Nach Strafanzeige: Verständnislosigkeit über Wulfs Verhalten

„Ob das Verhalten von Dr. Andreas Wulf in diesen schwierigen Zeiten vorbildlich war, habe ich persönlich meine Zweifel.”

Sel­ten hat eine Nach­richt für mehr Dis­kus­sio­nen gesorgt, als die Mel­dung der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass ein Bür­ger eine Straf­an­zei­ge gegen Dr. Andre­as Wulf gestellt hat­te. Die­ser hat­te an einem Ern­te­dank­fest teil­ge­nom­men, an dem nach Zeu­gen­aus­sa­gen knapp 1000 Per­so­nen anwe­send waren — ohne jeg­li­che Coro­na­schutz­maß­nah­men.

In den sozia­len Medi­en ent­brann­te nach Ver­öf­fent­li­chung des Arti­kels eine Dis­kus­si­on, die bis zum Abend anhielt. Wäh­rend die Unter­stüt­zer Wul­fs häu­fig und nicht alle, in die übli­chen Refle­xe ver­fie­len: „Was soll die Kri­tik an Wulf”, äußer­ten sich aber vie­le auch dif­fe­ren­zier­ter. „Ein Bür­ger­meis­ter ist Vor­bild. Selbst wenn es kei­ne straf­ba­re Hand­lung gewe­sen ist, soll­te er als gutes Bei­spiel vor­an­ge­hen”, äußer­te sich ein Kom­men­ta­tor. Wulf selbst dis­ku­tier­te eif­rig mit, muss­te aber, bis auf sei­ner eige­nen Face­book­sei­te, viel Kri­tik ein­ste­cken.

Sei­ne Erklä­rungs­ver­su­che: „Ich bemü­he mich, mich am bibli­schen Auf­ruf „Fürch­tet Euch nicht” zu ori­en­tie­ren”, waren dabei Anlass, dass selbst wohl­mei­nen­de Zeit­ge­nos­sen den Kopf schüt­tel­ten. „Pri­ma, wenn das so ist, kann ich jetzt ha auch ohne Mas­ke ein­kau­fen gehen”, ent­geg­ne­te eine Lese­rin.

Auch in der Poli­tik stößt Wul­fs Vor­ge­hen auf Kri­tik. „Was im Rah­men der Ver­an­stal­tung rich­tig oder falsch war, wird sich recht­lich sicher­lich klä­ren las­sen”, erläu­ter­te Lutz Mül­ler. Sei­ne Mei­nung nach soll­te die Coro­na-Schutz­ver­ord­nung stets ein­ge­hal­ten wer­den, „und in Zei­ten einer Pan­de­mie müs­sen wir in allen Berei­chen beson­de­re Sorg­falt gegen­über ande­ren Men­schen wal­ten las­sen.”

„Als über­zeug­ter Christ glau­be ich an den Herrn, aber Gott­ver­trau­en darf nicht dazu füh­ren, dass die Regeln unse­res gemein­schaft­li­chen mensch­li­chen Mit­ein­an­der stra­pa­ziert wer­den”, unter­streicht Mül­ler. „Ohne Grund wur­de eine Coro­na-Schutz­ver­ord­nung nicht erlas­sen. Vie­le Viro­lo­gen arbei­ten fie­ber­haft an einem Impf­stoff um Men­schen­le­ben zu ret­ten. Das Pro­blem einer vor­han­de­nen Pan­de­mie muss stets im Vor­der­grund unse­res Han­delns ste­hen! Auch ich kann die gro­ße Sor­ge um die Gesund­heit mei­ner Mit­men­schen und mei­ner Fami­lie nicht aus­blen­den. Aber eine Pan­de­mie wird auch mal vor­über­ge­hen. Danach wird das gesell­schaft­li­che Leben wie­der auf­blü­hen. Bis dahin appel­lie­re ich an alle Mit­men­schen:” Nehmt Rück­sicht auf­ein­an­der und übt auch mal Ver­zicht”. Ich den­ke, es ist auch ein Gebot der christ­li­chen Nächs­ten­lie­be”, so der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der CDU.

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der FDP brach­te in sei­ner Stel­lung­nah­me den Zeit­punkt des Fes­tes mit ins Spiel. „Das Ern­te­dank­fest wird übli­cher­wei­se am ers­ten Wochen­en­de im Okto­ber gefei­ert. Wie­so es in die­sem Jahr vor­ge­zo­gen und schon im Sep­tem­ber am Wahl­sonn­tag gefei­ert wur­de, weiß ich lei­der nicht, es wird aber sei­ne guten Grün­de gehabt haben”, so Rit­ter. Der Bür­ger­meis­ter sei das Ober­haupt der Gemein­de und habe  gleich­zei­tig eine Vor­bild­funk­ti­on. „Falls Geset­ze über­tre­ten wur­den, gehe ich davon aus, dass der Bür­ger­meis­ter für die­se ein­steht. Ohne jedoch kon­kre­te Anhalts­punk­te zu ken­nen, möch­te ich kei­ne Stel­lung­nah­me abge­ben.  Soll­ten die Aus­sa­gen aber stim­men, hof­fe ich, dass alle Betei­lig­ten gesund sind und es auch blei­ben, damit es in der Gemein­de August­dorf nicht zu einer Aus­nah­me­si­tua­ti­on kommt”, so Rit­ter.

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Peter Kaup erklärt, „dass, nach­dem eine Straf­an­zei­ge gestellt wur­de, wird die­se jetzt erst­mal juris­tisch geprüft, ob Coro­na­schutz­re­geln ver­letzt wur­den oder nicht. Ob das Ver­hal­ten und die ver­such­ten Erklä­run­gen zur Teil­nah­me von Dr. Andre­as Wulf (und Fami­lie) als amtie­ren­der Bür­ger­meis­ter, in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten vor­bild­lich war, habe ich per­sön­lich aber mei­ne Zwei­fel.” Mehr möch­te Kaup dazu auf­grund des jetzt lau­fen­den Ver­fah­rens nicht sagen.

Der SPD-Frak­ti­ons­chef Hein­rich Schnei­der erklär­te, dass die aktu­el­le Coro­na­schutz­ver­ord­nung mei­nes Erach­tens sei­tens der Gemein­de bezie­hungs­wei­se des Ord­nungs­am­tes kei­ne Maß­nah­men zulas­se, um auch in den Bet­häu­sern die Hygie­ne- und Abstands­re­geln durchzusetzen.Das hat­te auch Iris Diek­mann vom Ord­nungs­amt erklärt.

„Der § 3 die­ser Ver­ord­nung erlaubt den Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, nach den von ihnen selbst auf­ge­stell­ten Beschrän­kun­gen, Got­tes­diens­te durch­zu­füh­ren. Selbst auf den Min­dest­ab­stand von 1,5 Metern zwi­schen den Per­so­nen kann ver­zich­tet wer­den, wenn die Teil­neh­mer auf fes­ten Plät­zen sit­zen bzw. die Rück­ver­folg­bar­keit sicher­ge­stellt wird.”

„Es ist auch für mich daher schwer­lich nach­zu­voll­zie­hen, dass in fast allen Lebens­be­rei­chen Ein­schrän­kun­gen vor­ge­schrie­ben wer­den, für Glau­bens­ge­mein­schaf­ten zur Aus­übung ihrer Got­tes­diens­te die­se Ein­schrän­kun­gen aber aus­drück­lich nicht gel­ten.

Mir ist bekannt, dass von den gro­ßen und orga­ni­sier­ten Kir­chen in Deutsch­land im Rah­men ihrer selbst auf­ge­stell­ten Beschrän­kun­gen die all­ge­mein gül­ti­gen Hygie­ne- und Abstands­re­geln ein­ge­hal­ten wer­den. Selbst auf­ge­stell­te Beschrän­kun­gen der hier in August­dorf prak­ti­zie­ren­den Glau­bens­ge­mein­schaf­ten sind mir nicht bekannt bzw. ist mir auch nicht geläu­fig, ob die­se Selbst­be­schrän­kun­gen ver­öf­fent­licht oder den Ord­nungs- oder Gesund­heits­be­hör­den zur Prü­fung vor­ge­legt wer­den müs­sen.”

Nach Aus­sa­ge der Pres­se­stel­le der Kreis­po­li­zei Lip­pe wird die Straf­an­zei­ge nun zur wei­te­ren Bear­bei­tung nach Bad Sal­zu­flen ver­schickt. Das dor­ti­ge Kri­mi­nal­kom­mis­sa­ri­at küm­mert sich um Ver­stö­ße gegen das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz.

 

 

 

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Selten hat eine Nachricht für mehr Diskussionen gesorgt, als die Meldung der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass ein Bürger eine Strafanzeige gegen Dr. Andreas Wulf gestellt hatte. Dieser hatte an einem Erntedankfest teilgenommen, an dem nach Zeugenaussagen knapp 1000 Personen anwesend waren - ohne jegliche Coronaschutzmaßnahmen. In den sozialen Medien entbrannte nach Veröffentlichung des Artikels eine Diskussion, die bis zum Abend anhielt. Während die Unterstützer Wulfs häufig und nicht alle, in die üblichen Reflexe verfielen: "Was soll die Kritik an Wulf", äußerten sich aber viele auch differenzierter. "Ein Bürgermeister ist Vorbild. Selbst wenn es keine strafbare Handlung gewesen ist, sollte er als gutes Beispiel vorangehen", äußerte sich ein Kommentator. Wulf selbst diskutierte eifrig mit, musste aber, bis auf seiner eigenen Facebookseite, viel Kritik einstecken. Seine Erklärungsversuche: "Ich bemühe mich, mich am biblischen Aufruf "Fürchtet Euch nicht" zu orientieren", waren dabei Anlass, dass selbst wohlmeinende Zeitgenossen den Kopf schüttelten. "Prima, wenn das so ist, kann ich jetzt ha auch ohne Maske einkaufen gehen", entgegnete eine Leserin. Auch in der Politik stößt Wulfs Vorgehen auf Kritik. "Was im Rahmen der Veranstaltung richtig oder falsch war, wird sich rechtlich sicherlich klären lassen", erläuterte Lutz Müller. Seine Meinung nach sollte die Corona-Schutzverordnung stets eingehalten werden, "und in Zeiten einer Pandemie müssen wir in allen Bereichen besondere Sorgfalt gegenüber anderen Menschen walten lassen." "Als überzeugter Christ glaube ich an den Herrn, aber Gottvertrauen darf nicht dazu führen, dass die Regeln unseres gemeinschaftlichen menschlichen Miteinander strapaziert werden", unterstreicht Müller. "Ohne Grund wurde eine Corona-Schutzverordnung nicht erlassen. Viele Virologen arbeiten fieberhaft an einem Impfstoff um Menschenleben zu retten. Das Problem einer vorhandenen Pandemie muss stets im Vordergrund unseres Handelns stehen! Auch ich kann die große Sorge um die Gesundheit meiner Mitmenschen und meiner Familie nicht ausblenden. Aber eine Pandemie wird auch mal vorübergehen. Danach wird das gesellschaftliche Leben wieder aufblühen. Bis dahin appelliere ich an alle Mitmenschen:" Nehmt Rücksicht aufeinander und übt auch mal Verzicht". Ich denke, es ist auch ein Gebot der christlichen Nächstenliebe", so der Fraktionsvorsitzende der CDU. Der Fraktionsvorsitzende der FDP brachte in seiner Stellungnahme den Zeitpunkt des Festes mit ins Spiel. "Das Erntedankfest wird üblicherweise am ersten Wochenende im Oktober gefeiert. Wieso es in diesem Jahr vorgezogen und schon im September am Wahlsonntag gefeiert wurde, weiß ich leider nicht, es wird aber seine guten Gründe gehabt haben", so Ritter. Der Bürgermeister sei das Oberhaupt der Gemeinde und habe  gleichzeitig eine Vorbildfunktion. "Falls Gesetze übertreten wurden, gehe ich davon aus, dass der Bürgermeister für diese einsteht. Ohne jedoch konkrete Anhaltspunkte zu kennen, möchte ich keine Stellungnahme abgeben.  Sollten die Aussagen aber stimmen, hoffe ich, dass alle Beteiligten gesund sind und es auch bleiben, damit es in der Gemeinde Augustdorf nicht zu einer Ausnahmesituation kommt", so Ritter. Der Fraktionsvorsitzende Peter Kaup erklärt, "dass, nachdem eine Strafanzeige gestellt wurde, wird diese jetzt erstmal juristisch geprüft, ob Coronaschutzregeln verletzt wurden oder nicht. Ob das Verhalten und die versuchten Erklärungen zur Teilnahme von Dr. Andreas Wulf (und Familie) als amtierender Bürgermeister, in diesen schwierigen Zeiten vorbildlich war, habe ich persönlich aber meine Zweifel." Mehr möchte Kaup dazu aufgrund des jetzt laufenden Verfahrens nicht sagen. Der SPD-Fraktionschef Heinrich Schneider erklärte, dass die aktuelle Coronaschutzverordnung meines Erachtens seitens der Gemeinde beziehungsweise des Ordnungsamtes keine Maßnahmen zulasse, um auch in den Bethäusern die Hygiene- und Abstandsregeln durchzusetzen.Das hatte auch Iris Diekmann vom Ordnungsamt erklärt. "Der § 3 dieser Verordnung erlaubt den Religionsgemeinschaften, nach den von ihnen selbst aufgestellten Beschränkungen, Gottesdienste durchzuführen. Selbst auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Personen kann verzichtet werden, wenn die Teilnehmer auf festen Plätzen sitzen bzw. die Rückverfolgbarkeit sichergestellt wird." "Es ist auch für mich daher schwerlich nachzuvollziehen, dass in fast allen Lebensbereichen Einschränkungen vorgeschrieben werden, für Glaubensgemeinschaften zur Ausübung ihrer Gottesdienste diese Einschränkungen aber ausdrücklich nicht gelten. Mir ist bekannt, dass von den großen und organisierten Kirchen in Deutschland im Rahmen ihrer selbst aufgestellten Beschränkungen die allgemein gültigen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Selbst aufgestellte Beschränkungen der hier in Augustdorf praktizierenden Glaubensgemeinschaften sind mir nicht bekannt bzw. ist mir auch nicht geläufig, ob diese Selbstbeschränkungen veröffentlicht oder den Ordnungs- oder Gesundheitsbehörden zur Prüfung vorgelegt werden müssen." Nach Aussage der Pressestelle der Kreispolizei Lippe wird die Strafanzeige nun zur weiteren Bearbeitung nach Bad Salzuflen verschickt. Das dortige Kriminalkommissariat kümmert sich um Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.      

