Eini­gen August­dor­fern wird es bereits auf­ge­fal­len sein: Es stinkt nicht mehr im Bereich der Klär­an­la­ge. „Es weht schon seit Wochen kein Gestank mehr durchs Dorf“, bestä­tigt auch ein Leser der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN.

Den Grund dafür erläu­tert der Lei­ter der Gemein­de­wer­ke, Armin Zim­mer­mann, bei einem Rund­gang mit Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer. „Bei der Lösung unse­res Pro­blems spiel­te der Zufall eine gro­ße Rol­le“, erklärt Zimmermann.

Durch den Kon­takt zu einem Che­mi­ker aus Mün­chen, sei man auf die Idee gekom­men, mit Was­ser ver­misch­te Mais­stär­ke der Abluft zuzu­füh­ren. „Seit­dem riecht es nicht mehr“, freut sich Armin Zim­mer­mann. Was sich leicht liest, ist aller­dings ein hoch­kom­ple­xes Sys­tem. So wird die Mais­stär­ke im Ver­hält­nis von 1,5 zu 100 mit einer Pum­pe in einem Behäl­ter Was­ser bei­gemischt. „Dafür muss­ten wir zum Bei­spiel Was­ser­roh­re ver­le­gen, da wir an die­ser Stel­le sonst gar kein Was­ser gehabt hät­ten“, ver­rät Zimmermann.

In die­sen Behäl­ter wird die Mais­stär­ke trans­por­tiert, bevor sie mit Was­ser ver­mischt wird. Foto: Wolff

Durch Ven­ti­la­to­ren und Druck­luft wer­den dann Sprüh­stö­ße des Gemischs, das im Grun­de genom­men nichts ande­res als han­dels­üb­li­cher Geruchs­ent­fer­ner ist, in die bei­den Schorn­stei­ne der Solar­trock­nungs­an­la­ge gebracht und damit der Abluft zugefügt.

„Nach­dem uns der Che­mi­ker von die­ser Idee erzähl­te, haben wir das Gan­ze erst ein­mal im klei­nen Rah­men im Bereich des Ein­gangs der Trock­nungs­an­la­ge aus­pro­biert“, berich­tet Armin Zim­mer­mann. „Als fest­stand, dass der Geruch damit tat­säch­lich besei­tigt wer­den kann, hat das Team der Gemein­de­wer­ke das Sys­tem auf die gesam­te Anla­ge aus­ge­wei­tet“, erläu­tert der Betriebs­lei­ter die Zusammenhänge.

Einem außen­ste­hen­den Beob­ach­ter käme viel­leicht als Ers­tes die Fra­ge in den Kopf, war­um man die­se Idee nicht schon viel frü­her umge­setzt hät­te. „Eine gute Fra­ge“, gibt Zim­mer­mann zu. Bis­her gebe es aber noch kei­ne Klär­an­la­gen, die die­se Metho­de ein­setz­ten. „Wir betre­ten hier völ­li­ges Neu­land“, ver­kün­det der Lei­ter der Gemein­de­wer­ke nicht ohne Stolz. Aus die­sem Grund stün­den auch ande­re Gemein­den bereits in War­te­po­si­ti­on, um sich die Anla­ge anzu­schau­en und die Tech­nik dann auch für sich zu ver­wen­den. „Die war­ten aber natür­lich jetzt erst auf die Abnah­me, die durch die Bezirks­re­gie­rung erfolgt. Die gesam­te Anla­ge läuft seit dem ver­gan­ge­nen Som­mer im Pro­be­be­trieb, so dass wir dabei zahl­rei­che Modi­fi­ka­tio­nen vor­ge­nom­men haben, die wir natür­lich vor­her immer der Bezirks­re­gie­rung gemel­det haben”, so Zimmermann.

Auch Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer zeig­te sich hoch­er­freut über den Fort­schritt. „Im Wahl­kampf habe ich deut­lich gemacht, dass ich mich für die Besei­ti­gung des Gestanks ein­set­zen möch­te“, erklär­te er gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Aus­drück­lich bedank­te er sich bei Armin Zim­mer­mann und dem Team der Gemein­de­wer­ke, dass die­se nicht locker­ge­las­sen hat­ten, um eine Lösung zu fin­den. „Da steckt viel Arbeit drin, so eine ori­gi­nel­le Lösung hin­zu­krie­gen“, lobt der Bür­ger­meis­ter den Lei­ter der Gemein­de­wer­ke und fügt hin­zu. „Ich wür­de mich freu­en, wenn nach der Abnah­me durch die Bezirks­re­gie­rung die­ses Kapi­tel been­det wer­den kann und wird dann offi­zi­ell die Anla­ge in Betrieb neh­men dürfen.“

Von Redaktion

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