Eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung ist für eine zukunfts­fä­hi­ge Regi­on eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung. Der nun vor­lie­gen­de, ers­te Nach­hal­tig­keits­be­richt des Krei­ses sieht Lip­pe hier­bei auf einem guten Weg. Die  Bestands­auf­nah­me spie­gelt eine ins­ge­samt erfreu­li­che, nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung wider. Der Bericht betrach­tet, inwie­weit das Ver­wal­tungs­han­deln in sozia­len, öko­no­mi­schen und öko­lo­gi­schen Aspek­ten nach­hal­tig gestal­tet ist und wo es noch Hemm­nis­se gibt. „Die Ent­schei­dun­gen und Akti­vi­tä­ten der Kreis­ver­wal­tung sol­len und müs­sen sich lang­an­hal­tend posi­tiv auf die Gesell­schaft und unse­re Umwelt aus­wir­ken. Auf der Grund­la­ge des Nach­hal­tig­keits­be­richts bau­en wir auf und suchen nach pas­sen­den Stra­te­gien, um unse­ren Kreis in eine siche­re Zukunft zu füh­ren“, betont Land­rat Dr. Axel Leh­mann bei der Vorstellung. 

Für den Bericht hat sich die Ver­wal­tung an der Agen­da 2030 der Ver­ein­ten Natio­nen ori­en­tiert. Das inter­na­tio­na­le Pro­gramm, das für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung sowohl in sozia­len als auch in öko­no­mi­schen und öko­lo­gi­schen Berei­chen steht, gibt 17 kon­kre­te und über­prüf­ba­re Ziel­wer­te vor. Für die Umset­zung einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ist aller­dings auch die Berück­sich­ti­gung der indi­vi­du­el­len Situa­ti­on vor Ort unab­ding­bar. Daher hat der Kreis das Pro­gramm der UN mit dem Zukunfts­kon­zept Lip­pe 2025 (ZK 2025) zusam­men­ge­führt: „Um die Instru­men­te der Agen­da 2030 einem rea­lis­ti­schen Pra­xis­test zu unter­zie­hen, wer­den die glo­bal for­mu­lier­ten Zie­le mit den lip­pi­schen Zie­len har­mo­ni­siert. So wird die Agen­da 2030 im kon­kre­ten Ver­wal­tungs­han­deln ver­an­kert und ihre Umset­zung auf kom­mu­na­ler Ebe­ne trans­pa­rent“, erklärt Dr. Ute Röder, Fach­be­reichs­lei­te­rin Umwelt und Ener­gie beim Kreis Lippe.

Kon­kre­te Bei­spie­le und Fazit

Leit­ziel 2: Wirtschaft

Die Wirt­schaft in Lip­pe ent­wi­ckelt sich ana­log zum lan­des­wei­ten Trend ins­ge­samt posi­tiv: Die Daten der letz­ten Jah­re zu den Exis­tenz­grün­dun­gen und dem Anteil der Hoch­qua­li­fi­zier­ten zei­gen dies an. Der Bericht geht wei­ter­hin davon aus, dass sich die posi­ti­ve Ten­denz wei­ter ver­stär­ken wird, wenn die Pro­jek­te „Inno­va­ti­on Cam­pus“ in Lem­go und „Krea­tiv Cam­pus“ in Det­mold voll­stän­dig ange­lau­fen sind.

Leit­ziel 10: Natur‑, Umwelt- und Klimaschutz

Die Ent­wick­lun­gen im Umwelt- und Kli­ma­schutz stel­len sich dif­fe­ren­zier­ter dar. Das Abfall­auf­kom­men weist in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren eine ste­tig leich­te Stei­ge­rung auf. Im Bun­des­ver­gleich steht der Kreis Lip­pe hier aber gut da. Auch bei den Natur­schutz­flä­chen hat Lip­pe mit 16,9 Pro­zent der Gesamt­flä­che einen anhal­ten­den posi­ti­ven Trend und ist bun­des­weit einer der Krei­se mit den höchs­ten Antei­len an Natur­schutz- und Fau­na-Flo­ra-Habi­tat-Gebie­ten. Wei­te­re Ver­gleichs­da­ten, wie etwa der jähr­li­che Pro-Kopf-CO2-Aus­stoß, kön­nen erst im kom­men­den Nach­hal­tig­keits­be­richt aus­ge­wer­tet wer­den, da sie in Fünf-Jah­res-Rhyth­men zur Ver­fü­gung stehen.

In allen drei Berei­chen, die die Agen­da 2030 der Ver­ein­ten Natio­nen betrach­tet, konn­te die Regi­on einen Auf­wärts­trend ver­zeich­nen. Sowohl bei öko­no­mi­schen, öko­lo­gi­schen als auch sozia­len Fra­ge­stel­lun­gen hat sich der Kreis Ziel­vor­ga­ben gestellt, die schritt­wei­se ange­gan­gen wer­den. Gera­de in den Berei­chen Gesund­heit und Mobi­li­tät bie­ten sich Gestal­tungs­räu­me für nach­hal­ti­ge Pro­jek­te. Der nächs­te Bericht soll 2023 vor­lie­gen. Er wird erneut den Nach­hal­tig­keits­zu­stand des Krei­ses trans­pa­rent machen und auch die Aus­wir­kun­gen der der­zei­ti­gen Pan­de­mie wider­spieg­len. Zudem wer­den seit August alle Kreis­tags­ent­schei­dun­gen von der Ver­wal­tung einem Nach­hal­tig­keitscheck unterzogen.

Hin­ter­grund

Zur Prü­fung, ob und wie die Ziel­vor­ga­ben in Lip­pe ange­gan­gen wer­den, stützt sich die Kreis­ver­wal­tung auf eine Aus­wahl von 84 Indi­ka­to­ren. Rund die Hälf­te ent­stammt dem Kata­log, den die Ber­tels­mann Stif­tung mit ihrem Pilot­pro­jekt zum kom­mu­na­len Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment bereit­ge­stellt hat. Zudem hat der Kreis wei­te­re Indi­ka­to­ren defi­niert. Die Bestands­auf­nah­me ver­gleicht die Ent­wick­lung der aus­ge­wähl­ten Indi­ka­to­ren für die Jah­re 2012, 2015 und 2018. „Teil­wei­se muss­ten wir auf­grund der Daten­la­ge auf ande­re Jah­re zurück­grei­fen oder es gab kei­ne Ver­gleichs­wer­te. Bei den betrof­fe­nen Indi­ka­to­ren wird eine Ent­wick­lung erst ab der nächs­ten Erhe­bung sicht­bar sein“, so Karin Drex­ha­ge, Fach­ge­biets­lei­te­rin Umwelt­recht und Con­trol­ling, die den Bericht feder­füh­rend erstellt hat.

Von Redaktion

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