Leserbriefe zu “Nach Strafanzeige: Verständnislosigkeit über Wulfs Verhalten

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Was machen wir eigent­lich falsch?
    Seit Mona­ten sind über­all die Ver­an­stal­tun­gen für Senio­rin­nen und Senio­ren von AWO, DRK und wei­te­ren Sozi­al­ver­bän­den gestoppt. Die Grün­de dafür sind bekannt. 35 Omas und Opas im Bür­ger­zen­trum von August­dorf kön­nen nicht im Ein­klang mit den Coro­na-Bestim­mun­gen bei­ein­an­der­sit­zen und reden, sin­gen, Kuchen essen. Aber 1000 Bap­tis­ten kön­nen dies im Bet­haus an der Haus­ten­be­cker Stra­ße. War­um das geht? Dok­ter Wulf weiß es: „Fürch­tet euch nicht!“ Genau das aber soll­ten wir tun, wenn er Bür­ger­meis­ter blei­ben soll­te.

    1. Recht hast Du Klaus !!! Aber es geht nicht um Bap­tis­ten , die ver­teu­felt wer­den!!! Wir soll­ten uns nicht dar­an betei­li­gen noch tie­fe­re Grä­ben zu schaf­fen. Viel­mehr soll­ten wir end­lich den Mut haben , den Ver­ur­sa­cher der Spal­tung im Dorf deut­lich zu benen­nen und alles tun , uns end­lich von die­ser Per­son zu befrei­en und gemein­sam zusam­men­zu­ste­hen und uns von dem amtie­ren­den Bür­ger­meis­ter los­sa­gen , und das am Sonn­tag in einer Woche. Es sind nicht die Bap­tis­ten in den Bet­häu­sern, die unse­re Gesell­schaft gefähr­den . Es ist der ego­ma­ne ( inzwi­schen unbe­schreib­lich inhu­ma­ne ) Ober­christ im Rat­haus, der aus­schließ­lich selbst­herr­lich und sakro­sankt bestimmt, was gut und rich­tig ist, und der dem Zusam­men­wach­sen und dem Gemein­sa­men im Wege steht. Ich kann mir ein freund­schaft­li­ches Zusam­men­le­ben auch mit den Bap­tis­ten durch­aus vor­stel­len. Es gibt nicht weni­ge flei­ßi­ge und ehr­li­che Mit­bür­ger unter ihnen. Aber so lan­ge Herr Dr. Wulf die­se Spal­tung betreibt aus ein­deu­tig ego­is­ti­schen Grün­den, wird die Umkehr zu freund­schaft­li­chem Mit­ein­an­der immer schwe­rer. Wir müs­sen den Mut auf­brin­gen den Virus Wulf zu bekämp­fen. Bekla­gen allein hilft nicht. Ich habe mei­nen Teil dazu bei­getra­gen und kann nur hof­fen , dass das ande­re auch tun end­lich mal-

