Deutsch-Britische Militärkooperation: Augustdorfer Panzerbataillon simuliert das Gefecht in Sennelager

Für zwei Wochen hat das Pan­zer­ba­tail­lon 203 aus August­dorf im Simu­la­ti­ons­zen­trum des bri­ti­schen Hee­res (COMBINED ARMS TACTICAL TRAINER, kurz: CATT) in Sennela­ger inten­siv geübt. Im Mit­tel­punkt der Aus­bil­dungs­wo­chen stand der Ein­satz eines Pan­zer­zu­ges im Rah­men der Gefechts­auf­klä­rung. Durch die Gefechts­auf­klä­rung gewinnt die mecha­ni­sier­te Kampf­trup­pe Infor­ma­tio­nen über die Anzahl, die Posi­ti­on, die Bewaff­nung sowie das Ver­hal­ten der feind­li­chen Ver­bän­de.

Damit zählt sie zu den anspruchs­volls­ten Ope­ra­tio­nen gepan­zer­ter Kräf­te in land­ba­sier­ten Ein­sät­zen. Für Oberst­leut­nant Mar­co Maul­be­cker, Kom­man­deur der „203er“ aus der Rom­mel-Kaser­ne eine beson­de­re Übung: „Der „Com­bi­ned Arms Tac­ti­cal Trai­ner“ gibt uns als Bun­des­wehr die Mög­lich­keit, eine Simu­la­tor gestütz­te Aus­bil­dung nicht nur im Zug­rah­men mit vier Kampf­pan­zern durch­zu­füh­ren, wie es mit unse­ren eige­nen Simu­la­to­ren mög­lich ist, son­dern gan­zen einen Gefechts­ver­band auf Batail­lons­ebe­ne mit unter­schied­li­chen Gefechts­fahr­zeu­gen im Simu­la­tor zu beü­ben“, zeig­te sich der Batail­lons­kom­man­deur begeis­tert von den Mög­lich­kei­ten in Pader­born-Sennela­ger. Auf der Flä­che von zwei Fuß­ball­fel­dern ste­hen rund 130 Ein­zel­ka­bi­nen für die Simu­la­ti­on zur Ver­fü­gung, in denen gleich­zei­tig bis zu 350 Sol­da­ten den Ein­satz in unter­schied­lichs­ten Sze­na­ri­en trai­nie­ren kön­nen. Seit 18 Jah­ren nut­zen die bri­ti­schen Land­streit­kräf­te zwei CATT-Simu­la­to­ren im süd­eng­li­schen War­mins­ter sowie in Pader­born-Sennela­ger, her­ge­stellt  vom US-ame­ri­ka­ni­schen Rüs­tungs­kon­zern Lock­heed Mar­tin Cor­po­ra­ti­on.

Wäh­rend die Pan­zer­be­sat­zun­gen inten­siv trai­niert wer­den, über­wacht der Kom­pa­nie­chef jede Tätig­keit sei­ner Män­ner und Frau­en. Über 50 Moni­to­re ermög­li­chen in der Übungs­kon­troll­zen­tra­le (Exer­cise Con­trol Area) die Steue­rung und detail­lier­te Aus­wer­tung der ver­schie­de­nen Simu­la­ti­ons­sze­na­ri­en. Dabei wird die Übungs­trup­pe durch erfah­re­ne bri­ti­sche Fach­leu­te unter­stützt. „Die Zusam­men­ar­beit und Koope­ra­ti­on ist her­vor­ra­gend“, beton­te Kom­man­deur Mar­co Maul­be­cker aus­drück­lich. Gemein­sa­me Übun­gen sind für die August­dor­fer nichts Neu­es.

Seit 2019 ver­bin­det das Pan­zer­ba­tail­lon 203 eine offi­zi­el­le Part­ner­schaft mit dem bri­ti­schen Panzer­re­gi­ment „Queen’s Roy­al Hus­s­ars“. Das Regi­ment war bis vor einem Jahr eben­falls in Sennela­ger sta­tio­niert. Für Mike White­hurst, Spre­cher der bri­ti­schen Armee, bedeu­tet die Übung im Simu­la­ti­ons­zen­trum in der Nor­man­dy-Kaser­ne daher die Fort­set­zung der inten­si­ven Zusam­men­ar­beit mit den Nach­barn am Bun­des­wehr­stand­ort August­dorf. „Groß­bri­tan­ni­en bleibt ver­läss­li­cher Part­ner in der NATO“, so die kla­re Bot­schaft.

