Das sagt die Augustdorfer Politik zur Atommüllendlagerung

Die Redak­ti­on hat die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den und Andre­as Löwen von Auf­bruch C gebe­ten, zur Dis­kus­si­on um die Atom­müll­end­la­ge­rung Stel­lung zu bezie­hen. Die Erklä­rung ver­öf­fent­li­chen die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN heu­te exklu­siv:

„Ener­gie aus Atom­kraft war über Jahr­zehn­te will­kom­men. Erst in den letz­ten Jah­ren rück­te die­se Ener­gie­quel­le mit dem Kli­ma­wan­del, den unbe­herrsch­ba­ren Stör­fäl­len sowie der Lage­rung radio­ak­ti­ver Abfäl­le immer mehr in den Focus der mehr­heit­lich ableh­nen­den Öffent­lich­keit.

Wir August­dor­fer wol­len unse­re Natur lang­fris­tig erhal­ten und die Men­schen vor Ort schüt­zen. Jetzt müs­sen auch wir alle mit­ein­an­der die­sen Aus­le­se­pro­zess für eine even­tu­el­le End­la­ger­stät­te im Kreis Lip­pe sehr kon­struk­tiv und kri­tisch beglei­ten. Schon gegen­wär­tig muss aber berück­sich­tigt wer­den, dass der Teu­to­bur­ger Wald sowie die Sen­ne als Grund­was­ser­spen­der einer gesam­ten Regi­on unse­res Erach­tens für ein End­la­ger sicher­lich nicht in Fra­ge kommt.

Die Bun­des­ge­sell­schaft für End­la­ge­rung hat nun ihren „Zwi­schen­be­richt Teil­ge­bie­te” für die Suche nach einem End­la­ger für Atom­müll in Deutsch­land vor­ge­legt. Dar­in wer­den 194.157 Qua­drat­ki­lo­me­ter als geo­lo­gisch geeig­ne­te Gebie­te aus­ge­wie­sen, das sind 54 Pro­zent der Lan­des­flä­che der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Hier ist auch der Kreis Lip­pe auf­ge­führt.

Der jet­zi­ge BGE-Bericht lis­tet erst ein­mal alle Regio­nen in Deutsch­land auf, die güns­ti­ge geo­lo­gi­sche Vor­aus­set­zun­gen nach dem heu­ti­gen Kennt­nis­stand der Wis­sen­schaft für eine even­tu­el­le siche­re End­la­ge­rung von radio­ak­ti­ven Abfäl­len bie­ten. Des­we­gen sind es noch ziem­lich vie­le und teils auch recht gro­ße Gebie­te. Kon­kre­ter wird es erst in den kom­men­den Jah­ren.

Im wei­te­ren Ver­fah­ren wer­den erst­mal die mög­li­chen Stand­or­te nach und nach wei­ter betrach­tet und auch wei­te­re Gebie­te wie­der her­aus­fal­len, weil die wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­ri­en noch mehr aus­ge­wer­tet und berück­sich­tigt wer­den.

Aber bei aller Kri­tik oder Ableh­nung einer End­la­ger­stät­te, muss man auch klar­stel­len, dass der Atom­müll vor­han­den ist und zur Sicher­heit der gesam­ten Bevöl­ke­rung sicher und für lan­ge Zeit­räu­me ein­ge­la­gert wer­den muss. Kein Stand­ort im Bun­des­ge­biet der in Fra­ge kom­men könn­te, wird unein­ge­schränkt jubeln. Es ist eine schmerz­vol­le gesamt­staat­li­che Auf­ga­be.”

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Die Redaktion hat die Fraktionsvorsitzenden und Andreas Löwen von Aufbruch C gebeten, zur Diskussion um die Atommüllendlagerung Stellung zu beziehen. Die Erklärung veröffentlichen die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN heute exklusiv: "Energie aus Atomkraft war über Jahrzehnte willkommen. Erst in den letzten Jahren rückte diese Energiequelle mit dem Klimawandel, den unbeherrschbaren Störfällen sowie der Lagerung radioaktiver Abfälle immer mehr in den Focus der mehrheitlich ablehnenden Öffentlichkeit. Wir Augustdorfer wollen unsere Natur langfristig erhalten und die Menschen vor Ort schützen. Jetzt müssen auch wir alle miteinander diesen Ausleseprozess für eine eventuelle Endlagerstätte im Kreis Lippe sehr konstruktiv und kritisch begleiten. Schon gegenwärtig muss aber berücksichtigt werden, dass der Teutoburger Wald sowie die Senne als Grundwasserspender einer gesamten Region unseres Erachtens für ein Endlager sicherlich nicht in Frage kommt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat nun ihren "Zwischenbericht Teilgebiete" für die Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland vorgelegt. Darin werden 194.157 Quadratkilometer als geologisch geeignete Gebiete ausgewiesen, das sind 54 Prozent der Landesfläche der Bundesrepublik Deutschland. Hier ist auch der Kreis Lippe aufgeführt. Der jetzige BGE-Bericht listet erst einmal alle Regionen in Deutschland auf, die günstige geologische Voraussetzungen nach dem heutigen Kenntnisstand der Wissenschaft für eine eventuelle sichere Endlagerung von radioaktiven Abfällen bieten. Deswegen sind es noch ziemlich viele und teils auch recht große Gebiete. Konkreter wird es erst in den kommenden Jahren. Im weiteren Verfahren werden erstmal die möglichen Standorte nach und nach weiter betrachtet und auch weitere Gebiete wieder herausfallen, weil die wissenschaftlichen Kriterien noch mehr ausgewertet und berücksichtigt werden. Aber bei aller Kritik oder Ablehnung einer Endlagerstätte, muss man auch klarstellen, dass der Atommüll vorhanden ist und zur Sicherheit der gesamten Bevölkerung sicher und für lange Zeiträume eingelagert werden muss. Kein Standort im Bundesgebiet der in Frage kommen könnte, wird uneingeschränkt jubeln. Es ist eine schmerzvolle gesamtstaatliche Aufgabe."

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