Panzergrenadiere bilden georgische Infanteristen aus

Seit Ende Juni neh­men rund 130 geor­gi­sche Sol­da­ten an einer mehr­wö­chi­gen Aus­bil­dung in der August­dor­fer Rom­mel-Kaser­ne teil. Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN haben die­se exklu­siv bei ihrem Trai­ning besucht. Das Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lon 212 berei­tet die Infan­te­ris­ten aus dem Kau­ka­sus-Staat inten­siv auf den Ein­satz in Nord­af­gha­ni­stan vor. Neben Aus­bil­dun­gen an Waf­fen und Gerät ste­hen Schieß­übun­gen und Ein­wei­sun­gen an ver­schie­de­nen Fahr­zeug­ty­pen der Bun­des­wehr auf dem Dienst­plan. „Das Ziel der Aus­bil­dung ist der Sta­tus „Mis­si­on Rea­dy“, also die vol­le Ein­satz­be­reit­schaft“, erklärt Haupt­mann Tom Kut­ter, der als Kom­pa­nie­chef bis Mit­te Dezem­ber für die Aus­bil­dung der geor­gi­schen Kame­ra­den ver­ant­wort­lich ist.

Oberst­leut­nant Mat­thi­as Greu­ne, der erst seit weni­gen Wochen neu­er Kom­man­deur des Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lons 212 ist, freut sich über die Zusam­men­ar­beit. „Das Trai­ning geschieht hier auf Augen­hö­he”, ver­rät er und unter­streicht, dass die Zusam­men­ar­beit kei­ne Leh­rer-Schü­ler-Situa­ti­on dar­stel­le.

Bei den Übun­gen gehe es vor allem dar­um, Vor­ge­hens­wei­sen zu ver­ein­heit­li­chen. Als Bei­spiel führt Kut­ter an, dass deut­sche Sol­da­ten mit der Waf­fe im Anschlag erst den Kopf und dann den Kör­per dre­hen. Das sei beim geor­gi­schen Mili­tär anders. „Unse­re Kame­ra­den dre­hen sich gleich mit der Waf­fe”, erklärt der Haupt­mann. Die­se unter­schied­li­chen Vor­ge­hens­wei­sen gel­te es zu bespre­chen und wenn mög­lich, zu ver­ein­heit­li­chen.

Aber nicht nur die Sol­da­ten sind vor Ort. Mit ihnen sind auch knapp 20 Sprach­mitt­ler da, um die Ver­stän­di­gung zwi­schen den deut­schen Aus­bil­dern und den geor­gi­schen Sol­da­ten zu erleich­tern. Ver­ste­hen tun sich die Sol­da­ten aber auch so. „Ich freue mich, dass wir uns auf Eng­lisch gut ver­stän­di­gen kön­nen”, erklärt Mat­thi­as Greu­ne und ver­weist dabei auf Haupt­mann Sho­ta Giorgad­ze, der eben­falls auf Eng­lisch mit dem Oberst­leut­nant spricht. Die­ser unter­streicht: „Direk­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ist enorm wich­tig.”

Vie­le Wochen wer­den die geor­gi­schen Sol­da­ten nicht nur am Din­go ein­ge­wie­sen, son­dern auch an den Funk­ge­rä­ten, am Füh­rungs­in­for­ma­ti­ons­sys­tem und diver­sen Waf­fen.

„Dienst ist das Eine, doch auch für die Betreu­ung unse­rer Gäs­te ist gesorgt“, betont Kut­ter aus­drück­lich. Neben zahl­rei­chen Frei­zeit­an­ge­bo­ten sind Städ­te­tou­ren nach Han­no­ver, Ham­burg und Köln geplant.

