, Schie­der-Schwa­len­berg und Lüg­de ein zusätz­li­ches Ange­bot. Für die zwei­te Jah­res­hälf­te sind Prä­ven­ti­ons­pro­jek­te in den Grund­schu­len von Lüg­de, einem Fami­li­en­zen­trum in Lüg­de und einer Schu­le in Blom­berg geplant. Trä­ger des Modell­pro­jekts ist die Deut­sche Gesell­schaft für Prä­ven­ti­on und Inter­ven­ti­on bei Kin­des­miss­hand­lung, ‑ver­nach­läs­si­gung und sexua­li­sier­ter Gewalt e.V. (DGfPI).

 

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner