Stellvertreterwahl mit Hindernissen

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In der gest­ri­gen Rats­sit­zung ist Gott­fried Den­ne­bier als ers­ter Stell­ver­tre­ter und Kat­rin Frei­ber­ger als zwei­te Stell­ver­tre­te­rin des Bür­ger­meis­ters gewählt wor­den. Was eigent­lich eine For­ma­lie hät­te sein kön­nen, ent­wi­ckel­te sich jedoch im Lau­fe der Sit­zung zu einem Kri­mi, der wohl mit dem gest­ri­gen Abend noch nicht sei­nen Abschluss gefun­den hat.

Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer (rechts) gra­tu­liert sei­nen Stell­ver­tre­tern Gott­fried Den­ne­bier und Kat­rin Frei­ber­ger. Foto: Wolff

Schon die ers­te Wahl der bei­den Stell­ver­tre­ter lief nicht rei­bungs­los ab (die AN berich­te­ten) — die Stim­men wur­den öffent­lich und nicht, wie gefor­dert, geheim aus­ge­zählt. Damals stimm­ten alle ein­stim­mig für die bei­den. In der gest­ri­gen Rats­sit­zung stand die Wahl der bei­den als ein­zi­ger Punkt auf der Tages­ord­nung. Wahl­ur­ne und ‑kabi­ne waren bereit­ge­stellt. Über bei­de Kan­di­da­ten soll­te gleich­zei­tig abge­stimmt wer­den. Was dann kam, wur­den von vie­len Rats­mit­glie­dern mit fas­sungs­lo­sem Geläch­ter und Kom­men­ta­ren wie: „So etwas habe ich in mei­ner gan­zen Rats­tä­tig­keit noch nicht erlebt“ quit­tiert. „Das Wahl­er­geb­nis kann zwei­fels­oh­ne als Affront gegen einen oder bei­de Kan­di­da­ten gewer­tet wer­den”, hieß es spä­ter, denn drei der 23 abge­ge­be­nen Stim­men spra­chen sich gegen die Stell­ver­tre­ter aus, einer ent­hielt sich und 19 stimm­ten dafür.

Da die Stell­ver­tre­ter beim ers­ten Wahl­gang aber nur ein­stim­mig gewählt wer­den kön­nen, muss­te ein zwei­ter Wahl­gang durch­ge­führt wer­den. Vor­her beriet sich Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer mit den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den, wie die­ser durch­zu­füh­ren sei. „Der Städ­te- und Gemein­de­bund hat erklärt, dass wir im zwei­ten Wahl­gang wie­der über die bei­den Kan­di­da­ten gleich­zei­tig abstim­men kön­nen, dann reicht die ein­fa­che Mehr­heit“, erklär­te der stän­di­ge all­ge­mei­ne Stell­ver­tre­ter des Bür­ger­meis­ters, Patrick Herr­mann. Er selbst hat­te im Vor­feld der Rats­sit­zung mit dem Städ­te- und Gemein­de­bund über das Vor­ge­hen eines even­tu­el­len zwei­ten Wahl­gan­ges gespro­chen und sich die­sen „abseg­nen” las­sen.

Und wer geglaubt hat­te, es könn­te nicht skur­ri­ler kom­men, wur­de im zwei­ten Wahl­gang eines bes­se­ren belehrt. Denn nun stimm­ten fünf Rats­mit­glie­der gegen die Stell­ver­tre­ter, einer ent­hielt sich und 17 stimm­ten für die bei­den. Vie­le schüt­tel­ten bei der Bekannt­ga­be nur den Kopf. „Das ist hier wie in Schil­da”, ent­fuhr es einem Rats­mit­glied — Geschlos­sen­heit sieht jeden­falls anders aus. Meh­re­re Rats­mit­glie­der kün­dig­ten gegen­über der Redak­ti­on noch am Abend an, den Städ­te- und Gemein­de­bund zu kon­tak­tie­ren, um sicher­zu­ge­hen, dass die­se Wahl rech­tens gewe­sen ist.


Stimmen zur Wahl


„Ich habe bis­her drei die­ser Wah­len mit­er­lebt, mit so einem Ergeb­nis habe ich nicht gerech­net. Die Fra­ge, wer mit „Nein“ gestimmt hat, kann ich nicht beant­wor­ten. Mut­ma­ßun­gen hel­fen an die­ser Stel­le auch nicht wei­ter“, erklär­te SPD-Frak­ti­ons­chef Dani­el Klöp­per noch am Abend.

Aus sei­ner Sicht sei es den bei­den Kan­di­da­ten nicht fair gegen­über, eben­so wenig dem Bür­ger­meis­ter und der Ver­wal­tung. „Bei der öffent­li­chen Sit­zung war die Abstim­mung noch ein­stim­mig, ich hat­te bis heu­te Abend auch das Gefühl, dass alle Rats­mit­glie­der mit die­sem Vor­schlag ein­ver­stan­den sind“, erklär­te Dani­el Klöp­per gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN im Anschluss.

Aus sei­ner Sicht ist die Wahl der stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter „äußerst unge­eig­net“ um mit einem „Nein“ sei­nen Pro­test oder sein Miss­fal­len gegen ande­re Per­so­nen oder Par­tei­en zu äußern. „Es gehört sich in dem Fall, dass man sich ent­hält. Es geht hier um die Reprä­sen­ta­ti­on von August­dorf, um das Anse­hen unse­res Ortes. Wer dann bei einem gemein­sa­men Vor­schlag, der bei allen Par­tei­en Zuspruch gefun­den hat, aus­schert — der soll­te sich über­le­gen, ob er mit sei­ner Ent­schei­dung letzt­end­lich nicht August­dorf und sei­nen Ein­woh­nern gescha­det hat“, unter­streicht der SPD-Frak­ti­ons­chef.


CDU-Frak­ti­ons­chef Lutz Mül­ler betont, dass zunächst fest­zu­hal­ten sei, „dass jedes Rats­mit­glied in sei­ner Ent­schei­dung völ­lig frei ist. An die­sem Grund­satz gibt es aus mei­ner Sicht auch kei­nen Zwei­fel.“ Den­noch ist es aus sei­ner Sicht „ratio­nal kaum ver­ständ­lich, wie sich das Wahl­ver­hal­ten in den ver­schie­de­nen Wahl­gän­gen geän­dert hat.“ In der kon­sti­tu­ie­ren­den Rats­sit­zung sei­en die stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter offen und auch ein­stim­mig in ihre Ämter gewählt wor­den.

„In der ers­ten heu­ti­gen Abstim­mung im Rah­men einer gehei­men Wahl hat­ten sich drei Mit­glie­der gegen den Lis­ten­vor­schlag von CDU und SPD ent­schie­den. Das ist unter Umstän­den noch nach­voll­zieh­bar. In einer offe­nen Abstim­mung mag man even­tu­ell nicht (eben öffent­lich) deut­lich machen, wofür man als Rats­mit­glied steht“, so Mül­ler.

„Abso­lut unver­ständ­lich ist es mir aber, dass sich die Mei­nung von Rats­mit­glie­dern inner­halb von nur 15 Minu­ten so ver­än­dert, das sie völ­lig kon­tro­vers abstim­men. War­um Rats­mit­glie­der urplötz­lich so ent­schie­den haben, dass kann ich weder ver­ste­hen noch bewer­ten.“

Der CDU-Frak­ti­ons­chef fin­det es sehr bedau­er­lich, dass man mit Kat­rin Frei­ber­ger und Gott­fried Den­ne­bier so umge­gan­gen sei.

„Ich hat­te das Amt eines stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ters 16 Jah­re lang aus­ge­übt und es ist schon eine hohe zeit­li­che Belas­tung damit ver­bun­den. Ich habe es den­noch sehr ger­ne aus­ge­übt. Und wenn nun Rats­mit­glie­der sich bereit erklä­ren, die­ses Amt zu beklei­den und sich für die Gemein­de und deren Bevöl­ke­rung ehren­amt­lich ein­zu­brin­gen, dann hat­te ich die Erwar­tungs­hal­tung, dass man mit den Bewer­bern auch wert­schät­zend umgeht. Die­se Aner­ken­nung des Amtes und die Wert­schät­zung der Per­so­nen habe ich heu­te lei­der ver­misst“, urteilt Lutz Mül­ler.

Ein sol­ches Abstim­mungs­ver­hal­ten habe er nicht erwar­tet. „Wenn Rats­mit­glie­der mit den Per­so­nen nicht ein­ver­stan­den gewe­sen wären, dann hät­te es bis zur heu­ti­gen Wahl genug Raum und Zeit gege­ben, die­ses zu kom­mu­ni­zie­ren“, unter­streicht er.


Der FWG-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Peter Kaup gab am Abend gegen­über der Redak­ti­on offen zu: „Da es ein ein­heit­li­cher Wahl­vor­schlag durch alle Frak­tio­nen gab, waren die Nein Stim­men eine gro­ße Über­ra­schung.“ Auch Kaup möch­te nicht spe­ku­lie­ren, wer mit wem noch ein Hühn­chen zu rup­fen hat­te. Das müss­ten die ande­ren Frak­tio­nen im eige­nen Bereich klä­ren. „Ansons­ten kann ich nur sagen, das ist auch Demo­kra­tie, wenn bei einer gehei­men Abstim­mung auf ein­mal anders abge­stimmt wird“, stellt er fest.


Die­se Ein­schät­zung teilt auch der FDP/Aufbruch C‑Fraktionsvorsitzende Roger Rit­ter: „So ist Demo­kra­tie, bei gehei­men Abstim­mun­gen zeigt sich der tat­säch­li­che Wil­le. Aber sie sind immer noch mit gro­ßer Mehr­heit gewählt. Ich sage herz­li­chen Glück­wunsch den Gewähl­ten.“


Gott­fried Den­ne­bier nahm den Abend nach außen hin gelas­sen.
„Ich bin heu­te zum stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter gewählt wor­den und das Wahl­er­geb­nis ist durch eine demo­kra­ti­sche Wahl ent­stan­den. Als ers­ter stell­ver­tre­ten­der Bür­ger­meis­ter zusam­men mit der zwei­ten stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­te­rin Kat­rin Frei­ber­ger und dem Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer, wer­de ich mich ehren­amt­lich zum Wohl der Gemein­de August­dorf ein­brin­gen“, unter­streicht Den­ne­bier.


Ermu­ti­gen­de Wor­te fand Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer, nach­dem er bei­den gra­tu­liert und die August­dor­fer Chro­nik über­reicht hat­te. „Ich bin froh, zwei so tol­le Stell­ver­tre­ter zu haben, und freue mich auf die Zusam­men­ar­beit“, erklär­te er im Anschluss der Wahl.

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In der gestrigen Ratssitzung ist Gottfried Dennebier als erster Stellvertreter und Katrin Freiberger als zweite Stellvertreterin des Bürgermeisters gewählt worden. Was eigentlich eine Formalie hätte sein können, entwickelte sich jedoch im Laufe der Sitzung zu einem Krimi, der wohl mit dem gestrigen Abend noch nicht seinen Abschluss gefunden hat. [caption id="attachment_11787" align="alignleft" width="300"] Bürgermeister Thomas Katzer (rechts) gratuliert seinen Stellvertretern Gottfried Dennebier und Katrin Freiberger. Foto: Wolff[/caption] Schon die erste Wahl der beiden Stellvertreter lief nicht reibungslos ab (die AN berichteten) - die Stimmen wurden öffentlich und nicht, wie gefordert, geheim ausgezählt. Damals stimmten alle einstimmig für die beiden. In der gestrigen Ratssitzung stand die Wahl der beiden als einziger Punkt auf der Tagesordnung. Wahlurne und -kabine waren bereitgestellt. Über beide Kandidaten sollte gleichzeitig abgestimmt werden. Was dann kam, wurden von vielen Ratsmitgliedern mit fassungslosem Gelächter und Kommentaren wie: „So etwas habe ich in meiner ganzen Ratstätigkeit noch nicht erlebt“ quittiert. "Das Wahlergebnis kann zweifelsohne als Affront gegen einen oder beide Kandidaten gewertet werden", hieß es später, denn drei der 23 abgegebenen Stimmen sprachen sich gegen die Stellvertreter aus, einer enthielt sich und 19 stimmten dafür. Da die Stellvertreter beim ersten Wahlgang aber nur einstimmig gewählt werden können, musste ein zweiter Wahlgang durchgeführt werden. Vorher beriet sich Bürgermeister Thomas Katzer mit den Fraktionsvorsitzenden, wie dieser durchzuführen sei. „Der Städte- und Gemeindebund hat erklärt, dass wir im zweiten Wahlgang wieder über die beiden Kandidaten gleichzeitig abstimmen können, dann reicht die einfache Mehrheit“, erklärte der ständige allgemeine Stellvertreter des Bürgermeisters, Patrick Herrmann. Er selbst hatte im Vorfeld der Ratssitzung mit dem Städte- und Gemeindebund über das Vorgehen eines eventuellen zweiten Wahlganges gesprochen und sich diesen "absegnen" lassen. Und wer geglaubt hatte, es könnte nicht skurriler kommen, wurde im zweiten Wahlgang eines besseren belehrt. Denn nun stimmten fünf Ratsmitglieder gegen die Stellvertreter, einer enthielt sich und 17 stimmten für die beiden. Viele schüttelten bei der Bekanntgabe nur den Kopf. "Das ist hier wie in Schilda", entfuhr es einem Ratsmitglied - Geschlossenheit sieht jedenfalls anders aus. Mehrere Ratsmitglieder kündigten gegenüber der Redaktion noch am Abend an, den Städte- und Gemeindebund zu kontaktieren, um sicherzugehen, dass diese Wahl rechtens gewesen ist.

