Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner?

Es juckt und brennt: Immer mehr Men­schen kom­men mit den Gift­haa­ren des Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ners in Kon­takt. Durch die Kli­ma­kri­se brei­tet sich die Rau­pe immer wei­ter 

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Es juckt und brennt: Immer mehr Menschen kommen mit den Gifthaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt. Durch die Klimakrise breitet sich die Raupe immer weiter  aus, auch in Augustdorf. Wer gern in Parks, Wäldern und Straßen mit vielen Eichen spazieren geht oder joggt, sollte diese Gebiete besser meiden oder sehr vorsichtig sein. Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter aus der Unterfamilie der Prozessionsspinner und ist heimisch in den Eichenwäldern in Süd- und Mitteleuropas. Durch die Klimakrise breitet sich die Raupenart auch immer weiter nördlicher aus. Neben Wäldern kommt er aber auch in urbanen Gegenden wie in Alleen, Gärten, Parks oder auf Friedhöfen vor. Bekannt und gefürchtet ist der Eichenprozessionsspinner vor allem wegen der Brennhaare der Raupen. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen feine Brennhärchen, die innen hohl sind und das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Gelegentlich kommt es zu Massenvermehrungen. Diese natürliche Phänomen sind in der Vergangenheit stets auch ohne Eingriffe des Menschen zurückgegangen. Ausgewachsenen Falter sind relativ unauffällig braun-grau, mit einem buschigen Kopf und einigen schwachen Querstreifen auf den Vorderflügeln, welche meist direkt über dem Hinterleib gehalten werden. Wie bei den meisten Nachtfaltern sind die Antennen des Männchens größer und stärker gefächert als die des Weibchens. Die Flügelspannweite beträgt etwa 30 Millimeter, der Falter fliegt zwischen Ende Juli und Anfang September. Die Raupen häuten sich sechs Mal bis sie ein vollendeter Falter werden. Ab dem dritten Larvenstadium – je nach Wetter kann das bereits ab Ende April/Anfang Mai geschehen – bilden sich die für den Menschen gesundheitsgefährdenden Brennhaare. Anfänglich sind die Larven braun-gelblich, in späteren Stadien haben sie außerdem einen breiten dunklen Streifen auf dem Rücken. Der Kopf ist in etwa so breit wie der Körper und schwarz. Das letzte Raupenstadium ist vor der Verpuppung bis zu fünf Zentimeter lang. Sie kommen meist in großen Ansammlungen (Nester) auf Eichen vor. Achtung Verwechslungsgefahr: Die Gespinnste von Eichenprozessionsspinnern sind oft nur an einer oder wenigen Stellen im Baum. Wenn Sie Büsche und Bäume entdecken, die komplett eingesponnen sind, sind Sie wahrscheinlich Zeug*in von den ungefährlichen Gespinnstmotten.

Weitere Tipps für den Garten

Die Nester dürfen nicht selbständig entfernt werden, dies sollte man den Expert*innen überlassen. Beim mechanischen Verfahren, werden die Raupen und deren Nester mit Hilfe entsprechender Geräte abgesaugt, verbrannt oder eingesammelt. Hier ist der Vorteil, dass auch die Brennhaare der Raupen dauerhaft entfernt werden. Dies wird von professionellen Schädlingsbekämpfungsbetrieben durchgeführt. Der NABU empfiehlt das Absaugen der Nester, denn beim Abflammen könnten zum einen die Bäume geschädigt werden und durch die Erzeugung der warmen Luft, könnten die Brennhäarchen umhergewirbelt werden. Leider entscheiden sich einige Eigentümer*innen von „befallenen“ Bäumen diese zu fällen: Wir plädieren, die Bäume zu erhalten. Besonders alte Eiche sind selten. Sie sind Lebensraum für viele Tiere, sie spenden Schatten, liefern uns Sauerstoff, reinigen die Luft und kühlen die Umgebungstemperatur. Auch chemische Bekämpfung ist für viele Besitzer*innen eine Option. Hier werden Insektiziden genutzt, das ist aber nur dann besonders effektiv, wenn dies während der ersten beiden Larvenstadien geschieht – also etwa zwischen Mitte/Ende April und Mitte/Ende Mai. Achtung: Insektizide töten aber nicht nur die Eichenprozessionsspinner sondern alle Insekten die damit in Kontakt kommen. Der Einsatz von Mitteln ist über das Pflanzenschutzgesetz und das Chemikaliengesetz reguliert. Alternativ bieten naturnahe Gärten Lebensraum für natürliche Fressfeinde der Eichenprozessionsspinner – hier gibt es aber leider noch keine weitreichenden Studien. Auch das Aufhängen von Meisenkästen oder Pheromonfallen, die Eichenprozessionsspinner spezifisch anlocken, könnten eine Hilfe sein.  
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