Eigent­lich ist die Phoe­nix Con­ta­ct-Are­na Treff­punkt für Hand­ball­fans des TBV Lem­go-Lip­pe, für die Stu­die­ren­den der benach­bar­ten Hoch­schu­le OWL oder Ort für Ver­an­stal­tun­gen und Kon­gres­se. Doch seit Beginn der Coro­na-Pan­de­mie ist sie meist ver­waist. Das wird sich in den kom­men­den Mona­ten ändern, wenn das Impf­zen­trum für den Kreis Lip­pe sei­nen Betrieb auf­nimmt. Um alle Abläu­fe von der Regis­trie­rung bis zur Imp­fung bereits vor dem offi­zi­el­len Start durch­zu­spie­len, haben der Bevöl­ke­rungs­schutz des Krei­ses Lip­pe und die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung West­fa­len-Lip­pe (KVWL) jetzt unter rea­len Bedin­gun­gen den Impf­be­trieb geübt. Land­rat Dr. Axel Leh­mann und Regie­rungs­prä­si­den­tin Judith Pir­scher haben sich vor Ort ein Bild davon gemacht.

„Hier ist in kür­zes­ter Zeit ein top aus­ge­stat­te­tes Impf­zen­trum ent­stan­den, dass ein Mei­len­stein im Kampf gegen Coro­na dar­stel­len wird“, sind sich bei­de einig.

Regie­rungs­prä­si­den­tin Judith Pir­scher zeigt sich beein­druckt: „Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter hier beim Kreis Lip­pe und auch bei den ande­ren Krei­sen sowie der Stadt Bie­le­feld haben groß­ar­ti­ge Arbeit geleis­tet. Die Infra­struk­tur für die Imp­fun­gen in der Regi­on steht. Der Impf­stoff, der in Ost­west­fa­len-Lip­pe ankommt, kann auch ver­ab­reicht werden.“

In sechs soge­nann­ten Impf­stra­ßen sol­len künf­tig täg­lich bis zu 2000 Per­so­nen gegen das Coro­na­vi­rus geimpft wer­den. Bis der Impf­stoff jedoch tat­säch­lich in die Schul­ter gespritzt wird, sind eini­ge Schrit­te not­wen­dig. Nur, wer einen Ter­min hat, darf in die Phoe­nix Con­ta­ct-Are­na kom­men. Bereits am Ein­gang wird Fie­ber gemes­sen. Ist die Tem­pe­ra­tur zu hoch, muss ein neu­er Ter­min ver­ein­bart wer­den. An einem der sechs auf­ge­bau­ten Schal­ter im Foy­er gibt es einen Schwung an Unter­la­gen zur Imp­fung selbst, aber auch Fra­ge­bö­gen zur eige­nen Gesund­heit, die in einem „Check-In“-Bereich durch­ge­le­sen und aus­ge­füllt wer­den müs­sen. Anschlie­ßend erfolgt in einer der Impf­stra­ßen, die im Kon­gress­be­reich der Hal­le ihren Platz gefun­den haben, die Auf­klä­rung durch einen Arzt. „Wir über­prü­fen zudem die Impf­fä­hig­keit der Per­son. Ist die­se gesund und spricht auch sonst nichts gegen die Imp­fe, setzt eine Medi­zi­ni­sche Fach­an­ge­stell­te den ‚Pieks‘“, erläu­tert Dr. Hans-Chris­ti­an Kör­ner, Lei­ter der Bezirks­stel­le Det­mold der KVWL, das Vor­ge­hen. 30 Minu­ten bleibt der Geimpf­te dann noch vor Ort, um mög­li­che Neben­wir­kun­gen beob­ach­ten zu kön­nen. In die­ser Zeit wer­den die Daten der Per­son erfasst. Danach kann der Heim­weg ange­tre­ten werden.

„Wir sind gut vor­be­rei­tet wenn der Impf­stoff in Lip­pe ankommt“, betont der Land­rat. „Mein Dank gilt den vie­len Men­schen, die in den ver­gan­ge­nen Wochen die­ses Impf­zen­trum auf­ge­baut haben und in den kom­men­den Mona­ten dafür sor­gen wer­den, dass das Coro­na­vi­rus beherrsch­bar wird.“

Für den Stand­ort Phoe­nix Con­ta­ct-Are­na spra­chen meh­re­re Grün­de: So liegt sie zen­tral in Lip­pe und gut erreich­bar, sowohl mit dem Auto als auch mit dem ÖPNV. Für Per­so­nen, die mit dem Auto anrei­sen, ste­hen aus­rei­chend Park­plät­ze zur Ver­fü­gung. Zudem ist die Phoe­nix Con­ta­ct-Are­na eine Lie­gen­schaft des Krei­ses, sodass die Orga­ni­sa­ti­on des Impf­zen­trums aus einer Hand abge­wi­ckelt wer­den kann. Und schließ­lich sprach auch die gute Infra­struk­tur der Hal­le dafür, hier das Impf­zen­trum im Kon­gress­zen­trum ein­zu­rich­ten. Der Bun­des­li­ga-Spiel­be­trieb des TBV bleibt vom Betrieb des Impf­zen­trums unbe­rührt und kann ohne Zuschau­er wei­ter­hin stattfinden.

Das Impf­zen­trum wird an sie­ben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr in Betrieb sein. Die Ter­min­ver­ga­be soll über die Bun­des­ver­ei­ni­gung der KV via Call­cen­ter, online oder per App koor­di­niert wer­den – und zwar für zwei Imp­fun­gen. Denn die­se sind not­wen­dig, um den nöti­gen Schutz gegen das Virus herzustellen.

Laut Bun­des­re­gie­rung kann die Imp­fung auf­grund begrenz­ter Impf­stoff­ver­füg­bar­keit zunächst nur bestimm­ten Per­so­nen­grup­pen ange­bo­ten wer­den, die ein beson­ders hohes Risi­ko für schwe­re oder töd­li­che Ver­läu­fe einer Covid-19-Erkran­kung haben oder die beruf­lich ent­we­der beson­ders expo­niert sind oder engen Kon­takt zu beson­ders gefähr­de­ten Per­so­nen­grup­pen haben. Zu Beginn wer­den mobi­le Teams im Ein­satz sein, um zum Bei­spiel Bewoh­ner in Senio­ren­ein­rich­tun­gen imp­fen zu können.

Die Kos­ten für die Impf­zen­tren über­neh­men zu 50 Pro­zent der Bund und zu 50 Pro­zent das Land. 400.000 Euro pro Monat sind für Per­so­nal, Logis­tik und Infra­struk­tur veranschlagt.

Von Redaktion

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