Elek­tro­mo­bi­li­tät nimmt im Ver­kehrs­sek­tor eine zuneh­men­de Rol­le ein. Der Aus­bau einer ent­spre­chen­den Infra­struk­tur ist daher im Kreis Lip­pe seit meh­re­ren Jah­ren ein Bestand­teil der Kli­ma­schutz­an­stren­gun­gen. Die Anzahl der Lade­punk­te, sowohl pri­va­te als auch öffent­li­che, hat sich kon­ti­nu­ier­lich gestei­gert. Auch die Anzahl der zuge­las­se­nen E‑Fahrzeuge im Kreis zeigt einen deut­li­chen Trend nach oben. „Für eine kli­ma­freund­li­che Ver­kehrs­wen­de kom­men wir an dem The­ma Elek­tro­mo­bi­li­tät nicht vor­bei. Lip­per kön­nen sich beden­ken­los ein E‑Mobil zule­gen, wir haben die Infra­struk­tur vor Ort und kön­nen den Bedarf decken! Ich selbst fah­re auch ein Hybrid-Fahr­zeug“, betont Land­rat Dr. Axel Lehmann.

Auf­fäl­lig ist in Lip­pe, dass sich die Infra­struk­tur an die länd­li­chen Struk­tu­ren anpasst. So gibt es in den grö­ße­ren Städ­ten eine höhe­re Dich­te an Lade­punk­ten. Allein Det­mold ver­fügt über 50 öffent­lich zugäng­li­che Lade­punk­te. „In Bezug auf die Ein­woh­ner­zahl Det­mol­ds lie­gen wir mit die­sem Ange­bot über dem bun­des­deut­schen Durch­schnitt“, erklärt Jörg Kar­li­kow­ski, Geschäfts­füh­rer der Stadt­wer­ke Det­mold. Dane­ben ent­schei­den sich immer mehr E‑Fahrzeughalter für eine pri­va­te Lade­mög­lich­keit – die Wall­box. Ab einer Leis­tung von 11 kW müs­sen die­se Boxen seit 2020 dem Netz­strom­be­trei­ber gemel­det wer­den. Den Stadt­wer­ken Det­mold, Lem­go und Bad Sal­zu­flen lie­gen momen­tan knapp 450 Anträ­ge vor. „Für vie­le Eigen­tü­mer ist eine Wall­box attrak­ti­ver als öffent­li­che Lade­säu­len, da sie Zeit und Geld für den Strom spa­ren“, so Kar­li­kow­ski wei­ter. Obwohl die Aus­las­tung der öffent­li­chen Lade­säu­len im ver­gan­ge­nen Jahr kon­ti­nu­ier­lich gestie­gen ist, macht die aktu­el­le Nach­fra­ge wei­te­re Lade­säu­len noch nicht not­wen­dig, da über­wie­gend zu Hau­se oder am Arbeits­platz das pri­va­te E‑Fahrzeug gela­den wird.

Ins­ge­samt haben sich die Zulas­sun­gen von E‑Fahrzeugen in Lip­pe seit Anfang des Jah­res nahe­zu ver­dop­pelt. Rund 4300 Fahr­zeu­ge sind gemel­det. Davon sind 60 Pro­zent pri­vat genutzt, der Rest gewerb­lich. „Bedau­er­li­cher­wei­se ste­hen fast nur die öffent­li­chen Lade­säu­len im Zen­trum der Dis­kus­si­on. Dar­über hin­aus unter­stüt­zen wir aber etwa dia­ko­ni­sche Diens­te mit indi­vi­du­el­len, aber meist pri­va­ten, Lade­lö­sun­gen, die Ver­brenn­erfahr­zeu­ge durch E‑Autos abzu­lö­sen. Dies wird nur wenig beach­tet, obwohl das CO2-Ein­spar­po­ten­ti­al hier sehr hoch ist“, sagt Andre­as Becker, Bereichs­lei­ter E‑Mobilität bei den Stadt­wer­ken Lem­go. Vie­le wei­te­re Unter­neh­men in Lip­pe, die elek­tri­sche Fahr­zeu­ge nut­zen, set­zen eben­falls auf nicht-öffent­li­che Lösungen.

Die Bewer­tung des Krei­ses Lip­pe im Lade-Netz-Ran­king des Ver­bands der Auto­mo­bil­in­dus­trie ist daher sehr ein­di­men­sio­nal, da meh­re­re Fak­to­ren für die Infra­struk­tur zusam­men gedacht wer­den müs­sen. In dem Ran­king wird als ein­zi­ges Kri­te­ri­um die Anzahl der öffent­li­chen Lade­säu­len pro zuge­las­se­nes Fahr­zeug betrach­tet. „Die Betrach­tung ist zu kurz­sich­tig. In Lip­pe ist das Ver­hält­nis zwi­schen Ange­bot und Nach­fra­ge sehr aus­ge­gli­chen. Aus­wär­ti­ge E‑Fahrzeughalter kön­nen also ger­ne unse­ren Kreis besu­chen, ohne Angst haben zu müs­sen, dass sie ihr Fahr­zeug nicht wie­der auf­la­den kön­nen“, so der Land­rat. „Nichts­des­to­trotz wol­len wir auch künf­tig das Lade-Netz erwei­tern.“ Im Zuge des Pro­jekts „Lip­pe Re-Kli­ma­ti­siert“ ent­ste­hen etwa an zen­tra­len Punk­ten Mobil­sta­tio­nen. So bekom­men die Stand­or­te Det­mold-Eichen­krug, Det­mold-Hei­li­gen­kir­chen, Det­mold-Krea­tiv­Cam­pus, Lüg­de und Horn Bad Mein­berg je eine Lade­säu­le mit 22 kW Anschluss.

Von Redaktion

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