Eigent­lich soll­ten am heu­ti­gen Diens­tag die ers­ten Imp­fun­gen im August­dor­fer Senio­ren­heim vor­ge­nom­men wer­den. Dazu wird es aber nicht kom­men. Das erklärt der Pfle­ge­vor­stand von dia­ko­nis, Dag­mar Nitschke.

Es habe sich kein ört­li­cher Arzt gefun­den, der die knapp 50 Imp­fun­gen durch­füh­ren kön­ne und auch das Impf­team habe kei­nen Arzt stel­len kön­nen, so Nitschke.

Sie nimmt die Ärz­te aus­drück­lich in Schutz. „Vie­le Ärz­te könenn nicht ein­fach für meh­re­re Stun­den ihre Pra­xis ver­las­sen, um in einem Senio­ren­heim Imp­fun­gen zu geben”, erklärt sie. Außer­dem gebe es auch mit den Ter­mi­nen für die Anlie­fe­rung des Impf­stof­fes immer mal wie­der Zu- und dann Absa­gen, auf die sich dann der Arzt ein­stel­len müs­se. Nit­sch­ke geht davon aus, dass die Imp­fun­gen in den kom­men­den Tagen, even­tu­ell soi­gar erst am 6. Janu­ar durch­ge­führt werden.

Einen Tag nach dem offi­zi­el­len Start der Imp­fun­gen gegen das Coro­na­vi­rus hat das Robert-Koch-Insti­tut (RKI) ers­te Zah­len zur Kam­pa­gne ver­öf­fent­licht: Dem­nach wur­den bereits mehr als 18 000 Men­schen geimpft. Die Gesamt­zahl der Imp­fun­gen lag dem­nach am Mon­tag­mor­gen bei 18 454 (ohne Hes­sen, Daten­stand 28.12.2020, 8:00 Uhr).

Zu Beginn der Kam­pa­gne wer­den in Deutsch­land zunächst Bewoh­ner von Alten- und Pfle­ge­hei­men, Men­schen über 80 Jah­ren sowie medi­zi­ni­sches Per­so­nal und Pfle­gen­de in Hei­men und Kli­ni­ken geimpft. Offi­zi­ell war in Deutsch­land am Sonn­tag mit den Coro­na-Imp­fun­gen begon­nen wor­den. Ver­ein­zelt waren jedoch bereits am Sams­tag Men­schen geimpft worden.

Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich gegen Son­der­rech­te für Geimpf­te aus­ge­spro­chen. „Vie­le war­ten soli­da­risch, damit eini­ge als Ers­te geimpft wer­den kön­nen. Und die Noch-nicht-Geimpf­ten erwar­ten umge­kehrt, dass sich die Geimpf­ten soli­da­risch gedul­den”, sag­te Spahn am Montag.

„Kei­ner soll­te Son­der­rech­te ein­for­dern, bis alle die Chan­ce zur Imp­fung hat­ten.” Die­se gegen­sei­ti­ge Rück­sicht hal­te die Nati­on zusam­men. „Gegen die Pan­de­mie kämp­fen wir gemein­sam — und wir wer­den sie nur gemein­sam über­win­den.” Am Wochen­en­de hat­ten die Imp­fun­gen gegen das Coro­na­vi­rus in Deutsch­land begon­nen. Auch Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) hat­te sich gegen Son­der­rech­te ausgesprochen.

Unge­ach­tet des bun­des­wei­ten Impf­starts geht Thü­rin­gens Minis­ter­prä­si­dent Bodo Rame­low (Lin­ke) davon aus, dass die stren­gen Coro­na-Ein­schrän­kun­gen, die der­zeit gel­ten, über den 10. Janu­ar hin­aus ver­län­gert wer­den müs­sen. „Wenn die Minis­ter­prä­si­den­ten am 5. Janu­ar erneut bera­ten, wird nichts auf Locke­run­gen hin­deu­ten”, sag­te Rame­low am Mon­tag dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND). Es sei „zu früh, Ent­war­nung zu geben”. Er rich­te sich dar­auf ein, „dass wir bis März mit Ein­schrän­kun­gen leben müs­sen”, sag­te der Linke-Politiker.

Auch die meck­len­burg-vor­pom­me­ri­sche Minis­ter­prä­si­den­tin Manue­la Schwe­sig (SPD) rech­net mit einer Ver­län­ge­rung des Lock­downs. „Wir müs­sen deut­lich unter eine Inzi­denz von 50 kom­men, damit wir wie­der in bes­se­rem Fahr­was­ser sind — und das wird noch eine lan­ge Stre­cke”, sag­te sie im Bild-Talk „Die rich­ti­gen Fra­gen” am Sonn­tag­abend. Der Impf­stoff gebe zwar Hoff­nung und Zuver­sicht, dür­fe aber nicht leicht­sin­nig machen, füg­te die Minis­ter­prä­si­den­tin hinzu.

Aktu­ell liegt die Sie­ben-Tage-Inzi­denz, die die Zahl der Neu­in­fek­tio­nen bezo­gen auf 100 000 Ein­woh­ner angibt, bun­des­weit aktu­ell bei 157,8. Die der­zei­ti­gen bun­des­wei­ten Ein­schrän­kun­gen mit der Schlie­ßung von Läden, Schu­len und Kin­der­gär­ten sind bis­lang auf den 10. Janu­ar befristet.

Von Redaktion

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