Feld­rand­hy­gie­ne – ist sie in der prak­ti­zier­ten Form immer nötig? Das fra­gen sich nicht nur Naturschützer.
Das Mähen und Mul­chen der Feld­rän­der unmit­tel­bar nach der Ern­te ist heut­zu­ta­ge gän­gi­ge Pra­xis in der Land­wirt­schaft gewor­den. Gibt es eigent­lich ein­leuch­ten­de Argu­men­te für die­se Arbeitspraxis?

Klaus Lan­ge von der Leo­polds­hö­her NABU-Grup­pe wohnt auf dem Land inmit­ten von Äckern, er hält das Mähen von Feld-und Weg­rän­dern direkt nach Ern­te­en­de für völ­lig falsch, für unnö­tig, wie er meint. „Das muss doch nicht sein, da wird auf einen Schlag alles zer­stört, was dort wächst.“
„War­um lässt man die Vege­ta­ti­on in die­sen Rand­be­rei­chen nicht in Ruhe, bis die Tie­re ihre Ent­wick­lung abge­schlos­sen haben“, gibt er deut­lich zu verstehen.

Es sei doch so: Einer­seits wür­den auf­wen­dig Blüh­strei­fen ange­legt, ande­rer­seits gleich neben­an über Mona­te hin­weg gewach­se­ne Lebens­räu­me nie­der­ge­mäht. Als Par­al­le­le: Das wäre ja so, durch­aus ver­gleich­bar, als wenn man im Gar­ten die Kar­tof­feln ern­tet und dann gleich hin­ter­her rings­her­um sämt­li­che Vege­ta­ti­on, alle Blu­men, Kräu­ter und Grä­ser mit ent­fernt! Jetzt, mit­ten im Som­mer, wäh­rend der Haupt­blü­te­zeit der Pflan­zen, in der Hoch-Zeit des Insek­ten­flu­ges und in der für die­se Tie­re wich­ti­ge, unge­stör­te Ent­wick­lungs­pha­se ist die Rund­um­mahd der Äcker kon­tra­pro­duk­tiv, so Lange.

Denn lini­en­för­mi­ge Land­schafts­ele­men­te sei­en wich­tig für die Aus­brei­tung von Arten, auf Feld­rai­nen und Acker­rand­strei­fen fin­det sich oft mehr Leben als man ver­mu­tet und auf den ers­ten Blick sicht­bar ist. Als Saum­bio­to­pe erfül­len Gras­rai­ne und Ruderal­strei­fen glei­cher­ma­ßen eine ver­net­zen­de Funk­ti­on.  Mit wel­chen Maß­nah­men kön­nen land­wirt­schaft­li­che Betrie­be Lebens­räu­me schaf­fen – und erhalten?

Das Bun­des­in­for­ma­ti­ons­zen­trum Land­wirt­schaft (BZL) hat zu die­ser Fra­ge einen Kurz­film erstellt, der drei prak­ti­sche Maß­nah­men vor­stellt, um die­se den Ver­brau­chern näher zu brin­gen: Der Licht­a­cker, Blüh-und Acker­rand­strei­fen sowie die Bewirt­schaf­tung exten­si­ver Wie­sen und Weiden.

Von Redaktion

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