Mit knapp 193 Stim­men Vor­sprung hat Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat Tho­mas Kat­zer die Stich­wahl für sich ent­schie­den. Neun Wahl­be­zir­ke konn­te Kat­zer für sich ver­bu­chen, vier gin­gen an den Noch-Amtsinhaber.

Woher kam die hohe Wahl­be­tei­li­gung und was hat letzt­end­lich die ent­schein­den­de Wech­sel­stim­mung her­vor­ge­ru­fen, die die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN schon vor Wochen pro­gnos­ti­ziert hatten?

Zuerst kann man sagen, dass bei­de Kan­di­da­ten zu einem hohen Maß ihre Wäh­ler noch ein­mal mobi­li­sie­ren konn­ten. Wäh­rend sich Tho­mas Kat­zer dabei auf die Unter­stüt­zung der gesam­ten SPD stüt­zen konn­te, hat­te Dr. Andre­as Wulf bereits am Anfang des Wahl­kamp­fes deut­lich gemacht, dass er kei­ne Hil­fe benö­ti­ge, er wol­le allei­ne kämpfen.

Dass es ihm nicht gelun­gen ist, schrei­ben August­dor­fer, mit denen die Redak­ti­on noch am Wahl­abend sprach, meh­re­ren Fak­to­ren zu.

  1. Vie­le August­dor­fer woll­ten ein­fach nach 15 Jah­ren einen Wech­sel. Oder, wie es ein Face­book­nut­zer for­mu­lier­te: „Neue Besen keh­ren gut, geht wäh­len.” Als ihm dann ein ande­rer Nut­zer dar­auf ant­wor­te­te. „Aber alte Besen wis­sen, wo der Dreck ist”, ant­wor­te­te der ers­te: „Kein Wun­der, wenn sie den Dreck selbst ver­ur­sacht haben.”
  2. Wulf wirk­te auf vie­le unnah­bar. Sie wünsch­ten sich jeman­den, mit dem sie auf Augen­hö­he spre­chen und sich unter­hal­ten können.
  3. Dem Noch-Amts­in­ha­ber wur­de in sei­ner Amts­zeit immer wie­der attes­tiert, Kli­en­tel­po­li­tik zu betrei­ben. Auch das hat vie­le Wäh­ler in die Arme des Her­aus­for­de­rers getrieben.
  4. Den ent­schei­den­den Aus­schlag gab Wulf sicher­lich selbst, wie er sich in der Ange­le­gen­heit des Ern­te­dank­fes­tes ver­hal­ten hat. Anstatt sich hin­zu­stel­len und die eige­ne Posi­ti­on kri­tisch zu hin­ter­fra­gen, recht­fer­tig­te er sich, mit den mitt­ler­wei­le viel zitier­ten Wor­ten: „Fürch­tet Euch nicht.” „Hät­te er sich nur ent­schul­digt, hät­te die Wahl anders aus­ge­hen kön­nen”, mut­maß­ten manche.

Es liegt aber natür­lich nicht nur an den Feh­lern von Wulf, dass die­ser ver­lo­ren, bezie­hungs­wei­se dass Tho­mas Kat­zer gewon­nen hat. Denn die­ser hat von Anfang an einen kon­se­quen­ten und enga­gier­ten Wahl­kampf geführt. Auch dies­be­züg­lich sprach die Redak­ti­on am Wahl­abend mit August­dor­fern. Für den Erfolg sehen die­se eben­falls meh­re­re Faktoren.

  1. Die August­dor­fer quit­tier­ten die har­mo­ni­sche und voll­stän­di­ge Unter­stüt­zung der gesam­ten Partei.
  2. Tho­mas Kat­zer mach­te auf vie­le Wäh­ler einen Ein­druck: „Er ist einer von uns” — für vie­le Wäh­ler eine ange­neh­me Abwechs­lung zum, auf man­che eher abge­ho­ben wir­ken­den, Amtsinhaber.
  3. Tho­mas Kat­zer hat sowohl vor Ort als auch digi­tal einen sehr pro­fes­sio­nel­len Wahl­kampf geführt, der vie­le Wäh­ler ange­spro­chen hat.
  4. Sei­ne Video­an­spra­che, die er noch weni­ge Tage vor der Wahl gehal­ten hat, und die mehr als 5800 Mal ange­schaut wur­de, hat vie­le August­dor­fer über­zeugt und manch einen Unent­schlos­se­nen auf sei­ne Sei­te gezogen.
  5. Nicht zuletzt die brei­te Unter­stüt­zung aller Frak­tio­nen, und sogar von Auf­bruch C, einer Par­tei, die bis­her noch nie einen SPD-Bür­ger­meis­ter unter­stützt hat, hat eben­falls manch August­dor­fer dazu bewo­gen, sein Kreuz bei Tho­mas Kat­zer zu machen.

Zusam­men­fas­send lässt sich fest­stel­len, dass Kat­zer sowohl von der Schwä­che Wul­fs als auch von den eige­nen Stär­ken pro­fi­tie­ren konnte.

Was Dr. Andre­as Wulf machen wird, und wie er das Ergeb­nis auf­fasst, will er, laut Wahl­lei­ter, am heu­ti­gen Mon­tag verkünden.

Von Redaktion

Ein Gedanke zu „Wahlanalyse: Warum gewann Katzer, warum verlor Wulf?“
  1. Herr Gni­sa, der unter­le­ge­ne Land­rats­kan­di­dat, hat es Herrn Dr. Wulf vor­ge­macht, wie demo­kra­ti­sche Ehren­män­ner in der Poli­tik han­deln . Er hat dem alten und neu­en Land­rat öffent­lich gra­tu­liert . Aber Herr Dr. Wulf hat nicht den Mut zu einer sol­chen selbst­ver­ständ­li­chen Ges­te am Wahl­abend gehabt , er ver­steck­te sich .….und dann liest man im Inter­net heu­te , dass er wie­der für sich Unse­ren Herr­gott bemüht, aber der hat ihn erst­mal zurecht abge­straft und wird uns davor bewah­ren, dass Herr Dr. Wulf sich von ande­rer Stel­le , wie er schreibt, jemals wie­der „unter­stüt­zend” ein­mi­schen wird. Erst „der schlech­te Stil”, den ihm die Lip­pi­sche Lan­des­zei­tung attes­tiert hat, hat ihn wohl bewo­gen , im Inter­net zu ver­su­chen nachzubessern.
    Ler­nen Sie erst­mal Demo­kra­tie und hören Sie auf zu lügen, Herr Dr. Wulf, dann kön­nen Sie wie­der­kom­men. Aber da das ja nie gelin­gen wird, wer­den wir davor bewahrt blei­ben. Gott sei Dank !!!

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