In der aktu­el­len Aus­ga­be von „Der August­dor­fer” hat Maria Rasch­ke, Ehe­frau des Medi­zi­ners Dr. Wer­ner Rasch­ke, ihren Unmut unter ande­rem über das ihrer Mei­nung nach man­geln­de Inter­es­se an der Ver­an­stal­tung von Dr. Josef Lau­mann bekun­det, der im Sep­tem­ber in August­dorf zu Gast war. Gleich­zei­tig erklärt Rasch­ke, dass die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN „ohne Kennt­nis inhalt­li­cher Details”, am Fol­ge­tag berich­tet hät­ten, dass der Besuch eine Wahl­kampf­ver­an­stal­tung der CDU gewe­sen sei.

Dabei ist die Aus­sa­ge nicht nur kom­plett falsch, die AN haben mit kei­nem Wort den Besuch als Wahl­kampf­ver­an­stal­tung cha­rak­te­ri­siert; Maria Rasch­ke bringt mit ihrer soge­nann­ten „Nach­le­se” vie­le gegen sich auf, die eigent­lich auf ihrer Sei­te stan­den. „Sie hat sich einen Bären­dienst mit ihrem Schrei­ben erwie­sen”, erklä­ren mit der Situa­ti­on ver­trau­te Per­so­nen. Einer der­je­ni­gen, die Maria Rasch­ke indi­rekt kri­ti­siert, ist der dama­li­ge SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hein­rich Georg Schnei­der. Die­ser schreibt ihr nun einen Offe­nen Brief.

 

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„Da die nächs­te Aus­ga­be des „Der August­dor­fer“ erst im nächs­ten Jahr Ende Janu­ar erscheint, möch­te ich zeit­nah über die „August­dor­fer Nach­rich­ten“ auf die­sen Bei­trag antworten.

Am 1. Advents­sonn­tag erhielt ich die Dezem­ber­aus­ga­be des „Der August­dor­fer“. In vor­weih­nacht­li­cher Stim­mung blät­ter­te ich die Zeit­schrift und erfreu­te mich an den Weih­nachts­grü­ßen der Ein­zel­händ­ler, Gewer­be­trei­ben­den­den, der Kir­chen und Vereine.

Auf Sei­te 18 las ich dann die Über­schrift „Ärz­te­not­stand in August­dorf – eine Nach­le­se“. Im Glau­ben, dass auch hier im Vor­hin­ein des Weih­nachts­fes­tes ein Dan­ke­schön an alle Betei­lig­ten die­ser Initia­ti­ve aus­ge­spro­chen oder der Sach­stand zur zukünf­ti­gen haus­ärzt­li­chen Ver­sor­gung im Rah­men einer Nach­le­se mit­ge­teilt wür­de, wur­de ich maß­los ent­täuscht. So muss­te ich erfah­ren, dass mit die­sem Bei­trag mit den Rats- und Frak­ti­ons­mit­glie­dern der „ande­ren“ Par­tei­en sowie mit allen „neu­en“ Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten- und Kan­di­da­tin­nen offen­sicht­lich eine offe­ne Rech­nung begli­chen wer­den soll­te.  Mit „ande­ren“ Par­tei­en meint Frau Rasch­ke sicher­lich die Rats- und Frak­ti­ons­mit­glie­der, die an der von ihr und dem CDU-Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­ten orga­ni­sier­ten Wahl­kampf­ver­an­stal­tung mit Karl-Josef Lau­mann am 03. Sep­tem­ber, also zehn Tage vor der Kom­mu­nal­wahl, nicht teil­ge­nom­men haben. Da ich als dama­li­ger Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der einer „ande­ren Par­tei“ auch nicht zu die­ser Ver­an­stal­tung gegan­gen bin, füh­le ich mich von Frau Rasch­ke direkt ange­spro­chen. Es ist schon sehr unge­wöhn­lich, dass mir jemand nach mei­ner lang­jäh­ri­gen Rats­ar­beit wirk­li­ches Inter­es­se an der ärzt­li­chen Ver­sor­gung in unse­rer Gemein­de abspricht und feh­len­de Mit­ver­ant­wor­tung unter­stellt. Befremd­lich neh­me ich auch zur Kennt­nis, dass mir von Frau Rasch­ke eben­falls kon­struk­ti­ve Kri­tik aberkannt und feh­len­des Pro­blem­be­wusst­sein unter­stellt wird.

Frau Rasch­ke beklagt sich zudem öffent­lich, dass es von den „sons­ti­gen“ Frak­tio­nen offen­sicht­lich kein Rede­be­darf mit ihr gibt. Dar­aus schließt sie gleich­zei­tig auf feh­len­des Inter­es­se bei den Rats­mit­glie­dern. Selbst­kri­tisch zu hin­ter­fra­gen, ob feh­len­der Gesprächs­be­darf in ihrem Han­deln begrün­det ist, hin­ter­fragt Frau Rasch­ke nicht bzw. schließt sie offen­sicht­lich aus.

Frau Rasch­ke soll­te mei­nes Erach­tens auch dar­über nach­den­ken, ob es medi­zi­nisch ver­ant­wort­bar war, mit­ten in Coro­na-Zei­ten zu einer Groß­ver­an­stal­tung ein­zu­la­den, obwohl bis heu­te von allen seriö­sen Ver­ant­wort­li­chen immer wie­der gemahnt wur­de, jeden nicht not­wen­di­gen Kon­takt zu vermeiden.

Den Rats­mit­glie­dern und Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten vor­zu­wer­fen, sie hät­ten die­se Ver­an­stal­tung boy­kot­tiert, ist doch eine sehr abwe­gi­ge Unter­stel­lung bzw. schon sehr aben­teu­er­lich. Mir ist nicht bekannt, dass irgend­je­mand dazu auf­ge­ru­fen hat, die­se Wahl­kampf­ver­an­stal­tung nicht zu besuchen.

Wenn Frau Rasch­ke nun nach den Kom­mu­nal­wah­len mit­teilt, dass es für sie kei­ne Fort­set­zung im Arbeits­kreis mehr geben wird, muss ich die­se Erklä­rung akzep­tie­ren. Ich den­ke aber, dass mit einem Rück­zug kei­nem in unse­rer Gemein­de gehol­fen ist.

Umso erfreu­li­cher neh­me ich die Mit­tei­lung der Pra­xis Dr. Neagu zur Kennt­nis, dass dort ein jun­ger pro­mo­vier­ter Arzt ange­stellt wur­de, der mit sei­ner Ehe­frau (eben­falls Ärz­tin) beab­sich­tigt, in August­dorf dau­er­haft zu arbeiten.

Herr Dr. Dis­se erläu­ter­te vor Mona­ten in einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung, dass er noch eini­ge Jahr­zehn­te in August­dorf prak­ti­zie­ren möch­te und einer sei­ner bei­den Söh­ne in Erwä­gung zieht, nach Been­di­gung des Medi­zin­stu­di­ums eben­falls in der väter­li­chen Pra­xis zu arbeiten.

Ich bin zuver­sicht­lich, dass für die haus­ärzt­li­che Pra­xis Dr. Rasch­ke eben­falls ein Nach­fol­ger gefun­den wird.

Allen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern eine schö­ne Advents­zeit und Gesundheit. 

Hein­rich Georg Schneider”

Von Redaktion

2 Gedanken zu „Offener Brief an Maria Raschke“
  1. Es ist immer ein Ver­gnü­gen, Herr Barz, von einem Bür­ger zu lesen, der offen­sicht­lich über Wor­te und Nach­den­ken verfügt.…leider in August­dorf eine Seltenheit !!
    Doch bei nähe­rem Hin­schau­en soll­te man nicht die Moment­auf­nah­me nur betrach­ten, son­dern auch retro­spek­ti­ve Zusam­men­hän­ge sehen .
    Die unse­li­ge Spal­tung der Gemein­de, die mit Vor­satz und unge­brems­ten Lügen­ge­rüs­ten unter­mau­ert, von dem ehe­ma­li­gen Bür­ger­meis­ter aus rein ego­ma­nen selbst­herr­li­chen Moti­ven zum per­sön­li­chen Macht­er­halt betrie­ben wur­de, ist nicht von heu­te auf mor­gen zu hei­len. Die Nach­wir­kun­gen wer­den uns noch län­ger beglei­ten. Und Nach­wir­kun­gen sind nun mal auch der unnö­ti­ge Streit und die Hin­ter­grün­de zum Besuch des Gesundheitsministers.
    Ohne jeden Zwei­fel ist das Enga­ge­ment der Frau Rasch­ke dan­kens- und bewundernswert !!!
    Jedoch zeit­lich ein­ge­bun­den in den zurück­lie­gen­den Wahl­kampf hat­te die Akti­on ein „Geschmäck­le” zum Macht­er­halt des Dr. Wulf und das unüber­seh­bar !!!! Und es soll­te der Ein­druck erweckt wer­den, als sei das gemein­sa­me Pro­blem der zukünf­ti­gen ärzt­li­chen Ver­sor­gung in August­dorf nur CDU-Inter­es­se und nicht das der ande­ren poli­ti­schen Par­tei­en. Die Umstän­de um den Besuch des Minis­ters (Ver­schie­bung und Coro­na) haben zusätz­lich zu Irri­ta­ti­on beigetragen.
    Es muss nicht ver­wun­dern und soll­te mit nach­hal­ti­gem Ver­ständ­nis beglei­tet wer­den, dass ein so ver­dien­ter Lokal­po­li­ti­ker wie Hein­rich-Georg Schnei­der in sei­nem uner­schüt­ter­li­chen Kampf über 16 Jah­re gegen Lüge, Spal­tung, krank­haf­te Selbst­herr­lich­keit, Bedro­hung und Ver­un­glimp­fung und Zer­stö­rung nicht mehr Paro­len ertra­gen kann, son­dern sich auf ver­nünf­ti­ge Recher­chen beruft.

  2. Guten Mor­gen,

    wie immer las­se ich so etwas sacken bevor ich es kom­men­tie­re. Aber dazu kann man nicht still hal­ten! Ich Ver­su­che es ein­mal kurz zu machen: Die Gat­tin eines Medi­zi­ners Sicht gemein­sam mit ande­ren Inter­es­sier­ten nach Lösun­gen eine dro­hen­de Ärz­te­knapp­heit abzu­wen­den und bei Medi­zi­nern für August­dorf zu wer­ben. Um die­ses Vor­ha­ben zu unter­mau­ern, wird der zustän­di­ge Gesund­heits­mi­nis­ter gela­den. Coro­nabe­dingt wur­de der Ter­min ver­scho­ben und auf 100 Teil­neh­mer beschränkt.
    Jetzt die Fol­ge: Frau Rasch­ke scheint die Annah­me gehabt zu haben, dass der Besuch des Minis­ters all­ge­mein von Inter­es­se sein müss­te, ganz spe­zi­ell aber auch die ört­li­che Poli­tik dar­an teil­neh­men soll­te. Andern­orts wäre das wohl auch so, nicht aber in August­dorf. Ich kann die Ent­täu­schung nach­voll­zie­hen. Wenn es um die Sache geht, plötz­lich in ein poli­ti­sches Karus­sell zu gera­ten ist befremd­lich. Dass allei­ne eine Par­tei­en­zu­ge­hö­rig­keit des Minis­ters dis­ku­tiert wird ist und Ver­ant­wort­li­che ver­schie­de­ner Par­tei­en die­se Ver­an­stal­tung nicht besucht haben, lässt nur die von Frau Rasch­ke genann­ten Schlüs­se zu! Ich respek­tie­re die­se Ansicht in höchs­tem Maße. Es gehört viel Mut dazu, sich so zu äußern. Schnei­ders Ant­wort im offe­nen Brief dürf­te dann doch wohl eher der Bären­dienst sein! Anstatt die enga­gier­ten Bür­ger zu unter­stüt­zen, wer­den sie par­tei­po­li­tisch instru­men­ta­li­siert! Nein, mit dem Abgang des vori­gen Bür­ger­meis­ters ändert sich nichts so schnell. Anstatt zu stär­ken und zu unter­stüt­zen wird unin­ter­es­siert weg geschaut!
    Die offen­sicht­li­che Inter­es­sen­lo­sig­keit GEMEINSAM PERTEIÜBERGREIFEND etwas für August­dorf zu tun, darf ruhig beim Namen genannt wer­den! Die inter­frak­tio­nel­le Zusam­men­ar­beit scheint nach wie vor zu haken! Nicht Frau Rasch­ke ist hier zu nen­nen, son­dern die unse­li­ge Par­tei­en­land­schaft! Arbei­tet end­lich ZUSAMMEN, ZUM WOHL DER BURGER!
    JB

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