In August­dorf ist das Zwit­schern weit­hin zu ver­neh­men. Zwar ist noch Win­ter, aber vie­le Vögel haben in die­sen Tagen schon Früh­lings­ge­füh­le und bege­ben sich auf die Part­ner­su­che. Zum Valen­tins­tag geben die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN Ein­bli­cke ins Lie­bes­le­ben der Kan­di­da­ten für den dies­jäh­ri­gen „Vogel des Jahres“.

Zwei der zehn Kan­di­da­ten mit Chan­cen auf den Titel — Blau­mei­se und Amsel — sind der­zeit drau­ßen schon zu hören. „Die zuneh­men­de Tages­län­ge sti­mu­liert die Hor­mo­ne der Vögel und sie begin­nen zu bal­zen. Die Gesän­ge mar­kie­ren die Revie­re und locken die Weib­chen an“, erklärt Nabu-Vogel­schutz­ex­per­te Lars Lach­mann gegen­über der Redak­ti­on. Bei den Vögeln herrscht Damen­wahl. Die Weib­chen beur­tei­len die Qua­li­tä­ten des poten­ti­el­len Brut­part­ners anhand von Gesang und der äuße­rer Erschei­nung. Ein intak­tes, bril­lan­tes Feder­kleid des Sän­gers deu­tet dabei auf kör­per­li­che Fit­ness hin. Bei eini­gen Arten kommt es dabei durch­aus auf die Grö­ße an: „Rauch­schwal­ben-Damen ach­ten ganz beson­ders auf die Län­ge der äuße­ren Schwanz­fe­dern beim Männ­chen“, so Lach­mann. Je län­ger, des­to höher die Chan­cen beim Weib­chen zu landen.

Nicht nur man­cher Men­schen-Mann will zum Valen­tins­tag mit Geschen­ken punk­ten, auch eini­ge Vögel ver­su­chen das Herz der Ange­be­te­ten mit Prä­sen­ten zu gewin­nen. Die Männ­chen der Eis­vö­gel über­rei­chen in einer fest­ge­leg­ten Zere­mo­nie ihrer Aus­er­wähl­ten einen schmack­haf­ten Hap­pen, etwa einen klei­nen Fisch.

Bei den Rot­kehl­chen haben Männ­chen und Weib­chen den Win­ter über getrenn­te Revie­re. Nur zur Brut­zeit geben die Damen ihr Ter­ri­to­ri­um auf, um zu einem Herrn ihrer Wahl zu zie­hen. Der Kie­bitz schwingt sich zu akro­ba­ti­schen Balz­flü­gen in die Luft, um sei­ne Liebs­te zu beein­dru­cken, eben­so der Gold­re­gen­pfei­fer. Bei der Stadt­tau­be füt­tern sich die Part­ner gegen­sei­tig mit Lecker­bis­sen. Die Feld­ler­che beein­druckt das Weib­chen nicht nur mit ihren San­ges­küns­ten, sie hüpft auf dem Boden her­um und ver­beugt sich regel­recht vor der Auserwählten.

Bei allem Auf­wand für das Lie­bes­wer­ben – nicht alle Vögel neh­men es mit der Treue so genau. „Meis­te­rin im Fremd­ge­hen ist die Blau­mei­se“, sagt Lach­mann. „Das Weib­chen stiehlt sich in den frü­hen Mor­gen­stun­den aus dem Nest zu einem Ren­dez­vous mit ihrem Lieb­ha­ber, wäh­rend ihr Part­ner noch schläft. Noch bevor der Ahnungs­lo­se auf­wacht, ist sie wie­der zurück.“ Auch das Weib­chen des Haus­sper­lings geht hin und wie­der fremd. Vor lau­ter Eifer­sucht singt das betro­ge­ne Männ­chen dann lau­ter als sonst. „Das Kla­ge­lied soll den Riva­len abschre­cken und die Liebs­te wie­der zurück­ho­len“, so Lach­mann. Aber auch die Spat­zen­männ­chen mögen Abwechs­lung: Je älter sie wer­den, umso häu­fi­ger suchen sie das Aben­teu­er außer­halb der Beziehung.

Von Redaktion

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