Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN wün­schen Ihnen ein ruhi­ges und geseg­ne­tes Weih­nachts­fest. Genie­ßen Sie die Fei­er­ta­ge coro­na­kon­form, im engs­ten Kreis Ihrer Fami­lie. Neh­men Sie sich Zeit und genie­ßen Sie die Momente.

Den Auf­takt zu den Fest­ta­gen hat­ten die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN mit der Weih­nachts­an­spra­che von Bür­ger­meis­ter Kat­zer gemacht. Ges­tern kam dann die Weih­nachts­an­dacht von Pfar­re­rin Johan­na Krum­bach, die über 1600 Per­so­nen ver­folg­ten. Heu­te fol­gen Weih­nachts­grü­ße aus der evan­ge­li­schen Mili­tär­kir­chen­ge­mein­de von Pfar­rer Mar­tin Benker.

Aber woher kom­men eigent­lich die zahl­rei­chen Tra­di­tio­nen rund ums Weih­nachts­fest? Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN haben recher­chiert. Hät­ten Sie es gewusst?

- Weih­nachts­baum: Er ist das Sym­bol der Weih­nachts­zeit schlecht­hin. Sei­nen Ursprung hat er wohl als „Para­dies­baum” im kirch­li­chen Krip­pen­spiel des Mit­tel­al­ters. 1605 soll es in Straß­burg den ers­ten Christ­baum gege­ben haben — noch ohne Ker­zen. Und seit Mit­te des 19. Jahr­hun­derts gehört der geschmück­te Baum zum Weih­nachts­fest in deut­sche Wohnzimmer.

- Baum­schmuck: Spä­tes­tens an Hei­lig­abend wird der Baum mit Ker­zen, Kugeln, Figu­ren und Lamet­ta geschmückt. Als „alte Tra­di­ti­on aus Deutsch­land” wer­den in den USA Glas­or­na­men­te in Form von Gewürz­gur­ken ange­bo­ten. Wer den grü­nen Anhän­ger zwi­schen den Zwei­gen erspäht, darf sich auf ein Extra-Geschenk freu­en. In Deutsch­land ist der Brauch aber wohl weit­hin unbekannt.

- Geschen­ke: Bis zur Refor­ma­ti­on wur­den die Kin­der am Niko­laus­tag beschenkt. Weil Pro­tes­tan­ten aber mit der Hei­li­gen­ver­eh­rung der Katho­li­ken bre­chen woll­ten, muss­te der Hei­li­ge Bischof von Myra als Gaben­brin­ger wei­chen. Christ­kind und Weih­nachts­mann über­nah­men die Rol­le, die Besche­rung wur­de aufs Weih­nachts­fest verschoben.

- Weih­nachts­mann: Wie er aus­sieht, hängt immer auch von zeit­ge­nös­si­schen Ein­flüs­sen ab. Das heu­te weit ver­brei­te­te Bild des rund­li­chen Her­ren in rot-wei­ßem Gewand ver­dan­ken wir einer Wer­be­kam­pa­gne des Coca-Cola-Kon­zerns aus dem Jahr 1931. Sein Name ist übri­gens „San­ta Claus”, was an den hei­li­gen Niko­laus aus vor-refor­ma­to­ri­scher Zeit erinnert.

- Mis­tel­zweig: Unter den Zwei­gen die­ser immer­grü­nen Schma­rot­zer­pflan­ze darf in der Weih­nachts­zeit geküsst wer­den — die­se Tra­di­ti­on ist wohl aus dem prü­den vik­to­ria­ni­schen Eng­land im 19. Jahr­hun­dert auf den Kon­ti­nent gekom­men. Die Ursprün­ge wer­den auf kel­ti­sche Bräu­che zurückgeführt.

- Herrn­hu­ter Stern: Ent­stan­den in einem christ­li­chen Inter­nat zu Beginn des 19. Jahr­hun­derts leuch­tet der vielz­a­cki­ge Stern aus der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne im Süd­os­ten Sach­sens inzwi­schen in aller Welt. Bereits zu DDR-Zei­ten wur­den mit dem Export der Ster­ne, die sich zum Ver­sand aus­ein­an­der­bau­en und flach ver­pa­cken lie­ßen, Devi­sen erwirtschaftet.

- Weih­nachts­lie­der: An der Hit­lis­te der belieb­ten Weih­nachts­lie­der lässt sich der Wan­del der Tra­di­tio­nen beson­ders gut able­sen: Wäh­rend sich bei einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge „Stil­le Nacht, Hei­li­ge Nacht” (1818) mit 44 Pro­zent deut­lich an die Spit­ze setz­te, folgt auf den Plät­zen ein bun­ter Rei­gen aus älte­ren Titeln wie „O Tan­nen­baum” (ca. 1824) oder „Kling, Glöck­chen, klin­ge­lin­ge­ling” (1873) und jün­ge­ren Zugän­gen wie „White Christ­mas” (Bing Cros­by, 1942) oder „Last Christ­mas” (Wham!, 1984).

- Weih­nachts­es­sen: Beim Essen vari­ie­ren die Tra­di­tio­nen. Jede Regi­on hat eige­ne Bräu­che, in vie­len Fami­li­en haben sich Ritua­le fest­ge­setzt. Für die Mehr­heit gehört gute Haus­manns­kost dazu — auf kei­nen Fall kom­me in Fra­ge, sich an den Fei­er­ta­gen Fast Food zu holen oder lie­fern zu las­sen, sag­ten vor einem Jahr 56 Pro­zent der Teil­neh­mer einer You­Gov-Umfra­ge. Einen Restau­rant­be­such konn­ten sich gera­de mal 26 Pro­zent vorstellen.

- Got­tes­dienst: Ob Christ­ves­per am Hei­lig­abend oder Christ­met­te in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 25. Dezem­ber — die Weih­nachts­got­tes­diens­te zäh­len zu den am bes­ten besuch­ten lit­ur­gi­schen Fei­ern der gro­ßen Kir­chen. Die katho­li­sche Kir­che gibt den­je­ni­gen, die sich sonst nicht bli­cken las­sen und die Bräu­che des­halb kaum noch ken­nen, einen „Spick­zet­tel” an die Hand. Ers­ter Rat­schlag: „Die Kir­che könn­te voll wer­den: Früh genug kommen”.

 

 

Von Redaktion

Ein Gedanke zu „Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest“
  1. Zunächst sage ich den August­dor­fer Nach­rich­ten tief emp­fun­de­nen Dank , an dem Got­tes­dienst in der Alten Dorf­kir­che teil­neh­men zu dür­fen. Es war berüh­rend und hat Kraft gegeben.…..Gefühl des Beschützt­seins , des Auf­ge­ho­ben­seins und der Zuge­hö­rig­keit in unse­rer Hei­mat, in unse­rem Dorf.….
    Es hat sich wie­der ein­mal gezeigt, dass die AN ein so gro­ßer Gewinn sind .
    Allen Nach­barn, wün­sche ich , dass sie auch so emp­fun­den haben und Kraft geschöpft haben und mit guter Hoff­nung die schwe­re Zeit meis­tern und die begrenz­ten Beschrän­kun­gen mutig , ver­nünf­tig und rück­sichts­voll ertra­gen . Wir schaf­fen das !!!!

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