Die Natur am Her­manns­denk­mal zu ent­de­cken: die­ses Erleb­nis möch­te ich in der zwei­ten Woche der Som­mer­fe­ri­en mit mei­nen Kin­dern Ash­ley und Oli­via erle­ben. Da trifft es sich gut, dass der Natur­park Teu­to­bur­ger Wald/Eggegebirge gemein­sam mit dem Rolf­schen Hof aus Det­mold eine Wan­de­rung am Her­manns­denk­mal anbietet.

Auch wenn es bereits nie­selt, schreckt uns das nicht ab und wir tref­fen uns alle am Park­platz am Denk­mal. Susan­ne Her­mann und Susan­ne Hafer­beck lei­ten die Exkur­si­on, letz­te­re führt durch das Pro­gramm. Nach­dem wir unweit des Her­manns in den Wald ein­ge­drun­gen sind, heißt es: erst ein­mal ste­hen blei­ben. „Was fin­det Ihr hier wohl alles”, fragt Hafer­beck die anwe­sen­den 15 Kin­der. Sofort schnel­len eini­ge Arme in die Höhe. „Bäu­me”, „Tie­re”, „Pflan­zen”, rufen die Kin­der. Und natür­lich haben sie alle recht. Hafer­beck geht es aber nun erst ein­mal um die Tie­re. Sie gibt jedem Kind einen Pin­sel und ein Beob­ach­tungs­glas, ver­bun­den mit der Auf­ga­be, nach Tie­ren im Wald zu suchen und die­se zu sammeln.

Die Wan­de­rung führt durch ver­schlun­ge­ne Pfa­de. (Foto: Wolff)

Das braucht sie den klei­nen Ent­de­ckern nicht zwei­mal zu sagen. Geschwind wuseln alle durch den Wald. Auch Ash­ley und Oli­via gehen ein paar Schrit­te abseits des Weges, knien sich hin und unter­su­chen einen alten, mor­schen Baum­stamm. Vor­sich­tig neh­men sie die Rin­de ab — und wer­den fün­dig. Zahl­rei­che Asseln, die ihre schwe­ren Lei­ber auf ihren dün­nen, klei­nen Bei­nen umher­schlep­pen, ver­su­chen dem Tages­licht zu ent­kom­men — vergeblich.

Mit dem Pin­sel wer­den sie kur­zer­hand in das Beob­ach­tungs­glas gefegt. Nun noch den Deckel ver­schlie­ßen, kein Ent­kom­men mög­lich. Auch die ande­ren Kin­der wer­den bereits fün­dig. Bevor Susan­ne Hafer­beck alle nun ver­sam­melt, brei­tet sie ein gro­ßes wei­ßes Tuch auf dem Wald­bo­den aus. Auf die­ses schüt­ten die Kin­der nun vor­sich­tig ihre Ent­de­ckun­gen. Schne­cken, Wür­mer, Käfer und Asseln pur­zeln aus den Glä­sern und wer­den, wäh­rend sie blitz­ar­tig den siche­ren Wald­bo­den auf­su­chen, noch bestimmt.

Nach einer klei­nen Pau­se geht es nun wei­ter. Der Pfad führt abwärts; er wird schma­ler, stei­ni­ger und rut­schi­ger. Auch der Regen nimmt zu. Unver­mit­telt blei­ben Ash­ley und Oli­via ste­hen. „Sind das Him­bee­ren?”, fra­gen sie ungläu­big. Tat­säch­lich, neben vie­len Brom­beer­sträu­chern ver­ste­cken sich auch ein paar Him­beer­ge­wäch­se, die ihre Früch­te den Wan­de­rern ent­ge­gen­stre­cken, ganz so, als woll­ten sie rufen: „Pro­bier uns doch mal!” Sofort wird genascht und die Sträu­cher wer­den von der Last ihrer Früch­te erlöst. Nun heißt es aber schnell wie­der zur Grup­pe auf­schlie­ßen, die sich bereits wei­ter ent­fernt hat.

Auf ein­mal blei­ben ein paar Kin­der, die sich vor­ne befin­den, unver­mit­telt ste­hen. Ein brau­nes Etwas liegt auf dem Weg. Als wir näher­kom­men, sehen wir, dass es ein Reh­kitz ist. Ihm feh­len die Ein­ge­wei­de und auch ein paar Rip­pen sind bereits weg. „Das pas­siert lei­der, wenn hier Hun­de frei umher­lau­fen”, zeigt sich Susan­ne Hafer­beck ent­setzt über den Fund. Ash­ley und Oli­via neh­men trau­rig von dem Kitz Abschied, bevor die Wan­de­rung weitergeht.

Genie­ßen sicht­lich die Wan­de­rung: Ash­ley und Oli­via. (Foto: Wolff)

Nach eini­gen Minu­ten dann der nächs­te Halt. Nun steht Pflan­zen­kun­de auf dem Pro­gramm. Susan­ne Hafer­beck holt eini­ge Blät­ter und Blü­ten aus ihrem Ruck­sack und legt sie auf ihr Tuch. Die Auf­ga­be an die Kin­der: Sucht die Pflan­zen und pflückt das ent­spre­chen­de Blatt oder die Blü­te. Nun wird schon schwie­ri­ger. Sieht die Blü­te der Dis­tel genau­so aus, wie die auf dem Tuch oder ist es doch eine ande­re Blume?

Da der Regen immer stär­ker wird, ver­kürzt Hafer­beck die­sen Teil, nach­dem vie­le Kin­der bereits schon die ers­ten rich­ti­gen „Tro­phä­en” gefun­den haben und auf dem Tuch vergleichen.

Nach einer klei­nen wei­te­ren Wan­de­rung sind wir zurück am Her­manns­denk­mal ange­langt. Dort dür­fen die Kin­der unter dem Schutz der Blät­ter noch ein paar Baum­stamm­struk­tu­ren auf Papier abma­len, dann endet die zwei­stün­di­ge Exkursion.

Über­glück­lich und zufrie­den stei­gen Ash­ley und Oli­via wie­der ins Auto. „Das war rich­tig span­nend”, wer­den sie auch in den kom­men­den Tagen immer wie­der erzäh­len. Wie­der­ho­lungs­fak­tor: 100 Prozent.

Die nächs­ten Ver­an­stal­tun­gen der Som­mer­fe­ri­en­spie­le sind zwar aus­ge­bucht, aber es gibt vom Natur­park begin­nend 18.8. ‑6.10. diens­tags jeweils 15:30–17:30 Uhr ein kos­ten­lo­ses Natur­er­leb­nis-Ange­bot gelei­tet von erfah­re­nen Umwelt­päd­ago­gin­nen. Treff ist hier am WALK-Info­zen­trum, Ziel­grup­pe: Kin­der im Grund­schul­al­ter, also 6–10 Jah­re; Die Ver­an­stal­tun­gen gehen nur nach Vor­aban­mel­dung und wer­den auch nur bei einer Min­dest­teil­neh­mer­zahl von fünf Kin­dern durchgeführt.

Je nach Wet­ter und Grup­pe (Alter, Geschlecht…) wird das The­ma des Nach­mit­tags aus­ge­wählt. Es ste­hen hier ver­schie­de­ne Din­ge zur Aus­wahl: Tie­re des Wal­des und ihre Spu­ren; der Kli­ma­wan­del wird sicht­bar; Pflan­zen und ihre Anpas­sun­gen; Natür­lich rich­tig viel sie­len; Wald­er­leb­nis mit allen Sin­nen; Schatz­su­che; Früch­te des  Wal­des; Leben im Boden; Klein aber oho- was da alles krab­belt; Auf der Wie­se ist was los!

Von Redaktion

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