  2. Zitat
    „Es ist auch für mich daher schwer­lich nach­zu­voll­zie­hen, dass in fast allen Lebens­be­rei­chen Ein­schrän­kun­gen vor­ge­schrie­ben wer­den, für Glau­bens­ge­mein­schaf­ten zur Aus­übung ihrer Got­tes­diens­te die­se Ein­schrän­kun­gen aber aus­drück­lich nicht gel­ten.”
    Zitat Ende

    Für Got­tes­diens­te wur­de ledig­lich eine Rege­lung über­nom­men, die für auch für Sport­ver­an­stal­tun­gen und Kon­zer­te gilt.

  3. Fürch­tet Euch nicht??? Doch, lie­be August­dor­fe­rIn­nen, fürch­tet Euch! Fürch­tet Euch vor so einem ver­ant­wor­tungs­lo­sen, grob fahr­läs­sig han­deln­den Bür­ger­meis­ter! Eben die­ser Bür­ger­meis­ter ist Chef der Ver­wal­tung und damit auch der Ord­nungs­be­hör­de, wel­che die Ein­hal­tung der Coro­na-Schutz­maß­nah­men sicher­stel­len und damit Leib und Leben unse­rer Bür­ger schüt­zen soll. Aber wie soll das bit­te bei so einem Chef funk­tio­nie­ren?
    Ob hier tat­säch­lich gegen die gel­ten­den Vor­schrif­ten ver­sto­ßen wur­de, sei zum jet­zi­gen Zeit­punkt dahin­ge­stellt. Das wer­den die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den klä­ren müs­sen. Aber: Ein Bür­ger­meis­ter ist ers­ter Bür­ger der Gemein­de und hat im öffent­li­chen Leben der Gemein­de in jeder Hin­sicht (!) eine Vor­bild­funk­ti­on! Das Ver­hal­ten des Dr. Wulf war hier offen­sicht­lich alles ande­re als vor­bild­lich, es war rück­sichts­los. Und sich dann auch noch öffent­lich damit zu rüh­men, dass August­dorf bis­lang ja gerin­ge Infek­ti­ons­zah­len und noch gar kei­ne Todes­fäl­le habe — das ver­schlägt mir voll­ends die Spra­che. Ist das etwa sein Ver­dienst? Nein, das ist wohl eher auf das beson­ne­ne Ver­hal­ten der August­dor­fer Bür­ge­rIn­nen zurück­zu­füh­ren. Will Dr. Wulf mit sol­chen Aus­sa­gen die bewie­se­ne Gefähr­lich­keit die­ses Virus her­un­ter­spie­len oder sucht er wie so oft nur nach Aus­re­den? Wie auch immer. Gott bewah­re, dass es durch die­se Sorg­lo­sig­keit in unse­rer Gemein­de zu einem schlim­men Aus­bruch der Pan­de­mie mit unvor­her­seh­ba­ren Fol­gen kommt!
    Ich gebe Frau Len­ge­ling recht, dass die­ses Vor­komm­nis nicht zum Wahl­kampf­the­ma gemacht wer­den soll­te. Aber die Sor­ge um das Wohl­erge­hen sei­ner Gemein­de, und das in jeder Hin­sicht, ist aller­ers­te Pflicht eines Bür­ger­meis­ters. Und aktu­ell haben wir, die Wäh­ler­schaft, es mit unse­ren Stim­men noch in der Hand, Dr. Wulf bei der Stich­wahl am 27.09. aus sei­ner ver­ant­wor­tungs­vol­len Posi­ti­on zu ent­fer­nen.
    Aber viel­leicht geschieht ja auch noch ein Wun­der: Dr. Wulf über­nimmt die Ver­ant­wor­tung, bekennt sich zu sei­nem grob fahr­läs­si­gen Han­deln und zieht die Kon­se­quen­zen dar­aus: Rück­tritt vom Bür­ger­meis­ter­amt und sei­ner erneu­ten Kan­di­da­tur. An die­ses Wun­der glau­be ich nicht, dafür umso mehr an die Weit­sicht klu­ger Wäh­le­rIn­nen.

  4. Ich tei­le die Mei­nung der August­dor­fer, dass wir unse­re Mit­men­schen nicht durch unser Ver­hal­ten gefähr­den dür­fen. In der Zeit der Pan­de­mie heißt das, dass jeder Bür­ger sich an die gel­ten­den Rege­lun­gen hal­ten muss.
    Ich wür­de die­ses The­ma aller­dings in der Zeit vor der Stich­wahl nicht zum Wahl­kampf­the­ma wäh­len. Ich set­ze eher auf Fair­ness in Wor­ten und Ver­hal­ten.
    Tipp an den Bür­ger­meis­ter: Spre­chen Sie mit der Bap­tis­ten­ge­mein­de und wei­sen Sie auf die Not­wen­dig­keit der von der Regie­rung vor­ge­schrie­be­nen Maß­nah­men hin. Wir leben in einer Gesell­schaft, in der glück­li­cher­wei­se allen Men­schen glei­che Rech­te zuteil wer­den und somit jeder die Pflicht hat dar­auf zu ach­ten, Krank­hei­ten nicht fahr­läs­sig auf ande­re zu über­tra­gen.
    Kor­ne­lia Len­ge­ling

    1. Auch zu spä­ter Stun­de bedan­ke ich mich bei einem auf­rech­ten Mann für sei­ne tref­fen­den Wor­te !! Es geht über alle Par­tei­gren­zen hin­weg doch dar­um , dass wir gemein­sam die­ser arro­gant ego­ma­nen Per­son Ein­halt gebie­ten. Eine gan­ze Rei­he von Zeu­gen bestä­ti­gen inzwi­schen , dass bei der Mas­sen­ver­an­stal­tung am Wahl­sonn­tag im Bet­haus an der Haus­ten­be­cker Stra­ße kei­ne vor­ge­schrie­be­nen Schutz­maß­nah­men ein­ge­hal­ten wur­den. Und das bedeu­tet , dass Herr Dr. Wulf schlicht­weg gelo­gen hat, selbst beim Inter­view mit dem WDR !!!! Bei fast 1000 von von Insi­dern und Teil­neh­mern bestä­tig­ten Teil­neh­mern war ein Abstand von andert­halb Metern nicht ein­zu­hal­ten und irgend­ei­ne Regis­trie­rung zur Kon­takt­nach­ver­fol­gung oder ande­re Vor­sichts­maß­nah­men und auch Des­in­fek­ti­ons­mög­lich­kei­ten hat es nicht gege­ben. !!! Das bezeu­gen vie­le Teil­neh­mer !!!
      Wenn bis­her höf­lich der Bür­ger­meis­ter als „Bür­ger­meis­ter der Halb­wahr­hei­ten” gegol­ten hat, dann muss das kor­ri­giert wer­den zu Bür­ger­meis­ter, der L Ü G T , und das selbst im Fern­se­hen !!!!
      Es hat mit dem andau­ern­den Wahl­kampf gar nichts zu tun , es hat damit etwas zu tun, ob sich die August­dor­fer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und Wäh­ler das und die­se Per­son noch gefal­len las­sen wol­len .
      Dass aus­ge­rech­net in die­se Zeit die­se skan­da­lö­sen Vor­komm­nis­se fal­len, ist nicht von irgend­wel­chen par­tei­po­li­ti­schen Beein­flus­sun­gen geprägt, es ist die Angst , die umgeht, wenn so etwas pas­siert !
      Weh­ren wir uns gegen die­se rigo­ros unmensch­li­che Hal­tung und schüt­zen wir uns und unse­re Kin­der und Enkel vor solch einer Per­son !! Ich habe mei­nen Bei­trag dazu geleis­tet und hof­fe auf die Ver­nunft und Ein­sicht mei­ner ver­nünf­ti­gen Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger. Ob Wahl­kampf ist oder nicht, ist nicht das Ent­schei­den­de !!! Wehrt Euch , das ist das Gebot der Stun­de !!

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