Im Kreis Lip­pe gibt es, Stand Diens­tag, ins­ge­samt 2.573 bestä­tig­te Coro­na­fäl­le, damit sind seit vor­ges­tern 134 wei­te­re Infek­tio­nen bekannt. 1.713 Per­so­nen sind wie­der gene­sen. 35 Per­so­nen sind ver­stor­ben. Aktu­ell sind 825 Per­so­nen in Lip­pe nach­weis­lich mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert. Seit dem 6. März wur­den bis­her 28.855 Abstri­che von mobi­len Teams und im Dia­gnos­tik­zen­trum genommen.

Die Inzi­denz­zahl für den Kreis Lip­pe beträgt der­zeit 170,9 (Stand Diens­tag, 10. Novem­ber, 0 Uhr).

Es han­delt sich in Lip­pe wei­ter­hin um ein dif­fu­ses Infek­ti­ons­ge­sche­hen. Über 60 Ein­rich­tun­gen in Lip­pe sind betrof­fen, dar­un­ter vor allem Schu­len und Kitas. In den meis­ten Fäl­len tre­ten ledig­lich ver­ein­zel­te Infek­tio­nen auf.

Beim Christ­li­chen Sozi­al­werk gibt es mitt­ler­wei­le ins­ge­samt 16 posi­ti­ve Fäl­le. Sowohl Mit­ar­bei­ter als auch Bewoh­ner haben Kon­tak­te zu wei­te­ren Ein­rich­tun­gen in Lip­pe. Daher wer­den bei den Werk­stät­ten der Lebens­hil­fe „Wer­re“ und „Egge“ in den kom­men­den Tagen Tests durch­ge­führt sowie die Betrof­fe­nen unter Qua­ran­tä­ne gestellt. Ver­ein­zel­te Tests wur­den auch bei Eben Ezer bereits gemacht. Beim Christ­li­chen Sozi­al­werk wird nun nach der Ein­glie­de­rungs­hil­fe auch der Senio­ren­be­reich getes­tet. Die Maß­nah­men sind not­wen­dig, um eine wei­te­re Aus­brei­tung in ande­re Ein­rich­tun­gen zu ver­hin­dern. Nach jet­zi­gem Kennt­nis­stand sind rund 200 Per­so­nen betrof­fen, die Kon­takt­per­so­nen­er­mitt­lung läuft noch. 

Ange­sichts der wei­ter­hin sehr dyna­mi­schen Ent­wick­lung der Coro­na-Pan­de­mie wen­det sich Land­rat Dr. Axel Leh­mann erneut an die Men­schen in Lip­pe: „Unser Gesund­heits­amt ist seit Mona­ten an sie­ben Tagen in der Woche im Ein­satz, um die­se Pan­de­mie zu meis­tern. Den­noch kann es sein, dass die Lip­pe­rin­nen und Lip­per der­zeit Geduld brau­chen, bis sie den erwar­te­ten Anruf vom Gesund­heits­amt bekom­men. Ergeb­nis­se, die über das Smart­pho­ne abge­ru­fen wer­den, errei­chen die getes­te­te Per­son in der Regel eher als das Gesund­heits­amt. Ich kann ver­ste­hen, dass die damit ver­bun­de­ne Unsi­cher­heit auch für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger emo­tio­nal belas­tend ist. Trotz­dem bit­te ich um Verständnis“.

Das Per­so­nal im Gesund­heits­amt sei bereits mas­siv auf­ge­stockt wor­den: Vor der Coro­na-Pan­de­mie waren hier rund 50 Mit­ar­bei­ter im Ein­satz, inzwi­schen sind etwa 200 Per­so­nen allein im Gesund­heits­amt tätig. 100 wei­te­re Per­so­nen sind mit Auf­ga­ben rund um die Coro­na­pan­de­mie betraut.

