Ein kleines Stück Artillerie-Tradition in Augustdorf

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Vor über fünf Jah­ren wur­de die Trup­pen­fah­ne des Pan­zer­ar­til­le­rie­ba­tail­lons 215 in der Rom­mel-Kaser­ne ein­ge­rollt, der Ver­band nach 57 Jah­ren außer Dienst gestellt. Wenig erin­nert auf dem Kaser­nen­ge­län­de noch an die Artil­le­ris­ten aus der Sen­ner­an­d­ge­mein­de. Die Schlepp­dä­cher und Pan­zer­hal­len sind leer, die Unter­kunfts­ge­bäu­de wer­den durch die ver­blie­be­nen Trup­pen­tei­le genutzt.

Ende einer Ära: Am 22. Juni 2015 wur­de das Pan­zer­ar­til­le­rie­ba­tail­lon 215 nach 57 Jah­ren außer Dienst gestellt. Bri­ga­de­ge­ne­ral Kai Rohr­schnei­der (re.), dama­li­ger Kom­man­deur der „21er“ ver­hüll­te sym­bo­lisch die Trup­pen­fah­ne des Batail­lons. Archiv­bild: Bun­des­wehr / Domi­nik Lei­feld

Nur weni­ge Ange­hö­ri­ge die­ser stol­zen Trup­pen­gat­tung ver­se­hen heu­te noch ihren Dienst in August­dorf. Hei­ner Sau­er und Sascha Blo­bel die­nen als gelern­te Artil­le­ris­ten im Stab der Pan­zer­bri­ga­de 21 „Lip­per­land“. „Wir hal­ten die Fah­ne unse­rer Waf­fen­gat­tung hoch“, lächelt Sau­er, der sich seit Sep­tem­ber als Kom­pa­nie­feld­we­bel um die Unter­of­fi­zie­re und Mann­schaf­ten des Bri­ga­de­sta­bes küm­mert. Sascha Blo­bel hat die Auf­lö­sung der „215er“ am Bun­des­wehr­stand­ort August­dorf mit­er­lebt.

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag brach­ten die bei­den Berufs­sol­da­ten ein Stück Artil­le­rie-Tra­di­ti­on zurück in der Kaser­ne im August­dor­fer Nor­den. Am vier­ten Dezem­ber wird der Hei­li­gen Bar­ba­ra gedacht, die Schutz­pa­tro­nin der Berg­leu­te, Pio­nie­re und eben der Artil­le­ris­ten. „Die Batail­lo­ne der Artil­le­rie dan­ken der Hei­li­gen Bar­ba­ra an die­sem Tag für den Schutz vor Schie­ß­un­fäl­len und bli­cken meist humor­voll auf das Aus­bil­dungs­jahr zurück“, erklärt Blo­bel das mili­tä­ri­sche Brauch­tum. Eine gro­ße Fei­er kam für Hei­ner Sau­er mit Blick auf die Coro­na-Pan­de­mie nicht in Betracht. „Etwas Tra­di­tio­nel­les soll­te es dann aber doch geben“, so der „Spieß“. Der fri­sche Schwenk­bra­ten kam bei den Sol­da­ten des Bri­ga­de­sta­bes dann auch beson­ders gut an.

Die Spe­zia­li­tät stammt aus Idar-Ober­stein in Rhein­land-Pfalz. Die Klein­stadt behei­ma­tet seit Jahr­zehn­ten die Artil­le­rie­schu­le der Bun­des­wehr. „Heu­te befin­det sich dort ein Aus­bil­dungs­zen­trum, an dem die Feld­we­bel und Offi­zie­re der Artil­le­rie­trup­pe aus­ge­bil­det wer­den“, erklärt Sascha Blo­bel. Daher gilt die Aus­bil­dungs­ein­rich­tung als „Mut­ter­haus“ der Trup­pen­gat­tung. Vie­le Jah­re ent­sand­te auch das August­dor­fer Artil­le­rie­ba­tail­lon Sol­da­ten nach Idar-Ober­stein.

Zumin­dest am Frei­tag kehr­te ein wenig Tra­di­ti­on der „Kro­ne aller Waf­fen“ in die Rom­mel-Kaser­ne zurück. Hei­ner Sau­er und Sascha Blo­bel hal­ten auch wei­ter­hin die Fah­ne der Artil­le­rie hoch. (mw)

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Vor über fünf Jahren wurde die Truppenfahne des Panzerartilleriebataillons 215 in der Rommel-Kaserne eingerollt, der Verband nach 57 Jahren außer Dienst gestellt. Wenig erinnert auf dem Kasernengelände noch an die Artilleristen aus der Sennerandgemeinde. Die Schleppdächer und Panzerhallen sind leer, die Unterkunftsgebäude werden durch die verbliebenen Truppenteile genutzt. [caption id="attachment_11098" align="alignleft" width="300"] Ende einer Ära: Am 22. Juni 2015 wurde das Panzerartilleriebataillon 215 nach 57 Jahren außer Dienst gestellt. Brigadegeneral Kai Rohrschneider (re.), damaliger Kommandeur der „21er“ verhüllte symbolisch die Truppenfahne des Bataillons. Archivbild: Bundeswehr / Dominik Leifeld[/caption] Nur wenige Angehörige dieser stolzen Truppengattung versehen heute noch ihren Dienst in Augustdorf. Heiner Sauer und Sascha Blobel dienen als gelernte Artilleristen im Stab der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. „Wir halten die Fahne unserer Waffengattung hoch“, lächelt Sauer, der sich seit September als Kompaniefeldwebel um die Unteroffiziere und Mannschaften des Brigadestabes kümmert. Sascha Blobel hat die Auflösung der „215er“ am Bundeswehrstandort Augustdorf miterlebt. Am vergangenen Freitag brachten die beiden Berufssoldaten ein Stück Artillerie-Tradition zurück in der Kaserne im Augustdorfer Norden. Am vierten Dezember wird der Heiligen Barbara gedacht, die Schutzpatronin der Bergleute, Pioniere und eben der Artilleristen. „Die Bataillone der Artillerie danken der Heiligen Barbara an diesem Tag für den Schutz vor Schießunfällen und blicken meist humorvoll auf das Ausbildungsjahr zurück“, erklärt Blobel das militärische Brauchtum. Eine große Feier kam für Heiner Sauer mit Blick auf die Corona-Pandemie nicht in Betracht. „Etwas Traditionelles sollte es dann aber doch geben“, so der „Spieß“. Der frische Schwenkbraten kam bei den Soldaten des Brigadestabes dann auch besonders gut an. Die Spezialität stammt aus Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Die Kleinstadt beheimatet seit Jahrzehnten die Artillerieschule der Bundeswehr. „Heute befindet sich dort ein Ausbildungszentrum, an dem die Feldwebel und Offiziere der Artillerietruppe ausgebildet werden“, erklärt Sascha Blobel. Daher gilt die Ausbildungseinrichtung als „Mutterhaus“ der Truppengattung. Viele Jahre entsandte auch das Augustdorfer Artilleriebataillon Soldaten nach Idar-Oberstein. Zumindest am Freitag kehrte ein wenig Tradition der „Krone aller Waffen“ in die Rommel-Kaserne zurück. Heiner Sauer und Sascha Blobel halten auch weiterhin die Fahne der Artillerie hoch. (mw)

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