Sie nen­nen sich „Quad Con­nec­tion Det­mold“. Die Mit­glie­der die­ser Grup­pe tref­fen sich meis­tens sonn­tag­mit­tags an der Tank­stel­le Erfkamp. Von dort geht es wei­ter auf den Trup­pen­übungs­platz. Zwi­schen­durch ver­hän­gen die Quad-Biker ihre Num­mern­schil­der und fah­ren abseits der erlaub­ten Wege. Ihre Taten zei­gen sie im Inter­net auf einem eige­nen you­tube-Kanal mit 54 Abonnenten.

Auch am gest­ri­gen Sonn­tag war die Grup­pe wie­der unter­wegs, traf sich ab 12 Uhr an der Tank­stel­le und zer­stör­te die Natur. Mehr­fach fuh­ren sie  durch die Gewäs­ser, dreh­ten ihre Run­den und film­ten sich dabei.

Die Ran­ge Con­trol ist gegen die Dreis­tig­keit und Schnel­lig­keit wei­test­ge­hend macht­los. „Wir wis­sen um die Tref­fen und ver­su­chen den Per­so­nen hab­haft zu wer­den“, erläu­tert chief of patrol Pao­lo Bor­dona­row und sein Kol­le­ge Mar­tin Gostick. Wenn die bei­den die Quad­bi­ker sehen, fah­ren die­se aller­dings schnell über das Gelän­de uner­kannt davon. „Wir wer­den uns natür­lich nicht selbst in Gefahr bege­ben und über einen Boden fah­ren, auf dem noch explo­si­ve Muni­ti­on lagert“, so Bordonarow.

Aber nicht nur die auf dem Trup­pen­übungs­platz umher­lie­gen­de Muni­ti­on, stellt eine gro­ße Gefahr dar, die Row­dys zer­stö­ren auch die Natur.

Denn der Trup­pen­übungs­platz ist eine gro­ße Flä­che, die wenig durch Stra­ßen zer­schnit­ten und frei von Sied­lun­gen und inten­si­ver Land­wirt­schaft ist. Sie ist kaum durch Dün­ger und Pes­ti­zi­de belas­tet und von der Flur­be­rei­ni­gung in der zwei­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts ver­schont geblie­ben. So konn­te sich die Natur über lan­ge Zeit­räu­me kon­ti­nu­ier­lich und weit­ge­hend unge­stört entwickeln.

Der mili­tä­ri­sche Übungs­be­trieb trägt drit­tens zur land­schaft­li­chen Viel­falt bei. Für Schieß­übun­gen wer­den grö­ße­re Flä­chen baum­frei gehal­ten, was Offen­land­ar­ten wie Wild­bie­nen oder Hei­de­lerchen zugu­te­kommt. An man­chen Stel­len bre­chen Mili­tär­fahr­zeu­ge den Boden auf oder ver­dich­ten den Unter­grund, so dass dort klei­ne Tüm­pel ent­ste­hen, in denen sich Was­ser­in­sek­ten und Amphi­bi­en wie Gelb­bau­chun­ken und Kreuz­krö­ten ansiedeln.

All das zer­stö­ren die Quad-Biker. „Ich könn­te nur noch wei­nen“, erklärt eine Per­son, die sich die Vide­os anschaut. Juris­tisch gese­hen, ist das Ver­hal­ten der Quad Biker nur eine Ord­nungs­wid­rig­keit, die mit einer Geld­bu­ße von bis zu 250 Euro geahn­det wer­den kann. „Soll­ten wir den Übel­tä­ter aber häu­fi­ger auf­grei­fen, sehen wir uns beim Rich­ter wie­der“, erklärt Pao­lo Bordonarow.

Er kann das Ver­hal­ten der Quad Biker nicht ver­ste­hen. „Ja, ich wür­de hier auch ger­ne abseits der Wege wan­dern, tue es aber nicht, war­um zer­stö­ren die­se Leu­te also die Natur und bege­ben sich gleich­zei­tig in eine gro­ße Gefahr?“

Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN wer­den an dem Fall dran blei­ben und wei­ter dar­über berichten.

Von Redaktion

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