Strafanzeige: Wulf hat kein Einsehen / WDR berichtet

Die Auf­re­gung um die Teil­nah­me von Dr. Andre­as Wulf an dem Ern­te­dank­fest in der Bap­tis­ten-Brü­der-Gemein­de an der Haus­ten­be­cker Stra­ße reißt nicht ab. Durch die Berich­te in den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN wur­de auch der WDR auf den Vor­gang auf­merk­sam, der seit der Ver­öf­fent­li­chung durch die AN hohe Wel­len schlägt. Die­ser ver­öf­fent­lich­te dazu einen Bei­trag in der Lokal­zeit am Mitt­woch­abend.

Weni­ge Stun­den vor der Aus­strah­lung hat­te Wulf ver­sucht, die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN dazu zu brin­gen, die ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel zu kor­ri­gie­ren. Er setz­te der Redak­ti­on eine Frist bis Mitt­woch­abend. In sei­nem Schrei­ben, dass er auch per whats­app an ver­schie­de­ne Per­so­nen ver­brei­te­te, behaup­tet er, dass gar kei­ne Anzei­ge gegen ihn vor­lie­ge. (Das voll­stän­di­ge Schrei­ben kön­nen Sie hier nach­le­sen.)

Die­ser Aus­sa­ge wider­spricht aber nicht nur der WDR in sei­nem Bei­trag. Die Anzei­gen­stel­ler, die sich an die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gewandt hat­ten, kom­men auch im WDR zu Wort und kön­nen bele­gen, dass sie eine Anzei­ge gegen Wulf und den Lei­ter der Bap­tis­ten-Brü­der­ge­mein­de gestellt haben. 

Was Wulf in sei­ner Stel­lung­nah­me, die er dem WDR gegen­über gege­ben hat, ver­kennt, ist die mora­li­sche Trag­wei­te der Geschich­te. Es mag sein, dass die Ange­le­gen­heit kei­ne straf­recht­li­che Rele­vanz hat, das wird sich noch her­aus­stel­len — sie hat aber eine mora­li­sche. „Eben die­ser Bür­ger­meis­ter ist Chef der Ver­wal­tung und damit auch der Ord­nungs­be­hör­de, wel­che die Ein­hal­tung der Coro­na-Schutz­maß­nah­men sicher­stel­len und damit Leib und Leben unse­rer Bür­ger schüt­zen soll”, heißt es in einem Leser­brief, der ges­tern ver­öf­fent­licht wur­de. Und auch aus der Ver­wal­tung kom­men zahl­rei­che Stim­men, die sagen: „Ich wäre da nie hin­ge­gan­gen.”

In sei­ner Stel­lung­nah­me gegen­über dem WDR behaup­tet Wulf wei­ter­hin, dass er Hygie­ne­be­stim­mun­gen in dem Bet­haus vor­ge­fun­den habe; nach der Sen­dung mel­de­ten sich diesbzüg­lich aber gleich zwei Mit­glie­der der Gemein­de bei der Redak­ti­on, die beto­nen: „Das stimmt nicht, es gab näm­lich kei­ne Hygie­ne­maß­nah­men.” Auch Klaus Senft, der eben­falls Gast bei der Fei­er war und die­sen Besuch im Nach­hin­ein bereut, unter­streicht. „Nein, es gab kei­ne Hygie­ne­maß­re­geln.”

Die WDR-Repor­te­rin erklärt, dass Wulf doch sei­ne Behaup­tung auf sei­ner Home­page ein­fach hät­te schrei­ben sol­len; statt­des­sen trös­te er mit dem bibli­schen Auf­ruf: „Fürch­tet Euch nicht.” Ein Satz, der nicht nur vie­len August­dor­fern sau­er auf­stößt, auch der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Lutz Mül­ler hat eine kla­re Mei­nung dazu: „So einen Satz zu zitie­ren und dann in eine Groß­ver­an­stal­tung zu gehen, hal­te ich ein­fach für schlicht­weg nicht ange­bracht.”

Die Redak­ti­on hat Dr. Wulf natür­lich umge­hend auf sei­ne E‑Mail geant­wor­tet und ihm signa­li­siert, dass kei­ne der von uns getä­tig­ten Aus­sa­gen zurück­zu­neh­men sei­en. Durch die Sen­dung im WDR haben die­se nun auch noch zusätz­li­che Unter­stüt­zung erfah­ren.

 

 

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Die Aufregung um die Teilnahme von Dr. Andreas Wulf an dem Erntedankfest in der Baptisten-Brüder-Gemeinde an der Haustenbecker Straße reißt nicht ab. Durch die Berichte in den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN wurde auch der WDR auf den Vorgang aufmerksam, der seit der Veröffentlichung durch die AN hohe Wellen schlägt. Dieser veröffentlichte dazu einen Beitrag in der Lokalzeit am Mittwochabend. Wenige Stunden vor der Ausstrahlung hatte Wulf versucht, die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN dazu zu bringen, die veröffentlichten Artikel zu korrigieren. Er setzte der Redaktion eine Frist bis Mittwochabend. In seinem Schreiben, dass er auch per whatsapp an verschiedene Personen verbreitete, behauptet er, dass gar keine Anzeige gegen ihn vorliege. (Das vollständige Schreiben können Sie hier nachlesen.) Dieser Aussage widerspricht aber nicht nur der WDR in seinem Beitrag. Die Anzeigensteller, die sich an die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gewandt hatten, kommen auch im WDR zu Wort und können belegen, dass sie eine Anzeige gegen Wulf und den Leiter der Baptisten-Brüdergemeinde gestellt haben.  Was Wulf in seiner Stellungnahme, die er dem WDR gegenüber gegeben hat, verkennt, ist die moralische Tragweite der Geschichte. Es mag sein, dass die Angelegenheit keine strafrechtliche Relevanz hat, das wird sich noch herausstellen - sie hat aber eine moralische. "Eben dieser Bürgermeister ist Chef der Verwaltung und damit auch der Ordnungsbehörde, welche die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen sicherstellen und damit Leib und Leben unserer Bürger schützen soll", heißt es in einem Leserbrief, der gestern veröffentlicht wurde. Und auch aus der Verwaltung kommen zahlreiche Stimmen, die sagen: "Ich wäre da nie hingegangen." In seiner Stellungnahme gegenüber dem WDR behauptet Wulf weiterhin, dass er Hygienebestimmungen in dem Bethaus vorgefunden habe; nach der Sendung meldeten sich diesbzüglich aber gleich zwei Mitglieder der Gemeinde bei der Redaktion, die betonen: "Das stimmt nicht, es gab nämlich keine Hygienemaßnahmen." Auch Klaus Senft, der ebenfalls Gast bei der Feier war und diesen Besuch im Nachhinein bereut, unterstreicht. "Nein, es gab keine Hygienemaßregeln." Die WDR-Reporterin erklärt, dass Wulf doch seine Behauptung auf seiner Homepage einfach hätte schreiben sollen; stattdessen tröste er mit dem biblischen Aufruf: "Fürchtet Euch nicht." Ein Satz, der nicht nur vielen Augustdorfern sauer aufstößt, auch der Fraktionsvorsitzende Lutz Müller hat eine klare Meinung dazu: "So einen Satz zu zitieren und dann in eine Großveranstaltung zu gehen, halte ich einfach für schlichtweg nicht angebracht." Die Redaktion hat Dr. Wulf natürlich umgehend auf seine E-Mail geantwortet und ihm signalisiert, dass keine der von uns getätigten Aussagen zurückzunehmen seien. Durch die Sendung im WDR haben diese nun auch noch zusätzliche Unterstützung erfahren.    

Leserbriefe zu “Strafanzeige: Wulf hat kein Einsehen / WDR berichtet

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Guten Mor­gen,
    auch eini­ge Tage danach bleibt Fas­sungs­lo­sig­keit. Nicht weil ein Orts­vor­ste­her zu einem Ern­te­dank­fest geht. Die reli­giö­se Aus­s­rich­tung soll­te kei­ne Rol­le spie­len (wobei hier eine Len­kungs­stra­te­gie mit Auf­bau einer Gefolg­schaft schon erkenn­bar ist!)
    Aber von vor­ne: Fahr­rad Fah­ren ohne Helm, Fah­ren ent­ge­gen der Ein­bahn­stra­ße, Par­ken an frei zu hal­ten­den Feu­er­wehr­zu­fahr­ten, Aus­re­den zu jedem The­ma, Ein­sichts­lo­sig­keit!? Ach, es scheint müßig zu sein die­sen Herrn auf sei­ne Vor­bild­funk­ti­on hin­zu­wei­sen, denn er ist kein Vor­bild und wird es nie sein! Wer Falsch­par­ker im Ort sinn­los zah­len lässt (sich um den sons­ti­gen Ver­kehr nicht müht (!!!)), und sich dann wegen offen­bar nicht ein­ge­hal­te­ner Rege­lun­gen der Hygie­ne­vor­schrif­ten und Abstands­re­ge­lun­gen auch noch im Unrecht wähnt, darf kein Bür­ger­meis­ter sein! Ein Bür­ger­meis­ter muss Garant für das Ein­hal­ten staat­li­cher Vor­ga­ben sein! Wie kann ein Orts­vor­ste­her ernst­haft Kin­dern auf Nach­fra­ge ant­wor­ten, er sei ein guter Rad­fah­rer und bräuch­te des­we­gen kei­nen Helm! Wie kann der Lei­ter des Ord­nungs­am­tes selbst alle Vor­ga­ben igno­rie­ren, wäh­rend sich Ver­kehrs­po­li­zis­ten und Leh­rer den Mund fus­se­lig reden. In Schu­len und ande­ren Ein­rich­tun­gen wird auf Abstands­re­ge­lun­gen gro­ßen Wert gelegt. Ohne Mas­ke kommt man nicht ein­mal in den Super­markt! Das scheint beim Stim­men­fang dann schlicht egal zu sein.
    Coro­na hin oder her: Die­ser Mensch hat kei­ner­lei Ein­se­hen. Wegen die­ser Unfehl­bar­keit habe ich eine Idee: In Rom wer­den gele­gent­lich sol­che Unfehl­ba­re gesucht! Viel­leicht klappt’s da ja dann mit einer Bewer­bung?! Grund­vor­aus­set­zung: Ledig sein. Die ist ja erfüllt! Und der Job ist dann auf Lebens­zeit!

    1. Gra­tu­la­ti­on Herr Barz für die­sen Leser­brief !!! Ich bin so ein­ge­bil­det, dass ich sage, der hät­te von mir sein können…bitte dar­über lachen !!
      Und um allen Lesern und Mit­bür­gern mal ganz deut­lich und unmiss­ver­ständ­lich das zu sagen : Herr Dr. Wulf (wört­lich : der Bür­ger­meis­ter August­dorf) ist wegen Gefähr­dung der öffent­li­chen Sicher­heit und Ord­nung ANGEZEIGT wor­den !!! Er hat durch sei­ne Anwe­sen­heit bei einer Mas­sen­ver­an­stal­tung über vier Stun­den dem Ver­an­stal­ter und den Teil­neh­mern signa­li­siert, dass die Ver­an­stal­tung unter den dort herr­schen­den Umstän­den offen­bar rech­tens und nicht zu bean­stan­den ist. Wenn ein Bür­ger­meis­ter in Per­so­nal­uni­on als Lei­ter der hie­si­gen Ord­nungs­am­tes auf­tritt und gegen feh­len­de gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Auf­la­gen nicht ein­schrei­tet, dann muss man von unbe­schreib­lich fahr­läs­si­ger wis­sent­li­cher Gefähr­dung von Leib und Leben von Tau­sen­den aus­ge­hen !! Teil­neh­mer berich­ten uni­so­no, dass irgend­wel­che Schutz­vor­keh­run­gen (wie soll zB der vor­ge­schrie­be­ne Abstand von andert­halb Metern bei fast 1000 Anwe­sen­den in einem Raum denn tech­nisch über­haupt mach­bar gewe­sen sein????) nicht oder höchst man­gel­haft gewe­sen sind !!!
      Es geht über­haupt nicht um die reli­giö­se Gemein­schaft der Bap­tis­ten!!! Es geht um eine Mas­sen­ver­an­stal­tung, die hät­te auch ande­ren Inhalt und Teil­neh­mer haben kön­nen. Es geht nicht um den Ter­min Wahl­sonn­tag und vor der Stich­wahl. Es hät­te auch Oster- oder Weih­nachts­fest sein kön­nen. Es geht schlicht und ein­fach um eine lebens­ge­fähr­li­che fahr­läs­si­ge Akti­on, die der Bür­ger­meis­ter gedul­det und geför­dert hat. Dadurch dass er nicht ein­ge­schrit­ten ist, hat er sich schul­dig gemacht. Und dadurch , dass er das Gan­ze noch mit „Fürch­tet euch nicht” gar­niert hat und lapi­dar fest­stellt, dass ja noch kei­ner gestor­ben ist, hat er jeden Anspruch dar­auf ver­lo­ren , als Christ zu gel­ten. Eine unchrist­li­che­re unmensch­li­che­re Hal­tung ist ja wohl kaum denk­bar !!!
      Die Bap­tis­ten Brü­der­ge­mein­de ist gut­gläu­big auf den Bür­ger­meis­ter her­ein­ge­fal­len. Er hat ihr den schlech­test mög­li­chen Dienst erwie­sen. Es bleibt uns nur zu beten, dass kein Unheil dar­aus erwach­sen möge.….

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