Oberst Tim Hill, Befehls­ha­ber der bri­ti­schen Streit­kräf­te in Deutsch­land, freu­te sich eben­so über die Zusam­men­ar­beit mit dem August­dor­fer Kampf­trup­pen­ba­tail­lon und stell­te gleich­zei­tig wei­te­re gemein­sa­me Übungs­vor­ha­ben in Aus­sicht.  Auch für Oberst­leut­nant Maul­be­cker war der Auf­ent­halt in Sennela­ger kein ein­ma­li­ges Gast­spiel. „Wir kom­men auf jeden Fall wie­der“, ver­sprach der 39-jäh­ri­ge Gene­ral­stabs­of­fi­zier zum Abschied. (mw)

 

Zum Hin­ter­grund:

Zum Jah­res­en­de 2019 haben alle bri­ti­schen Kampf­trup­pen­ver­bän­de plan­mä­ßig ihre Stand­or­te in Deutsch­land ver­las­sen. Im Zuge der Rück­ver­le­gung der Ein­hei­ten nach Groß­bri­tan­ni­en sind zahl­rei­che Lie­gen­schaf­ten, z.B. in Bie­le­feld und Güters­loh, an die deut­schen Behör­den über­ge­ben wor­den.

Im Rah­men gemein­sa­mer kol­lek­ti­ver Sicher­heit inner­halb der NATO wird der Trup­pen­übungs­platz Sen­ne wei­ter­hin durch die bri­ti­schen Streit­kräf­te zusam­men mit Part­ner­na­tio­nen wie Deutsch­land oder den Nie­der­lan­den genutzt. Für den Betrieb und die Nut­zung des „Sennela­ger Trai­ning Cent­re“ blei­ben daher bri­ti­sche Sol­da­ten in Pader­born sta­tio­niert.

Kom­man­deur der bri­ti­schen Streit­kräf­te in Deutsch­land ist seit Herbst 2019 Colo­nel Tim Hill.

Die ver­blei­ben­den Dienst­stel­len / Ein­hei­ten der bri­ti­schen Streit­kräf­te sind an nach­fol­gen­den Stand­or­ten sta­tio­niert:

Nor­man­dy-Bar­racks, Pader­born-Sennela­ger:

Com­man­der Bri­tish Army Ger­ma­ny

(Kom­man­deur der bri­ti­schen Streit­kräf­te in Deutsch­land)

Ger­ma­ny Enab­ling Office

(Rechts­be­ra­tung / Sta­tio­nie­rungs­ab­kom­men)

Ger­ma­ny Sup­port Unit

(Dienst­leis­tun­gen / Betrieb / Per­so­nal)

Sennela­ger Trai­ning Cent­re

(Trup­pen­übungs­platz­be­trieb)

Com­mand and Staff Trai­ner

(Aus­bil­dungs­zen­trum für Füh­rung- und Stabs­ar­beit)

Com­bi­ned Arms Tac­ti­cal Trai­ner

(Gefechts­si­mu­la­ti­ons­zen­trum)

Exer­cis­ing Tro­ops accom­mo­da­ti­on

(Unter­kunft für Übungs­trup­pe)

 

Ath­lo­ne-Bar­racks, Pader­born-Sennela­ger:

Exer­cis­ing tro­ops tech­ni­cal accom­mo­da­ti­on

(Instand­set­zungs­be­rei­che für Übungs­trup­pe)

Land Trai­ning Fleet

(Fuhr­park für Übungs­trup­pe)

 

Her­zog-von Braun­schweig-Kaser­ne, Min­den:

23 Amphi­bio­us Engi­neer Squa­dron Roy­al Engi­neers

(Pio­nier­ein­heit)

 

Zudem betrei­ben die bri­ti­schen Streit­kräf­te ein Fahr­zeug­de­pot

in Mön­chen­glad­bach sowie ein Muni­ti­ons­de­pot in Wul­fen.