„Außer­dem errei­chen uns fast täg­lich Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te von Bür­gern. Das ist ein tol­les Zei­chen der Soli­da­ri­tät“, erklärt Leh­mann. „Der­zeit neh­men wir den Kon­takt auf und prü­fen eine befris­te­te Einstellung.“

Die Infek­ti­ons­dy­na­mik macht auch vor den Ein­rich­tun­gen nicht halt: Mehr als 60 Ein­rich­tun­gen sind mitt­ler­wei­le betrof­fen. Den­noch ist damit ein hoher Auf­wand bei der Kon­takt­nach­ver­fol­gung und Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­bun­den: Kon­takt­per­so­nen müs­sen ermit­telt und Abstri­che koor­di­niert wer­den, wei­te­re Maß­nah­men wer­den mit den Ein­rich­tungs­lei­tun­gen abge­stimmt. „Dar­über hin­aus brau­chen aber zum Bei­spiel auch Eltern oder Bewoh­ner sowie das Per­so­nal in den Ein­rich­tun­gen Infor­ma­tio­nen dar­über, wie es bei Auf­tre­ten eines Coro­na­falls wei­ter­geht. Hier sind wir wei­ter­hin drin­gend auf die Unter­stü­tung der Lei­tun­gen ange­wie­sen, damit alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen inner­halb der Kita, Schu­le oder Ein­rich­tung zeit­nah wei­ter­ge­ge­ben wer­den kön­nen“, appel­liert Lehmann.

Neu­es For­mu­lar für Kon­takt­per­so­nen und neue Testregeln

Wer ver­mu­tet, dass er Kon­takt zu einer Per­son hat­te, die posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet wur­de, kann sich nun auch über ein Kon­takt­for­mu­lar an das Gesund­heits­amt des Krei­ses Lip­pe wen­den: Es ist unter www.kreis-lippe.de/corona zu fin­den. Dort kön­nen Kon­takt­per­so­nen die wich­tigs­ten Eck­da­ten an das Gesund­heits­amt des Krei­ses Lip­pe über­mit­teln und hel­fen so dabei, die Kon­takt­per­so­nen­nach­ver­fol­gung zu beschleu­ni­gen. Das Gesund­heits­amt mel­det sich dann tele­fo­nisch bei den Per­so­nen, die als direk­te Kon­takt­per­so­nen ein­ge­stuft wer­den, um münd­lich eine Qua­ran­tä­ne anzu­ord­nen. Ein Test wird bei Kon­takt­per­so­nen laut des neu­en RKI-Test­sche­mas nur dann gemacht, wenn coro­na­ty­pi­sche Sym­pto­me wie tro­cke­ner Hus­ten, Fie­ber, Atem­not oder Ver­lust des Geruchs- oder Geschmacks­sinns auf­tre­ten. Die Anord­nung der Qua­ran­tä­ne gilt aber unab­hän­gig davon, ob ein Test durch­ge­führt wird. Dar­über hin­aus wer­den direk­te Kon­takt­per­so­nen getes­tet, die zum Bei­spiel im Kran­ken­haus oder in Pfle­ge­hei­men arbei­ten. Soll­te ein Test bei Kon­takt­per­so­nen not­wen­dig sein, koor­di­niert das Gesund­heits­amt diesen.

 

 

Fol­gen­de Per­so­nen erhal­ten außer­dem beim Haus­arzt einen Test: 

Men­schen mit schwe­ren coro­na­ty­pi­schen Sym­pto­men wie Hus­ten, Fie­ber, Atem­not oder mit einer Stö­rung des Geruchs- und Geschmackssinns.

 

Dar­über hin­aus kann ein Test beim Haus­arzt erfol­gen, wenn nur leich­te oder mit­tel­schwe­re Sym­pto­me auf­tre­ten und eines der fol­gen­den Kri­te­ri­en eben­falls zutrifft: die Sym­pto­me haben sich ver­schlech­tert; die Per­son gehört zur Risi­ko­grup­pe; die Per­son ist in einem sen­si­blen Bereich wie Pfle­ge, Arzt­pra­xis oder Kran­ken­haus tätig; die Per­son hat an einer Ver­an­stal­tung teil­ge­nom­men, ohne auf die AHA-Regeln zu ach­ten, oder die Per­son hat­te in der Zeit, seit die Sym­pto­me auf­ge­tre­ten sind, Kon­takt zu vie­len Men­schen, ins­be­son­de­re Risikogruppen.

 

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner