Am gest­ri­gen Abend soll­ten die Anlie­ger des Spiel­plat­zes „Schle­si­er Stra­ße” über die Auf­wer­tung des Gelän­des infor­miert wer­den. Schon im Vor­feld war klar, dass der Abend nicht unbe­dingt har­mo­nisch ver­lau­fen wür­de. Drei Anwoh­ner hat­ten sich bei der Redak­ti­on der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN beschwert, dass sie gar kei­ne Ein­la­dung erhal­ten hät­ten. Ande­re äußer­ten ihre Sor­ge über die Laut­stär­ke der anwe­sen­den Jugend­li­chen, vor allem in den Abendstunden.

Und so begann der Abend, an dem knapp 20 Per­so­nen teil­nah­men, mit einem deut­li­chen Vor­wurf Rich­tung Bür­ger­meis­ter Wulf: „War­um wur­den wir zum wie­der­hol­ten Mal nicht ein­ge­la­den”, erreg­te sich ein Nach­bar, wäh­rend meh­re­re dazu applau­dier­ten. Der Ange­spro­che­ne ver­such­te zu beschwich­ti­gen und erklär­te, dass er eine Mit­ar­bei­te­rin damit beauf­tragt habe, die­se Brie­fe ein­zu­wer­fen. Davon lie­ßen sich aber die Anwoh­ner der Schle­si­er Stra­ße und Pivits­hei­der Stra­ße nicht beru­hi­gen. „Typisch, jetzt ist wie­der die Mit­ar­bei­te­rin schuld”, erzürn­te sich eine Teil­neh­me­rin, wäh­rend Dr. Wulf bemüht war, die Dis­kus­si­on zu beenden.

Nur eine Stun­de zuvor hat­te die­ser per Pres­se­mit­tei­lung behaup­tet, dass die Recher­chen der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN nicht stimm­ten. Die­se hat­ten geschrie­ben: „Aller­dings wur­den die Anwoh­ner anschei­nend nicht, wie sonst üblich, durch ein Schrei­ben der Ver­wal­tung, über den Abend­ter­min unter­rich­tet.” Wulf erklär­te, es sei­en even­tu­ell nur Ein­zel­ne, die den Brief nicht erhal­ten hät­ten. An dem Abend stell­te sich jedoch her­aus, dass die Mehr­heit der anwe­sen­den Anwoh­ner von der Ver­wal­tung nicht infor­miert wurde.

Bau­amts­lei­ter Manu­el Brö­ker erläu­ter­te dann die Plä­ne für den Spiel­platz. Die Pla­nun­gen sehen vor, dass der Spiel­platz fes­te Wege bekom­men soll und dadurch bar­rie­re­frei wird. Der Bolz­platz soll zu einem mul­ti­funk­tio­nel­len Klein­spiel­feld mit einem Belag aus Gum­mi­gra­nu­lat, Fuß­ball­to­ren und Bas­ket­ball­kör­ben umge­baut wer­den. Der Spiel­platz soll zusätz­li­che Spiel- und Bewe­gungs­ge­rä­te erhal­ten. „Der Fokus liegt auf der Auf­wer­tung und der bar­rie­re­frei­en Erschlie­ßung”, erklär­te Bröker.

Die Anwoh­ner, die sich im Anschluss zu Wort mel­de­ten, mach­ten deut­lich, dass sie den Spiel­platz als sol­chen begrüß­ten. „Was uns Sor­ge macht, ist die Auf­wer­tung”, erklär­te ein Anwoh­ner. Denn dann, so die Befürch­tung, wür­den immer mehr Jugend­li­che in den Abend­stun­den den Platz auf­su­chen und Lärm machen. „Wenn wir mehr Kon­trol­len haben, wer­den wir zuein­an­der fin­den”, erklär­te ein ande­rer Anwoh­ner, dem es vor allem auf­stieß, dass die Jugend­li­chen auch Alko­hol auf dem Spiel­platz kon­su­mie­ren. Nach­dem Bür­ger­meis­ter Wulf anfing, die Spiel­plät­ze in August­dorf auf­zu­zäh­len, wo sei­ner Mei­nung nach kein Alko­hol kon­su­miert wer­de, platz­te einem Teil­neh­mer der Kra­gen: „Es wird alles schön­ge­re­det, es ist zum k*****”, erklär­te er.

