Dirk Stelte übernimmt RK-Vorsitz

Die Reser­vis­ten­ka­me­rad­schaft 33 Ersatz-Batail­lon 814 „Armi­ni­us“ hat mit Dirk Stel­te einen neu­en Vor­sit­zen­den. Ein­stim­mig haben ihn die Mit­glie­der bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung in der Oase am Don­ners­tag gewählt. Damit ver­ab­schie­det sich Micha­el Gube­la nach zwölf Jah­ren aus dem Amt, bleibt der Kame­rad­schaft aber wei­ter­hin treu.

„Eigent­lich soll­te es heu­te einen Rück­blick geben auf das, was war und einen Aus­blick auf das, was kommt“, sag­te Gube­la mit Blick auf die Tages­ord­nung. „Aber es ist in die­sem Jahr nicht viel pas­siert.“ Unter der Coro­na-Pan­de­mie habe das Ver­eins­le­ben enorm gelit­ten. Gemein­sa­me Tref­fen in gro­ßer Run­de muss­ten aus­fal­len. Kon­takt hiel­ten die Mit­glie­der den­noch, wenn auch nur digi­tal über Whats­app und Tele­fon. Auch die geplan­te Fei­er zum 20-jäh­ri­gen Bestehen fiel ins Was­ser. „Wenn es Ent­war­nung gibt, wol­len wir wie­der durch­star­ten.“

Micha­el Gube­la blick­te bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung aber nicht nur auf die­ses Jahr zurück, son­dern eben­falls auf die gesam­te Ver­eins­ge­schich­te, die er sowohl als Vor­sit­zen­der als auch als Grün­dungs­mit­glied mit­präg­te. „Vor 20 Jah­ren tra­fen sich sie­ben Reser­vis­ten, um eine RK zu grün­den“, sag­te er. Von vie­len sei­en sie dafür anfangs belä­chelt wor­den, doch mit der Zeit schlos­sen sich immer mehr Mit­glie­der an. Heu­te zählt die Kame­rad­schaft 54. In den Jah­ren haben sich nicht nur die Inter­es­sen gewan­delt – mitt­ler­wei­le wer­de lie­ber gegrillt anstatt Grün­kohl geges­sen –, son­dern auch das Mit­ein­an­der habe sich ver­än­dert. „Aus Kame­ra­den sind Freun­de gewor­den“, beton­te Gube­la. Und die kom­men in zwei Wochen mal wie­der bei einer gemein­sa­men Fahrt nach Däne­mark zusam­men.

Gube­la bedank­te sich beim Vor­stand, der ihm mit Rat und Tat zur Sei­te gestan­den habe. Als Vor­sit­zen­der trat er nicht noch ein­mal an. „Ich gebe das Amt mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge ab“, gestand er. Annet­te Rei­ches Kas­sen­be­richt fiel kurz aus. „Alles gut. Wir hat­ten in die­sem Jahr wenig Aus­ga­ben. Das ist ein guter Start“, resü­mier­te sie. Dirk Stel­te beschei­nig­te ihr eine ein­wand­freie Kas­sen­füh­rung.

Dirk Stel­te als neu­er Vor­sit­zen­der erhält in Zukunft Unter­stüt­zung von drei Stell­ver­tre­tern. Das sind Alex­an­der Becker, Björn Möh­wald und Kon­rad Dylus. Annet­te Rei­che stell­te sich nicht zur Wie­der­wahl. Das Amt des Kas­sie­rers bleibt aber in der Fami­lie und wird von ihrem Mann Frank Rei­che über­nom­men. Schrift­füh­rer ist Jörg Pen­ning, ein­stim­mig zu Revi­so­ren wur­den Annet­te Rei­che, Micha­el Gube­la, Dani­el Mei­er und Bernd Ehle­bracht ernannt. Dele­gier­te für die Kreis­de­le­gier­ten­ver­samm­lung sind außer Dirk Stel­te noch Bernd Ehle­bracht, Björn Möh­wald, Kon­rad Dylus, Alex­an­der Becker und Alex­an­der Kraut.

„Vie­len Dank für euer Ver­trau­en“, beton­te Dirk Stel­te in sei­ner neu­en Funk­ti­on als Vor­sit­zen­der. „Ich hof­fe, es wird ähn­lich spa­ßig wei­ter­ge­hen. Ihr sollt euch wie zu Hau­se füh­len.“ Dank sprach er auch bei sei­ner ers­ten offi­zi­el­len Amts­hand­lung aus. Für ihre tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung gab es für Annet­te Rei­che einen Blu­men­strauß und einen Essens­gut­schein. „Du hast jede Men­ge Arbeit geleis­tet und viel Herz­blut in die RK gesteckt“, sag­te Stel­te. Viel Lob ern­te­te eben­falls Micha­el Gube­la von sei­nem Nach­fol­ger. „Ich wer­de dich bestimmt das eine oder ande­re Mal um Rat fra­gen“, kün­dig­te Stel­te an. Im Bei­sein der Mit­glie­der wur­de Gube­la zum Ehren­vor­sit­zen­den ernannt. Die Urkun­de nahm er sicht­lich gern ent­ge­gen, eben­so ein Holz­stück samt Inschrift zur Erin­ne­rung und zum Dank für die geleis­te­te Arbeit. Für sei­ne 20-jäh­ri­ge Treue zum Ver­band der Reser­vis­ten der Deut­schen Bun­des­wehr wur­de zudem Dirk Stel­te geehrt. (pe)

„Aus Kame­ra­den sind Freun­de gewor­den” — Inter­view mit Micha­el Gube­la und Dirk Stel­te

Nach vie­len Jah­ren Vor­stands­ar­beit hat Micha­el Gube­la das Amt nun an Dirk Stel­te abge­ge­ben. Für die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN stell­ten sich die bei­den noch ein­mal vor, schau­en zurück und wer­fen auch einen Blick in die Zukunft.

Micha­el Gube­la ist 54 Jah­re alt, Ober­stabs­feld­we­bel der Reser­ve, beor­der­ter Reser­vist im Pan­zer­ba­tail­lon 203 und im zivi­len Leben kauf­män­ni­scher Ange­stell­ter. In der Reser­vis­ten­ka­me­rad­schaft 814 war er zwölf Jah­re Vor­sit­zen­der, davor Stell­ver­tre­ter und gehört mit zu den Grün­dungs­mit­glie­dern. Dirk Stel­te, 47 Jah­re, ist Stabs­ge­frei­ter der Reser­ve. Bevor er auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung am Don­ners­tag zum Vor­sit­zen­den gewählt wur­de, war er noch nicht im Vor­stand, ist jedoch bereits seit zwölf Jah­ren Mit­glied der RK. Bei einem Elek­tro­technik­un­ter­neh­men ist er als Ein­rich­ter tätig.

AN: Herr Gube­la, Sie haben die RK mit­ge­grün­det, waren vie­le Jah­re Vor­sit­zen­der. Was bleibt Ihnen aus die­ser Zeit in Erin­ne­rung?

Micha­el Gube­la: Wir haben mit sie­ben Leu­ten ange­fan­gen vor 20 Jah­ren. Heu­te sind wir 54. Wir haben uns über die Jah­re zu einem fes­ten Bestand­teil der Kreis­grup­pe ent­wi­ckelt und haben unter­stützt, wo wir konn­ten. Da bin auch stolz drauf. Mir war immer sehr wich­tig, dass es kei­ne Dienst­gra­de gibt, auch wenn wir hier alles – vom Oberst bis zum Gefrei­ten – haben. Nie­mand hat sei­nen Dienst­grad jemals raus­ge­kehrt. Und das wird in der Zukunft bestimmt so blei­ben. Es haben sich auch vie­le pri­va­te Din­ge ent­wi­ckelt. Vor zwei Jah­ren sind wir zum ers­ten Mal mit den Part­ne­rin­nen eini­ger Mit­glie­der nach Kopen­ha­gen in Däne­mark gefah­ren und in zwei Wochen geht es nach Bla­vand. Es freut mich, dass wir dadurch über den dienst­li­chen Rah­men hin­aus etwas zusam­men machen. Schön war auch die gemein­sa­me Sil­ves­ter­fei­er im ver­gan­ge­nen Jahr.

AN: Was waren beson­de­re Ereig­nis­se, per­sön­li­che Hoch- und Tief­punk­te?

Micha­el Gube­la: Die Mit­glie­der­zah­len gin­gen in den Jah­ren immer wie­der hoch, auch wenn ab und zu mal jemand gegan­gen ist. Zwi­schen­zeit­lich fragt man sich schon „War­um machst du das eigent­lich alles?“ (lacht), das ist ganz nor­mal. Es gibt aber immer wie­der Leu­te, die einen dazu ver­an­las­sen, wei­ter­zu­ma­chen. Für mich reicht es jetzt aber nach 20 Jah­ren.

AN: Was waren für Sie die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen als Vor­sit­zen­der? Wel­che Qua­li­tä­ten muss man für das Amt mit­brin­gen?

Micha­el Gube­la: Der Reser­vis­ten­ver­band ist ein mili­tä­risch gepräg­ter Ver­ein. Alles basiert auf Frei­wil­lig­keit. Man muss ein gewis­ses Fin­ger­spit­zen­ge­fühl haben, um den einen oder ande­ren nicht vor den Kopf zu sto­ßen, aber den­noch sanft füh­ren.

AN: Was hat sich seit der Grün­dung im Lau­fe der Jah­re ver­än­dert?

Micha­el Gube­la: Ganz bana­les Bei­spiel: Wir haben am Jah­res­en­de immer ein Grün­koh­les­sen gemacht, bis das irgend­wann kei­ner mehr sehen konn­te. Jetzt machen wir etwas ande­res. Die RK lebt von die­sen Fein­hei­ten, wir haben nie starr an Sachen fest­ge­hal­ten. Wir haben ein Mal im Jahr an einem Ort gegrillt, mitt­ler­wei­le wech­seln die Orte. Ver­än­dert hat sich auch die Bun­des­wehr an sich. Bei­spiels­wei­se wur­de die Wehr­pflicht abge­schafft. Das ist mit Sicher­heit eine sehr sport­li­che Her­aus­for­de­rung. Wir bekom­men zwar immer wie­der Nach­wuchs, aber das sind in der Regel Leu­te, die schon 10,15 Jah­re von der Bun­des­wehr weg sind. Jün­ge­re Kame­ra­den gibt es rela­tiv wenig. Der Reser­vis­ten­ver­band und damit auch die RKs muss­ten zum Bei­spiel auch auf Haus­halts­mit­tel­kür­zun­gen reagie­ren. Dar­um bin ich sehr froh, dass wir einen fes­ten Kern von Mit­glie­dern haben, auf den man sich immer ver­las­sen kann.

Dirk Stel­te: Die meis­ten, die man anspricht und fragt, ob sie Lust auf Reser­vis­ten­ar­beit haben, sagen: „Auf Schie­ßen ja, aber auf den Rest eher nicht“. Schie­ßen ist ein gro­ßer Magnet.

AN: Was hat sich durch Sie, Herr Gube­la, als Vor­sit­zen­den ver­än­dert? Was bleibt von der Ära Gube­la?

Micha­el Gube­la: Sicher­lich wird das eine oder ande­re hän­gen blei­ben. Es ist aber gut, dass die­se Ära nun been­det ist. Irgend­wann reicht es. Das heißt nicht, dass ich die Arbeit ungern gemacht habe, aber mir ist es wich­tig, dass es neu­en Wind gibt, neue Ideen, ein neu­es Team, einen neu­en Mann, der die RK in eine neue Rich­tung lenkt. Mal sehen, viel­leicht bleibt auch alles so, wie es ist.

AN: War­um wol­len Sie das Amt abge­ben?

Micha­el Gube­la: Es ist an der Zeit. Ich habe von 2016 auf 2017 vier Mona­te als Vor­sit­zen­der aus­ge­setzt, weil ich wäh­rend­des­sen als Reser­vist im Aus­lands­ein­satz war. Ein Stell­ver­tre­ter hat mei­ne Auf­ga­ben über­nom­men und das hat auch irgend­wie geklappt. Das hat mir gezeigt, es geht auch ohne, bezie­hungs­wei­se, es ist gut, dass es Ände­run­gen gibt.

AN: Fällt es Ihnen schwer das Amt abzu­ge­ben?

Micha­el Gube­la: Klar! Ich gehe auf jeden Fall mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge. Es ist schon schwie­rig, wenn man nach 20 Jah­ren sei­ne Unter­la­gen wei­ter­reicht.

AN: Sie sag­ten, dass es schwer war einen Nach­fol­ger zu fin­den. Wor­an lag das?

Micha­el Gube­la: Ich glau­be, das Ehren­amt hat heu­te all­ge­mein ein Pro­blem. Vie­le wol­len es nicht mehr machen, haben kei­ne Zeit dafür. Und wenn sie es machen wol­len, dann wol­len sie nur dabei sein und nicht die Arbeit machen. Als Vor­sit­zen­der gibt es eini­ges zu tun, ja, aber wenn man sich ent­spre­chend auf­stellt und Auf­ga­ben dele­giert, dann ist das kein Pro­blem. In unse­rer Gesell­schaft ist das Ehren­amt ein­fach nicht mehr popu­lär. Auch ande­re Orga­ni­sa­tio­nen, wie zum Bei­spiel das Rote Kreuz oder die Feu­er­wehr, kla­gen über Nach­wuchs­pro­ble­me. Wir sind heu­te weni­ger eine Wir-Gesell­schaft, son­dern in vie­len Berei­chen mehr ich-bezo­gen.

AN: Wie konn­te dann kon­kret ein Nach­fol­ger gefun­den wer­den?

Dirk Stel­te: Wir haben über­legt, wer das Amt über­neh­men kann. Der Plan ist, dass ich als ers­ter Vor­sit­zen­der viel mache, aber ich will auch nichts alles machen. Ich will einen Stab haben und die Auf­ga­ben ver­tei­len kön­nen. Wir sind alles Kame­ra­den, die mit anpa­cken kön­nen. Vie­le Hän­de, schnel­les Ende. Und da baue ich drauf.

AN: Haben Sie zunächst gezö­gert?

Dirk Stel­te: Ich habe mir das gut über­legt, war am Anfang aber tat­säch­lich nicht Feu­er und Flam­me. Aber ich ste­he hin­ter der RK und ich möch­te, dass es wei­ter­geht. Wenn alle aus dem Vor­stand mit­zie­hen, wird das bestimmt eine Run­de Sache. Die Struk­tu­ren wer­den sich nicht groß­ar­tig ändern. Die Kame­rad­schaft und der Spaß ste­hen wei­ter­hin im Vor­der­grund. Bestimmt wer­de ich mir von Micha­el noch den einen oder ande­ren Rat­schlag geben las­sen.

AN: Herr Stel­te, wo sehen Sie für sich die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen als Vor­sit­zen­der?

Dirk Stel­te: Ich den­ke, da wird sich vie­les zei­gen, was ich noch nicht bedacht habe. Grund­sätz­lich geht es dar­um, die Trup­pe zusam­men­zu­hal­ten. Es sind vie­le ver­schie­de­ne Cha­rak­te­re dabei, da ist es eine Her­aus­for­de­rung Din­ge zu machen, die allen gefal­len.

AN: Gibt es bestimm­te Pro­jek­te oder Ver­an­stal­tun­gen, die Sie als neu­er Vor­sit­zen­der als ers­tes ange­hen wol­len?

Dirk Stel­te: Den ers­ten Punkt will ich noch nicht ver­ra­ten. (Anmer­kung der Redak­ti­on: Micha­el Gube­la wur­de an dem Abend als Über­ra­schung zum Ehren­vor­sit­zen­den ernannt) Die Jubi­lä­ums­fei­er zum 20-jäh­ri­gen Bestehen muss­te wegen Coro­na in die­sem Jahr aus­fal­len. Die möch­ten wir im nächs­ten Jahr nach­ho­len.

AN: Wie hat sich Coro­na auf die RK aus­ge­wirkt?

Micha­el Gube­la: Wir muss­ten alle Akti­vi­tä­ten von hun­dert auf null run­ter­fah­ren, muss­ten alle geplan­ten Ver­an­stal­tun­gen, sowohl Ver­bands­ver­an­stal­tun­gen als auch dienst­li­che Ver­an­stal­tun­gen, absa­gen. Wir haben Kon­takt über Tele­fon, Whats­app und Face­book gehal­ten und uns auch mal mit dem einen oder ande­ren getrof­fen. Die Ver­eins­ar­beit hat unter der Pan­de­mie auf jeden Fall gelit­ten.

AN: Wo sehen sie die RK in der Zukunft?

Micha­el Gube­la: Die Ent­wick­lung in den letz­ten Jah­ren war in vie­len Berei­chen so rasant, dass ich kei­ne Pro­gno­se abge­ben kann. Ich den­ke, dass die Mit­glie­der­zahl sta­gnie­ren bis sin­ken wird, und zwar auf­grund der Tat­sa­che, dass die Wehr­pflicht aus­ge­setzt ist und nur weni­ge Leu­te nach­rü­cken. Inner­halb der RK haben wir ein sehr per­sön­li­ches Ver­hält­nis zuein­an­der und das wird bestimmt auch so blei­ben.

