Seit über einem Jahr enga­giert sich das Team „Ärz­te­not­stand in August­dorf” mit dem Ziel, die „Haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung” in den nächs­ten Jah­ren in August­dorf sicher zu stel­len. Im März die­ses Jah­res woll­te dann auf Ein­la­dung vom Team NRW Gesund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann kom­men. Auf­grund der Coro­na Pan­de­mie wur­de die­se Ver­an­stal­tung abge­sagt. Grund genug, einem der Initia­to­ren, Wolf­gang Hupp­ke, ein paar Fra­gen zu stellen.

AN: Herr Hupp­ke, wie haben Sie es geschafft, Herrn Lau­mann nach August­dorf einzuladen?

Wolf­gang Hupp­ke: Das ist recht ein­fach erklärt. Bereits bei der ers­ten Ein­la­dung haben Frau Rasch­ke und ich Wert dar­auf­ge­legt, die mög­li­che Gefahr des Ärz­te­man­gels ab 2022 auf­zu­zei­gen, wenn vier von fünf Haus­ärz­ten auf­hö­ren wür­den. Wich­tig war uns auch die Situa­ti­on der Bevöl­ke­rungs­struk­tur ein­zu­be­zie­hen. Außer­dem spiel­ten die ört­li­che Lage und die unzu­rei­chen­de Ver­kehrs­an­bin­dung zu ande­ren Ärz­te eine Rol­le in dem Schrei­ben. Ich glau­be wir haben bei­de ein­fach ehr­lich den Ist- Zustand und unse­re Sor­ge zum Aus­druck gebracht. Das Frau Rasch­ke genau­so wie Herr Lau­mann aus dem Müns­ter­land kommt und man sich, wenn auch weit ent­fernt kennt, dürf­te viel­leicht auch ein Rol­le gespielt haben Das scheint erneut über­zeugt zu haben.

AN: Was erwar­ten Sie von dem Besuch?

Hupp­ke: Zuerst ein­mal hat es für uns einen hohen Stel­len­wert, wenn ein Gesund­heits­mi­nis­ter in der Pha­se der Coro­na Pan­de­mie sich die Zeit nimmt und nach August­dorf kommt. Dies ist, so emp­fin­de ich es als Bür­ger und wir als Team „Ärz­te­not­stand“ eine Wert­schät­zung der Bewoh­ner die­ser Gemein­de und deren Sor­gen. Auch eine gewis­se Aner­ken­nung unse­rer ehren­amt­li­chen Arbeit und gegen­über dem Enga­ge­ment der Ärz­te, die sich Sor­gen um die Ver­sor­gung der Pati­en­ten machen.  Wir haben hun­der­te Städ­te und Gemein­den mit ähn­li­chen Pro­ble­men in der Ver­sor­gung mit Ärz­ten. Daher freu­en wir uns um so mehr über die Zusa­ge. Die Erwar­tungs­hal­tung was bei die­sem Besuch für uns unter dem Strich bleibt ist in Sum­me schwer ein­zu­schät­zen und wird sich sicher­lich erst zei­gen, wenn wir es geschafft haben alle oder eini­ge Arzt­stel­len und hof­fent­lich bei­de Pra­xen nach zu besetzen.

AN: Inwie­fern kann Minis­ter Lau­mann beim mög­li­chen Ärz­te­man­gel helfen?

Hupp­ke: Der Besuch des Gesund­heits­mi­nis­ters wird natür­lich wahr­ge­nom­men. Wir haben als Team nach wie vor den Ein­druck, dass dem über­wie­gen­de Teil der Bevöl­ke­rung noch gar nicht rich­tig bewusst ist, was da unter Umstän­den auf sie zukom­men kann. Dies wird ver­mut­lich bei eini­gen erst der Fall sein, wenn man viel­leicht Ende 2022 vor der Pra­xis steht und das Schild liest „ Pra­xis aus Alter­grün­den geschlos­sen“ Dann stel­len sich plötz­lich vie­le Fra­gen, wie „Wo gehe ich jetzt hin?” „Kann der ein­zi­ge Arzt im Dorf dann plötz­lich fast 10.000 Ein­woh­ner ver­sor­gen?” „Neh­men mich Ärz­te im nahen Umfeld von August­dorf noch auf?” „Wie kom­me ich mit mei­nen Rol­la­tor dahin?” „Kann ich jetzt ein­fach ins Kran­ken­haus fah­ren, wenn ich Grip­pe habe?” Dann ist plötz­lich Alarm.

AN: Wozu soll der Besuch noch dienen?

Hupp­ke: Ein wei­te­rer Punkt der wich­tig ist, soll die Infor­ma­ti­on sein. Die Bür­ger sol­len aus ers­ter Hand erfah­ren, wie unse­re der­zei­ti­ge Lan­des­re­gie­rung mit dem Pro­blem umgeht und ver­sucht dage­gen zu steu­ern. Auch das kann hel­fen, uns bewuss­ter zu sein wie gut wir aktu­ell noch auf­ge­stellt sind und was wir jeder für sich beach­ten soll­ten. Als sehr wich­tig sehen wir die Chan­ce an, sich als Poli­ti­ker aus Gemein­de und Kreis­po­li­tik infor­mie­ren zu kön­nen. Schließ­lich wer­den hier weit über unse­re Mög­lich­kei­ten als Team Ärz­te­not­stand hin­aus, zukünf­tig noch Pflö­cke ein­zu­schla­gen sein.

