Vor­gär­ten sind die Aus­hän­ge­schil­der des Hau­ses. Sie sol­len ein­la­dend aus­se­hen, aber mög­lichst wenig Arbeit machen. Der Trend zu Kies und Schot­ter mit nur weni­gen oder gar kei­nen Pflan­zen ist in vie­len Kom­mu­nen unüber­seh­bar. Ein Trend mit nega­ti­ven Fol­gen für Tie­re, Men­schen und Kli­ma. Doch es geht auch anders. Wir stel­len drei Alter­na­ti­ven vor.

Ein Meer aus Blüten

Variante sonnige Vielfalt - Illustration: NABU/Anne QuadfliegNicht nur Insek­ten füh­len sich in die­sem son­ni­gen Beet auf mage­rem Boden wohl. Zwie­beln, gesä­te und gepflanz­te hei­mi­sche Wild­stau­den, Rosen und Klein­sträu­cher wer­den in die­ser Vari­an­te so kom­bi­niert, dass lau­fend neue Farb­kom­bi­na­tio­nen ent­ste­hen. Schon im zei­ti­gen Früh­jahr stre­cken Kro­kus­se, Trau­ben­hya­zin­then, Nar­zis­sen und Wild­tul­pen ihre Köpf­chen aus der Erde. Am Haus­ein­gang duf­tet im Som­mer die Essig­ro­se Rosa gal­li­ca. Ihr sonst dun­kel­grü­nes Laub leuch­tet an son­ni­gen Stand­or­ten bis in den Win­ter hin­ein von gelb über oran­ge bis rot. Am Zaun darf die Feld­ro­se Rosa arven­sis empor­ran­ken. Sie blüht erst im Juli und bil­det im Herbst hell­ro­te Hage­but­ten. Pur­pur- und Fär­ber­gins­ter geben dem Beet rechts und links vom Weg Far­be und Struk­tur und wer­den von Wild­bie­nen gern besucht. Links am Weg wach­sen nied­ri­ge Tritt­pflan­zen wie Römi­sche Rasen­ka­mil­le, Zwerg-Majo­ran, Thy­mi­an und Hei­de­nel­ke, dahin­ter fol­gen Blut­storch­schna­bel, Königs­ker­ze oder Gold­haar­as­ter, die noch bis in den Okto­ber hin­ein blüht. Die rech­te Sei­te ist leicht hüge­lig ange­legt und mit einer Natur­gar­ten-Blüh­s­tep­pe ein­ge­sät. In der Mit­te thront der Fär­ber­gins­ter – ein Meer aus gel­ben Blüten.

Südliches Flair mit klaren Formen

Variante sonnig formal  - Illustration: NABU/Anne QuadfliegBlau, Weiß und Gelb domi­nie­ren die­se Vor­gar­ten­va­ri­an­te. Das Gerüst des Bee­tes bil­den sym­me­trisch ange­ord­ne­te Gehöl­ze, dazwi­schen darf sich eine bun­te Blü­ten­step­pe aus hei­mi­schen Wild­blu­men ent­wi­ckeln. Zwei Ros­ma­rin­blätt­ri­ge Wei­den Salix ros­ma­ri­ni­fo­lia sor­gen mit ihren schma­len, silb­ri­gen Blät­tern für medi­ter­ra­nes Flair und wir­ken sehr deko­ra­tiv. Die robus­ten Sträu­cher wer­den bis zu zwei Meter groß und sind sehr schnitt­ver­träg­lich. Mit Tro­cken­heit kom­men sie gut zurecht. Ihre Kätz­chen sind im frü­hen Früh­jahr eine wich­ti­ge Nah­rungs­quel­le für Insek­ten. Eben­so die zahl­rei­chen Früh­blü­her, die schon zei­tig im Jahr das Beet zum Leuch­ten bringen.