Im Ein­satz gehört die Zusam­men­ar­beit mit Sol­da­ten aus ver­schie­dens­ten Län­dern für Bun­des­wehr­sol­da­ten aus August­dorf zur Nor­ma­li­tät. Mehr als zwan­zig Natio­nen leis­ten gemein­sam im Regio­nal­kom­man­do in Mazar‑e Sharif unter deut­scher Füh­rung Dienst und hel­fen bei der Aus­bil­dung der afgha­ni­schen Sicher­heits­kräf­te in Nord­af­gha­ni­stan. Die geor­gi­sche Infan­te­rie­kom­pa­nie, die der­zeit in August­dorf durch die Bun­des­wehr aus­ge­bil­det wird, ist im Afgha­ni­stan-Ein­satz als schnell ein­setz­ba­re­rer Trup­pen­teil („Quick Reac­tion For­ce“) vor­ge­se­hen.

Dort wer­den sie dann auch wie­der auf Oberst­leut­nant Mat­thi­as Greu­ne tref­fen, der dort als Kom­man­deur die Füh­rung über­neh­men wird.

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Seit Ende Juni nehmen rund 130 georgische Soldaten an einer mehrwöchigen Ausbildung in der Augustdorfer Rommel-Kaserne teil. Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN haben diese exklusiv bei ihrem Training besucht. Das Panzergrenadierbataillon 212 bereitet die Infanteristen aus dem Kaukasus-Staat intensiv auf den Einsatz in Nordafghanistan vor. Neben Ausbildungen an Waffen und Gerät stehen Schießübungen und Einweisungen an verschiedenen Fahrzeugtypen der Bundeswehr auf dem Dienstplan. „Das Ziel der Ausbildung ist der Status „Mission Ready“, also die volle Einsatzbereitschaft“, erklärt Hauptmann Tom Kutter, der als Kompaniechef bis Mitte Dezember für die Ausbildung der georgischen Kameraden verantwortlich ist. Oberstleutnant Matthias Greune, der erst seit wenigen Wochen neuer Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 212 ist, freut sich über die Zusammenarbeit. "Das Training geschieht hier auf Augenhöhe", verrät er und unterstreicht, dass die Zusammenarbeit keine Lehrer-Schüler-Situation darstelle. Bei den Übungen gehe es vor allem darum, Vorgehensweisen zu vereinheitlichen. Als Beispiel führt Kutter an, dass deutsche Soldaten mit der Waffe im Anschlag erst den Kopf und dann den Körper drehen. Das sei beim georgischen Militär anders. "Unsere Kameraden drehen sich gleich mit der Waffe", erklärt der Hauptmann. Diese unterschiedlichen Vorgehensweisen gelte es zu besprechen und wenn möglich, zu vereinheitlichen. Aber nicht nur die Soldaten sind vor Ort. Mit ihnen sind auch knapp 20 Sprachmittler da, um die Verständigung zwischen den deutschen Ausbildern und den georgischen Soldaten zu erleichtern. Verstehen tun sich die Soldaten aber auch so. "Ich freue mich, dass wir uns auf Englisch gut verständigen können", erklärt Matthias Greune und verweist dabei auf Hauptmann Shota Giorgadze, der ebenfalls auf Englisch mit dem Oberstleutnant spricht. Dieser unterstreicht: "Direkte Kommunikation ist enorm wichtig." Viele Wochen werden die georgischen Soldaten nicht nur am Dingo eingewiesen, sondern auch an den Funkgeräten, am Führungsinformationssystem und diversen Waffen. „Dienst ist das Eine, doch auch für die Betreuung unserer Gäste ist gesorgt“, betont Kutter ausdrücklich. Neben zahlreichen Freizeitangeboten sind Städtetouren nach Hannover, Hamburg und Köln geplant. Im Einsatz gehört die Zusammenarbeit mit Soldaten aus verschiedensten Ländern für Bundeswehrsoldaten aus Augustdorf zur Normalität. Mehr als zwanzig Nationen leisten gemeinsam im Regionalkommando in Mazar-e Sharif unter deutscher Führung Dienst und helfen bei der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte in Nordafghanistan. Die georgische Infanteriekompanie, die derzeit in Augustdorf durch die Bundeswehr ausgebildet wird, ist im Afghanistan-Einsatz als schnell einsetzbarerer Truppenteil („Quick Reaction Force“) vorgesehen. Dort werden sie dann auch wieder auf Oberstleutnant Matthias Greune treffen, der dort als Kommandeur die Führung übernehmen wird.

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