Ein Impfbus für Augustdorf? — „Auf die Praktiker vor Ort hören“

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Für eine Coro­na-Imp­fung müs­sen zahl­rei­che Senio­rin­nen und Senio­ren wei­te Wege in Kauf neh­men. Das Impf­zen­trum in Lem­go ist für man­che August­dor­fer schwer zu errei­chen und eine Unter­stüt­zung gibt es für vie­le nicht. Das Land sieht sich jedoch nicht in der Ver­ant­wor­tung. Das ergab eine Klei­ne Anfra­ge der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Dr. Den­nis Mael­zer, Ellen Stock und Jür­gen Berg­hahn. Sie machen sich für den Ein­satz von Impf­bus­sen stark. Für die­se Idee hält sich das Land zumin­dest eine Hin­ter­tür offen.

„Mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln nach­mit­tags oder abends von August­dorf nach Lem­go und zurück zu kom­men, ist eine Her­aus­for­de­rung, die wir mög­lichst vie­le Senio­rin­nen und Senio­ren erspa­ren soll­ten“, ist sich Den­nis Mael­zer sicher. Er setzt sich daher für Impf­bus­se und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te ein. Das Land will sich in die­ser Fra­ge aber nicht enga­gie­ren: „Die Ein­rich­tung von Shut­tle-Trans­fers zu den Impf­zen­tren wird nicht geför­dert“, heißt es klipp und klar in der Ant­wort der Regie­rung. Das Land set­ze grund­sätz­lich auf die kom­mu­na­le Ebe­ne und kom­mu­na­le Lösun­gen mit Blick auf die An- und Abfahrt zu den Impf­ter­mi­nen.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit lau­tet „Nach­bar­schafts­hil­fe“. Die ist in August­dorf weit ver­brei­tet, stößt aber in Coro­na-Zei­ten auch an ihre Gren­zen, wie ein offe­ner Brief von Klaus Mai zeigt, den der AWO-Vor­sit­zen­de in Abspra­che mit Rein­hard Bal­ke vom DRK August­dorf und Eri­ka Hell­weg von Sin­Fol an das Land geschrie­ben hat: „Vie­le der betrof­fe­nen Mit­bür­ger sind durch die ganz „nor­ma­le“, Coro­na-beding­te Situa­ti­on bereits auf die sozia­le Nach­bar­schafts­hil­fe ange­wie­sen. Das funk­tio­niert auf Orts­ebe­ne mus­ter­gül­tig. Dass die Lan­des­re­gie­rung den Erfolg der Impf­ak­ti­on von der Soli­da­ri­tät der Gesell­schaft und der Fami­li­en abhän­gig macht, wider­spricht der Auf­for­de­rung, Mobi­li­tät und Kon­tak­te zu ver­mei­den“, schreibt Mai. Für die Sen­ne­ge­mein­de hält er auch einen Impf­bus für prak­ti­ka­bel: „Denk­bar wäre zum Bei­spiel in August­dorf, dass im Bus geimpft wird und die Beob­ach­tungs­pha­se danach neben­an im Bür­ger­zen­trum erfolgt.“

Wenn das Land wirk­lich Impf­hür­den abbau­en und Impf­an­ge­bo­te mög­lichst nied­rig­schwel­lig orga­ni­sie­ren wol­le, dann müss­ten jetzt end­lich dezen­tra­le Lösun­gen wie der Impf­bus her, meint auch Den­nis Mael­zer. Einen SPD-Antrag dazu im Land­tag hät­ten die regie­rungs­tra­gen­den Frak­tio­nen aber abge­schmet­tert. Eine Hin­ter­tür lässt sich das Land jedoch offen. „Um einen Groß­teil der Bevöl­ke­rung zu errei­chen, sind Impf­zen­tren ein wich­ti­ger Bau­stein, aber sie sind nicht der ein­zi­ge“, lässt das Minis­te­ri­um ver­lau­ten. Optio­nen sei­en dafür Impf­bus­se, Schwer­punkt­pra­xen oder dezen­tra­le Impf­stra­ßen.

„Ob das ein Hoff­nungs­schim­mer ist, muss sich erst noch zei­gen. Bis­lang ist dafür nichts in die Wege gelei­tet wor­den. Für die Älte­ren, beson­ders belas­te­ten, bleibt nur der beschwer­li­che Gang zum Impf­zen­trum. Wenn sich das Land end­lich zu Lösun­gen durch­ringt, könn­te es für sie zu spät sein“, befürch­tet Mael­zer. Bis­lang habe sich das Land bei den Coro­na-Imp­fun­gen wahr­lich „nicht mit Ruhm bekle­ckert“. Nicht umsonst ran­gie­re Nord­rhein-West­fa­len im Bun­des­ver­gleich bei den Impf­quo­ten auf den hin­te­ren Rän­gen. Wenn Minis­ter Lau­mann nicht end­lich anfan­ge auf die Prak­ti­ker vor Ort zu hören und Impf­hür­den abbaue, könn­te das wei­ter so blei­ben.