AN: Wie sieht der Besuch aus, wer­den auch die Zuschau­er die Mög­lich­keit haben, Fra­gen zu stellen?

Hupp­ke: Es ist geplant im Anschluss an den Vor­trag in eine Dis­kus­si­ons­run­de ein­zu­stei­gen. Mit Herrn Dr. Hüt­te als Geschäfts­füh­rer der Kli­ni­ken, mit Dr. Spel­mey­er (Zusa­ge steht wegen Urlaub noch aus) als ver­ant­wort­li­cher der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung West­fa­len und wei­tern Gäs­ten. Es wird also ein bun­ter Mix von Fra­gen und Infor­ma­tio­nen sein, der Kreis­wei­te Aus­strah­lung haben dürf­te. Aus dem Grund laden wir alle herz­lichst dazu ein, dabei zu sein. Wenn nicht jetzt wann dann informieren ???

AN: Wie sieht es ins­ge­samt beim Arbeits­kreis Ärz­te­man­gel aus?

Hupp­ke: Der Arbeits­kreis wur­de nach der Juni Ver­an­stal­tung 2019 durch Dr. Wulf ins Leben geru­fen. Ein run­der Tisch mit Ver­tre­tern aus der Poli­tik, den Ärz­ten und Apo­the­kern dis­ku­tier­te die aktu­el­le Situa­ti­on im Dorf und brach­te auch Vor­schlä­ge ein. Wesent­li­cher Bestand­teil war der Vor­trag von Frau Rasch­ke und mir als Team „Ärz­te­not­stand“ wie wir die Lage beur­tei­len und wie wir geden­ken vor­zu­ge­hen. Die Idee mit der Erstel­lung eines Infor­ma­ti­ons­vi­de­os, wel­ches mit­tels QR-Code dann in der Ärz­te­zei­tung erschei­nen soll, fand Zustim­mung. Auch der Vor­schlag des Bür­ger­meis­ters das The­ma Ärz­te­man­gel auf die Home­page der Gemein­de zu plat­zie­ren soll­te so umge­setzt wer­den. Also haben wir die nächs­ten Schrit­te dazu erläu­tert und bei der „Kla­ren Linie“ der Berufs­kol­legs in Lem­go in Auf­trag gegeben.

Auch stand die Kos­ten­fra­ge im Raum. Der Kos­ten­vor­anschlag wur­de ein­ge­bracht und als die Fra­ge auf­kam, wer das denn bezah­len soll, wur­de der Vor­schlag gemacht, dass die Gemein­de das Video unter­stützt. Dar­über haben wir uns natür­lich sehr gefreut. Die Anzei­gen­kampan­ge, Pla­ka­te und sons­ti­ge Kos­ten  wer­den durch die Ärz­te und sons­ti­ge Spen­den auf­ge­bracht. Auch gilt das für die Kos­ten zwecks Anmie­tung des Saa­les der Oase. Dar­um küm­mert sich Frau Rasch­ke und es ent­ste­hen auch hier für die Gemein­de kei­ner­lei Kos­ten.  Bedingt durch Coro­na und den Aus­fall der Schu­le kam alles etwas ins Sto­cken. Nun aber seit Anfang Juli hat der Bür­ger­meis­ter den QR- Code mit dem hin­ter­leg­ten Video auf der Gemein­de­sei­te platziert.

Seit­dem hat der Arbeits­kreis, den­ke auch wegen Coro­na noch nicht wie­der getagt. Fest­zu­stel­len bleibt ja immer­hin das sich ein ers­ter klei­ner Erfolg ein­ge­stellt hat. Hof­fen wir, wenn nun die Anzei­gen in der Nächs­ten Aus­ga­be der Ärz­te­zei­tung ste­hen, dass wir wei­te­re Erfol­ge ein­fah­ren kön­nen. Wir wür­den es begrü­ßen, wenn nach dem sicher­lich infor­ma­ti­ven Vor­trag und der Dis­kus­si­ons­run­de der Arbeits­kreis wie­der zusam­men­fin­den wür­de, um wei­te­re Schrit­te zu bera­ten. Wie gesagt, Frau Rasch­ke und ich sind ein Teil des Arbeits­krei­se und nicht mehr.

AN: Was sind jetzt die nächs­ten Schritte?

Hupp­ke: Wir wol­len Vor­trag und Dis­kus­si­on vor hof­fent­lich gut besuch­ten Saal durch­füh­ren. Dar­aus wol­len wir die wei­te­ren Schlüs­se als Team „Ärz­te­not­stand“ zie­hen. Da wo wir ste­tig bei sind, näm­lich wo immer es die Mög­lich­keit gibt, auf unse­re Situa­ti­on und die guten Vor­aus­set­zun­gen im Dorf hin­wei­sen und wer­ben. Da pas­siert wie selbst­ver­ständ­lich bei Arzt- oder Klink­be­su­chen im Umfeld oder wo auch immer. Ver­su­chen wer­den wir auch das The­ma in der aktu­el­len Stun­de OWL und Radio Lip­pe zu plat­zie­ren, um über­re­gio­nal zu wer­ben. Viel­leicht wie zuletzt ergibt sich eine Möglichkeit

 

Von Redaktion

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