Stimmen zur Wahl


„Ich habe bisher drei dieser Wahlen miterlebt, mit so einem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Die Frage, wer mit „Nein“ gestimmt hat, kann ich nicht beantworten. Mutmaßungen helfen an dieser Stelle auch nicht weiter“, erklärte SPD-Fraktionschef Daniel Klöpper noch am Abend. Aus seiner Sicht sei es den beiden Kandidaten nicht fair gegenüber, ebenso wenig dem Bürgermeister und der Verwaltung. „Bei der öffentlichen Sitzung war die Abstimmung noch einstimmig, ich hatte bis heute Abend auch das Gefühl, dass alle Ratsmitglieder mit diesem Vorschlag einverstanden sind“, erklärte Daniel Klöpper gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN im Anschluss. Aus seiner Sicht ist die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister „äußerst ungeeignet“ um mit einem „Nein“ seinen Protest oder sein Missfallen gegen andere Personen oder Parteien zu äußern. „Es gehört sich in dem Fall, dass man sich enthält. Es geht hier um die Repräsentation von Augustdorf, um das Ansehen unseres Ortes. Wer dann bei einem gemeinsamen Vorschlag, der bei allen Parteien Zuspruch gefunden hat, ausschert - der sollte sich überlegen, ob er mit seiner Entscheidung letztendlich nicht Augustdorf und seinen Einwohnern geschadet hat“, unterstreicht der SPD-Fraktionschef.
CDU-Fraktionschef Lutz Müller betont, dass zunächst festzuhalten sei, „dass jedes Ratsmitglied in seiner Entscheidung völlig frei ist. An diesem Grundsatz gibt es aus meiner Sicht auch keinen Zweifel.“ Dennoch ist es aus seiner Sicht „rational kaum verständlich, wie sich das Wahlverhalten in den verschiedenen Wahlgängen geändert hat.“ In der konstituierenden Ratssitzung seien die stellvertretenden Bürgermeister offen und auch einstimmig in ihre Ämter gewählt worden. "In der ersten heutigen Abstimmung im Rahmen einer geheimen Wahl hatten sich drei Mitglieder gegen den Listenvorschlag von CDU und SPD entschieden. Das ist unter Umständen noch nachvollziehbar. In einer offenen Abstimmung mag man eventuell nicht (eben öffentlich) deutlich machen, wofür man als Ratsmitglied steht“, so Müller. „Absolut unverständlich ist es mir aber, dass sich die Meinung von Ratsmitgliedern innerhalb von nur 15 Minuten so verändert, das sie völlig kontrovers abstimmen. Warum Ratsmitglieder urplötzlich so entschieden haben, dass kann ich weder verstehen noch bewerten.“ Der CDU-Fraktionschef findet es sehr bedauerlich, dass man mit Katrin Freiberger und Gottfried Dennebier so umgegangen sei. „Ich hatte das Amt eines stellvertretenden Bürgermeisters 16 Jahre lang ausgeübt und es ist schon eine hohe zeitliche Belastung damit verbunden. Ich habe es dennoch sehr gerne ausgeübt. Und wenn nun Ratsmitglieder sich bereit erklären, dieses Amt zu bekleiden und sich für die Gemeinde und deren Bevölkerung ehrenamtlich einzubringen, dann hatte ich die Erwartungshaltung, dass man mit den Bewerbern auch wertschätzend umgeht. Diese Anerkennung des Amtes und die Wertschätzung der Personen habe ich heute leider vermisst“, urteilt Lutz Müller. Ein solches Abstimmungsverhalten habe er nicht erwartet. „Wenn Ratsmitglieder mit den Personen nicht einverstanden gewesen wären, dann hätte es bis zur heutigen Wahl genug Raum und Zeit gegeben, dieses zu kommunizieren“, unterstreicht er.
Der FWG-Fraktionsvorsitzende Peter Kaup gab am Abend gegenüber der Redaktion offen zu: „Da es ein einheitlicher Wahlvorschlag durch alle Fraktionen gab, waren die Nein Stimmen eine große Überraschung.“ Auch Kaup möchte nicht spekulieren, wer mit wem noch ein Hühnchen zu rupfen hatte. Das müssten die anderen Fraktionen im eigenen Bereich klären. „Ansonsten kann ich nur sagen, das ist auch Demokratie, wenn bei einer geheimen Abstimmung auf einmal anders abgestimmt wird“, stellt er fest.
Diese Einschätzung teilt auch der FDP/Aufbruch C-Fraktionsvorsitzende Roger Ritter: „So ist Demokratie, bei geheimen Abstimmungen zeigt sich der tatsächliche Wille. Aber sie sind immer noch mit großer Mehrheit gewählt. Ich sage herzlichen Glückwunsch den Gewählten.“
Gottfried Dennebier nahm den Abend nach außen hin gelassen. „Ich bin heute zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden und das Wahlergebnis ist durch eine demokratische Wahl entstanden. Als erster stellvertretender Bürgermeister zusammen mit der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin Katrin Freiberger und dem Bürgermeister Thomas Katzer, werde ich mich ehrenamtlich zum Wohl der Gemeinde Augustdorf einbringen“, unterstreicht Dennebier.
Ermutigende Worte fand Bürgermeister Thomas Katzer, nachdem er beiden gratuliert und die Augustdorfer Chronik überreicht hatte. „Ich bin froh, zwei so tolle Stellvertreter zu haben, und freue mich auf die Zusammenarbeit“, erklärte er im Anschluss der Wahl.

