Wenn Karl-Heinz Straub auf sein bis­he­ri­ges Leben zurück­blickt, dann ist er nach eige­nen Anga­ben vor allem eins: dank­bar. Am gest­ri­gen Mitt­woch fei­er­te der rüs­ti­ge Rent­ner sei­nen 85. Geburts­tag im Kreis sei­ner Fami­lie. Auch die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN stat­te­ten Straub einen Besuch ab, der ger­ne aus sei­nem Leben, das mit sei­ner Geburt im Harz in der Stadt Sor­ge begann. Ger­ne wäre er Schrei­ner gewor­den, da er sich jedoch wei­ger­te, der HDJ bei­zu­tre­ten, blieb ihm das ver­wehrt. Er ließ den Harz hin­ter sich und zog nach Köln.

„In der evan­ge­li­schen Gemein­de in Dor­ma­gen habe ich spä­ter Jugend­ar­beit gemacht“, erin­nert sich Straub. Dann sei der dor­ti­ge Pfar­rer auf ihn zuge­kom­men und habe ihn gefragt, „ob das nicht mein Beruf wer­den könn­te“, so Straub. Aus dem Grund habe er dann Päd­ago­gik auf Lehr­amt stu­diert. An der Schu­le in Gum­mers­bach, an der er unter­rich­te­te, lern­te er auch sei­ne spä­te­re Frau Gise­la Straub ken­nen, die mitt­ler­wei­le 81 Jah­re alt ist und aus Schle­si­en stammt. Gemein­sam haben sie eine Toch­ter und zwei Enkel.

Nach August­dorf sind die bei­den nach eige­nen Anga­ben gezo­gen, da ihre Toch­ter eben­falls in der Sen­ner­an­d­ge­mein­de lebt. „Wir füh­len uns rich­tig wohl hier.“, so das Fazit der bei­den. Und hier wur­de sowohl Karl-Heinz Straub, als auch sei­ne Frau, in der Flücht­lings­hil­fe ab 2015 aktiv und hal­fen „wo wir nur konn­ten.“ Noch heu­te hat Karl-Heinz-Straub Kon­takt zu sei­nen ehe­ma­li­gen Schütz­lin­gen, die sich heu­te noch voll Dank­bar­keit an ihn erinnern.

Und Dank­bar­keit kommt auch in Straub auf, wenn er die Glück­wunsch­zei­len liest, die ihm der frisch­ge­ba­cke­ne Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer über­sandt hat. Die­ser hät­te ger­ne per­sön­lich gra­tu­liert, aber auf­grund der Coro­na­pan­de­mie hat sich die Ver­wal­tung ent­schie­den, vor­läu­fig kei­ne Gra­tu­la­ti­ons­be­su­che durch­zu­füh­ren. Bür­ger­meis­ter Kat­zer zitiert in sei­nem Schrei­ben ein Gedicht von Lud­wig Strunz. Karl Heinz Straub liest die letz­ten bei­den Ver­se vor:

Doch noch wärmt uns die Sonne
Mit man­chem lich­tem Strahl
Der Tag ist pure Wonne
Ach wär’s nicht nur einmal.

So freu‘n wir uns am Leben
Bei Nebel und bei Licht
Was uns die Welt kann geben
Bis dass die Nacht anbricht.

 

„Sind das nicht schö­ne Zei­len, und dass der Bür­ger­meis­ter sich die Zeit genom­men hat, mir das zu schrei­ben, fin­de ich wun­der­bar“, freut er sich.

Was ist das Geheim­nis eines erfüll­ten Lebens? „Dass man tätig ist, sich bewegt und in Dank­bar­keit alles annimmt“, erklärt Straub, des­sen Hob­by die Gar­ten­pfle­ge ist, wie aus der Pis­to­le geschos­sen. Und nach kur­zem Nach­den­ken fügt er hin­zu: „Das Leben ist ein ein­ma­li­ges Geschenk.“

 

 

 

 

Von Redaktion

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