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Für zwei Wochen hat das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf im Simulationszentrum des britischen Heeres (COMBINED ARMS TACTICAL TRAINER, kurz: CATT) in Sennelager intensiv geübt. Im Mittelpunkt der Ausbildungswochen stand der Einsatz eines Panzerzuges im Rahmen der Gefechtsaufklärung. Durch die Gefechtsaufklärung gewinnt die mechanisierte Kampftruppe Informationen über die Anzahl, die Position, die Bewaffnung sowie das Verhalten der feindlichen Verbände. Damit zählt sie zu den anspruchsvollsten Operationen gepanzerter Kräfte in landbasierten Einsätzen. Für Oberstleutnant Marco Maulbecker, Kommandeur der „203er“ aus der Rommel-Kaserne eine besondere Übung: „Der „Combined Arms Tactical Trainer“ gibt uns als Bundeswehr die Möglichkeit, eine Simulator gestützte Ausbildung nicht nur im Zugrahmen mit vier Kampfpanzern durchzuführen, wie es mit unseren eigenen Simulatoren möglich ist, sondern ganzen einen Gefechtsverband auf Bataillonsebene mit unterschiedlichen Gefechtsfahrzeugen im Simulator zu beüben“, zeigte sich der Bataillonskommandeur begeistert von den Möglichkeiten in Paderborn-Sennelager. Auf der Fläche von zwei Fußballfeldern stehen rund 130 Einzelkabinen für die Simulation zur Verfügung, in denen gleichzeitig bis zu 350 Soldaten den Einsatz in unterschiedlichsten Szenarien trainieren können. Seit 18 Jahren nutzen die britischen Landstreitkräfte zwei CATT-Simulatoren im südenglischen Warminster sowie in Paderborn-Sennelager, hergestellt  vom US-amerikanischen Rüstungskonzern Lockheed Martin Corporation. Während die Panzerbesatzungen intensiv trainiert werden, überwacht der Kompaniechef jede Tätigkeit seiner Männer und Frauen. Über 50 Monitore ermöglichen in der Übungskontrollzentrale (Exercise Control Area) die Steuerung und detaillierte Auswertung der verschiedenen Simulationsszenarien. Dabei wird die Übungstruppe durch erfahrene britische Fachleute unterstützt. „Die Zusammenarbeit und Kooperation ist hervorragend“, betonte Kommandeur Marco Maulbecker ausdrücklich. Gemeinsame Übungen sind für die Augustdorfer nichts Neues. Seit 2019 verbindet das Panzerbataillon 203 eine offizielle Partnerschaft mit dem britischen Panzerregiment „Queen’s Royal Hussars“. Das Regiment war bis vor einem Jahr ebenfalls in Sennelager stationiert. Für Mike Whitehurst, Sprecher der britischen Armee, bedeutet die Übung im Simulationszentrum in der Normandy-Kaserne daher die Fortsetzung der intensiven Zusammenarbeit mit den Nachbarn am Bundeswehrstandort Augustdorf. „Großbritannien bleibt verlässlicher Partner in der NATO“, so die klare Botschaft. Oberst Tim Hill, Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Deutschland, freute sich ebenso über die Zusammenarbeit mit dem Augustdorfer Kampftruppenbataillon und stellte gleichzeitig weitere gemeinsame Übungsvorhaben in Aussicht.  Auch für Oberstleutnant Maulbecker war der Aufenthalt in Sennelager kein einmaliges Gastspiel. „Wir kommen auf jeden Fall wieder“, versprach der 39-jährige Generalstabsoffizier zum Abschied. (mw)   Zum Hintergrund: Zum Jahresende 2019 haben alle britischen Kampftruppenverbände planmäßig ihre Standorte in Deutschland verlassen. Im Zuge der Rückverlegung der Einheiten nach Großbritannien sind zahlreiche Liegenschaften, z.B. in Bielefeld und Gütersloh, an die deutschen Behörden übergeben worden. Im Rahmen gemeinsamer kollektiver Sicherheit innerhalb der NATO wird der Truppenübungsplatz Senne weiterhin durch die britischen Streitkräfte zusammen mit Partnernationen wie Deutschland oder den Niederlanden genutzt. Für den Betrieb und die Nutzung des „Sennelager Training Centre“ bleiben daher britische Soldaten in Paderborn stationiert. Kommandeur der britischen Streitkräfte in Deutschland ist seit Herbst 2019 Colonel Tim Hill. Die verbleibenden Dienststellen / Einheiten der britischen Streitkräfte sind an nachfolgenden Standorten stationiert: Normandy-Barracks, Paderborn-Sennelager: Commander British Army Germany (Kommandeur der britischen Streitkräfte in Deutschland) Germany Enabling Office (Rechtsberatung / Stationierungsabkommen) Germany Support Unit (Dienstleistungen / Betrieb / Personal) Sennelager Training Centre (Truppenübungsplatzbetrieb) Command and Staff Trainer (Ausbildungszentrum für Führung- und Stabsarbeit) Combined Arms Tactical Trainer (Gefechtssimulationszentrum) Exercising Troops accommodation (Unterkunft für Übungstruppe)   Athlone-Barracks, Paderborn-Sennelager: Exercising troops technical accommodation (Instandsetzungsbereiche für Übungstruppe) Land Training Fleet (Fuhrpark für Übungstruppe)   Herzog-von Braunschweig-Kaserne, Minden: 23 Amphibious Engineer Squadron Royal Engineers (Pioniereinheit)   Zudem betreiben die britischen Streitkräfte ein Fahrzeugdepot in Mönchengladbach sowie ein Munitionsdepot in Wulfen.

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