Leserbriefe zu “Stellvertreterwahl mit Hindernissen

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Dem Leser­brief von Joa­chim Barz ist eigent­lich nicht mehr viel hin­zu­zu­fü­gen.
    Auch mir feh­len die Wor­te ange­sichts die­ses Affronts gegen die bei­den Stell­ver­tre­ter!
    In einer Demo­kra­tie, in der wir Gott sei Dank im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Staa­ten auf die­ser Welt leben, soll­te man kri­tisch sein, darf eine ande­re Mei­nung haben und die­se auch zum Aus­druck brin­gen. Das ist auch gut so! Aber ich fin­de, zu die­ser ande­ren Mei­nung soll­te man dann auch ste­hen, sie öffent­lich ver­tre­ten und sich nicht fei­ge hin­ter einer gehei­men Wahl ver­ste­cken!
    Es gab einen ein­heit­li­chen Wahl­vor­schlag aller Frak­tio­nen, der bestimmt auch in die­sen Gre­mi­en zuvor bespro­chen wur­de. Übli­cher­wei­se wird inner­halb der Frak­ti­on kom­mu­ni­ziert, wenn man ande­rer Mei­nung ist. Ange­sichts der uni­so­no völ­lig über­rasch­ten Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den hat eine sol­che Kom­mu­ni­ka­ti­on wohl nicht statt­ge­fun­den.
    War­um haben sich die­je­ni­gen, die ges­tern urplötz­lich gegen den ein­heit­li­chen Wahl­vor­schlag gestimmt haben, nicht vor­her zu Wort gemel­det? Ver­mut­lich, weil die­sen Rats­mit­glie­dern sach­li­che Argu­men­te fehl­ten und per­sön­li­che Ani­mo­si­tä­ten im Vor­der­grund stan­den. Die­se Rats­mit­glie­der haben offen­sicht­lich nicht erkannt, dass sie dem Woh­le der Gemein­de die­nen sol­len. Hof­fen wir, dass sich hier in Zukunft eini­ges im Rat ver­bes­sert und end­lich die kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit Ein­zug hält.