Dirk Stel­te: Wir leben die Kame­rad­schaft. Wer Hil­fe braucht, bekommt die auch. Übri­gens: Wer Inter­es­se hat der RK bei­zu­tre­ten, ist herz­lich will­kom­men. Schön ist, wenn man zur Trup­pe passt. Wir sind alle sehr locker. Wenn man dar­auf Lust hat, ist man bei uns rich­tig.

AN: Herr Gube­la, Herr Stel­te, herz­li­chen Dank für das Gespräch.

 

Das Inter­view führ­te AN-Redak­teu­rin Pia Engel­brecht.

Der Vor­stand: (v. l.) Björn Möh­wald (Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der), Jörg Pen­ning (Schrift­füh­rer), Dirk Stel­te (Vor­sit­zen­der), Frank Rei­che (Kas­sie­rer), Alex­an­der Becker (Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der), Dani­el Mei­er (Revi­sor), Annet­te Rei­che (Revi­sor), Kon­rad Dylus (Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der), Micha­el Gube­la (Revi­sor) und Bernd Ehle­bracht (Ehren­vor­sit­zen­der, Revi­sor).
Beson­de­rer Dank ging an Annet­te Rei­che, die ihr Amt als Kas­sie­re­rin nach acht Jah­ren nie­der­leg­te. Dirk Stel­te über­reich­te ihr einen Blu­men­strauß und einen Essens­gut­schein.
Micha­el Gube­la (Mit­te) freu­te sich über die Ernen­nung zum Ehren­vor­sit­zen­den. Die Urkun­de über­reich­te Dirk Stel­te (links), Björn Möh­wald dank­te dem schei­den­den Vor­sit­zen­den im Namen aller Mit­glie­der und über­reich­te ihm ein Holz­stück.

 

