Im drit­ten Teil der Serie bege­ben sich Ash­ley, Oli­via und ich zum Frei­licht­mu­se­um nach Demold. Denn dort fin­det Diens­tag, Don­ners­tag, Sams­tag und Sonn­tag „Spie­len am Dorf­rand” statt.

Der Clou dabei: der Name ist Pro­gramm. Denn auf der einen Sei­te ist das der Name des Spiel­plat­zes am Pader­bor­ner Dorf. Auf der ande­ren Sei­te geht es dort genau dar­um: Wie wur­de frü­her gespielt? Gefi­on Apel, Lei­te­rin des Refe­ra­tes Kul­tur­ver­mitt­lung, erklärt uns, dass die­ses Jahr erst­ma­lig das Pro­gramm als fes­ter Bestand­teil statt­fin­det. „Uns war es wich­tig, dass wir die Spie­le anbie­ten, die man auch in frü­he­ren Jah­ren gespielt hat.”

Wäh­rend Apel das Pro­gramm erklärt, haben Ash­ley und Oli­via die Stel­zen, Rei­fen, Klick­ball, Mur­meln und Säcke ent­deckt. Also ab in die­sel­bi­gen und in gro­ßen Sprün­gen geht es den Hang hinunter.

„Eltern und Kin­dern hat­ten sich schon län­ger einen Spiel­platz im Frei­licht­mu­se­um gewünscht: Eine Mög­lich­keit, zu spie­len auch ohne muse­ums­päd­ago­gi­sche Beglei­tung”, erläu­tert Gefi­on Apel.

His­to­risch betrach­tet sei das aber ein klei­nes Pro­blem: „Noch um 1900 gab es im länd­li­chen Bereich kei­ne plan­mä­ßig ange­leg­ten Kin­der­spiel­plät­ze, wie wir sie heu­te ken­nen. Aber viel­fäl­ti­ge Betä­ti­gungs­fel­der für Kin­der aller Alters­stu­fen gab es schon immer im und am Dorf- für vie­le Kin­der auf dem Lan­de ist das auch heu­te noch selbst­ver­ständ­lich. Gespielt wur­de in Hof und Gar­ten, im Wald und auf den Wie­sen, auf der Stra­ße und vor allem am Dorf­rand”, erklärt die Referatsleiterin.

So ent­stand im Muse­um die Idee, unter dem Mot­to „Spie­len am Dorf­rand” bei der neu­en Muse­ums­gast­stät­te „Im Wei­ßen Ross” eine Spiel­flä­che für Kin­der und Jugend­li­che anzu­bie­ten. Es soll­te kein „fer­ti­ger” Spiel­raum sein: „Die jun­gen Besu­cher sind ein­ge­la­den, selbst bei der Pla­nung und Ein­rich­tung der Spiel­flä­che mit­zu­wir­ken. Da das Vor­ha­ben für alle Sei­ten neu war und auf kei­ner­lei Erfah­run­gen zurück­ge­grif­fen wer­den konn­te, soll die Spiel­flä­che so gestal­tet wer­den, dass spä­te­re Ver­än­de­run­gen und Erwei­te­run­gen mög­lich blei­ben”, so Apel.

Schon im Febru­ar 2006 trat ein Pla­nungs­team mit zwölf Kin­dern und Jugend­li­chen im Alter zwi­schen 9 und 17 Jah­ren zusam­men. so ent­stan­den zahl­rei­che Ideen, aber auch vie­le Zeich­nun­gen und Skiz­zen, die in den vor­han­de­nen Plan ein­ge­ar­bei­tet wur­den. Inter­es­sier­ten Kin­dern und Jugend­li­chen ist aber grund­sätz­lich erlaubt, die Flä­che spie­lend und mit eige­nen Ideen immer wie­der zu verändern.

Eine Wie­se und ein Bach­lauf mit Brü­cke sind ange­legt wor­den, vor­han­de­ne Bäu­me und Gehöl­ze wur­den als Mög­lich­kei­ten zum Klet­tern und Ver­ste­cken ein­be­zo­gen. Inzwi­schen ist auf dem Gelän­de eine Wasch­stel­le mit drei zum Was­ser füh­ren­den Stu­fen; Tritt­stei­ne im Bach laden zur Erobe­rung des Spiel­rau­mes ein und die Bach­ufer erhiel­ten eine Ein­fas­sung aus Sol­ling­plat­ten — alles nach his­to­ri­schen Vorbildern.

Wäh­rend Gefi­on Apel die Ent­ste­hungs­ge­schich­te erläu­tert, haben Ash­ley und Oli­via bereits Wit­te­rung auf­ge­nom­men und fol­gen dem Duft der Brat­würst­chen. Nach­dem sich bei­de gestärkt haben, gibt es nur einen Weg: zurück auf den Spiel­platz. Nach eini­gen Stun­den machen wir uns auf den Nach­hau­se­weg mit der Erkennt­nis: Es muss nicht immer ein neu­mo­di­sches Spiel sein, um Kin­der zu beschäf­ti­gen. Manch­mal rei­chen Holz­rei­fen und Spring­sei­le aus, um die Klei­nen glück­lich zu machen. Wie­der­ho­luings­fak­tor: 100 Prozent.

Von Redaktion

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