Exklusiv: Interview mit Landrat Dr. Axel Lehmann

Lese­zeit: unge­fähr 3 Minu­ten

In die­ser Woche wur­de Land­rat Dr. Axel Leh­mann für fünf wei­te­re Jah­re ver­ei­digt. In den Tagen zuvor hat­te er als ers­tes Medi­um den AUGUSTDORFER NACHRCIHTEN ein Inter­view gewährt.

AUGUISTDORFER NACHRICHTEN: Herr Dr. Leh­mann, zuerst ein­mal herz­li­chen Glück­wunsch zur gewon­ne­nen Wahl; wie bli­cken Sie auf den Wahl­kampf, der ja Ihr ers­ter als Amts­in­ha­ber war, zurück?

Dr. Axel Leh­mann: Im Ergeb­nis war ich immer ganz opti­mis­tisch, dass ich die Wahl gewin­nen kann; am Ende war das Ergeb­nis ja eini­ger­ma­ßen deut­lich, wofür ich sehr dank­bar bin

AN: Wie war der Wahl­kampf für Sie?

Leh­mann: Der Wahl­kampf war anstren­gend, weil es eben nicht nur der Wahl­kampf war, son­dern das The­ma Coro­na uns schon vor­her einen erhöh­ten Stress­fak­tor berei­tet hat. Der Wahl­kampf war ein­fach noch ein Tick oben drauf.

AN: Haben Sie den Wahl­kampf als fair emp­fun­den?

Leh­mann: Nicht immer.

AN: Wo oder wann nicht?

Leh­mann: Ich weiß nicht, ob ich jetzt in die Details gehen möch­te, aber es gab Situa­tio­nen, wo es unter die Gür­tel­li­nie ging, und das fand ich scha­de.

AN: Was für ein Fazit zie­hen Sie aus dem Wahl­kampf?
Leh­mann: Ich habe mich über vie­le Gesprä­che gefreut und über vie­le Impul­se und Ideen, die aus der Bür­ger­schaft kamen, so dass ich man­che Din­ge, die wir machen,  in Zukunft noch mehr hin­ter­fra­gen wer­de.

AN: Nach dem Wahl­kampf ist jetzt ja die Stun­de Null, in der sich jeder wie­der in der Poli­tik zusam­men­fin­den muss, wie ein­fach ist sowas?

Leh­mann: Da ist glau­be ich jeder Pro­fi genug, um zu gucken, was geht. Da wird abge­tas­tet und geschaut, mit wem man was durch­set­zen kann in den nächs­ten fünf Jah­ren.

AN: Was sind Ihre Plä­ne für die nächs­ten fünf Jah­re?

Leh­mann: Uns wird in den kom­men­den Mona­ten sicher­lich die Coro­na­kri­se wei­ter beglei­ten. Die Maß­nah­men sind, auch wenn sie vie­le Men­schen nicht mehr aus­ste­hen kön­nen, not­wen­dig, damit wir nicht Ver­hält­nis­se haben wol­len wie in Ber­ga­mo (die Lom­bar­dei war im Früh­jahr der euro­päi­sche Coro­na-Hot­spot. Anm. der Redak­ti­on) Wir sind gut durch die Kri­se bis­her gekom­men, aber wir sind eben noch nicht durch. Zeit­gleich sind es die bekann­ten Her­aus­for­de­run­gen, die uns wei­ter beschäf­ti­gen.

AN: Wel­che sind das?

Leh­mann: Neben der Digi­ta­li­sie­rung, ist es der demo­gra­fi­sche Wan­del und auch die Mobi­li­tät und natür­lich der Kli­ma- und Arten­schutz. Gera­de die­se letz­ten bei­den The­men wer­den, wenn Coro­na irgend­wann ein­mal von der Tages­ord­nung ver­schwin­det, wie­der sehr stark in den Mit­tel­punkt rücken.

AN: Wel­che Mög­lich­kei­ten haben Sie als Land­rat in der Coro­na­kri­se aktiv zu sein?

Leh­mann: Da wo wir Frei­räu­me haben, nut­zen wir die­se; das machen nicht alle Krei­se so. Wir haben mobi­le Teams auf die Stra­ße gebracht oder auch das Dia­gno­se­zen­trum, zuerst am Han­gar jetzt in Lem­go; das macht auch nicht jeder Kreis so. Gewis­se Ent­schei­dungs­kom­pe­ten­zen haben wir. Wir haben aber auch Vor­ga­ben von Bund und Land.

AN: Was die Natur angeht, was sind da die nächs­ten Zie­le und Mei­len­stei­ne?

Leh­mann: Wir haben über 130 Zie­le und Maß­nah­men selbst fest­ge­legt. So etwa die Neu­schaf­fung von Lebens­räu­men: Unter ande­rem wird das Ansä­en grö­ße­rer Wie­sen­be­rei­che, die eine wich­ti­ge Nah­rungs­quel­le für Insek­ten dar­stel­len, finan­zi­ell unter­stützt. Mit den lip­pi­schen Kom­mu­nen ist die Fort­set­zung des Bünd­nis­ses „Blü­hen­de Land­schaft Lip­pe“ geplant, das vie­ler­orts bei­spiel­haf­te Blüh­zo­nen schafft. Zudem sol­len durch geän­der­te Mäh­rhyth­men blü­ten­rei­che­re Stra­ßen- und Weg­rän­der ermög­licht wer­den. Amphi­bi­en pro­fi­tie­ren von neu ange­leg­ten Klein­ge­wäs­sern. „Jeder kann mit­hel­fen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten wie­der mehr Refu­gi­en ein­zu­räu­men, oder aktiv in Natur­schutz­ver­bän­den an Schutz­pro­jek­ten mit­ar­bei­ten“

AN: Was wün­schen Sie sich für die kom­men­de Zeit?
Leh­mann: ich wün­sche mir ein gutes Mit­ein­an­der zum Woh­le der lip­pi­schen Bevöl­ke­rung: Dabei möch­te ich auch noch ein­mal um Ver­ständ­nis für die Maß­nah­men in der Coro­na­zeit wer­ben, damit unse­re Kran­ken­häu­ser nicht mit Not­fall­pa­ti­en­ten über­be­an­sprucht wer­den. Ich bin mir aber sicher, wir wer­den auch die­se Kri­se meis­tern.

AN: Herr Dr. Leh­mann, herz­li­chen Dank für das Gespräch.

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In dieser Woche wurde Landrat Dr. Axel Lehmann für fünf weitere Jahre vereidigt. In den Tagen zuvor hatte er als erstes Medium den AUGUSTDORFER NACHRCIHTEN ein Interview gewährt. AUGUISTDORFER NACHRICHTEN: Herr Dr. Lehmann, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wahl; wie blicken Sie auf den Wahlkampf, der ja Ihr erster als Amtsinhaber war, zurück? Dr. Axel Lehmann: Im Ergebnis war ich immer ganz optimistisch, dass ich die Wahl gewinnen kann; am Ende war das Ergebnis ja einigermaßen deutlich, wofür ich sehr dankbar bin AN: Wie war der Wahlkampf für Sie? Lehmann: Der Wahlkampf war anstrengend, weil es eben nicht nur der Wahlkampf war, sondern das Thema Corona uns schon vorher einen erhöhten Stressfaktor bereitet hat. Der Wahlkampf war einfach noch ein Tick oben drauf. AN: Haben Sie den Wahlkampf als fair empfunden? Lehmann: Nicht immer. AN: Wo oder wann nicht? Lehmann: Ich weiß nicht, ob ich jetzt in die Details gehen möchte, aber es gab Situationen, wo es unter die Gürtellinie ging, und das fand ich schade. AN: Was für ein Fazit ziehen Sie aus dem Wahlkampf? Lehmann: Ich habe mich über viele Gespräche gefreut und über viele Impulse und Ideen, die aus der Bürgerschaft kamen, so dass ich manche Dinge, die wir machen,  in Zukunft noch mehr hinterfragen werde. AN: Nach dem Wahlkampf ist jetzt ja die Stunde Null, in der sich jeder wieder in der Politik zusammenfinden muss, wie einfach ist sowas? Lehmann: Da ist glaube ich jeder Profi genug, um zu gucken, was geht. Da wird abgetastet und geschaut, mit wem man was durchsetzen kann in den nächsten fünf Jahren. AN: Was sind Ihre Pläne für die nächsten fünf Jahre? Lehmann: Uns wird in den kommenden Monaten sicherlich die Coronakrise weiter begleiten. Die Maßnahmen sind, auch wenn sie viele Menschen nicht mehr ausstehen können, notwendig, damit wir nicht Verhältnisse haben wollen wie in Bergamo (die Lombardei war im Frühjahr der europäische Corona-Hotspot. Anm. der Redaktion) Wir sind gut durch die Krise bisher gekommen, aber wir sind eben noch nicht durch. Zeitgleich sind es die bekannten Herausforderungen, die uns weiter beschäftigen. AN: Welche sind das? Lehmann: Neben der Digitalisierung, ist es der demografische Wandel und auch die Mobilität und natürlich der Klima- und Artenschutz. Gerade diese letzten beiden Themen werden, wenn Corona irgendwann einmal von der Tagesordnung verschwindet, wieder sehr stark in den Mittelpunkt rücken. AN: Welche Möglichkeiten haben Sie als Landrat in der Coronakrise aktiv zu sein? Lehmann: Da wo wir Freiräume haben, nutzen wir diese; das machen nicht alle Kreise so. Wir haben mobile Teams auf die Straße gebracht oder auch das Diagnosezentrum, zuerst am Hangar jetzt in Lemgo; das macht auch nicht jeder Kreis so. Gewisse Entscheidungskompetenzen haben wir. Wir haben aber auch Vorgaben von Bund und Land. AN: Was die Natur angeht, was sind da die nächsten Ziele und Meilensteine? Lehmann: Wir haben über 130 Ziele und Maßnahmen selbst festgelegt. So etwa die Neuschaffung von Lebensräumen: Unter anderem wird das Ansäen größerer Wiesenbereiche, die eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten darstellen, finanziell unterstützt. Mit den lippischen Kommunen ist die Fortsetzung des Bündnisses „Blühende Landschaft Lippe“ geplant, das vielerorts beispielhafte Blühzonen schafft. Zudem sollen durch geänderte Mährhythmen blütenreichere Straßen- und Wegränder ermöglicht werden. Amphibien profitieren von neu angelegten Kleingewässern. „Jeder kann mithelfen, Tier- und Pflanzenarten wieder mehr Refugien einzuräumen, oder aktiv in Naturschutzverbänden an Schutzprojekten mitarbeiten“ AN: Was wünschen Sie sich für die kommende Zeit? Lehmann: ich wünsche mir ein gutes Miteinander zum Wohle der lippischen Bevölkerung: Dabei möchte ich auch noch einmal um Verständnis für die Maßnahmen in der Coronazeit werben, damit unsere Krankenhäuser nicht mit Notfallpatienten überbeansprucht werden. Ich bin mir aber sicher, wir werden auch diese Krise meistern. AN: Herr Dr. Lehmann, herzlichen Dank für das Gespräch.

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