Zum Wochen­en­de gel­ten neue erwei­ter­te Maß­nah­men in Lip­pe, um den Inzi­denz­wert für den Kreis zu sen­ken. Die Maß­nah­men wer­den durch eine All­ge­mein­ver­fü­gung ange­ord­net. Land­rat Dr. Axel Leh­mann erklärt dazu: „Obers­tes Ziel ist es Kon­tak­te, von denen das Virus lebt, zu ver­mei­den und beson­ders gefähr­de­te Per­so­nen zu schüt­zen. Der Kreis Lip­pe ist Hot­spot mit einer Inzi­denz­zahl von über 300, ursäch­lich dafür ist aber nicht der eine Hot­spot im Kreis­ge­biet, son­dern es sind vie­le Fäl­le in Kom­bi­na­ti­on mit ein­zel­nen grö­ße­ren Infek­ti­ons­her­den in Alten- und Pfle­ge­hei­men. Auch für Kitas und Schu­len und Ver­samm­lun­gen von Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten haben wir prä­ven­ti­ve Maß­nah­men angeordnet“.

Die aktu­el­le Lage im Kreis Lippe

Die hohen Fall­zah­len resul­tier­ten bis­her aus der Test­stra­te­gie des Krei­ses Lip­pe. Liegt ein posi­ti­ver Fall in einer Fami­lie vor, tes­tet der Kreis Lip­pe bis­her alle Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, um bei mög­li­chen wei­te­ren posi­ti­ven Fäl­len wei­te­re Kon­takt­per­so­nen ermit­teln zu kön­nen. Aus vie­len ande­ren Krei­sen ist bekannt, dass hin­ge­gen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge nicht getes­tet wer­den. Dies erhöht die Fall­zah­len, die in der Sta­tis­tik aus­ge­wie­sen wer­den. „Die Inzi­denz­zahl ist inner­halb von einer Wochen über 120 Punk­te gestie­gen. Wir wol­len von hohen Zah­len run­ter­zu­kom­men, unser Maß­nah­men­pa­ket soll dies ermög­li­chen“, blickt der Land­rat auf die Inzidenzzahl.

Auf­fäl­lig­kei­ten bei den Infi­zier­ten-Zah­len tre­ten dort auf, wo meh­re­re Men­schen an einem Ort zusam­men kom­men und die erfor­der­li­chen Schutz-Regeln nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Dies ist natur­ge­mäß auch gera­de dort der Fall, wo Men­schen sich in einem grö­ße­ren Fami­li­en­ver­bund bewe­gen oder vie­le Kon­tak­te zu ande­ren Men­schen pfle­gen. Es han­delt sich in Lip­pe wei­ter­hin um ein breit ver­teil­tes Infek­ti­ons­ge­sche­hen mit rund 37 betrof­fe­nen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen oder auch Coron­fäl­le im Zusam­men­hang mit über 40 Schu­len und Kitas. Bei den Schu­len und Kitas zei­gen sich aktu­ell kei­ne Hot­spots, in ein­zel­nen Ein­rich­tun­gen der Alten- und Pfle­g­ein­rich­tung zei­gen sich grö­ße­re Infek­ti­ons­her­de, mit Fäl­len unter den betreu­ten Bewoh­nern und der Mitarbeiterschaft.

Die erwei­ter­ten Schutz­maß­nah­men im Kreis Lippe

Über die Coro­na­schutz­ver­ord­nung hin­aus gel­ten im Kreis Lip­pe ab Sams­tag, 12. Dezem­ber, 0 Uhr wei­te­re Ein­schrän­kun­gen im öffent­li­chen und pri­va­ten Bereich des Kreisgebietes:

All­ge­mei­ne Beschrän­kun­gen, Zusam­men­künf­te, Ausgangsbeschränkungen

Zusam­men­künf­te und Ansamm­lun­gen im öffent­li­chen Raum von mehr als 2 Per­so­nen sind mit Aus­nah­men untersagt.

Als Aus­gangs­be­schrän­kung wur­de beschlos­sen, dass die häus­li­chen Unter­kunft in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr (an Silvester/Neujahr von 3.00 bis 6.00 Uhr) nur mit trif­ti­gen Grund, wie der Weg zur Schu­le, der Aus­gang mit dem Hund, zur Arbeit, Kita sowie zum Arzt, für die Unter­stüt­zung Hilfs­be­dürf­ti­ger oder die Beglei­tung Ster­ben­der, ver­las­sen wer­den darf.

Der Kon­sum von alko­ho­li­schen Geträn­ken im öffent­li­chen Raum ist untersagt.

Ab einem Inzi­denz­wert von über 350 dür­fen sich im pri­va­ten Raum höchs­ten 5 Per­so­nen (Kin­der unter 14 Jah­ren zäh­len nicht mit) aus zwei Haus­hal­ten tref­fen. Beruf­li­che, dienst­li­che sowie ehren­amt­li­che Tätig­kei­ten in Kör­per­schaf­ten und Anstal­ten des öffent­li­chen Rechts, bei denen ein Zusam­men­wir­ken meh­re­rer Per­so­nen zwin­gend erfor­der­lich ist, sind auch dann wei­ter­hin erlaubt.

Got­tes­diens­te, Zusam­men­künf­te von Religionsgemeinschaften

Auf das Mit­sin­gen in Ver­an­stal­tun­gen und Zusam­men­künf­ten zur Reli­gi­ons­aus­übung sowie auf Trau­er­fei­ern soll­te in geschlos­sen Räu­men ver­zich­tet wer­den. Die Reli­gi­ons­aus­übung durch Gebet oder Bekennt­nis ist wei­ter­hin mit All­tags­mas­ke und Stim­me in Zim­mer­laut­stär­ke mög­lich. Unter frei­en Him­mel darf mit zwei Meter Abstand zwi­schen den Teil­neh­men­den und mit All­tags­mas­ke gesun­gen werden.

Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten müs­sen die Hygie­ne­re­ge­lun­gen anpas­sen: Pro Besu­cher eine Flä­che von 7 Qua­drat­me­tern, Min­dest­ab­stand 1,5 Meter (außer Per­so­nen eines Haus­stands) und die Mas­ken­pflicht wäh­rend der gesam­ten Zusam­men­kunft auch am Sitzplatz.

Schutz von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen vor dem Ein­trag von SARS-CoV-2-Viren unter Berück­sich­ti­gung des Rechts auf Teil­ha­be und sozia­ler Kon­tak­te der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Menschen

Alle Beschäf­tig­ten der Pfle­ge­ein­rich­tung haben sich in regel­mä­ßi­gen Abstän­den, min­des­tens zwei­mal wöchent­lich, einem Coro­na-Schnell­test zu unter­zie­hen. Alle Besu­cher von Bewoh­nern in sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen sind ver­pflich­tet, wäh­rend des Auf­ent­hal­tes min­des­tens eine Schutz­mas­ke der Schutz­klas­se FFP‑2 (ohne Ven­til) zu tra­gen. Eine Aus­nah­me gilt für Per­so­nen, denen es aus gesund­heit­li­chen Grün­den unmög­lich ist eine Mas­ke zu tragen.

Anpas­sung der Rege­lun­gen für den Betrieb der Schu­len des Kreisgebietes

Die Schutz­maß­nah­men für den Bereich Schu­len hat der Kreis Lip­pe in eine sepa­ra­te All­ge­mein­ver­fü­gung gefasst:

Alle Schu­len sind ver­pflich­tet, unver­züg­lich, spä­tes­tens bis zum Unter­richts­be­ginn nach den Win­ter­fe­ri­en 2020/2021, die bestehen­den Hygie­nekon­zep­te – indi­vi­du­ell abge­stimmt auf die ört­li­chen Gege­ben­hei­ten – zu über­ar­bei­ten. Der Kreis Lip­pe emp­fiehlt drin­gend, die durch den Kreis vor­ge­leg­te Kon­zep­ti­on zur Rege­lung des Unter­richts­ge­sche­hens unter Berück­sich­ti­gung des loka­len Infek­ti­ons­ge­sche­hens dabei einzubeziehen.

Schul­ei­ge­ne Schwimm­bä­der und Sport­hal­len wer­den geschlos­sen. Wei­ter­hin ist die Durch­füh­rung von Schwimm­un­ter­richt in sons­ti­gen Schwimm- und Spaß­bä­dern unter­sagt. Davon aus­ge­nom­men sind prü­fungs­re­le­van­te Lehr­ver­an­stal­tun­gen in schu­li­schen Abschlussklassen.

Schü­ler der 3. und 4. Klas­se in Schu­len der Pri­mar­stu­fe sind ver­pflich­tet, eine All­tags­mas­ke zu tra­gen, sofern sie sich nicht an ihrem Sitz­platz befinden.

Des Wei­te­ren gilt die Pflicht zum Tra­gen einer Mund-Nase-Bede­ckung (All­tags­mas­ke) für Schü­ler der 3. und 4. Klas­se der Pri­mar­stu­fe, die an Ange­bo­ten der Ganz­tags­be­treu­ung teil­neh­men außer­halb des Sitzplatzes.

Außer­dem gilt die Pflicht zum Tra­gen einer Mund-Nase-Bede­ckung (All­tags­mas­ke) in einem Umkreis von 150 Metern um alle Schu­len (Grund‑, Haupt‑, Real‑, Gesamt­schu­len, Gym­na­si­en, Berufs­kol­legs, För­der­schu­len etc.) an Schul­ta­gen in der Zeit von 6.00 Uhr – 18.00 Uhr. Inter­es­sier­te fin­den die genann­ten Zonen auf der Home­page des Krei­ses Lippe.

Zeit­schie­ne der Umset­zung von erwei­ter­ten Maßnahmen

Der Pro­zess, die erwei­ter­ten Maß­nah­men anzu­ord­nen, hat­te in Lip­pe einen lan­gen Vor­lauf. „All­ge­mein­ver­fü­gun­gen müs­sen recht­lich was­ser­dicht sein. Die Abstim­mung der Maß­nah­men mit den lip­pi­schen Bür­ger­meis­tern ist schon des­halb nötig, weil deren Ord­nugs­äm­ter die Ein­hal­tung der Regeln kon­trol­lie­ren müs­sen. Zudem hät­te ich mir eine schnel­le­re Abstim­mung mit den Minis­te­ri­en gewünscht. Die erwei­ter­te Mas­ken­pflicht war ein Zwi­schen­schritt, den wir gegan­gen sind, um unab­hän­gig vom Schwel­len­wert 200 die Infek­tio­nen in den kom­men­den Wochen zu redu­zie­ren. Die Ergeb­nis­se spie­gelt die Sta­tis­tik zwei bis drei Wochen spä­ter“, erklärt der Landrat.

Gemäß §16 Coro­na­schutz­ver­ord­nung kann der Land­rat bei Inzi­denz­wer­ten über 200 im wei­te­re Schutz­maß­nah­men über die Coro­na­schutz­ver­ord­nung hin­aus anord­nen. Dies muss im Ein­ver­neh­men mit dem Minis­te­ri­um für Arbeit, Gesund­heit und Sozia­les (MAGS) erfol­gen. Der Kreis Lip­pe pflegt eine ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit mit sei­nen 16 Städ­ten und Gemein­den. Daher wur­de am 30. Novem­ber in einer Tele­fon­schal­te des Land­ra­tes mit den lip­pi­schen Bür­ger­meis­tern ver­ein­bart, wei­te­re Maß­nah­men für Lip­pe zu ergrei­fen. In einem ers­ten Schritt wur­de mit der All­ge­mein­ver­fü­gung vom 4. Dezem­ber eine erwei­ter­te Pflicht zum Tra­gen eines Mund-Nasen-Schut­zes ins­be­son­de­re in den Innen­städ­ten angeordnet.

Am 1. Dezem­ber hat der Kreis den Kon­takt mit dem MAGS auf­ge­nom­men. Da der Inzi­denz­wert des Krei­ses Lip­pe damals unter 200 lag, wur­de sei­tens des MAGS kein Hand­lungs­be­darf gese­hen. Am Frei­tag, 4. Dezem­ber, lag der Inzi­denz­wert bei 206,6. Eine Mel­dung an das MAGS ist unmit­tel­bar erfolgt und am Mon­tag zur Ver­stän­di­gung der Maß­nah­men ein Ter­min für Mitt­woch ver­ein­bart wor­den. Aus der Bera­tung in der Bür­ger­meis­ter­kon­fe­renz am 8. Dezem­ber konn­ten abge­stimm­te Vor­schlä­ge in der Tele­fon­kon­fe­renz plat­ziert wer­den. Nach der fina­len Abstim­mung der All­ge­mein­ver­fü­gung tre­ten die beschlos­se­nen Schutz­maß­nah­men ab Sams­tag in Kraft.

Von Redaktion

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