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Die Reservistenkameradschaft 33 Ersatz-Bataillon 814 „Arminius“ hat mit Dirk Stelte einen neuen Vorsitzenden. Einstimmig haben ihn die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung in der Oase am Donnerstag gewählt. Damit verabschiedet sich Michael Gubela nach zwölf Jahren aus dem Amt, bleibt der Kameradschaft aber weiterhin treu. „Eigentlich sollte es heute einen Rückblick geben auf das, was war und einen Ausblick auf das, was kommt“, sagte Gubela mit Blick auf die Tagesordnung. „Aber es ist in diesem Jahr nicht viel passiert.“ Unter der Corona-Pandemie habe das Vereinsleben enorm gelitten. Gemeinsame Treffen in großer Runde mussten ausfallen. Kontakt hielten die Mitglieder dennoch, wenn auch nur digital über Whatsapp und Telefon. Auch die geplante Feier zum 20-jährigen Bestehen fiel ins Wasser. „Wenn es Entwarnung gibt, wollen wir wieder durchstarten.“ Michael Gubela blickte bei der Jahreshauptversammlung aber nicht nur auf dieses Jahr zurück, sondern ebenfalls auf die gesamte Vereinsgeschichte, die er sowohl als Vorsitzender als auch als Gründungsmitglied mitprägte. „Vor 20 Jahren trafen sich sieben Reservisten, um eine RK zu gründen“, sagte er. Von vielen seien sie dafür anfangs belächelt worden, doch mit der Zeit schlossen sich immer mehr Mitglieder an. Heute zählt die Kameradschaft 54. In den Jahren haben sich nicht nur die Interessen gewandelt – mittlerweile werde lieber gegrillt anstatt Grünkohl gegessen –, sondern auch das Miteinander habe sich verändert. „Aus Kameraden sind Freunde geworden“, betonte Gubela. Und die kommen in zwei Wochen mal wieder bei einer gemeinsamen Fahrt nach Dänemark zusammen. Gubela bedankte sich beim Vorstand, der ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe. Als Vorsitzender trat er nicht noch einmal an. „Ich gebe das Amt mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab“, gestand er. Annette Reiches Kassenbericht fiel kurz aus. „Alles gut. Wir hatten in diesem Jahr wenig Ausgaben. Das ist ein guter Start“, resümierte sie. Dirk Stelte bescheinigte ihr eine einwandfreie Kassenführung. Dirk Stelte als neuer Vorsitzender erhält in Zukunft Unterstützung von drei Stellvertretern. Das sind Alexander Becker, Björn Möhwald und Konrad Dylus. Annette Reiche stellte sich nicht zur Wiederwahl. Das Amt des Kassierers bleibt aber in der Familie und wird von ihrem Mann Frank Reiche übernommen. Schriftführer ist Jörg Penning, einstimmig zu Revisoren wurden Annette Reiche, Michael Gubela, Daniel Meier und Bernd Ehlebracht ernannt. Delegierte für die Kreisdelegiertenversammlung sind außer Dirk Stelte noch Bernd Ehlebracht, Björn Möhwald, Konrad Dylus, Alexander Becker und Alexander Kraut. „Vielen Dank für euer Vertrauen“, betonte Dirk Stelte in seiner neuen Funktion als Vorsitzender. „Ich hoffe, es wird ähnlich spaßig weitergehen. Ihr sollt euch wie zu Hause fühlen.“ Dank sprach er auch bei seiner ersten offiziellen Amtshandlung aus. Für ihre tatkräftige Unterstützung gab es für Annette Reiche einen Blumenstrauß und einen Essensgutschein. „Du hast jede Menge Arbeit geleistet und viel Herzblut in die RK gesteckt“, sagte Stelte. Viel Lob erntete ebenfalls Michael Gubela von seinem Nachfolger. „Ich werde dich bestimmt das eine oder andere Mal um Rat fragen“, kündigte Stelte an. Im Beisein der Mitglieder wurde Gubela zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Urkunde nahm er sichtlich gern entgegen, ebenso ein Holzstück samt Inschrift zur Erinnerung und zum Dank für die geleistete Arbeit. Für seine 20-jährige Treue zum Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr wurde zudem Dirk Stelte geehrt. (pe) „Aus Kameraden sind Freunde geworden" - Interview mit Michael Gubela und Dirk Stelte Nach vielen Jahren Vorstandsarbeit hat Michael Gubela das Amt nun an Dirk Stelte abgegeben. Für die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN stellten sich die beiden noch einmal vor, schauen zurück und werfen auch einen Blick in die Zukunft. Michael Gubela ist 54 Jahre alt, Oberstabsfeldwebel der Reserve, beorderter Reservist im Panzerbataillon 203 und im zivilen Leben kaufmännischer Angestellter. In der Reservistenkameradschaft 814 war er zwölf Jahre Vorsitzender, davor Stellvertreter und gehört mit zu den Gründungsmitgliedern. Dirk Stelte, 47 Jahre, ist Stabsgefreiter der Reserve. Bevor er auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstag zum Vorsitzenden gewählt wurde, war er noch nicht im Vorstand, ist jedoch bereits seit zwölf Jahren Mitglied der RK. Bei einem Elektrotechnikunternehmen ist er als Einrichter tätig. AN: Herr Gubela, Sie haben die RK mitgegründet, waren viele Jahre Vorsitzender. Was bleibt Ihnen aus dieser Zeit in Erinnerung? Michael Gubela: Wir haben mit sieben Leuten angefangen vor 20 Jahren. Heute sind wir 54. Wir haben uns über die Jahre zu einem festen Bestandteil der Kreisgruppe entwickelt und haben unterstützt, wo wir konnten. Da bin auch stolz drauf. Mir war immer sehr wichtig, dass es keine Dienstgrade gibt, auch wenn wir hier alles – vom Oberst bis zum Gefreiten – haben. Niemand hat seinen Dienstgrad jemals rausgekehrt. Und das wird in der Zukunft bestimmt so bleiben. Es haben sich auch viele private Dinge entwickelt. Vor zwei Jahren sind wir zum ersten Mal mit den Partnerinnen einiger Mitglieder nach Kopenhagen in Dänemark gefahren und in zwei Wochen geht es nach Blavand. Es freut mich, dass wir dadurch über den dienstlichen Rahmen hinaus etwas zusammen machen. Schön war auch die gemeinsame Silvesterfeier im vergangenen Jahr. AN: Was waren besondere Ereignisse, persönliche Hoch- und Tiefpunkte? Michael Gubela: Die Mitgliederzahlen gingen in den Jahren immer wieder hoch, auch wenn ab und zu mal jemand gegangen ist. Zwischenzeitlich fragt man sich schon „Warum machst du das eigentlich alles?“ (lacht), das ist ganz normal. Es gibt aber immer wieder Leute, die einen dazu veranlassen, weiterzumachen. Für mich reicht es jetzt aber nach 20 Jahren. AN: Was waren für Sie die größten Herausforderungen als Vorsitzender? Welche Qualitäten muss man für das Amt mitbringen? Michael Gubela: Der Reservistenverband ist ein militärisch geprägter Verein. Alles basiert auf Freiwilligkeit. Man muss ein gewisses Fingerspitzengefühl haben, um den einen oder anderen nicht vor den Kopf zu stoßen, aber dennoch sanft führen. AN: Was hat sich seit der Gründung im Laufe der Jahre verändert? Michael Gubela: Ganz banales Beispiel: Wir haben am Jahresende immer ein Grünkohlessen gemacht, bis das irgendwann keiner mehr sehen konnte. Jetzt machen wir etwas anderes. Die RK lebt von diesen Feinheiten, wir haben nie starr an Sachen festgehalten. Wir haben ein Mal im Jahr an einem Ort gegrillt, mittlerweile wechseln die Orte. Verändert hat sich auch die Bundeswehr an sich. Beispielsweise wurde die Wehrpflicht abgeschafft. Das ist mit Sicherheit eine sehr sportliche Herausforderung. Wir bekommen zwar immer wieder Nachwuchs, aber das sind in der Regel Leute, die schon 10,15 Jahre von der Bundeswehr weg sind. Jüngere Kameraden gibt es relativ wenig. Der Reservistenverband und damit auch die RKs mussten zum Beispiel auch auf Haushaltsmittelkürzungen reagieren. Darum bin ich sehr froh, dass wir einen festen Kern von Mitgliedern haben, auf den man sich immer verlassen kann. Dirk Stelte: Die meisten, die man anspricht und fragt, ob sie Lust auf Reservistenarbeit haben, sagen: „Auf Schießen ja, aber auf den Rest eher nicht“. Schießen ist ein großer Magnet. AN: Was hat sich durch Sie, Herr Gubela, als Vorsitzenden verändert? Was bleibt von der Ära Gubela? Michael Gubela: Sicherlich wird das eine oder andere hängen bleiben. Es ist aber gut, dass diese Ära nun beendet ist. Irgendwann reicht es. Das heißt nicht, dass ich die Arbeit ungern gemacht habe, aber mir ist es wichtig, dass es neuen Wind gibt, neue Ideen, ein neues Team, einen neuen Mann, der die RK in eine neue Richtung lenkt. Mal sehen, vielleicht bleibt auch alles so, wie es ist. AN: Warum wollen Sie das Amt abgeben? Michael Gubela: Es ist an der Zeit. Ich habe von 2016 auf 2017 vier Monate als Vorsitzender ausgesetzt, weil ich währenddessen als Reservist im Auslandseinsatz war. Ein Stellvertreter hat meine Aufgaben übernommen und das hat auch irgendwie geklappt. Das hat mir gezeigt, es geht auch ohne, beziehungsweise, es ist gut, dass es Änderungen gibt. AN: Fällt es Ihnen schwer das Amt abzugeben? Michael Gubela: Klar! Ich gehe auf jeden Fall mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist schon schwierig, wenn man nach 20 Jahren seine Unterlagen weiterreicht. AN: Sie sagten, dass es schwer war einen Nachfolger zu finden. Woran lag das? Michael Gubela: Ich glaube, das Ehrenamt hat heute allgemein ein Problem. Viele wollen es nicht mehr machen, haben keine Zeit dafür. Und wenn sie es machen wollen, dann wollen sie nur dabei sein und nicht die Arbeit machen. Als Vorsitzender gibt es einiges zu tun, ja, aber wenn man sich entsprechend aufstellt und Aufgaben delegiert, dann ist das kein Problem. In unserer Gesellschaft ist das Ehrenamt einfach nicht mehr populär. Auch andere Organisationen, wie zum Beispiel das Rote Kreuz oder die Feuerwehr, klagen über Nachwuchsprobleme. Wir sind heute weniger eine Wir-Gesellschaft, sondern in vielen Bereichen mehr ich-bezogen. AN: Wie konnte dann konkret ein Nachfolger gefunden werden? Dirk Stelte: Wir haben überlegt, wer das Amt übernehmen kann. Der Plan ist, dass ich als erster Vorsitzender viel mache, aber ich will auch nichts alles machen. Ich will einen Stab haben und die Aufgaben verteilen können. Wir sind alles Kameraden, die mit anpacken können. Viele Hände, schnelles Ende. Und da baue ich drauf. AN: Haben Sie zunächst gezögert? Dirk Stelte: Ich habe mir das gut überlegt, war am Anfang aber tatsächlich nicht Feuer und Flamme. Aber ich stehe hinter der RK und ich möchte, dass es weitergeht. Wenn alle aus dem Vorstand mitziehen, wird das bestimmt eine Runde Sache. Die Strukturen werden sich nicht großartig ändern. Die Kameradschaft und der Spaß stehen weiterhin im Vordergrund. Bestimmt werde ich mir von Michael noch den einen oder anderen Ratschlag geben lassen. AN: Herr Stelte, wo sehen Sie für sich die größten Herausforderungen als Vorsitzender? Dirk Stelte: Ich denke, da wird sich vieles zeigen, was ich noch nicht bedacht habe. Grundsätzlich geht es darum, die Truppe zusammenzuhalten. Es sind viele verschiedene Charaktere dabei, da ist es eine Herausforderung Dinge zu machen, die allen gefallen. AN: Gibt es bestimmte Projekte oder Veranstaltungen, die Sie als neuer Vorsitzender als erstes angehen wollen? Dirk Stelte: Den ersten Punkt will ich noch nicht verraten. (Anmerkung der Redaktion: Michael Gubela wurde an dem Abend als Überraschung zum Ehrenvorsitzenden ernannt) Die Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen musste wegen Corona in diesem Jahr ausfallen. Die möchten wir im nächsten Jahr nachholen. AN: Wie hat sich Corona auf die RK ausgewirkt? Michael Gubela: Wir mussten alle Aktivitäten von hundert auf null runterfahren, mussten alle geplanten Veranstaltungen, sowohl Verbandsveranstaltungen als auch dienstliche Veranstaltungen, absagen. Wir haben Kontakt über Telefon, Whatsapp und Facebook gehalten und uns auch mal mit dem einen oder anderen getroffen. Die Vereinsarbeit hat unter der Pandemie auf jeden Fall gelitten. AN: Wo sehen sie die RK in der Zukunft? Michael Gubela: Die Entwicklung in den letzten Jahren war in vielen Bereichen so rasant, dass ich keine Prognose abgeben kann. Ich denke, dass die Mitgliederzahl stagnieren bis sinken wird, und zwar aufgrund der Tatsache, dass die Wehrpflicht ausgesetzt ist und nur wenige Leute nachrücken. Innerhalb der RK haben wir ein sehr persönliches Verhältnis zueinander und das wird bestimmt auch so bleiben. Dirk Stelte: Wir leben die Kameradschaft. Wer Hilfe braucht, bekommt die auch. Übrigens: Wer Interesse hat der RK beizutreten, ist herzlich willkommen. Schön ist, wenn man zur Truppe passt. Wir sind alle sehr locker. Wenn man darauf Lust hat, ist man bei uns richtig. AN: Herr Gubela, Herr Stelte, herzlichen Dank für das Gespräch.   Das Interview führte AN-Redakteurin Pia Engelbrecht. [caption id="attachment_9327" align="alignnone" width="300"] Der Vorstand: (v. l.) Björn Möhwald (Stellvertretender Vorsitzender), Jörg Penning (Schriftführer), Dirk Stelte (Vorsitzender), Frank Reiche (Kassierer), Alexander Becker (Stellvertretender Vorsitzender), Daniel Meier (Revisor), Annette Reiche (Revisor), Konrad Dylus (Stellvertretender Vorsitzender), Michael Gubela (Revisor) und Bernd Ehlebracht (Ehrenvorsitzender, Revisor).[/caption] [caption id="attachment_9328" align="alignnone" width="300"] Besonderer Dank ging an Annette Reiche, die ihr Amt als Kassiererin nach acht Jahren niederlegte. Dirk Stelte überreichte ihr einen Blumenstrauß und einen Essensgutschein.[/caption] [caption id="attachment_9329" align="alignnone" width="300"] Michael Gubela (Mitte) freute sich über die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Die Urkunde überreichte Dirk Stelte (links), Björn Möhwald dankte dem scheidenden Vorsitzenden im Namen aller Mitglieder und überreichte ihm ein Holzstück.[/caption]  

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