 

 

 

Zarte Eleganz im Schatten

 Variante schattig formal - Illustration: NABU/Anne QuadfliegAuch für schat­ti­ge Vor­gär­ten gibt es die pas­sen­den Pflan­zen. Neben bun­ten Blü­ten kön­nen vor allem Wuchs­for­men, Blatt­for­men und ‑far­ben für Abwechs­lung sor­gen. Der Ent­wurf kom­bi­niert klei­ne­re, lang­sam wach­sen­de Sträu­cher mit Grä­sern, Far­nen, Stau­den, Ein­saa­ten und Zwie­bel­pflan­zen. Im Win­ter sor­gen der immer­grü­ne Strauch-Efeu und Bux für Far­be im Beet. Schön wir­ken sie auch als Kugel. Die kuge­li­gen wei­ßen Blü­ten vom Zwerg­schnee­ball erschei­nen ab Mai, im Herbst leuch­ten sei­ne Blät­ter und Bee­ren tief­rot. Die Bee­ren vom Schnee­ball und Hecken­kir­sche sind zudem bei Vögeln äußerst beliebt. Für Farb­tup­fer im Beet sor­gen das Blut-Johan­nis­kraut mit sei­nen gel­ben Blü­ten im Som­mer, aber auch zahl­rei­che Stau­den und Zwie­bel­pflan­zen wie Win­ter­ling, Sibi­ri­scher Blau­stern, Schlüs­sel­blu­me, Wald­ver­giss­mein­nicht, Sil­ber­blatt oder Sterndolde.

 

 

Tipps für die Umsetzung

Die Ent­wür­fe funk­tio­nie­ren in ganz Deutsch­land. Wel­che Pflan­zen sich durch­set­zen, ist regio­nal jedoch unter­schied­lich und hängt vom loka­len Kli­ma und vom Boden ab. Alle Ent­wür­fe benö­ti­gen wenig Pfle­ge. Damit sich das Bild wie gewünscht ein­stellt, soll­ten eini­ge Din­ge beach­tet werden: 

    • Boden­sub­strat: Der Boden ist das A und O. Er soll­te für die­se Pflan­zun­gen mög­lichst mager und vor allem frei von Wur­ze­lun­kräu­tern und Unkraut­sa­men sein. Die­se set­zen sich sonst spä­ter wie­der im Beet durch. Fra­gen Sie beim Kom­post­werk nach „hygie­ni­sier­tem“ oder auch „gedämpf­tem“ Oberboden.
    • Wäs­sern: Gehöl­ze und Stau­den müs­sen nur beim Ein­pflan­zen gewäs­sert wer­den, danach nur, wenn es sehr tro­cken ist. Die Ein­saa­ten brau­chen die ers­ten 6 Wochen aber eine regel­mä­ßi­ge sanf­te Dusche. Ach­tung: Das Saat­gut dabei nicht wegspülen.
    • Dün­ger: Die Pflan­zun­gen mögen es nähr­stoff­arm, brau­chen also kei­nen Dün­ger. Wenn sie schüt­ter wer­den, etwa nach ca. 8 bis 10 Jah­ren, kön­nen sie orga­nisch nach­ge­düngt werden.
    • Wege: Anders als bei her­kömm­li­chem Wege­bau wer­den die Geh­weg­plat­ten oder Stei­ne nicht am Rand mit Beton­ba­cken befes­tigt, son­dern in Schot­ter­ban­ketts gelegt. Der Weg darf ruhig ins Beet „aus­fran­sen“. Damit ent­ste­hen attrak­ti­ve Über­gangs­be­rei­che, in denen Pflan­zen zur Gel­tung kom­men kön­nen, die sich an extre­men Stand­or­ten beson­ders wohl füh­len, zum Bei­spiel Lein.
    • Pflan­zen erset­zen, „Unkraut“ ent­fer­nen: Die Pflan­zen­zu­sam­men­set­zun­gen sind so geplant, dass sie sich selbst erhal­ten. Man muss also kei­ne Stau­den tei­len oder erset­zen, weil sie sich ver­sa­men. Nach ein paar Jah­ren sta­bi­li­siert sich das Bild und Lücken schlie­ßen sich all­mäh­lich. Man kann also getrost abwar­ten und beob­ach­ten, wie sich das Beet ent­wi­ckelt. Was sich unge­wünscht zu stark aus­brei­tet, darf her­aus­ge­zo­gen wer­den, genau­so wie von außen ein­ge­flo­ge­ne Wildkräuter.
  • Schnitt: Nur die Gehöl­ze brau­chen ab und zu einen Schnitt, um in Form zu blei­ben oder nicht zu groß zu wer­den. Vie­le abge­blüh­te Stau­den kön­nen nach der Blü­te boden­nah zurück­ge­schnit­ten wer­den (Remon­tier­schnitt), dann blü­hen sie im Herbst ein zwei­tes Mal. Anschlie­ßend dür­fen sie Samen bil­den und sich dar­über verbreiten.

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner