Der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del ist stark durch die Coro­na-Pan­de­mie in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Auch wenn die Geschäf­te seit gerau­mer Zeit wie­der geöff­net sind, lei­det der Ein­zel­han­del unver­än­dert unter schwa­chen Umsät­zen. Als Fol­ge der Coro­na-Pan­de­mie sind in NRW seit März fast die Hälf­te der geplan­ten ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­ge aus­ge­fal­len, weil die damit übli­cher­wei­se zusam­men­hän­gen­den Ver­an­stal­tun­gen abge­sagt wer­den mussten.

Damit der Ein­zel­han­del die feh­len­den Umsät­ze zumin­dest zum Teil aus­glei­chen kann, dür­fen Kom­mu­nen in die­sem Jahr als Ersatz bis zu vier ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge pro Geschäft ohne Anlass­be­zug frei­ge­ben. Das regelt der Erlass des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len aus Juli 2020. Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer Lip­pe zu Det­mold (IHK Lip­pe) begrüßt den aktu­el­len Erlass.

Das Laden­öff­nungs­ge­setz (LÖG) regelt, dass ver­kaufs­of­fe­ne Sonn- oder Fei­er­ta­ge gestat­tet wer­den kön­nen, wenn ein öffent­li­ches Inter­es­se besteht. Die­ses öffent­li­che Inter­es­se liegt dann vor, wenn die Öff­nung dem Erhalt, der Stär­kung oder der Ent­wick­lung eines viel­fäl­ti­gen sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­dels­an­ge­bo­tes dient. Auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie ist der sta­tio­nie­re Ein­zel­han­del flä­chen­de­ckend gefähr­det. Die­ser Gefähr­dung soll durch die Mög­lich­keit der ver­kaufs­of­fe­nen Sonn- und Fei­er­ta­ge als flan­kie­ren­de Maß­nah­me ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Laut Anga­be des Han­dels­ver­ban­des NRW haben Geschäf­te cir­ca drei Pro­zent des Gesamt­jah­res­um­sat­zes in der Ver­gan­gen­heit an ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­gen erzielt.

Über­dies ist zu berück­sich­ti­gen, dass die Struk­tur der Innen­städ­te durch eine infol­ge der Pan­de­mie dro­hen­de Insol­venz­wel­le des sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­dels gefähr­det ist. Unter­su­chun­gen der IHK Lip­pe haben erge­ben, dass rund zehn Pro­zent der Geschäf­te von einer Schlie­ßung bedroht sind. Durch die ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­ge kön­nen Bür­ger wie­der ver­mehrt auf den sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del auf­merk­sam gemacht und durch die Stär­kung des Han­dels zugleich einer zuneh­men­den Ver­ödung der Innen­städ­te ent­ge­gen­ge­wirkt werden.

Es bleibt wei­ter­hin Auf­ga­be der Gemein­den, die ver­kaufs­of­fe­nen Sonn- oder Fei­er­ta­ge fest­zu­set­zen. Inso­weit müs­sen Fest­stel­lun­gen getrof­fen wer­den, ob wegen der Pandemie–Auswirkung eine Gefähr­dung des Ein­zel­han­dels auch in der jewei­li­gen Gemein­de besteht, dem mit der sonn- oder fei­er­täg­li­chen Laden­öff­nung begeg­net wer­den soll.

Von Redaktion

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