Am 15. Dezem­ber endet die Vor­wahl zum Vogel des Jah­res 2021, bei der mitt­ler­wei­le 116.000 Vogel­freun­de mit­ge­macht haben. Bis mor­gen ent­schei­det sich, wel­che zehn Vögel in die Haupt­wahl ein­zie­hen und damit dem begehr­ten Titel näher kommen.

Nach wie vor ste­hen Stadt­tau­be, Rot­kehl­chen, Feld­ler­che, Gold­re­gen­pfei­fer und Amsel bun­des­weit an der Spit­ze. Doch wer weiß? Viel­leicht haben sich eini­ge Wahl­kampf­teams ihre Stim­men auf­ge­ho­ben, um auf den letz­ten Metern ihren Kan­di­da­ten in die Top Ten zu beför­dern. Aktu­ell feh­len der Blau­mei­se auf Platz elf nur 150 Stim­men, um den Rot­mi­lan vom zehn­ten Platz zu sto­ßen. Der Gar­ten­rot­schwanz bräuch­te gut 400 Stim­men für den Sprung in die Top Ten. Am letz­ten Wahl­wo­chen­en­de kann sich noch vie­les ändern. Es reicht ein ein­zi­ges Wahl­kampf­team, das sich ins Zeug legt – die Top Ten soll­te sich also noch nicht in Sicher­heit wähnen.

Viele erprobte Wahlsieger und wenige Neulinge

Nur zwei der aktu­el­len Anwär­ter auf die ers­ten zehn Plät­ze waren in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren noch nie Vogel des Jah­res. Wür­de der Eis­vo­gel gewin­nen, hät­te der „flie­gen­de Edel­stein“ den Titel sogar schon zum drit­ten Mal ergat­tert. Das wäre auf­grund der exo­ti­schen Schön­heit sei­nes Gefie­ders auch nach­voll­zieh­bar. Die Feld­ler­che hat eben­falls die Chan­ce auf einen drit­ten Titel. 1998 und 2019 wur­de sie bereits vom Fach­gre­mi­um aus NABU und LBV gewählt. Da sich ihr Bestand seit 1980 in Deutsch­land mehr als hal­biert hat, ist sie nach wie vor eine der reprä­sen­ta­tivs­ten Ver­tre­te­rin­nen für die Pro­ble­me des Lebens­raums Agrarlandschaft.

Eine der bei­den Neu­lin­ge ist die Stadt­tau­be. Sie liegt über­ra­schend und deut­lich auf Platz eins der Vor­wahl­rang­lis­te. Liegt die Stadt­tau­be den Bewohner*innen unse­res Lan­des doch viel näher am Her­zen, als pro­fes­sio­nel­le Vogelkundler*innen gemein­hin anneh­men? Sie ist sich ihres Plat­zes in der kom­men­den Stich­wahl jeden­falls sicher. Auch die Amsel, aktu­ell auf Platz fünf, wür­de die Aus­zeich­nung zum ers­ten Mal erhal­ten. Sie ist eine unse­rer täg­li­chen Beglei­te­rin­nen in Gär­ten, Parks und Städ­ten und ihr typi­scher, voll­tö­nen­der Gesang ist im Früh­jahr und an lau­en Som­mer­aben­den nicht wegzudenken.

Auch unter den nächs­ten Anwär­tern für Platz zehn über­wie­gen ehe­ma­li­ge Titel­trä­ger. Doch die Blau­mei­se, die aktu­ell die bes­ten Chan­cen hat, noch in die Top Ten zu rut­schen, wür­de den Titel eben­falls zum ers­ten Mal bekom­men. Die­ser streit­ba­re Gar­ten­vo­gel ist jetzt im Win­ter oft am Fut­ter­häus­chen zu beob­ach­ten. Blau­mei­sen hat­ten im ver­gan­ge­nen Früh­jahr in wei­ten Tei­len Deutsch­lands unter einer Bak­te­ri­en-Epi­de­mie zu leiden.

Quarks schickt den Löffler ins Rennen

Dass sich kurz vor Wahl­schluss noch viel ändern kann, zeigt Quarks, das Wis­sen­schafts­ma­ga­zin des WDR. Es wirbt seit eini­gen Tagen in sei­ner Com­mu­ni­ty für den Löff­ler, ein wei­ßer, rei­her­ähn­li­cher Vogel mit kurio­sem Löf­fel­schna­bel. Für Vogelschützer*innen sind Löff­ler bemer­kens­wert, da es die Art ist, deren Bestand in Deutsch­land seit 1980 am stärks­ten ange­stie­gen ist, näm­lich um das 87-fache. Er war aller­dings auch erst kurz zuvor nach vie­len Jah­ren Absenz an die deut­sche Nord­see­küs­te zurück­ge­kehrt. Der ins­ge­samt immer noch sehr sel­te­ne Vogel zeich­net sich beson­ders durch sei­ne Schmuck­fe­dern am Hin­ter­kopf aus, die er wie einen Vokuhi­la auf­stel­len kann. Aktu­ell ist der Löff­ler auf Platz 30, Ten­denz stei­gend. Reicht das noch, oder hat er den End­spurt zu spät angesetzt?

Alle inter­es­sier­ten Vogelfreund*innen haben jetzt die letz­te Mög­lich­keit, ihre Kan­di­da­ten zu nomi­nie­ren. Hier auch noch­mal der Hin­weis, dass Wähler*innen für jeden der 307 Vögel eine Stim­me abge­ben kön­nen. In die­ser Wahl kann man sein Kreuz­chen also auch bei meh­re­ren Kan­di­da­ten set­zen, bei­spiels­wei­se um einem ande­ren Favo­ri­ten noch zum Sprung in die Top Ten zu ver­hel­fen, wenn die eigent­li­che Erst­wahl aus­sichts­los zurückliegt.

Von Redaktion

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