  2. Guten Mor­gen zusam­men,
    wie­der geht es nur um Per­so­nen! Aber nicht um die Sache!
    Ein wei­te­res Kapi­tel Schil­da? Ja und noch viel mehr!, Die­ses Abstim­mungs­ver­hal­ten erscheint als Aus­druck tie­fer Unzu­frie­den­heit und Unstim­mig­kei­ten. Offen­bar gibt es Rats­mit­glie­der, die in ihren Frak­tio­nen NICHT ihre Mei­nung sagen, dann jedoch die „gehei­me” Abstim­mung nut­zen, um ihrer Unzu­frie­den­heit Aus­druck zu ver­lei­hen! Und das bei der Wahl zwei­er Stell­ver­tre­ter für das Amt des BM in einem Dorf?!
    Glück­wunsch an die bei­den Gewähl­ten. Hof­fent­lich ist die­se Pos­se bald ver­ges­sen.
    Dem gesam­ten Rat emp­feh­le ich drin­gend einen Wochen­end-Work­shop der „Bra­ver Angels”, bis vor kur­zem bekannt als „Bet­ter Angels”.
    Die­ser Ver­ein ist in den USA ins Leben geru­fen wor­den, um Abge­ord­ne­te der dor­tig ver­fein­de­ten Par­tei­en zu schu­len, bes­ser mit­ein­an­der umzu­ge­hen! Kom­mu­ni­ka­ti­ons­trai­ning der beson­de­ren Art! Dabei geht es nicht dar­um, sei­ne Mei­nung bes­ser for­mu­lie­ren zu kön­nen um sich durch­zu­set­zen, son­dern um Zuhö­ren, Gefüh­le und Mei­nun­gen des ande­ren auf­neh­men und aktiv ver­wen­den! Ein­fa­che Regeln, die im emo­ti­ons­ge­la­de­nen Gegen­ein­an­der lei­der unbe­ach­tet blei­ben! Wir alle ken­nen es aus einem häus­li­chen Streit. Das Paar wird, wenn die Gefüh­le bei­der wie­der Rich­tung nor­mal wan­dern, einen Weg fin­den wie­der zuein­an­der zu kom­men. Wahr­haf­tig­keit und Ernst­haf­tig­keit spie­len eine gro­ße Rol­le. Auf­ein­an­der zuge­hen!
    Jedoch erle­ben wir nach wie vor ein Grund­übel: Es wird viel zu viel ÜBER die­je­ni­gen gespro­chen, die hier viel Arbeit und Herz­blut ein­set­zen, anstatt MIT ihnen zu reden.
    Ein gemein­sam ver­brach­tes Wochen­en­de des Rates wür­de für die­sem Ort sehr hilf­reich sein! Ich bin fest davon über­zeugt, dass vom Grund­satz her alle Rats­mit­glie­der des Bes­te für den Ort wol­len! Es gab ja bereits Bestre­bun­gen ande­rer, den Rat zusam­men­zu­brin­gen! Lei­der sind die Aktio­nen ergeb­nis­los ver­pufft.
    Und noch­mal: Es geht nicht um unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen! Es geht um eine frucht­ba­re Aus­ein­an­der­set­zung von Argu­men­ten. Die­se sind offen­bar vor der gest­ri­gen Wahl nicht aus­ge­tauscht wor­den.
    Da sich offen­bar nach der Kom­mu­nal­wahl nicht viel geän­dert hat, bleibt für den Bür­ger­meis­ter viel zu tun!!!
    Ich wün­sche des­we­gen Herrn Kat­zer alles Gute und eine glück­li­che Hand (ja, in die­sem Ort braucht man in der Poli­tik wohl auch die Dame For­tu­na!). Ein funk­ti­ons­tüch­ti­ger und auf­ge­schlos­se­ner Rat sieht jeden­falls anders aus!
    „Ein­zi­ger Tages­ord­nungs­punkt”?! Was kos­tet das eigent­lich? Wegen der Wahl zwei­er Stell­ver­tre­ter?! Anstatt end­lich die The­men zu bera­ten, die wich­tig sind (Klär­schlamm, Ver­kehr, Schul­sa­nie­rung, .…..die­se Lis­te ist womög­lich end­los, kommt man unter enor­men Auf­wand wegen eines ein­zi­gen Tages­ord­nungs­punk­tes zusam­men?
    Hier wird dem Bür­ger doch arg viel zuge­mu­tet! Nicht dass man hier eine Geld­ver­schwen­dung unter­stel­len könn­te (!), Nein, dann fin­det auch noch eine skan­da­lö­se Wahl der Unehr­lich­keit statt!
    Lie­be Rats­mit­glie­der: So nicht! Das geht gar nicht mehr!!!!
    Ich wer­de bis zur nächs­ten Wahl immer wie­der dar­auf hin­wei­sen, dass die gewähl­ten Par­tei­en unse­res Rates zum Teil nicht ein­mal 20 Akti­ve zusam­men­be­kom­men aber dafür ziem­lich nega­tiv prä­sent sind! 100 Tage sind rum, ab sofort gel­ten kei­ne Aus­re­den mehr!
    Schö­nes Wochen­en­de
    JB

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