Schmarotzer der Wildbienen – Räuber und Brutparasiten am Insektenhotel

Kuckucks­hum­meln, Kuckucks­bie­nen, Para­si­tä­re Wes­pen und ande­re Schma­rot­zer­in­sek­ten sind lis­ti­ge Faul­pel­ze, die sich als Para­si­ten soli­tä­rer Bie­nen und Wes­pen dar­um drü­cken, sich selbst um ihren

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Kuckuckshummeln, Kuckucksbienen, Parasitäre Wespen und andere Schmarotzerinsekten sind listige Faulpelze, die sich als Parasiten solitärer Bienen und Wespen darum drücken, sich selbst um ihren Nachwuchs zu kümmern. Wer ein Insektenhotel im Garten oder auf dem Balkon aufgehängt oder stehen hat, kann mit ein wenig Glück einen oder alle drei der hier vorgestellten Brutparasiten entdecken. Gemeiner Trauerschweber (Anthrax anthrax) Der Trauerschweber (Anthrax anthrax) ist ein Brutparasit oberirdisch nistender Bienen, vor allem von Mauerbienen, Pelzbienen, Blattschneiderbienen etc. Vor der Eiablage tupft das Weibchen sein Hinterleibsende schwebend oder sitzend mehrmals in Lehmstaub oder Holzmehl, wie man ihn bzw. es am Fuße von Nestaggregationen findet. Zur Eiablage fliegt das Weibchen dann die Nesteingänge an und schleudert Staub und Ei mit einer wippenden Bewegung des Hinterleibs in das Nistloch. Nach kurzer Zeit bereits schlüpft die Fliegenlarve und kriecht – vermutlich durch ihren Geruchssinn geleitet – sofort mit ihren Stummelfüßchen in die Brutzelle der Biene. Nach dem Verschließen der Zelle frisst die Larve vom Bienenproviant und häutet sich dann zu einer fusslosen Made. Nach dieser vegetarischen Phase parasitiert sie die Bienenlarve direkt: Zunächst knabbert sie die Wirtslarve nur an und ernährt sich von den austretenden Körpersäften. Zwar kann sich die Bienenlarve noch einen Kokon spinnen, vor oder nach der Verpuppung saugt der Parasit sie jedoch vollständig aus und verpuppt sich dann im Bienenkokon. Die Anthrax-Puppe ist beweglich, und besitzt auf dem Rücken viele Borsten und am Kopf eine "Krone" aus sechs harten Zähnen, mit der sie sich aus dem Kokon und der Brutzelle durch Rotation ihres Körpers befreien kann. Der Grund ist offensichtlich: Die Fliege, die im Eingangsbereich aus der Puppenhaut schlüpft, wäre dazu mit ihren zarten Mundwerkzeugen nicht mehr fähig.   Großer Wollschweber (Bombylius major) Der Körper des Großen Wollschwebers ist dicht pelzig braun behaart. Die Flügel haben an der Vorderseite eine breite dunkelbraune Binde, die nach hinten gezackt ist. Am Kopf befindet sich ein langer Saugrüssel, der in Ruhestellung nach vorn gestreckt ist Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier vor die Eingänge von Wildbienennestern ab. Die geschlüpften Larven sind schlank, wurmartig und sehr beweglich. Sie dringen in die Nester der Bienen (meist Wollbienen) ein und verzehren zunächst den Pollenvorrat. Nach 2 - 3 Wochen verwandeln sie sich in weiße, kräftige, unbewegliche Larven, die von den Bienenlarven leben. Die Puppe überwintert. Die Fliegen erscheinen im April. Die Larven ernähren sich vom Vorrat in Bienenzellen, später von den Bienenlarven. Die Fliegen saugen Nektar. Diese Wollschweberart ist in Europa, Asien, Nordafrika, Nordamerika verbreitet.   Feuer-Goldwespe (Chrysis ignita) Alle Goldwespen leben parasitisch, die meisten bei verschiedenen Wespen-Familien und -Gattungen. Nur wenige entwickeln sich auch in den Nestern einiger Mauerbienen-Arten (Osmia), Blattschneiderbienen (Megachile) oder Schmalbienen (Lasioglossum) und evtl. auch Pelzbienen (Anthophora). Die Schmarotzer-Wirts-Beziehungen sind noch längst nicht vollständig erforscht: Chrysis ignata ist die häufigste Goldwespe und oft an Totholz-Nisthilfen zu beobachten. Zugleich ist sie aber auch die schwierigste: Experten vermuten, dass sich hinter dem bekannten grünblau-roten Phänotyp mehrere unterschiedlich große Arten mit mehreren Wirten "verstecken", die sich augenscheinlich nicht unterscheiden lassen. Die Hauptwirte sind solitäre Faltenwespen der Gattung Ancistrocerus, aber auch von Mauerbienen (Osmia spec.) und sogar Pelzbienen (Anthophora spec.) als Wirten wird berichtet. Wer Zeit hat und Geduld aufbringt, seine Nisthilfen und ihre Bewohner über längere Zeit zu beobachten, sollte darauf achten, in welche Nistgänge eine Goldwespe immer wieder schlüpft: Handelt es sich sicher um ein Mauerbienen-Nest, dann ist die Mauerbiene auch der Wirt der Goldwespe.
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