Im Inter­net wer­den der­weil wei­ter Unter­stüt­zungs­un­ter­schrif­ten für den Impf­bus gesam­melt: https://www.openpetition.de/petition/online/impfbus-jetzt-die-aelteren-nicht-vergessen

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Für eine Corona-Impfung müssen zahlreiche Seniorinnen und Senioren weite Wege in Kauf nehmen. Das Impfzentrum in Lemgo ist für manche Augustdorfer schwer zu erreichen und eine Unterstützung gibt es für viele nicht. Das Land sieht sich jedoch nicht in der Verantwortung. Das ergab eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Dennis Maelzer, Ellen Stock und Jürgen Berghahn. Sie machen sich für den Einsatz von Impfbussen stark. Für diese Idee hält sich das Land zumindest eine Hintertür offen. „Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nachmittags oder abends von Augustdorf nach Lemgo und zurück zu kommen, ist eine Herausforderung, die wir möglichst viele Seniorinnen und Senioren ersparen sollten“, ist sich Dennis Maelzer sicher. Er setzt sich daher für Impfbusse und Unterstützungsangebote ein. Das Land will sich in dieser Frage aber nicht engagieren: „Die Einrichtung von Shuttle-Transfers zu den Impfzentren wird nicht gefördert“, heißt es klipp und klar in der Antwort der Regierung. Das Land setze grundsätzlich auf die kommunale Ebene und kommunale Lösungen mit Blick auf die An- und Abfahrt zu den Impfterminen. Eine weitere Möglichkeit lautet „Nachbarschaftshilfe“. Die ist in Augustdorf weit verbreitet, stößt aber in Corona-Zeiten auch an ihre Grenzen, wie ein offener Brief von Klaus Mai zeigt, den der AWO-Vorsitzende in Absprache mit Reinhard Balke vom DRK Augustdorf und Erika Hellweg von SinFol an das Land geschrieben hat: „Viele der betroffenen Mitbürger sind durch die ganz „normale“, Corona-bedingte Situation bereits auf die soziale Nachbarschaftshilfe angewiesen. Das funktioniert auf Ortsebene mustergültig. Dass die Landesregierung den Erfolg der Impfaktion von der Solidarität der Gesellschaft und der Familien abhängig macht, widerspricht der Aufforderung, Mobilität und Kontakte zu vermeiden“, schreibt Mai. Für die Sennegemeinde hält er auch einen Impfbus für praktikabel: „Denkbar wäre zum Beispiel in Augustdorf, dass im Bus geimpft wird und die Beobachtungsphase danach nebenan im Bürgerzentrum erfolgt.“ Wenn das Land wirklich Impfhürden abbauen und Impfangebote möglichst niedrigschwellig organisieren wolle, dann müssten jetzt endlich dezentrale Lösungen wie der Impfbus her, meint auch Dennis Maelzer. Einen SPD-Antrag dazu im Landtag hätten die regierungstragenden Fraktionen aber abgeschmettert. Eine Hintertür lässt sich das Land jedoch offen. „Um einen Großteil der Bevölkerung zu erreichen, sind Impfzentren ein wichtiger Baustein, aber sie sind nicht der einzige“, lässt das Ministerium verlauten. Optionen seien dafür Impfbusse, Schwerpunktpraxen oder dezentrale Impfstraßen. „Ob das ein Hoffnungsschimmer ist, muss sich erst noch zeigen. Bislang ist dafür nichts in die Wege geleitet worden. Für die Älteren, besonders belasteten, bleibt nur der beschwerliche Gang zum Impfzentrum. Wenn sich das Land endlich zu Lösungen durchringt, könnte es für sie zu spät sein“, befürchtet Maelzer. Bislang habe sich das Land bei den Corona-Impfungen wahrlich „nicht mit Ruhm bekleckert“. Nicht umsonst rangiere Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich bei den Impfquoten auf den hinteren Rängen. Wenn Minister Laumann nicht endlich anfange auf die Praktiker vor Ort zu hören und Impfhürden abbaue, könnte das weiter so bleiben. Im Internet werden derweil weiter Unterstützungsunterschriften für den Impfbus gesammelt: https://www.openpetition.de/petition/online/impfbus-jetzt-die-aelteren-nicht-vergessen

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