Die Idee, Later­nen auf­zu­stel­len, stieß auf geteil­tes Echo. Wäh­rend ein paar die­sen Vor­schlag befür­wor­te­ten, äußer­ten ande­re wie­der­um die Sor­ge, dass das erst recht Jugend­li­che des Nachts ani­mie­ren könn­te, noch län­ger auf dem Platz zu verweilen.

Es wird sicher­lich nicht die letz­te Dis­kus­si­on über die Ent­wick­lung des Spiel­plat­zes gewe­sen sein.

Von Redaktion

2 Gedanken zu „Hitzige Diskussionen bei Anwohnerversammlung“
  1. Ich kann die Ver­är­ge­rung der Anlie­ger, von der Ver­wal­tung (sprich: dem Bür­ger­meis­ter) nicht oder nur zum Teil über die Anwoh­ner­ver­samm­lung in Kennt­nis gesetzt wor­den zu sein, durch­aus ver­ste­hen. Denn sie sind es, die unmit­tel­bar an dem Spiel­platz leben und nach dem Aus­bau mög­li­cher­wei­se mit ver­mehrt auf­tre­ten­den Emis­sio­nen kon­fron­tiert wer­den. Es ist die Pflicht des Bür­ger­meis­ters, sich vor Umset­zung eines sol­chen Pro­jekts die Sor­gen und Beden­ken der Anlie­ger anzu­hö­ren, die­se ernst zu neh­men und nöti­gen­falls zu han­deln. Aber wäre es nach ihm gegan­gen, hät­te es die­se Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung gar nicht gege­ben. Er bedurf­te erst einen Auf­trag aller im Rat ver­tre­te­nen Frak­tio­nen, die­se Anwoh­ner­ver­samm­lung durch­zu­füh­ren und damit die Bür­ge­rIn­nen an dem Pro­jekt zu betei­li­gen! Bür­ger­nä­he sieht m.E. anders aus. Nach­denk­lich stimmt mich auch, an wen und auf wel­che Art und Wei­se die Ein­la­dun­gen ver­teilt wur­den. Soll­te etwa der Kreis der Bür­ge­rIn­nen bewusst klein gehal­ten wer­den? Und klagt der Bür­ger­meis­ter nicht stän­dig und öffent­lich über zu wenig Per­so­nal? Offen­sicht­lich reicht die­ses aber noch aus, um Ein­la­dungs­schrei­ben per­sön­lich zu ver­tei­len. Es ist natür­lich für ihn von Vor­teil, wenn er für die Ein­la­dungs­pan­ne sofort eine(n) Verantwortliche(n) hat… Ein­fa­cher und kos­ten­güns­ti­ger wäre es wohl gewe­sen, einen Seri­en­brief zu erstel­len und die­sen ‑per­sön­lich adres­siert- an alle Anlie­ger recht­zei­tig per Post zu ver­schi­cken. Aber nach fast 16 Jah­ren im Amt macht man sich die­se Gedan­ken nicht mehr, oder?

  2. Man hät­te getrost jede Wet­te ein­ge­hen kön­nen, dass der Bür­ger­meis­ter wie­der einen Schuldigen/ eine Schul­di­ge fin­den wür­de für eige­nes Ver­sa­gen mit anschlie­ßen­der Halb­wahr­heit und Wider­sprüch­lich­keit. Er hat auch im Wahl­kampf, in dem man doch bemüht ist, sich posi­tiv dar­zu­stel­len, nichts dazu gelernt.….wird er wohl auch nicht mehr : ein­fach unan­gehm uner­träg­lich .….die­ser tota­le Man­gel an Sozialkompetenz !!!!

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